Virtuelle Scheinwelten

Wenn in den Medien der Einfluss von Videospielen thematisiert wird, kommt man nicht selten auf die Gefahren „virtueller Scheinwelten“ zu sprechen: Die Spieler würden sich nicht mehr mit der tatsächlichen Welt auseinandersetzen, sondern vor echten Problemen in die besagten Scheinwelten flüchten. Ein Umstand, der, wenn nicht auf die Videospiele selbst, zumindest auf sich diesen widmende Medienberichte zutrifft.

Denn das, was der Öffentlichkeit regelmäßig als Fakten über sogenannte „Killerspiele“ präsentiert wird, hat mit der Realität oft nichts zu tun.

Ob es nun Politiker sind, die in Fernsehsendungen auf „Killerspiele“ angesprochen Szenen beschreiben, in denen „Menschen vor Foltermaschinen“ fliehen und es nun Aufgabe des Spielers sei diejenigen, „die ihn um Hilfe anflehen […] zu töten„, oder Formate, die das Niedermetzeln von Kinder in GTA beschreiben: Die dargestellten Inhalte sind in den jeweils angesprochenen Spielen nicht zu finden.

Der Höhepunkt ist dann erreicht, wenn beispielsweise das „Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden“ öffentlich zur Abgabe solcher Spiele aufruft, die „vom amerikanischen Militär entwickelt wurden, um die Gewaltschwelle zu senken„. Als Gamer ist man hier beinahe versucht per Handschlag feierlich zu versichern, dass man solche Spiele zukünftig nicht mehr nutzen werde – dass es solche Spiele gar nicht gibt, geschenkt!

Wie sich angesichts solcher Beitrage Personen der „anderen“ Seite fühlen, hat nun Regine Pfeiffer nebenbei erwähnt. Diese wehrt sich in einem offenen Brief eigentlich gegen die Kritik von Fabian Siegismund, der in einer Folge von „High5Tv“ recht unverblümt zu verstehen gab, dass er Frau Pfeiffer eher die Rolle als „genveränderter Supersoldat“ als die einer Computerspielexpertin bei „Frontal 21“ abnehme.

Schon 2010 hatte Regine Pfeiffer negative Erfahrungen gemacht, als sie für das Format „FrauTV“ als Expertin zu Worte kam. Damals wurden frauenfeindliche Inhalte in Videospielen kritisiert. Als Beleg wurden auch Aussagen von Regine Pfeiffer verwendet.

Auf Nachfrage schrieb sie in einer Stellungnahme, dass sie bei mehreren Punkten Bedenken hatte bzw. man ihr den Inhalt der Sendung, der für den Zuschauer maßgeblich auf ihren Aussagen basierte, nicht uneingeschränkt zurechnen könne: So mochte sie „die Anmoderation des Beitrags nicht als etwas von uns Gestaltetes verstanden“ wissen, wobei „auch der Redakteur […] darauf nur bedingt Einfluss“ hatte. Sie betonte ferner, dass „ein solcher Beitrag […] in unglaublichem Ausmaß das Ergebnis von Schnitten“ sei und das, „was dabei rauskommt, […] dann für die Gefilmten auch eine Überraschung“ sei. Auch habe sie es, weil es in den jeweiligen Fällen inhaltlich nicht relevant war, hingenommen, dass es notwendig war, die gezeigte Gewalt „aus den Kontext zu reißen„. Nichtsdestotrotz verteidigte sie den Beitrag, da zumindest in dem online verfügbaren Begleittext der Inhalt ausreichend differenziert dargestellt wurde.

Anlässlich der aktuellen „Frontal 21“-Sendung wehrt sich Regine Pfeiffer maßgeblich dagegen, dass Fabian Siegismund ihr an wenig aussagekräftigen Umständen anknüpfend eine Qualifikation abspricht, wobei die Bezeichnung „Computerspiel-Expertin“ nicht von ihr, sondern von „Frontal 21“ stamme. Beiläufig erklärt sie sich aber auch zu den meisten der von „High5Tv“ geäußerten Kritikpunkten an dem „Frontal 21“-Beitrag.

Und hier ist man offenbar nicht sehr weit voneinander entfernt.

So gleich zu Beginn die Aussage von Regine Pfeiffer:

ALLES, was Sie über die Machart der Frontal 21 Sendung sagen, stimmt. Sie haben diese korrekt auseinandergenommen, und ich verstehe und teile Ihren Ärger und den der Spieler, die Ihnen zu der Analyse gratulieren. (Mit Fehlern bei der Darstellung der Spiele hatte ich nichts zu tun, was viele Ihrer jungen Leute nicht durchschauten).“

Ein doch etwas befremdlicher Zustand, wenn mit Spieleredakteur und Suchtexpertin die eigentlichen Gegenspieler einander einig sind, dass man die Sendung wegen verzerrte Darstellungen und der Machart in die Tonne treten kann.

Die Unzufriedenheit mit der Verzerrung eigener Aussagen, die offenbar nicht nur in Ausnahmefällen geschah, hatten sich Regine Pfeiffer und ihr Assistent offenbar sogar zum Anlass genommen sich zukünftig gar nicht mehr zu äußern:

Solche Interviews habe ich bisher immer mit meinem Spiele-Kooperationspartner gemeinsam gegeben. Da aber durch das Schneiden, oder die Anmoderation jedes Mal unsere Aussagen verfälscht wurden, hatten wir beschlossen, uns nicht mehr auf das Fernsehen einzulassen. Er ist konsequent geblieben, ich nicht. Nachdem ich dem ZDF schon eine Absage erteilt hatte, habe ich mich dann doch umbesonnen.“

In den Beiträgen von „Frontal 21“, wie auch in diesem über „Free2Play“-Spiele, wird nicht selten betont, dass Publisher, Entwickler oder Interessenverbände zu keiner Stellungnahme bereit seien, was natürlich als Schuldeingeständnis dargestellt wird, da diese offenbar etwas zu verbergen haben. Entsprechend hierzu wäre es sicherlich ein amüsanter Gedanke dem Zuschauer die Suche der jeweiligen Autoren nach einem „Experten“, der ihre Aussage bestätigt, ebenfalls nicht vorzuenthalten. Wenn diese Listen von Wissenschaftlern durchgehen und nachdem dutzende ausgeschieden sind, die offenbar die falsche Meinung vertreten, man nach etlichen Anrufen jemanden findet, der auch mal ins Fernsehen möchte oder hofft, dass er etwas bewirken könne. Zu letzterer Fallgruppe wäre Regine Pfeiffer zu zählen, die der Anfrage von „Frontal 21“ schließlich doch entsprach, weil sie Gelegenheit nutzen wollte, um „Eltern und sonstige Betroffene vor den Abzocke-Tricks der f2p Branche zu warnen„. Auch hier wird wohl der ein oder andere Gamer zustimmen, dass bei manchen „Free2Play“-Spielen Vorsicht angebracht ist, ohne pauschal in Frage zu stellen, dass Entwickler und Publisher auch mit Videospielen für Kinder Geld verdienen dürfen.

Was bleibt ist die Feststellung, dass selbst nach der Meinung von Kritikern durch die Darstellungen mancher TV-Formate ein falscher Schein erweckt wird, der sich mit der Realität nur bedingt in Einklang bringen lässt.

Stellungnahme von Regine Pfeiffer zu FrauTV
Frontal-21″-Sendung
Hight5Tv über „Frontal 21“
Offener Brief von Regine Pfeiffer

13 Gedanken zu “Virtuelle Scheinwelten

  1. Sind zwar auf Englisch, aber bei Kotaku gab es in den letzten Tagen zwei Artikel zum Thema das Pfeiffer hier behandelt: zunächst stellte der bekannte ehemalige Gamedesigner Cliff Bleszinski eine historische Nähe der Videospielindustrie zum Glücksspiel, Bagatellautomaten, her, im Rahmen einer F2P-Apologetik. Dann kam dieser Artikel der teilweise noch viel drastischere Situationen schildert als sie Pfeiffer oder „Frontal 21“ vorgestellt haben: http://kotaku.com/5988036/kids-reveal-the-real-flaws-of-free+to+play-games
    Ich denke: die Nähe zum Glücksspiel ist ein weiterhin ungelöstes Problem für die Branche, das in den nächsten Jahren sogar noch zunehmen kann. Mit VIrgin Gaming gibt es über etwa EA auch Verbindungen zum Recht.
    Dabei glaub ich schon, dass es auch ein Problem ist, dass sich die Branche zu den Vorwürfen vielfach nicht positioniert. Und, dass Siegismund da zumindest eher allein die Position der Industrie einnimmt. Ein kritischer Journalismus sieht aus meiner Sicht jedenfalls anders aus: es kann doch nicht sein, dass der BIU auf eine Anfrage von „Frontal 21“ dahingehend nicht reagiert. Nun könnte man sagen: „mit denen reden wir nicht, weil die ziehen sowieso nur über uns her“ – würde ich spontan auch sagen – aber für die Interessen der Branche ist das doch in jedem Fall kontraproduktiv.

  2. ad Pyri bezüglich der nicht beantwortete anfrage vom BIU von Frontal21 für den Beitrag über F2P-spiele
    also ich bin, als ich mir den Bericht ansah auf den gleichen Gedanken gekommen, wobei ich mich frag ob Frontal21 überhaupt beim BIU nachgefragt hat.

  3. @Winston
    Ich glaub schon dass sie angefragt haben, weil den einen Vortragenden, der in der Fernsehsendung unkenntlich gemacht wurde, hat der Siegismund in seiner Sendung zwar geoutet, dahingehend dass er das alles ganz anders gemeint hätte, aber von dem Betroffenen selbst, der da laut Pfeiffer was Unerhörtes „gesagt“ hat, hab ich dazu auch nichts mehr vernommen: die Branche scheint mir einfach keine Gegenstrategie auf diese Vorwürfe parat zu haben – mit dem Ergebnis, dass Sachen vielfach einfach so stehen gelassen bleiben.

  4. Generell eine sehr entlarvende Auseinandersetzung der katastrophal schlechten Arbeit von F21. Der sarkastische Stil ist absolut gerechtfertigt, was die kapitalen Fehler in der Recherche und die einseitige, wie auch manipulative Berichterstattung angeht. Auch ich sehe es ähnlich wie Pyri, dass die Branche da schlicht zu passiv vorgeht, denn das, was dort gesendet wird, kann man durchaus schon als krasse Rufschädigung sehen. Man stelle sich mal vor es hieße: „Autos! Mordwerkzeug des kleinen Mannes und trotzdem legal erhältlich.“
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    Was ich aber an dem Beitrag von Fabian(?) aber kritisiere, ist der teilweise polemische Angriff auf Regine Pfeiffer. Nein, liebe Leute, auch mir ist sie nicht einen deut sympathisch, aber wenn Spieler ihre Kritiker derart herablassend angehen, sind sie auch nicht über Kritik erhaben, zumal Pfeiffer im Beitrag vornehmlich über das Alter die Kompetenz abgesprochen wird und das allein halte ich für zu wenig. Dass dann kräftig F21 gebashed wird, dass sie keine seriösen Experten hinzugezogen werden, seien es renomierte Wissenschaftler, Spieleentwickler, Spieler oder sonst wer, halte ich hingegen für absolut gerechtfertigt. Immerhin sagt Pfeiffer ja sogar von sich, dass sie nicht selber spiele, sich aber trotzdem gut auskenne. Sorgt bei mir immer wieder für ein herzhaften Lacher. ;)
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    Somit wirft die Auswahl der „Experten“ und die Gestaltung der Sendung nicht nur die Frage auf, woher die Kompetenz von F21 bezüglich Spielen kommt, sondern auch schlicht und ergreifend, welche Klopper sich das Team sich bei ANDEREN THEMEN leistet ohne das da eine entsprechend kommunikative Gruppe wie die Gamer hinterher ist und alles entlarvt…

  5. @Pyri
    Mir ist Fabian da auch etwas zu „industrienah“. Ich finde schon, dass die „Monetarisierung“ bei F2P-Spiele heute anders zu bewerten ist als ein gutes altes Monkey Island, dass man auf einer Scheibe gekauft hat.
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    @Crusader
    Ich denke, dass Fabian da etwas allergisch reagiert, wenn er als Spieleredaktuer/Journalist, zusehen muss, wie Frau Pfeiffer als Computerspielexpertin bezeichnet wird.

  6. Also ich kann durchaus verstehen wenn sich die „Branche“ dazu nicht Äußern will, treffen so manche Anschuldigungen diesbezüglich doch tatsächlich zu.

    Es kommt ja nicht von irgend-woher das EA ankündigt in Zukunft in jedem Spiel Microtransactions einzubauen. Social-gaming gepaart mit Microtransactions sind die neue Eierlegende Wollmilchsau der Branche.

    Die Branche selbst ist doch dafür verantwortlich das Medium Videospiel immer mehr zu glorifizierten Glücksspielkasinos umzubauen, ein Umstand der ja auch bei den meisten Gamern nur mit Würgereiz zur Kenntnis genommen wird. Fakt ist aber: Es passiert und wird von Publishern aktiv gepusht und begrüßt. Das die Qualität der Spiele, durch diese neue Zielsetzung, darunter leidet ist dann auch eher nebensächlich (Siehe Dead Space 3 oder SimCity), geht es doch um Kohle und nicht um die Wünsche Konsumenten.

  7. Nur um mal zu verdeutlichen wovon ich Rede mal ein paar Zitate von John Riticello diesbezüglich:

    „As the head of our Playfish division likes to say, ‘There’s no such thing as free to play… it’s play first, pay later,’ and that’s a very compelling model“

    “When you are six hours into playing Battlefield and you run out of ammo in your clip and we ask you for a dollar to reload, you’re really not that price sensitive at that point in time,”

    “So essentially what ends up happening, and the reason the play-first, pay-later model works nicely, is a consumer gets engaged in a property. They may spend ten, twenty, thirty, fifty hours in a game. And then, when they’re deep into a game, they’re well invested in it.“

    “At that point in time the commitment can be pretty high. It’s a great model and it represents a substantially better future for the industry.”

    Ein Kommentator auf Eurogamer hat das ganze dann recht passend so Zusammengefasst:
    EA = Pimps;
    Games = Crack;
    Us = Whores.

    Merke: Nicht jede Kritik ist haltlos und aus den Fingern gesaugt, so manche Kritik sollte durchaus bedacht werden, auch wenn selbige von jemandem geäußert wird mit dem man ansonsten nicht viele Meinungen teilt.

  8. @freeflight

    Mag ja gut und recht sein, aber eine gewisse „schuld“ liegt bei den spielern selbst.
    Mit dem „neuen“ Model geht der Branche keine Einküfte mehr durch „kopien“ usw verloren.
    There’s no such thing as free to play klar, es gibt ja auch keine gratis Brot beim bäcker, doch, manchmal gibt es kleine häppchen zum „probieren“….

    „den meisten Gamern nur mit Würgereiz zur Kenntnis genommen“ mag ja sein, trotzdem gibt es scheinbar genug die das gut finden, sonst würde es sich ja nicht lohnen.
    DIe anderen spilen dann halt minecraft.

    Ich find das System cool, so kann ich sozusagen demotesten, wenns mir gefällt kann ich immernoch Geld investieren. Früher hat man hier 70 CHF(55EURO) für ein spiel bezahlt, ich denke mit 50 Euro kommt man mit Microtransactions recht weit?

  9. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bundeskanzlerin-merkel-besucht-internet-start-ups-in-berlin-a-887463.html

    „Merkel erforscht das Zauberpulver“
    „Als der Wooga-Chef Merkel erklärt, wie man mit Premiumversionen Geld verdient, will die Kanzlerin mehr wissen: Was genau der Vorteil sei, wenn sich der Spieler ein paar Features kauft. Begemann erklärt geduldig, dass man damit zum Beispiel schneller an Zauberpulver kommt, was wiederum hilft, den Gegner zu besiegen. Zauberpulver. „Dafür geben die Menschen Geld aus?“, fragt die Kanzlerin. Tun sie.“

  10. @Freeflight
    Weshalb sollte die „Qualität der Spiele“ darunter leiden: mir gefällt es auch nicht, dass es in „SimCity“ kein Terraforming mehr gibt, oder dass „Dead Space 3“ mehr auf Action als Erkundung setzt, noch dazu im Koop. Dennoch haben diese neuen Ausrichtungen, die mir beide nicht so gefallen mögen, mindestens ebenso ihre Daseinsberechtigung wie die alten.
    Um inhaltliche Fragen geht es dabei doch eigentlich gar nicht: und ich würde so eben auch vorschlagen da strikt zu trennen – zwischen (DRM-)Technik und Inhalt. Ich denke die Technik muss vor allem eines: Sinn machen. Und sie sollte dementsprechend auch nahe gebracht finden.
    Zwei Beispiele: ich empfinde etwa die Cloud mitunter als das Tollste an „Diablo III“, aber anderen ist das völlig unwichtig – und diese sollten da eben eine Wahlfreiheit haben. Anders „SimCity“: es wird behauptet das wäre nun ein MMO. Punkt. Doch ich sehe das nicht so, halte das für total übertrieben und eine künstliche Darstellung, denn ich kann es immer noch so spielen wie früher – auch wenn sie dafür die Städte extra deutlich verkleinert und erst regional erlebbar gemacht haben. Ich will auch über meine Region, wie schon in „SimCity 4“, keine Kontrolle abgeben. Und da ich auch ein „Diablo III“ gern über die Cloud problemlos alleine spielen kann, soll es da gefälligst keine Server-Bindung geben, es jedenfalls möglich sein dass Spielstände lokal gespeichert werden etc. Selbst bei Koop-Spielen wie „Borderlands“ würde ich nie auf die Idee kommen das mit anderen Leuten zu spielen, allein schon da die nie meine langsame Spielgeschwindigkeit ertragen würden.

  11. @Pyri
    Die Qualität der Spiele leidet deshalb darunter da Entwickler komplett andere Ziele und Motivationen erzeugen müssen für ein funktionierendes F2P Modell. Ein Spiel das auf Einkünfte durch Microtransactions setzt hat einen komplett anderen Fokus als ein Spiel welches hauptsächlich eine Geschichte erzählen will bzw. versucht eine Erfahrung zu simulieren.

    Der offensichtlichste Vergleich dafür wäre zB. Farmville, ein Spiel das keine „schlechten Entscheidungen“ kennt, ein Spiel das kein Ziel und kein Ende kennt. In Farmville gibt es kein „Game Over“, warum? Weil das Spiel niemals aufhören soll, Ziel des Spiels ist es einfach nur zu Spielen und dafür werden dem Spieler immer neue Motivations-Häpchen vorgeworfen um Ihm die Illusion zu geben seine Entscheidungen hätten einen längerfristigen Einfluss auf den Verlauf des Spiels selbst.

    Bei Dead Space 3 geht es weniger um den Aktion Anteil sondern mehr darum wie das Resourcen-System gezielt beschnitten wurde um Spieler zum Resourcen kaufen zu animieren. Ohne die Microtransactions wäre es locker möglich gewesen dem Spieler Möglichkeiten zu geben die verschiedenen Arten der Resourcen umzutauschen. Wodurch Spieler die häufigeren Resourcen (Wie Scrap metal oder Biogel) gegen seltenere hätten eintauschen können (entsprechende Wechselrate vorrausgesetzt). Eine solche Mechanik hätte aber das den Bedarf für Microtransactions unterwandert weil dann niemand mehr Geld für die seltenen Resourcen ausgeben würde.

    SimCity hat direkt unter der „social-gaming“ Komponente zu leiden. Die kleine Größe der Städte zwingt Spieler zur Spezialisierung der Städte, man ist regelrecht darauf angewiesen mit anderen Spielern zusammen zu spielen wenn man die „Alles könnende Megametropole“ haben will die man in alten SimCities basteln konnte.

    Ich will damit ja auch nicht sagen das diese Spiele deshalb „schlecht“ sind, das noch nicht. Aber es ist nur eine Frage der Zeit bis sich die Designvorgabe „Microtransactions“ über den Kreativen Anspruch stellt. Ab dem Punkt werden dann keine interaktiven Erfahrungen und Geschichten mehr produziert sondern nur äußerst komplexe virtuelle Skinnerboxen die als einziges Ziel haben das Spieler so häufig und unbedacht wie möglich auf den „Bezahlen“ Knopf drücken.

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