Weiß-Studie: Sich selbst widerlegt? (Update)

(mediengewalt e.V.) Der Mediengewalt e.V. weist auf eine vom Psychologen Rudolf H. Weiß – selbst auch für den Mediengewalt e.V. tätig – durchgeführte Studie hin, die sich mit der Mediennutzung durch Schüler beschäftigt. Zum vierten Mal fragt Weiß nach der Verbreitung eines aktuellen Toptitels: Nach dem in der Vergangenheit bereits „Grand Theft Auto IV“ und „Call of Duty: Modern Warfare 2“ Gegenstand der Befragung waren, ist nun „Call of Duty: Black Ops 2“ an der Reihe. Im „Vorspann“ kommt er zu einem eindeutigen Ergebnis:

    „Zum vierten Male in Folge seit 2008 wird […] die Wirkungslosigkeit des Jugendmedienschutzes bei elektronischen Gewaltspielen belegt.“

Daran, ob es Weiß tatsächlich gelungen ist, die Wirkungslosigkeit des Jugendschutzes nachzuweisen, bestehen jedoch Zweifel. Auch ohne die Studie im Detail bewerten zu können gibt es einige Punkte, bei denen selbst ein Laie ins Grübeln kommen sollte:

1. Falscher Ansatz: Bereits der Ausgangspunkt erscheint verfehlt: So muss die Nutzung von „ab 18“-Titeln durch 14-Jährige nicht per se einen Umstand darstellen, der sich mit dem Jugendschutz nicht in Einklang bringen lässt. Denn Maßstab ist beim Jugendmedienschutz nicht etwa, ob durch den Titel eine Entwicklungsbeeinträchtigung bei einem durchschnittlichen Minderjährigen zu befürchten ist, sondern ob diese zumindest bei einer Risikogruppe erwartet werden kann:

    „Als Maßstab für die Beurteilung wird dabei ein Rezipientenbild zugrunde gelegt, das sich nicht an sogenannten “normal sozialisierten” Kindern und Jugendlichen […] orientiert, sondern vielmehr an Risikogruppen wie Heranwachsende aus sozial benachteiligten Lebenskontexten und mit geringerer Medienkompetenz.“ (VG München, Urt. v. 17.06.2009 – M 17 K 05.599, openJur 2009, 943.)

Dass Kinder/Jugendliche ein Spiel nutzen, das für sie nicht freigegeben wurde, stellt also nicht zwingend ein Problem dar – im Gegenteil: Dem Großteil dürfte es in der Entwicklung nicht schaden.

2. Nicht illegal: Es verbietet auch kein Gesetz, dass Kinder oder Jugendliche z.B. ein Spiel „ab 18“ nutzen. Nach §§ 12, 27, 28 JuSchG kann lediglich derjenige verantwortlich gemacht werden, der einem Minderjährigen ein Spiel zugänglich macht. Der Minderjährige selbst dagegen nicht. Und auch nicht jede Weitergabe an Kinder ist unzulässig. So betrifft der § 28 JuSchG z.B. größtenteils nur Veranstalter sowie Gewerbetreibende und selbst diese handeln nicht illegal, wenn sie „im Einverständnis mit der personensorgeberechtigten Person“ handeln. Schließlich sind beim § 27 JuSchG sind auch die Eltern ausgenommen, sofern sie nicht durch die Zugänglichmachung ihre Erziehungspflicht gröblich verletzt haben.

Somit muss auch nicht das Gesetz gebrochen worden sein, wenn Kinder oder Jugendliche Spiele „ab 18“ in die Hände bekommen. In einigen Fällen ist die Weitergabe sogar ausdrücklich gestattet. Von daher ist es völlig unverständlich, wie man anhand der Spielenutzung von Schülern auf eine Wirkungslosigkeit des Jugendmedienschutzes schließen möchte. Gesetzesverstöße könnten alleine an den Bezugsquellen festgemacht werden, doch nach diesen fragt Weiß nicht.

3. Ungleiches verglichen: Weiß vergleicht Äpfel mit Birnen: Er verteilt die festgestellte Nutzung pauschal auf die verschiedenen Schulformen, ohne beispielsweise das – im Fragebogen sogar erfasste – Alter der Schüler zu berücksichtigen. So muss eine höhere Nutzung durch Hauptschüler weder auf ein brutaleres Naturell der Befragten noch auf Missstände im Elternhaus hindeuten, sondern kann schlicht auch daran liegen, dass die befragten Hauptschüler (Im Durchschnitt 14,5 Jahre alt.) ein halbes Jahr älter als die befragten Gymnasiasten waren (Im Durchschnitt 14,0 Jahre). Welchen Effekt dies haben kann zeigt die JIM-Studie (2012): Dort gaben 16 % der 12-13 Jährigen an bereits ein besonders gewalthaltiges Videospiel genutzt zu haben, während es bei den 14-15 Jährigen bereits 36 % waren.

4. Delay: Der zeitliche Ablauf ist ebenfalls interessant: Während die Werkrealschüler schon im Februar 2013 befragt wurden, war es bei den anderen erst im Juni/Juli – bis zu 4 Monate später – der Fall. Sicherlich könnte man argumentieren, dass eine spätere Befragung den hohen Wert der Werkrealschüler eher gesenkt hätte, da auch die Restlichen die Zeit gehabt hätten, sich den Titel zuzulegen. Andererseits wäre es auch möglich, dass bei den erst im Juni/Juli befragten die Erinnerung an „Call of Duty: Black Ops 2“ nicht mehr so präsent war, da sie sich mit in der Zwischenzeit veröffentlichten Titeln – wie das Ende Februar 2013 erschienene „Crysis 3“ – beschäftigt haben. Letztendlich bleibt schlicht festzustellen, dass die Vergleichbarkeit bei der Verzögerung von mehr als einem Quartal – unabhängig davon, in welche Richtung die Ergebnisse dadurch verändert werden – eingeschränkt sein dürfte.

5. Fragwürdige Stichprobengröße: Die Anzahl der Probanden ist ein weiterer Punkt, die man betrachten sollte. Die Befragten verteilen sich auf 11 Klassen, so dass z.B. die Daten zu Jungen auf der Realschule nur von insgesamt 7 (!) Schülern kommen. Man könnte also fast vernachlässigen, dass die Befragten verschiedene Schulformen besucht haben, sondern einfach neutral fragen, ob die Peergroup (unabhängig von der Schulform) einen Einfluss auf das Spielverhalten hat. Möglicherweise ist diese Hypothese viel besser geeignet, um die Daten zu beschreiben. Dagegen die Auskunft von – in Worten – sieben Schülern für eine repräsentative Stichprobe zu halten, dürfte – auch ohne dahingehendes Fachwissen zu haben – zumindest als gewagt erscheinen.

6. Willkürlicher Maßstab: Kreativ erscheint auch die Abbildung:

weiss

Die unterstellte Aussage ist klar, doch die Umsetzung ist fragwürdig. Im Sinne einer handwerklich sauberen Statistik ergibt eine Trendlinie hier in keinem Fall einen Sinn, weil Schulformen keine quantifizierbare Größe sind. Soll man einfach durchnummerieren von Gymnasium = 1 bis Förderschule = 5? Oder bekommen Realschule und Hauptschule die 2 und die 3, während die Werkrealschule als Zwischenform eine 2,5 zugeordnet wird? Ist der Abstand (Was soll das überhaupt sein?) zwischen Förderschule und Hauptschule größer als zwischen Hauptschule und Realschule? Da ja ein Bestimmtheitsmaß für eine Ausgleichsgerade angegeben wurde, muss irgend so ein Nonsens passiert sein.

7. Tendenziöse Bewertung: Schließlich wirkt die Ermittlungen der Beweggründe nicht nur diffus – warum wird die Nennung des „Onlinemodus“ nicht mit dem „Mehrspielermodus“ zusammen gelegt, aber „neue Waffen“ und „Blut“ unter einem Punkt zusammengefasst – sondern bestätigt auch den Eindruck, dass die „Studie“ anstatt der Ermittlung der tatsächlichen Beweggründe die Übermittlung einer Botschaft an die Leser bezweckt. So wird – wenn auch im Text aufgeschlüsselt – „neue Waffen, Schalldämpfer…, Blut, Leute töten, Headshot, Körperteile abschießen…“ mit 36 Prozentpunkten als größter Punkt hervorgehoben, obwohl hiervon 20 % allein auf das „Waffenarsenal“ entfallen und damit für „Blut, Leute töten, Headshot, Körperteile abschießen…“ nur noch 16 % übrig bleiben. Weiter ist es etwas tendenziös „Körperteile abschießen“ bei diesen Punkt zu nennen, da Leser glauben könnten, dass das (auch) bei menschlichen Kontrahenten möglich ist, obwohl sich das „Feature“ allein auf die separat aufgeführten Zombies beschränkt.

Update

Weiss bleibt dagegen auch bei einer Gesamtbetrachtung der vier durchgeführten Studie dabei, dass durch die von ihm festgestellte Nutzung „die Entwicklung der Heranwachsenden zu einer eigenständigen, informierten und kritischen Persönlichkeit behindert wird“ sowie „die Wirkungslosigkeit des Jugendmedienschutzes bei brutalen elektronischen Gewaltmedien belegt“ sei. Es sieht deshalb Handlungsbedarf:

    „Abschließend möchte ich, wie bereits seit Jahren, unseren eindringlichen Appell als verantwortungsbewusste und unabhängige Medienwissenschaftler von „Mediengewalt e.V.“ an die politischen Entscheidungsträger wiederholen, über solche referierten und besorgniserregenden Ergebnisse von Nutzungsstudien ernsthaft nachzudenken, vor der Wirtschaft nicht länger in die Knie zu gehen und endlich Konsequenzen zu ziehen: […] Als Konsequenz ist zwingend zu fordern, dass das Bewertungsverfahren von den wirtschaftlichen Interessen, d.h. von der Medienindustrie, abgekoppelt wird und mehr Kompetenzen der BPjM übertragen werden. Zumindest müssten die Modalitäten des Bewertungsverfahrens durch die USK so verändert werden, dass jedes Beiratsmitglied vor einer Altersfreigabe ein Vetorecht erhält um die BPjM für ein Indizierungsverfahren einzuschalten. Aber dazu war die Politik bisher nicht in der Lage, weil ihr der Mut fehlte oder ihr Blick durch, als Wissenschaftler getarnte, „Nebelwerfer“ getrübt wurde.“

Obwohl Weiss seine Hoffnung auf die Indizierung setzt, ist diese keine Garant dafür, dass Minderjährige keine für sie offiziell ungeeignete Titel in die Hände bekommen. Auch hier erlaubt das „Elternprivileg“ nach § 27 Abs. 4 JuSchG die Zugänglichmachung durch die Erziehungsberechtigten, sofern das ihre Erziehungspflicht nicht gröblich verletzt. Gleiches gilt für nach § 131 StGB verbotene Videospiele, bei dem sich das „Elternprivileg“ ebenfalls im 4. Absatz findet.

    Zum Vorspann
    Zur Studie
    Vorspann Gesamtbetrachtung
    Studie Gesamtbetrachtung
    (Dank an Patrik.)

10 Gedanken zu “Weiß-Studie: Sich selbst widerlegt? (Update)

  1. Ich denke die Probleme wurden da schön zusammengefasst und sehr gut analysiert. Vielen Dank!
    Würde bei der Forschung ja schon fragen in welchen Bereich diese Statistik grob überhaupt fallen soll. Ist das nun Soziologie? Weiß ist afaik kein Soziologe. Oder soll das etwa doch ein Anflug von Massenpsychologie sein? Weiß hat dahingehend früher schon von „Faschismus“ gesprochen, also liegt nahe, dass er meint er würde damit konzentrierte Gewalt und irgendeine Form von Vorbereitung, der Indoktrination und Mobilisierung, untersuchen – im Sinne von Canetti. Also dass etwa der Imperialismus da irgendetwas plant – siehe auch die entsprechenden Verbindungen zum Schiffer-Institut. Und dazu schwirren ja auch immer entsprechende Vokabeln der „Übung“ durch den Raum, der „Ein-“ und „Ausübung“, des „Trainings“ von „Gewalt“. Doch ist, abgesehen vom Unterschied zwischen „Online“ und „Multiplayer“, dabei gar bekannt wie groß die Anzahl der Menschen ist welche weltweit „Call of Duty“ spielen, woher die alle kommen und wie unterschiedlich diese gegebenenfalls auch sind etc. Wieso werden überhaupt Minderjährige untersucht, usw. usf.
    Massenpsychologie würde dabei eigentlich doch große Ansammlungen von Menschen betreffen, während es hier um die Freizeit von Kindern (und Jugendlichen) geht. Dass auch diese eine Privatsphäre haben, über die zwar ihre Erziehungsberechtigten mitbestimmen, aber welche dennoch intakt vorhanden sein sollte, scheint mir da sowieso nur mit aller ureigensten Brutalität drübergefahren zu werden – siehe auch die fortschreitenden Ideen den Nachmittag zu verschulen, damit die Minderjährigen erst gar nicht auf so „dumme“ Gedanken wie „Call of Duty“ kommen, damit sie in Vorbereitung auf die restliche Disziplinargesellschaft welche ihre Lebenswege weiter bestimmen soll noch besser kontrolliert werden können.
    Und so dürfte halt immer wieder vor allem nur versucht werden die mindestens ebenso unliebsamen wie unerwünschten Gewaltdarstellungen in ein möglichst schlechtes Licht zu rücken. Mit dem Jugendschutzgedanken und sonstigen Bedenken zu verbinden, wobei das was halt (alles) schlecht wäre bereits von Vornherein schon längst feststeht – keinen Deut in Frage gestellt wird. Alles praktisch das glatte Gegenteil von sonorer Wissenschaft und damit bloße Ideologie. Und genau diese Gedankengänge bestimmen dann nicht nur was gefragt wird, sondern auch was mit Fragen für die Auswertung letztlich verbunden alles dasteht.
    Ich würde ja vorschlagen, dass besser offen zugegeben wird was da eigentlich betrieben wird, nämlich simple Politik. Denn auch dass Videospiele etwa unschädlich oder nicht gefährlich wären, wie es in manchen Teilen der Industrie vielleicht doch immer noch fantasiert ist, ist meiner Ansicht nach mindestens derselbe Blödsinn – nur leider sind ähnliche Ressentiments auch in etablierter(er) Forschung vorhanden, wenn sie dort auch Ergebnisse nicht auf dermaßen durchsichtige Weise bestimmen. Viele wünschen sich, dass es „Call of Duty“ & Co. besser nicht mehr geben würde. Ich würde das als regelrechtes bürgerliches Anliegen bezeichnen, links wie rechts in einem politischen Spektrum der vermeintlich friedfertigen und erfolgreichen Mitte – siehe auch den Schimmer jüngst bei den Freien Wählern, oder entsprechende Wahlkampfäußerungen von Hans-Peter Friedrich. Und deshalb wird der Verein so weitermachen wie bisher – leider.

  2. Darüberhinaus haben wir noch die Tatsache das Weiß kein „Peerreview“ durch richtige Universitäten oder seriöser Forschungszentren hat, die Befragten, Fragenstellende und der Auswerter, warscheinlich Weiß selbst, wussten worum es in dem Fragenbogen geht und dabei die Ergebnisse verfälscht haben, in dem ihre Meinung, Lügen, Manipulationen eingebracht haben aber keine wissenschaftlich verwertbare Fakten. Wo sind die Vergleichsgruppen? Wo die Nichtspieler? Wo ist der Vergleich mit anderen Hobby wie Sport? Dann wäre da noch die Anzahl der Schüler, Schulen usw….
    Mediengewalt e.V. bringt eine Studie hervor die deren Meinung unterstreicht, wirklich eine große Überraschung. :D Und um diesem Testament der Ignoranz noch die Krone aufzusetzen werden seriösen Wissenschaftlern Meinungsmache vorgeworfen wärend man selbstkritischen Gedanken an dem eigenen pseudowissenschaflichen Treiben verdrängt.

  3. Die Ausgleichsgeraden in dem Diagramm sind ja mal ein Witz! Nicht nur, dass das Diagramm völlig unsinnig ist, auch ist keine wirkliche Tendenz vorhanden, die man mit einer Ausgleichsgeraden verdeutlichen könnte. Erst recht nicht, wenn man die Stichprobengröße und die damit verbundenen erheblichen Fehlertoleranzen betrachtet.

  4. Wieso bemängelt ihr die Grafik mit den Schulformen? Ein Gymnasium entspricht 0,2 Förderschulen (oder umgekehrt). Alternativ kann man auch sagen: Realschule*0,5=Gymnasium.
    .
    Das sind doch tolle neue Rechenmöglichkeiten, die Weiß da zum besten gibt :)
    .
    Evt. kann Weiß sogar den Quotienten aus Schulform und Tageszeit bilden. Wir sollten uns ein Beispiel an seiner Genialität nehmen!

  5. Seite 5: Trendlinienvergleich ‘gespielt’ zu ‘durchgespielt’
    „Die lineare Trendlinie verläuft bei ‘ganz durchgespielt’ wesentlich steiler als bei ‘
    gespielt – egal wie lange‘.Dies kann bedeuten, die Spiele wurden leichter, wahrscheinlicher ist aber, dass sie attraktiver wurden und zur längeren Beschäftigung mit dem Spiel animierten d.h., das Suchtpotential der Spiele wurde größer. “

    1 GTA ist 0,5 COD ?
    Mal abgesehen, dass GAT ein OPEN WORLD Spiel ist mit einer viel längeren Story als COD…

    „Während jeder dritte Schüler 2008 und 2009 GTA IV alleine spielte, hat sich der Anteil der Alleinspieler bei Black Ops2 halbiert (15%).Nur jeder sechste Zocker spielt ausschließlich alleine. “

    Hat GTA 4 überhaupt einen Mehrspielermodus???

    Happy Coding.

  6. Das zeigt doch nur, dass er von der Materie inhaltlich keine Ahnung hat und ist so als würde er eine kurze Novelle mit einem langen Roman vergleichen. Wäre er Sprachlehrer wäre es beim lesen schon interessant wie lange er „Schüler“ dann Zeit für einen Stoff gäbe.
    Auch „Alleinspieler“ ist nicht gleich Einzelspieler – bei dem Begriff kommt jedenfalls bei mir nur der Gedanke auf, dass jemand allein vorm Bildschirm sitzt. Eine Blüte ist ebenfalls, dass Attraktivität Suchtpotential hervorrufen würde – das noch dazu „wahrscheinlicher“ wäre: eben für seine Pathologisierungen. So als ob bei zwischenmenschlichen Beziehungen Attraktivität etwa auch gleich zur Liebeskrankheit führen würde.
    Nicht einmal die angegebene Zuschreibung passt dort dazu, denn „gespielt – egal wie lange“ heißt doch keineswegs „besonders lang“, so wie er das anscheinend wie selbstverständlich (für seine Zwecke) interpretiert… Im Gegenteil ist das doch eine unbestimmte Angabe (!). Der sprechende Mensch wusste wohl nicht wie lange und gab das dann halt an. Also hier scheinen ja nicht nur analytische Mängel zu bestehen, sondern auch empirische Grundprinzipien völlig über den Haufen geworfen zu werden.
    GTA und COD sind als Schießspiele formal auch kaum miteinander zu vergleichen. COD im Multiplayer wohl eher mit „World of Warcraft“, denn COD kann im für seine Zwecke schlimmsten Fall so wie ein MMO gespielt werden, also dass es praktisch endlos ist. Und damit die brutale „Gewaltsucht“ auch grenzenlos – während bei GTA der über die ganze Stadt verteilte Multiplayer bei IV nur ein Zusatz war, im fünften Teil kommend (separat veröffentlicht) aber auch eher in diese Richtung eines PVP-MMOs (mit In-Game-Käufen wie bei einem F2P) gehen soll. Ab einem gewissen Punkt steht das GTA-Sandkasteneinzelspiel auch immer eher so da, dass es nicht unbedingt zu einem Abschluss gebracht werden müsste, damit es sozusagen „attraktiv“ wäre. Gewissermaßen „schadet“ die „Studie“ damit auch ihren eigenen Zwecken und hätte er noch viel mehr Übel und Unheil zum „Jugendmedienschutz“ mitteilen können, wüsste er über die betreffenden Spiele besser Bescheid.
    Dem Fass den Boden schlägt er schließlich (noch mal) aus, indem er bei den einen Grafiken ab Seite 4 so tut als ob 2008 und 2009 zwei verschiedene „GTA IV“-Spiele erschienen wären, so wie bei seinen Untersuchungen von „Modern Warfare 2“ 2010 und „Black Ops 2“ 2013…

  7. Pingback: Patriks Blog » Blog Archive » Statistik-Unsinn: Zombie-Zuneigung steigt exponenziell mit Mathe-Mögen

  8. Patrik: Guter Blogeintrag, aber mal ehrlich: wer Mathe mag, der muss auch Zombies mögen, sonst hält man es mit den anderen, die Mathe mögen nciht aus :P
    Spreche da (wegen Mathe LK …) aus Erfahrung.

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