Steam: „Sniper Elite: Nazi Zombie Army“ nicht aktivierbar

(SB.com) Es gibt bei Steam eine Reihe von Titeln, die von Deutschland aus nur eingeschränkt verfügbar sind. Während es einerseits verständlich ist, dass Valve keine verbotenen Videospiele vertreiben möchte, erscheint es andererseits etwas hart, dass selbst bei bereits gekauften Spielen die zur Nutzung erforderliche Onlineaktivierung verweigert wird. Wer es dennoch versucht, bekommt die folgende Meldung präsentiert:

Not available

Sorry, but the following items are not available for purchase in this country. Your purchase has been cancelled.

Spiele, die hiervon betroffen sind, sind unter anderem „Call of Duty: Modern Warfare 2“, „Inversion“, „Saints Row 2“ und „Saints Row 3“. Ein weiterer Titel, um den diese Reihe nun ergänzt werden kann, ist „Sniper Elite: Nazi Zombie Army“.

Da es den Benutzern nach den Steam-AGB untersagt ist, „Verfahren einzusetzen, um den Ort Ihres Wohnsitzes zu verschleiern„, ist die Möglichkeit eine Aktivierung zu erreichen begrenzt. Mit der Aktivierung allein ist es offenbar auch nicht immer geschafft: Bei SB.com berichtet ein Nutzer, dass „Saints Row 3“ nach einigen Monaten von seinem Account entfernt wurde – er hatte ein VPN offenbar nur zum Aktivieren genutzt:

Ich habe mir bisher genau ein einziges Spiel geholt, dass ich per VPN auf Steam aktivieren musste (Saints Row 3). Hab es etwa 3-4 Stunden gespielt und eine Weile liegen gelassen. Nach ca. einem halben Jahr wollt ich es dann mal wieder anpacken und musste feststellen, dass es aus meiner Steam-Bibliothek gelöscht war.

Hat jemand schon mal ähnliche Erfahrungen hier gemacht? Benutzt ihr durchgehend VPN oder nur zum aktivieren?

Die Nutzer der zensierten Version von „Sniper Elite: Nazi Zombie Army“ – „Sniper Elite: Nazi Zombie Army“ – bleiben übrigens unter sich: Die Version ist mit der Internationalen nicht kompatibel, so dass ein gemeinsames Spielen im (kooperativen) Mehrspielermodus nicht möglich ist.

Zur Meldung

9 Gedanken zu “Steam: „Sniper Elite: Nazi Zombie Army“ nicht aktivierbar

  1. Saints Row 3, das ich vor einigen Monaten von einem Freund im Ausland geschenkt bekommen habe, ist noch in meiner Bibliothek, hab gerade extra nachgeguckt ^^

    Was ich gerne anmerken möchte:

    „Während es einerseits verständlich ist, dass Valve keine verbotenen Videospiele vertreiben möchte“

    Das Wort „verboten“ halte ich hier für unangebracht und es stört mich immer ein wenig wenn ich es in diesem zusammenhang lese.

    Weder eine Beschlagnahme, noch eine Indizierung kommen einem Verbot gleich, es handelt sich hierbei um Einschränkungen, bei dem einen mehr, dem anderen weniger.

    Ein Verbot wäre es wenn der Erwerb und der Besitz verboten wären, das ist hier aber nicht der Fall.

  2. @Thanatos
    ich hatte über das Wort „Verbot“ auch nachgedacht. Bei Datenträgern ist ja selbst bei nach § 131 StGB „verbotenen“ Videospielen nicht nur Besitz und Erwerb, sondern nach manchen Ansichten sogar der Verkauf zulässig, solange keine Kennenweitergabe erfolgen soll. Online ist dagegen der Witz, das sogar auf den Listenteil B des Index gesetzte Titel nicht angeboten werden dürfen. Dort gibt es also ein „Komplettverbot“ für den Anbieter. Wie diese beiden Regelungen beim Zusammentreffen von einen Spiel, das auf Datenträger gekauft werden kann aber online aktiviert werden muss, zu verstehen sind, weiß ich nicht. Nichtsdestotrotz meinte ich, dass ich hier wegen der online Komponente eher von einem Verbit sprechen konnte als bei auf datenträgern vetriebenen Videospielen.

  3. @Rey

    Ich denke nicht das Plattformen wie Steam gesetzlich anders behandelt werden, soweit ich das sehe wäre es also kein Problem die Spiele in Deutschland zu aktivieren, solange man die Spiele nicht aus Deutschland auf Steam gekauft hat sollte das eigentlich nicht in der Verantwortung von Valve liegen sich weiter mit dem Jugendschutz zu beschäftigen.
    Valve scheint hier ganz einfach übervorsichtig zu sein.

    Freuen würde es mich wenn Steam ganz einfach ein System zur Altersverifikation einführen würde wie es bei diversen Onlinehändlern (z.B. filmundo) vorhanden ist, laut Gesetz sähe es dann so aus das Valve zumindest auf Liste A Indizierte Titel in Deutschland zum Verkauf anbieten dürfte.

  4. Es hat doch kein internationales Unternehmen das sich deutschsprachig nicht vor allem UND explizit an Deutsche richtet, und so etwa auch im Land werben will, ein von der KJM akzeptiertes System bislang noch eingeführt: also ich würde mittlerweile weit eher dafür plädieren, dass sich Firmen wie Valve, aber auch ein Nintendo, aus Deutschland vollständig zurückziehen. Und gerade aus deutscher Sicht wäre das gegenwärtig wohl (noch) die beste Lösung. Siehe kleinere Angebote wie Gog.com – dort ist das alles, wie in der internationalen Erotikindustrie, überhaupt kein Thema…
    Und bis auf Kinderpornografie gibt es auch keine totalen Medienverbote – selbst dort wird erst mal herauszufinden sein was jeweilig auch wirklich darunter fällt, gibt es Grenzfälle.
    Also auch bei PEGI/USK-18-Titel ist in jedem Fall schon von einem Jugendverbot zu sprechen – das dann in seiner Strenge über eine Rede von „Jugendgefährdung“ vielleicht nur noch weitergeleitet wird. Sogar das Drogenbesitz-Verbot ist dabei zu relativieren: über ein Legalitätsprinzip ist womöglich zwar jeder Drogenbesitz zu verfolgen, aber auch bei unter 15g Cannabis das irgendwo mitgeführt wird und dann auch im verbotenen Land aufgedeckt, wird es vielleicht zu einer Anzeige, aber zu keiner Anklage kommen –

  5. Valve hat überhaupt nichts mit den Restriktionen zu tun. Das geht alles auf die Publisher zurück. Ist auch ziemlich einfach daran zu erkennen, das es auf Steam durchaus sogar Games (aus Deutschland heraus) zu kaufen gibt die in Deutschland eigentlich beschlagnahmt sind bzw. in der bei Steam angebotenen Form beschlagnahmt/indiziert sind.

  6. @Thanatos
    Mir auch. Würde da gerne mehr Informationen haben, sehe das mit meiner österreischischen IP nämlich nur bedingt.
    Grundsätzlich stimme ich ShadowXX jedoch zu: es wird wirklich mehr an den Publishern liegen, sprich größeren Konzernen und deren Interessen – die Firmen arrangieren sich mit dem Staat, auch mittels Selbstzensur, und schränken Vertriebswege erst daraufhin ein.

  7. Pingback: deesaster.org

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