Wie der Blinde von der Farbe?

(taz) Kritische Artikel über Videospiele lassen oft auch Spieler ratlos zurück; nicht wegen der Vorwürfe, sondern weil man die dargestellten Spiele nicht wiedererkennt. Dabei lässt sich meistens nicht mit Sicherheit feststellen, ob hierfür der Autor oder die befragten Experten verantwortlich sind. Ein Beispiel hierfür ist das Portrait „Headshot“ der taz vom 28.04.2014, in dem den Lesern die Medienpädagogin Sabine Schiffer vorgestellt wird. Der Beitrag hierüber hat sich wegen meiner Korrespondenz mit der Portraitierten etwas verzögert.

Die taz lässt Frau Schiffer – „wir bitten […], uns etwas mehr über Computerspiele und Ego-Shooter-Spiele zu erzählen“ – über die die Inhalte von Videospielen referieren. Es werden verschiedene Titel – mal mehr, mal weniger treffend – dargestellt. Nur schwer verständlich sind die folgenden Angaben:

„Grand Theft Auto“, ein permanenter Amoklauf?

Der taz zufolge stellt Schiffer die Vertreter der „Grand Theft Auto“ (GTA)-Reihe wie folgt dar:

    „Und es gibt solche „GTA“-Spiele […], die dann nur noch Gewalt um jeden Preis und als Selbstzweck zum Inhalt haben. Es gibt auch kein Ziel mehr, in dem Sinne, also wo man noch einen Schatz finden kann, wie in anderen Spielen, es gibt eigentlich auch nicht mehr Gut und Böse, kein Recht, kein Gesetz, sondern nur noch so eine Art permanenten Amoklauf beziehungsweise -fahrt, so als wäre man unter Drogen. Die erste Version hat Ende der 90er Jahre mal mit Autodiebstahl angefangen und Verfolgungsjagden, inzwischen ist man bei „GTA V“ angekommen, und nun geht es einfach nur noch um Demütigung anderer, um Vernichtung, ums Überfahren, Erschießen, Erschlagen.“

Entgegen der Beschreibung gibt es bei den „GTA“-Titeln durchaus eine Handlung, die sich aus einer Reihe von Aufträgen zusammensetzt. Der Spieler erhält diese von rivalisierenden Gangs, wenn er sich genügend Respekt verschafft hat. Die einzelnen Jobs können zwar in wilden Verfolgungsjagden ausarten, doch in den gängigen Walktroughs wird den Spielern geraten, sich möglichst unauffällig zu verhalten, um nicht die Aufmerksamkeit der Polizei zu erregen. Auch sind die konkreten Ziele – z.B. das Sprengen eines Gebäudes oder das (namensgebende) Stehlen von Autos – meist mit Gewalt verbunden, doch mit einem „Amoklauf“ nicht gleichzusetzen.

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    Typisch für GTA – Aufträge werden telefonisch angenommen, mittlerweile per Handy.

Auch wenn die Aufträge in den ersten Teilen der Serie theoretisch nicht ausgeführt werden mussten, waren diese praktisch jedoch nötig, um die für die Freischaltung weiterer Levels erforderlichen Punkte zu erreichen. In Walktroughs heißt es:

    „What makes the most money, though (and realistically the only way to complete the game) is by doing jobs […].”

    (David Newton, Grand Theft Auto 2 FAQ, gamefaqs.com v. 23.05.2005.)

Schließlich versteht sich die Serie als Satire auf den American Way of Life, was in den letzten Jahren zunehmend auch die Presse bemerkt hat. So bezeichnete der NewStatesmen „GTA: V“ als “a giant, targeted missile of satire” (Tom Watson, Grand Theft Auto V: a giant, targeted missile of satire, newstatesman.com v. 23.09.2013.) und auch hierzulande gibt es positive Kritiken:

    „Das Spiel seziert den amerikanischen Traum, wie die TV-Serien „Breaking Bad“ oder „Daily Show“ von Jon Stewart, und ist ein bitterböser Kommentar zum Zustand der Welt.“

    (Carsten Görig, Sehr böse, sehr brutal, KulturSPIEGEL 10/2013, S. 60.)

Der Versuch, ausgerechnet diese Spieleserie auf Gewaltdarstellungen reduzieren zu wollen, lässt sich kaum erklären. Auch Frau Schiffer selbst hat hier an anderer Stelle eine differenzierte Sicht. In einem Interview mit ErzieherIn.de spricht sie von den „[…] Games der GTA-Reihe, die sich mehrschichtig entwickeln – […] beispielsweise Brutalisierung einerseits, Selbstironie bzw. Satire auf den American Way of Life andererseits“ (Die unterschätzte Gefahr: Gewalt in Computerspielen, ErzieherIn.de v. 08.05.2014.).

„Grand Theft Auto: V“ und Vergewaltigungen?

Die nächste Aussage kann – vielleicht nicht unbeabsichtigt – leicht falsch verstanden werden. Nach Schiffer gibt es im 5. Teil der Reihe „auch Vergewaltigungen“:

    „Inzwischen gibt es auch Vergewaltigungen. Es gibt Frauenfeindlichkeit, offenen Rassismus gegen Schwarze, Asiaten, Juden werden beispielsweise überfahren, in „GTA IV“ war das so. In „GTA V“ muss der Spieler auch foltern, um weiterzukommen […].“

Nachdem der vorangehende Absatz damit endete, dass es (für den Spieler) „einfach nur noch um Demütigung anderer […]“ gehe, und im Anschluss angegeben wird, der Spieler müsse in „GTA: V“ „auch foltern, um weiterzukommen […]“, dürfte die Aussage so verstanden werden, dass nach der Aussage von Frau Schiffer Spieler in „GTA: V“ Frauen vergewaltigen könnten.

„GTA: V“ habe ich nicht gespielt, so dass mein Wissen über den Inhalt begrenzt ist. Allein eine Vergewaltigung beim Random Event „Very Bad Senior Citizens“ ist mir bekannt, an welcher der Protagonist aber nicht beteiligt ist. Im Gegenteil: Er hat die Möglichleit die Täter zu erschießen. Wenn er einschreitet bedankt sich das Opfer und bittet ihn, es nach Hause zu fahren – als Belohnung gibt es $ 80. Sollte tatsächlich diese Szene gemeint sein, wäre die Aussage von Frau Schiffer beim Wort genommen zutreffend: Es „gibt“ in dem Spiel eine Vergewaltigung. Doch anders, als durch den Kontext insinuiert, zählt der Spieler hier nicht zu den Tätern, sondern ist deren potentieller Killer.

Day of Defeat „neofaschistisch“

Schließlich trifft es auch noch „Day of Defeat“ – dem Titel wirft Frau Schiffer Geschichtsrevisionismus vor:

    „Es gibt sogenannte WK-II-Spiele, von denen es eine wahre Schwemme gibt. Etliche Spiele betreiben totale Geschichtsklitterung, wie etwa der Online-Ego-Shooter „Day of Defeat“, wo plötzlich die historischen Tatsachen ganz anders dargestellt werden, Deutschland wurde angegriffen und musste sich verteidigen, ein Kollege von mir sagt, das sei neofaschistisch, was sich da teilweise abspielt.“

„Day of Defeat“, den Vorgänger von „Day of Defeat: Source“, habe ich früher recht intensiv gespielt. Hierbei muss mir jedoch etwas Fundamentales entgangen sein. Extra für diesen Beitrag habe ich mir den Titel noch einmal installiert, und nach Geschichtsverklärung gesucht. Viel gefunden habe ich jedoch nicht. Allgemein wird der Spieler bei Spieleinstieg darauf hingewiesen, dass der Titel vor dem Hintergrund des 2. Weltkriegs spielt und reale sowie fiktive Schauplätze präsentiert. Fragen, wie die der Kriegsschuld, werden dort nicht thematisiert. Allein innerhalb der Missionsbeschreibungen wird klargestellt, welche Seite in dem jeweiligen Szenario die Rolle des Verteidigers bzw. Angreifers hat. Selbst Propagandamittel habe ich weit weniger gefunden, als ich erwartet habe. So findet sich bei einem italienischen Szenario an einer Wand ein (historisches) Plakat der Republik von Salò mit der Aufschrift „Banditi e ribelli – Ecco la vostra fine!“. Den Vorwurf, das Spiel betreibe eine „totale Geschichtsklitterung“ daran festzumachen, dass Faschisten faschistischen Scheiß an Wände kleben, würde ich als abwegig betrachten – es erscheint eher authentisch.

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    „Day of Defeat“: Neofaschistisch, wegen historischer Propagandaplakate?

Mediengewalt e.V. als „Saubere Quelle“

Durch diese eher unverständlichen Darstellungen wird der von Frau Schiffer selbst formulierte Anspruch konterkariert. Sie hatte betont, dass der Verein gegen Mediengewalt mit verantwortungsbewusst und unabhängig arbeitenden Medienwissenschaftlern „eine saubere Quelle“ bieten würde, „aus der auch Journalisten bei ihren Recherchen zum Thema schöpfen könnten“. Zumindest bei der Wiedergabe von Spielinhalten erscheint jedoch Vorsicht geboten, hier bestehen offenbar noch Defizite – die Quelle mag „sauber“ sein, doch stimmen muss sie nicht zwingend.

    Zum Artikel (Gabriele Goettle, headshot, taz.de v. 28.04.2014.)

44 Gedanken zu “Wie der Blinde von der Farbe?

  1. Das einzige was hier „vergewaltigt wird ist die Wahrheit…aber was anderes kennt man ja von unseren hetzerischen Freunden nicht>.<

    Fände es im Übrigen rassistischer wenn einfach bestimmte Gesellschaftsgruppen NICHT in dem Spiel auftauchen würden. Hab die Story zwar noch nicht viel gespielt (eher den Onlinemodus) aber bisher ist mir nichts rassistisches aufgefallen.

  2. @Murray XVII
    Manche der Vorwürfe sind leider auch zu allgemein formuliert, als dass man ohne weitere Erläuterung auf diese reagieren könnte. Zum Beispiel die Angabe, dass „Schwarze, Asiaten, Juden“ überfahren werden könnten. Soweit ich weiß, kann jede Person überfahren werden, unabhängig von Religion, Herkunft oder Hautfarbe. Es kann doch jetzt nicht ernsthaft der Vorwurf sein, dass bei „Minderheiten“ Kollisionen nicht – z.B. durch „no clip“ – ausgeschlossen wurden. Oder gibt es irgendwelche „extra“ Belohnungen oder „Minispiele“, wenn man „Minderheiten“ überfährt? Mir ist davon nichts bekannt. Im Fall von GTA: IV hatte ich ja schon geschrieben, dass – anders als von Pfeiffer behauptet – jeder zufällige Passant von der Hafenmauer gestoßen werden könnte:
    http://stigma-videospiele.de/wordpress/2010/10/22/antisemitismus-in-gta-iv/

  3. Das meine ich ja mit dass es rassistisch wäre wenn man es nicht könnte…gegenüber denen die nicht zu diesen Gruppen gehören.

    Stimmt am die Sache kann ich mich erinnern mit GTA 4

  4. Die Probleme beginnen demnach ja schon bei der Identifikation bestimmter Gruppen. Mit diesem Beispiel gab es ja nicht nur die Situation, dass explizit Juden umgebracht worden sein sollten, sondern damit waren praktisch ausschließlich auch nur jene gemeint, welche ihrem Aussehen nach als orthodoxe Religiöse so identifiziert wurden. Also gewissermaßen genau wie der „Täter“ in einem Spielvideo als „Juden“ identifiziert. Und damit hätten wir wiederum die Frage welche Stereotype „Minderheiten“ überhaupt definieren sollen – dasselbe betrifft aber auch das beliebte Thema „Gewalt gegen Frauen“: aktuell gibt es etwa zu „Watch_Dogs“ solche Videos, wo gezielt „Jagd“ auf Homosexuelle usw. gemacht worden wäre. War auch mal als Aufhänger in der Zeitung. Oder im Forum gerade Springer über „Wolfenstein“ http://vdvc.de/forum/viewtopic.php?f=79&t=1958&sid=0f228400d98e7d6beec54ae02a11187c&start=60#p14942 Mich interessiert vor allem wann da etwas „angeprangert“ wird, an einen „Pranger“ gestellt – so als ob das keine Gewalt wäre -, sich darüber empört oder „entrüstet“ wird, und wann was als „kritisch“ positiv verstanden, als „militaristisch“ oder eben „faschistisch“ abgelehnt, und etwas für den „Frieden förderlich“ wäre, oder wann ein Humor akzeptiert wird, als emanzipatorisch gilt usw.

  5. Nachtrag: der Vorwurf „neofaschistisch“ bei „Day of Defeat“ dürfte sich allein über ein Vorurteil in Bezug auf den Titel erklären lassen, dass darin nämlich die „Niederlage“ in einen „Sieg“ umgedeutet werden kann, dass genau das dann schon der Revisionismus wäre, usw. Und das rührt natürlich an den Grundprinzipien vieler Spiele, wo es prinzipiell zwei oder mehrere egalitäre Gruppen gibt die sich gegenüber stehen. Genauso kann etwa auch ein CS nicht als Spiel über Polizeiarbeit und damit staatlich akzeptierte, sogar monopolisierte Gewalt verstanden werden, sondern ebenfalls als „Verherrlichung“ von Terrorismus…

  6. Das neue Wolfenstein ist ja auch ganz ganz böse – es kommen ja schließlich Hakenkreuze drin vor = „wer sowas spielt, muss ein Nazi sein bzw. echt gaga in der Birne“.
    Dass man da dann allerdings Unmengen an Nazischergen abknallt, quasi im Widerstand gegen das Regime ist – geschenkt. Lässt man die Hakenkreuze raus, wie es ja mit der deutsch-österreichischen Version doppelmoralischerweise geschehen ist, heißt es dann wahlweise eben „Oje oje ‚abknallen‘ ‚ermorden‘ ‚permanent amoklaufen‘ – wer sowas spielt kann nicht ganz dicht sein blablabla“ … Seufz.
    Ich muss mich doch schwer über die taz wundern, mittlerweile auf Blöd-Niveau angekommen???

  7. Ach ja, den Beitrag hatte ich damals auch gelesen… konnte es kaum glauben, das die alte Mär von GTA-Vergewaltigungen wieder aufgetaucht ist. Das mit den „Juden überfahren“ ist aber neu. Warum sich manche Leute ihre Meinung auf „Hörsagen“ basierend bilden, und nicht etwa aus eigener Erfahrung, ist mir ein Rätsel :/ Wenn ich mich recht entsinne, bezieht sie ihre Informationen auch nur aus Gesprächsrunden mit Gleichgesinnten… also keine sehr unvoreingenommene Quelle.

    Am „besten“ finde ich aber ihre Ansicht, welche Formen von Videospielen es gibt: die, in denen man ununterbrochen zahlen muss, und Spiele á la GTA.

    Man möchte weinen.

  8. Es hasse es. Es kann niemals eine faire Debatte existieren, wenn viele Menschen die keine (gewalthaltigen) Videospiele spielen immer die selben Lügen in den Kopf gesetzt bekommen. Ich hatte gehofft das zumindest diese Zeit durchgestanden wäre.

  9. Zeitungen wie die TAZ oder Fernsehen, sind nicht an einer korrekten Auseinandersetzung oder Darstellung von Videospielen und dem Internet interessiert, natürlich werden nur „Experten“ geladen die neue Medien polemisch verunglimpfen und dämonisieren. Historischen Beispiel wäre dafür das Hörspiel „Krieg der Welten“ von Orson Wels. Damals haben die Zeitungen auch geschrieben daß das im Radio aufgeführte Stück zu einer histerischen Massenpanik geführt hat, das war auch nur eine kalkulierte Lüge um Radio als Medium zu dikreditieren. Eine Panik hat es nicht gegeben.

  10. Ich glaube, nicht nur in Videospielen werden Juden überfahren. Frau Schiffer möge doch die Gruppe Menschen benennen, die man noch problemlos ihrer Meinung nach in Videospielen überfahren darf.
    Auch die Aussage ihres Kollegen zum Neofaschismus kann ich nicht nachvollziehen. Mir fällt spontan der Film „Vaterland“ mit Rutger Hauer ein, in dem einmal der Gedanke weitergesponnen wird, dass Hitlerdeutschland den Zweiten Weltkrieg gewinnt. Ist das Geschichtsrevisionismus, Frau Schiffer? Oder ist es künstlerische Freiheit? Sind wir schon wieder so weit, meine Dame!

  11. Frau Schiffer wäre gut beraten einfach ihren Mund zu halten wenn sie keine Ahnung hat. Mehr gibt es hier nicht zu sagen.

  12. @DoktorTrask
    Ich habe Zweifel, dass es an Frau Schiffer liegt. Ich halte es ebenfalls für möglich, dass Journalisten, die ihr zuhören, das Gesagte nur selektiv wiedergeben. Beispiel GTA, wo ich ja ihre abweichende Aussage in einem anderen Format wiedergegeben habe.

  13. @Rey
    Es gibt im Journalismus eine übliche Form des Interviews, da wird nur nach einer individuellen Meinung oder (empirischen) Erfahrungen gefragt und diese dann auch allein wiedergegeben. Also da wird nicht weiter recherchiert, nichts Gesagtes in Zweifel gezogen sondern eben dieses womöglich noch ausgebaut, erweitert und verstärkt, aber die Richtung/Interpretation welche im Interview zumindest einmal wahrgenommen wurde nicht mehr von selbst und sich aus geändert.
    Das ist halt kein „Forum“, sondern eine einzige „Expertenmeinung“ und kommt gewissermaßen einer eigenhändigen Publikation eben jener Expertisen gleich, egal ob diese jetzt dem Bereich der Politik, Kunst, Wissenschaft oder anderer Betroffenheit entstammen. Als Variante von politischer Repräsentation.
    Also wenn sie nicht zufrieden wäre mit ihrer Wiedergabe, müsste sie sich wohl schon selber beschweren. Und zwar dort, wo ihr ursprünglich bereits eine Plattform geboten wurde…

  14. @Rey: Danke für den Artikel.

    Grundsätzlich müsste man sich mal fragen wie viel Ahnung man von einem Thema haben muss um etwas darüber sagen zu dürfen. Die Latte scheint bei Games hoch zu liegen. Vielleicht sollten wir uns mal hinterfragen zu welchen Themen wir dann noch was sagen dürfen?

    Das soll nicht entschuldigen was so für Blödsinn erzählt wird, abner man sollte manchmal realistische Relationen ansetzen.

  15. @Mars
    Für mich ist eher die Frage, wie es dazu kommt, dass es bei Experten, die es eigentlich „besser“ wissen (Frau Schiffer HAT eigentlich (mehr) Ahnung), zu solchen Ausfällen kommt. Also hat sie der Journalisten Mist erzählt, oder hat die Journalistin den Artikel „verbrochen“.
    Das Problem ist ja nicht unbekannt. Schon das KFN hat im Chat die Verantwortung von sich gewiesen, was das Fernsehen aus Statements von Pfeiffer macht. Bert te Wildt der MHH hat sich ebenfalls schon distanziert:
    http://stigma-videospiele.de/wordpress/2010/03/13/richtigstellung/

  16. @Rey,
    du bist IMHO viel zu vertrauensselig. Grundsätzlich sind Gegendarstellungen nichts Wert, da diese veröffentlicht werden müssen, egal was deren Inhalt ist.
    Das in solchen Gegendarstellungen dann meist das Gegenteil von dem behauptet wird, was derjenige dann tatsächlich gesagt hat ist völlig normal.
    Und zu Fr. Schiffer: Sie will Bücher und Ihre Expertiesen verkaufen, darum hat SIe eine bestimmte Meinung. Und diese wird Sie immer genau so darstellen wie es für das jeweiligen Interview gerade notwenig ist.
    Diese Dame ist nicht anders als die ganzen Scharlatane die 2012 Weltuntergangsbücher an den Mann bringen wollten bzw. die noch schlimmeren die gleich das ganze Geld von von ängstlichen Bürgern durch dubiose Tricks einkassiert haben.
    Sie verdient mit Ihre „Anti-Gaming“-Haltung Geld….und solange Sie damit Geld verdienen kann wird Sie dieses zelebrieren.

    Und das KFN kann man sowieso nicht ernstnehmen (ich war mal da, die glauben wirklich den scheiss den Sie schreiben und die sind auch sehr sehr froh darüber wie Pfeiffer im Fernsehen zitiert wird…..so eine „Distanzierung“ macht sich nur einfach gut).

    Und die Meinung von Bert te Wildt hat sich auch erst geändert als er viel viel Gegenwind ins Gesicht bekam (ich kenn Interviews von nach der „Richtigstellung“, in denen er komischerweise genau die von Ihm „Richtiggestellte“ Meinung dann doch wieder vertrat).

  17. „Feindbild Muslim – Feindbild Jude“
    Mit solchen Themen geht Sabine Schiffer hausieren. Am Feindbild Christ / Feindbild Kirche stört sie sich hingegen nicht.
    Kritik an Juden? Antisemitismus!
    Kritik an Moslems? Wie war das noch mit den Karikaturen?
    Kritik an Christen? Davon quillen alle Medien über. Seltsam: Gerade da, wo man mal etwas sagen sollte, da scheint Sabine Schiffer nicht viel zu bieten.
    Und: Einen „Headshot“ kann und muss ggf. auch ein „Guter“ machen, eben um den Bösen an seinem zerstörerischen Treiben zu hindern. Sicherlich stufe ich GTA nicht als pädagogisch wertvoll für Kinder im Vorschulalter ein. Aber vermutlich geht es in vielen „Killerspielen“ doch darum, dass man für etwas Gutes kämpft.
    Aber auch wenn das Thema komplex ist: Trotzdem darf man das Thema Gewalt und speziell Gewalt in Computerspielen keinesfalls à la taz bis ins Falsche simplifizieren.

  18. @Shadow: Du hast bestimmt Belege für all das. Au man ist das peinlich.
    @Rey: Naja, ich würde Frau Schiffer garantiert nicht freisprechen wollen, sie behauptet sicher auch viel Mist, warum auch nicht?
    Dass die Journalisten natürlich auch ihren Teil dazu beitragen (es zu mindest solche Exemplare dort gibt), ist jetzt nicht unbedingt unglaubwürdig. Da wird auch auf Quote geschielt (und deswegen lesen wir das Zeug ja auch), da sind differenzierte Statements schlecht verkäuflich, will das Publikum nicht. Man denke nur an die klassische Simpsons-Folge wo sie das Interview mit Homer so geschnhitten hatten…
    Das Problem sind, wie eigentlich oft, die Konsumenten, also wir. Die journalistische Qualität leidet (deswegen) in letzter Zeit extrem meiner Meinung nach..

  19. @Mars Da schau her, der Apologeth für die Pseudowissenschaft ist auch einmal wieder da. Niemand hier will Leuten wie Pfeiffer & Co den Mund verbieten, nur man kann nicht Leute Pfeiffer, Spitzer, Schiffer Gehör schenken ohne sie zu kritisieren, in dem Fall hat die TAZ aus politischen und markttechnischen Gründen ihre Journalistische Aufsichtsplicht verletzt. Pseudowissenschaften gehört einfach das Geld entzogen. Das KFN kann bis heute keinen Fall, oder Ergebnisse vorweisen, die der Gesellschaft bei der Verhinderung von Amokläufen oder sonstigen Straftaten hilft. Sie haben weder bei der Verbrechensbekämpfung noch bei Fällen von Geisteskrankheit einen nützlichen Dienst erwiesen. Darum streicht ihnen die Steuergelder. Sie benutzen keine wissenschaftlichen Methoden. Sie stellen Behauptungen auf und können diese nicht nachweisen.

  20. @Mars
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    1. Zu @Shadow
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    Sofern du den letzten Beitrag meinst, tust du ihm imho etwas unrecht: Gegendarstellungen müssen tatsächlich unabhängig von ihrem Wahrheitsgehalt gedruckt werden. Richtig müssen nur „Richtigstellungen“ sein.
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    Auch glaube ich, dass es keines Beweises bedarf, dass die befassung mit Videospielen für Frau Schiffer unter irgend einem Gesichtspunkt auch finanziell interessant sein wird. Ich weiß nicht, ob sie für Interviews und Presseanfragen etc. Geld bekommt, doch bereits durch das „zu Wort kommen“ betreibt sie Imagewerbung, was sich auf den Absatz ihrer Bücher zu der Thematik sicherlich nicht negativ auswirkt.
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    Wenn du hierfür Belege suchst: Wegen der Gegendarstellung ergibt sich das nur mittelbar aus dem Gesetz, weil der Wahrheit der Gegendarstellung nicht verlangt wird. Es steht aber in den einschlägigen Kommentaren, die du in jeder gut sortierten Universitätsbibliothek mit juristischer Fakultät finden solltest.
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    Zum „Kommerz“ – „Bildung und Medien“ von Frau Schiffer kann man für 19,80 € bei Amazon erwerben – da bedarf es imho für die Annahme, dass eine mediale Präsenz sich für Frau schiffer auch finanziell auszahlen könnte, keines weiteres Belegs.
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    2. Zu @Rey
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    Ich habe mittlerweile den Verdacht, dass die Presse an einer irrigen Identitätskrise leidet. Es wird sich regelmäßig mit „ClickBait“-Seiten wie heftig etc. verglichen und anhand der hohen Klickzahlen angenommen, dass die Leser auf „seichte“ Texte und peinliche Überschriften stehen. Um diesem vermeintlichen Zeitgeist nicht hinterherzuhinken versucht man sich an diese Angebote anzunähren, sich anzupassen bzw. manche „Stilemente“ zu adaptieren.
    In meinen Augen ist das aber Unsinn: Nur weil im Onlinebereich von der Presse Erfolg an Klickzahlen festgemacht wird, heißt das nicht, dass Angebote mit (mehr) Klickzahlen bessere journalistische Angebote sein müssen. Als Beispiel: Nur weil im Bahnhof das Klo mehr Geldeinnahmen/Kunden als der Buchladen (Presse & Buch) hat, heißt das nicht, dass auf dem Klo „besseres“ (bedrucktes) Papier an den Mann gebracht wird, und der Buchladen sich mit seinem Angebot jetzt irgendwie an dem des Klo orientieren müsste. Allein dadurch, dass zwei Geschäfte ihren Erfolg in einer gemeinsamen Währung messen (Geld, Kunden, etc.) kann man weder auf den relativen Erfolg noch die relative Qualität des Angebots schließen. Der Punkt, auf den ich hinaus möchte: Es macht manchmal den Eindruck, als ob Journalisten Seiten wie heftig, failblog etc. als journalistische (!) Konkurrenz betrachten würden und es, da sie diese wegen der Klickzahlen für die erolgreicheren journalistischen Angebote halten, nachzueifern versuchen. Dabei sind – imho – der Zerstreuung/Unterhaltung dienende Seiten wie failblog etw. komplett anderes als Nachrichten mit Informationswert.
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    Hier haben imho nicht die Kunden „schuld“ an der Verschlechterung journalistischer Angebote, sondern die Verantwortlichen, die nicht fähig sind zu bemerken, dass man sich mit heftig etc. nicht zu vergleichen und sich daran auch nicht anzupassen braucht, weil dort andere Bedürfnisse als bei der Presse befriedigt werden (sollten). Der Buchladen wird eben nicht dadurch ein besserer Buchladen, dass er Toilettenpapier ins Regal stellt. Was aber nicht heißt, dass das Klo schlecht wäre oder keine Daseinsberechtigung hätte.

  21. @skully
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    Die Behauptung finde ich dagegen etwas schwer. Ich kann die Qualität der Arbeit des KFN nicht beurteilen. Zumindest hast du Recht, dass der KFN e.V. Steuermittel – 1.361.440,00 Euro pro jahr – bekommt.

  22. @Rey:
    Zu Shadow: Er hat ihr unterstellt, dass sie die Meinung genau deshalb habe, damit sich ihre Bücher besser verkaufen. Da fehlt doch jede Grundlage. Natürlich profitiert sie davon, aber ob das ihr Hauptsächliches Motiv ist ist reine Spekulation. Das finde ich schon herb.

    Zum Journalismus: Naja, in einer Marktwirtschaft überlebt ein Anbieter (und das sind Journalisten) nur, wenn man das anbietet was der Markt anbietet. Deshalb richten sich Unternehmen und Journalisten nach den Konsumente, den Lesern also. Damit ist keine Wertung von gut oder schlecht verbunden. Als Beispiel: Wir hätten viel früher sparsamere Autos haben können wenn wir diese gekauft hätten. Ich glaube dass der Hauptgrund für die Spritfresser einfach nur ist dass kaum jemand einen Fox kauft. Der Markt ist da einfach.

    @Skully:
    Ich plädiere nicht für die – von dir sogenannte – Pseudowissenschaft, ich fordere nur, dass Kommentare der Gamer auch die Kriterien erfüllen die sie an das KFN usw. stellt. Und gerade du hast noch nie gezeigt dass du dazu in der Lage wärst, sorry wenn ich das so sagen muss.
    Und für dich nochmal die Grundlagen der Logik (1. Semester): Nur weil ich eine Position kritisiere heißt das nicht dass ich das Gegenteil vertrete oder für wahr halte.
    „Sie benutzen keine wissenschaftlichen Methoden.“ Ähm, soll ich dir entsprechende Artikel zur Verfügung stellen? Also wissenschaftliche Originalquellen? Falls an deiner Behauptung ein Funken dran ist dann gib mir ne Kontaktadresse, dann gebe ich dir entsprechendes Material…

  23. @Mars Ja,ja wieder die alte Leier, die Pseudowissenschaftler (Schiffer, Pfeiffer, Spitzer) stellen die Behauptungen auf, bleiben den Beweis schuldig. Dann ist es an den kollektiv angeschuldigten Gamern den Gegenbeweis zu erbringen.

  24. Du bist echt witzig. Ich habe keinen Gegenbeweis verlangt, nur dass du die Qualität lieferst die du selbst verlangst. Aber lassen wir das, du wirst auch darauf nicht eingehen. Und damals habe ich auch etwas Anderes verlangt :-) Soo lustig.

  25. Aus diskursanalytischer Sicht kann ich mich ShadowXX naturgemäß bloß anschließen: es geht darum was Habermas „erkenntnisleitende Interessen“ genannt hat.
    Üblicherweise werden diese zwar eher antikommerziell einer Industrie, oder etwa Branche wie bei diesen Computerspielen, untergeschoben, aber auch hier handelt es sich offenbar um ein kleines Unternehmen in Erlangen, das sich politisch profilieren möchte. So wie das KFN ebenfalls außeruniversitär erstmal finanziert werden will.
    Da gibt es keinen Rückhalt nicht: Spenden, Stiftungsbefeuerungen etc. müssen erstmal (gesellschaftlich und öffentlich plausibel) reinkommen, und insofern sind die Verhältnisse auch nicht viel anders wie in der im „Kölner Aufruf“ dereinst als „wirtschaftsnah“ opponierten (wenn schon nicht angefeindeten) Fachhochschule Köln. Die Frage der „Kritik“ müsste daher vielmehr lauten, weshalb sich jemand medial so präsentiert der von sich selbst darüber spricht (ansonsten) für „Medienverantwortung“ auf- und einzutreten. Als politisches Schlagwort, ökonomisch, wissenschaftlich oder sonst was.

    Und wieso wird hier Inhalten dann oft genug sehr „kritisch“ gegenüber gestanden, ich denke da etwa an „Anno“ und Co., aber (solchen) Leuten scheinbar naiv vertraut? Es wird überall gern über „Fakten“, Sachverhalte oder eine vermeintliche Rechtslage gesprochen. Aber wenn man es schon genau nehmen möchte, nur ein Beispiel: wieso wird überhaupt der Darstellung von Schiffer anscheinend geglaubt, dass es bei dem Faschismusvorwurf um das historische Italien ginge?
    Der Faschismusvorwurf von Weiß bezog sich ursprünglich auf „Call of Duty – Modern Warfare“ anhand einer Untersuchung an Schulkindern. Das ist ganz klar, eindeutig und belegbar.
    Und darin kommen klassische Faschisten überhaupt nicht vor, weder deutsche noch italienische oder sonst für welche. Weiß wird damit vielmehr die Gewaltdarstellung gemeint haben. Also überhaupt keinen Revisionismus, sondern eher schon eine unliebsame, internationale Sicherheitspolitik in der Gegenwart.
    Die Probleme beginnen demnach bereits mit den Begriffen und deren Verständnis, weil die Gründe für eine Wortwahl nicht befragt werden, sondern immer nur nach irgendwelchen vielleicht „objektiven“ Kriterien (dafür) gesucht wird: doch nein – das ist genau so wie bei „Gewalt“ in fiktionalen Medien sonst auch oft gleich eine ethische Kategorie wie „Mord“ bemüht wird. Scheinbar plakative Spiele sollen darüber noch besser veranschaulicht werden (können), aber eigentlich geht es politisch darum sie nach Möglichkeit noch schlechter, noch mehr runter, zu machen. So wie dereinst bei der Publikumsdefintion von „Nazis und Familienvätern“. Nichts anderem.
    Und der Grund dafür liegt ideologiekritisch wiederum im selbigen Hintergrund der Sprechenden. Im Rahmen einer Bezeichnung, Signifikation (den ursprünglich von Derrida, in der Nachfolge von Saussure, angesprochenen Verhältnissen zwischen den Wörtern, ihren Bedeutungen usw.): für „Frieden“, gegen „Rassismus“, Rüstung, Militär, Soldaten (zumindest solche die ihren Beruf weiter emotional stolz und kräftig ausüben möchten) aufzutreten, usw. usf.
    Und Schiffer ist dort, in dieser ideologischen Situation, seit jeher das Feindbild einer islamophoben Rechten in Deutschland, hat selbst aber nachweislich so auch ihre Probleme mit Andersdenkenden – von traditionellen Konservativen über libertär Liberale bis hin zu undogmatische(re)n Linken. Wenn es um immanenten Antiimperialismus, mit teilweise selbst völkischen Anleihen, geht: siehe auch eine Linie welche im Diskurs von Rudolf Weiß zu Hänsel gezogen werden kann (der bei Jürgen Elsässer publiziert hat), oder ihre Kaptialismuskritik, gegen „neoliberale“ Irgendwas, scheint „Medienverantwortung“ jedenfalls nur mehr sehr einseitig ausgelegt zu werden. Die Verbindungen zu Verschwörungstheorien sind evident, sei es nun ob es „Killerspiele“, die „USA“ oder irgendwelche, an Palästina angrenzenden Kleinstaaten im Nahen Osten angeht.
    Schiffer mag sich persönlich jovial geben und ihre Vorbehalte, gegen die Industrie usw., mögen auch geteilt werden, für mehr Aufklärung sorgt diese Einstellung jedoch sicher nicht. Das ist so wie mit Schulze von Glaßer und „Battlefield 3“: dessen Analyse für die Informationsstelle Militariserung (IMI) war einfach nur toll, ganz großartig gemacht, fundiert recherchiert und alles. Nur die einseitigen Schlüsse welche darin gezogen wurden, über den Gegenstand „Battlefield 3“, kann ich als jemand der diese dogmatischen Leeren nicht teilt einfach nur haarsträubend finden. Auch was Schiffer bei dem Autor über China in „Operation Flashpoint – Red River“ wiedergab: wie sie Inhalte beständig affirmativ interpretiert. Da ein Regime, vielleicht sogar eine einzige Partei, sublim ethnisch definiert wird. So als ob jegliche Furcht, Alptraum- und Konfliktimaginationen immer nur in reale Kriege zwischen souveränen Staaten enden könnten. Alle unheilschwangere Verarbeitung, Beschäftigung oder Auseinandersetzung von Nachrichtenbildern. Und die Konstruktionen welche Schiffer vertritt sind dahingehend alle schlicht und ergreifend gedankenpolizeiliche Positionen. Das einzige was dogmatischen Bestand feiern dürfte Beschönigungen, jene sprichwörtliche Freude an Eierkuchen. Und alle diese Kritiklosigkeit erfolgt üblicher Weise unter dem Deckmantel der „Völker“verständigung.
    Jetzt kann wieder behauptet werden, dass sich über diese genannten Titel alle nicht geäußert werden mag, weil sie angeblich nicht „gespielt“ wurden. Doch das ist nicht bloß durchsichtig, sondern mir ehrlich gesagt auch immer viel zu billig. Oder, um das auf anaussprechliche Weise zu sagen: niemand braucht Medien „gespielt“ haben, bevor sich darüber fundiert geäußert werden kann. Ich kenne Schlingpflanzen auch nicht, dennoch muss ich sie nicht angebaut haben um mich darüber äußern zu können und dafür sind Enzyklopädien schließlich da – zur Not kann inhaltlich, nicht ideologisch, zwecks Plotanalyse auch der IMI-Text von Glaßer herangezogen werden. Die Frage bleibt weshalb das alles hier ausgeblendet und isoliert betrachtet werden soll, so als ob es da keine längst dokumentierte Vorgeschichte gäbe – nicht nur als Historiker frage ich mich das, sondern auch als videospielender Mensch.

  26. @Mars
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    Zu Shadow:
    Das er es als Hauptmotiv bezeichnet finde ich ebenfalls etwas überspitzt. Das könnte ich nicht nachweisen. Ich habe bei den „Spielegegnern“ oft eher den gegenteiligen Eindruck, dass viel auch aus Überzeugung gemacht wird.
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    Zum Journalismus:
    Das Konsumenten eine Macht haben bestreite ich ja nicht. Es ist ja auch nicht so, dass sich niemand mehr für Nachrichten interessieren würde. Nur – so hat es den Eindruck – haben manche Unternehmen keinen Bock mehr auf Nachrichten. Nicht, weil keiner mehr haben Nachrichten haben wollen würde, sondern weil sie meinen, dass Unterhaltung lukrativer sei.
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    Zu Skully
    Ich finde den von dir verlangten Anspruch als etwas übertrieben, wenn du schreibt, dass die Kritik von Gamern an dem KFN das Niveau haben sollte, was die Gamer von einem wissenschaftlichen Forschungsinstittut erwarten. Demnach dürften die meisten Menschen in Deutschlands nichts zum Thema sagen, weil sie keine Kriminologen, Juristen etc. sind. Demokratie lebt aber gerade davon, dass jeder eigentlich zu allem eine Meinung haben sollte und sich dementsprechend an der politischen Willensbildung und öffentlichen Diskussion beteiligen sollte. Etwas sollte man sich aber nichtsdestrotrotz bei dem versuch geben, seine Meinung zu artikulieren – da bin ich bei dir.

  27. @Rey: zu Shadow: Ich hoffe er meint das auch nicht, aber „Sie will Bücher und Ihre Expertiesen verkaufen, darum hat SIe eine bestimmte Meinung. Und diese wird Sie immer genau so darstellen wie es für das jeweiligen Interview gerade notwenig ist.“ ist schon recht eindeutig.

    „Nicht, weil keiner mehr haben Nachrichten haben wollen würde, sondern weil sie meinen, dass Unterhaltung lukrativer sei.“ Vielleicht ist es halt auch inzwischen lukrativer? Ich meine, der Stellenwert von Unterhaltung ist schon immens. Such mal im Web nach Fakten und ähnlich klingenden Filmen, ist beeindruckend (ist zwar nur ein Indiz, aber immhin…)

    Zu Skully: Ich habe den Anspruch nicht an alle gerichtet, an dich z.B. nie. Ich bin auch eigentlich immer dafür, dass jeder mitreden kann. Aber dann bitte mit wenigstens etwas guter Kinderstube. Und du kennst hier auch die Leute die außer übelst beleidigender Kritik noch nicht viel auf die Reihe gekriegt haben, oder auch so Sätze wie der vom 29. Juni um 11.29. In diesen Fällen passt einfach das Verhältnis nicht mehr.

  28. @Mars Sätze wie die von DoktorTrask sind voll und ganz durch die Meinungsfreiheit im Grundrecht gedeckt. Ein schönes Beispiel dafür ist Kachelmann gegen die Verschwörungstheoretiker die sich für Chemtrails als echt bezeichnen und wider besseres Wissen ihren Blödsinn verbreitn. http://www.welt.de/vermischtes/article106130970/Kachelmann-darf-mit-Neonazi-Meinung-sagen.html
    Kachelmann hat sie als Neonazi und Verrückte betitelt und bekam vor Gericht recht. Und wenn eben Schiffer, Pfeiffer, Spitzer und Co ins Fernsehen stellen oder in Zeitungen diesen Blödsinn verbreiten dann gehören sich zu Recht als Idioten, Pseudowissenschaftler und Betrüger betitelt.

  29. @skully
    Ohne das Urteil gelesen zu haben – der Artikel hört sich eher so an, als ob Kachelmann nicht freigesprochen wurde, weil die Äußerung ok war, sondern weil er diese nur in bezug auf eine Gruppe und nicht auf eine konkrete Person gebracht hat.

  30. @Skully: Ich habe nirgends behauptet, dass deine Aussagen rechtlich problematisch wären. Ich finde einfach sie gehen nicht. Hat mit Meinungsfreiheit erstmal nichts zu tun. Ich bin einfach der Meinung dass Leute, die viel Ahnung haben auch intensiver kritisieren dürfen als Andere. Vic hat diese z.B.; Du bist den Nachweis irgendwelcher Ahnung bisher aus meiner Sicht schuldig geblieben. Sprich: Ich halte dich einfach nicht für kompetent genug ein solches Urteil abzugeben. Eine etwas sachlichere Kritik ist da eine ganz andere Baustelle.
    PS: Auf die Tatsache, dass Pseudowissenschaftler ein unbestimmter Kampfbegriff wie „Killerspiel“ ist (der ja natürlich laut Stigma-Usern überhaupt nicht geht), wollen wir hier nicht tiefer eingehen.

  31. Ich finde die „Folter Szene“ in GTA 5 bedarf schon ein bisschen mehr Erklärung, Rey will das natürlich nicht machen da er GTA 5 nicht gespielt hat, aber dafür will ich es nachholen:

    Um diese Szene in ihrem eigentlichen Sinn zu verstehen sollte man sich doch bitte noch einmal mit dem historischen Kontext der ganzen Sache befassen. Meiner Meinung nach ist die Szene nämlich eine direkte Anspielung auf die ganze „Folter und Waterboarding“Diskussion in den USA, wo vor einigen Jahren ja noch massiv dafür geworben wurde das „Folter“ (oder besser gesagt „Enhanced intorrigation techniques“) ja unbedingt benötigt wird zum erlangen wichtiger Informationen.

    Genau diese Behauptung zieht die Folter-Szene ins absolut lächerliche…
    Der Spieler übernimmt darin die Kontrolle über Travor, welcher sowieso schon als sadistischer Psychopath stilisiert wird.

    Travor und Kollegen geht es darum den Aufenthaltsort einer bestimmten Person zu finden dafür haben sie aber nur begrenzt Zeit, das Folteropfer kennt angeblich den Aufenthaltsort. Travor übernimmt in der Situation die Rolle des Foltermeisters welcher die gewonnen Informationen, per Telefon, an einen anderen Charakter weiter gibt, dieser soll dadurch dann das eigentliche Ziel finden, so zumindest die Theorie.

    In der Praxis läuft das ganze dann so: Das Folter-Opfer hat keine Ahnung wo der Typ ist, jede Information die er nach Anwendung von Folter preis gibt ist praktisch komplett nutzlos. Am Ende wird das eigentliche Ziel zwar gefunden, aber keine einzige Information des gefolterten hat dabei in irgendeiner Form geholfen.

    Zu gut Deutsch: Die Moral dieser ganzen Szene läuft darauf hinaus das Folter nutzlos und unmenschlich ist, in keinster Weise wird dort Folter glorifiziert oder als etwas „Gutes“ dargestellt, eher das komplette Gegenteil.

  32. Eines muß man der Frau Doktor lassen, sie versteht es auf der passenden medialen Welle zu surfen.
    Ihr neustes Projekt ist der ARD ZDF Publikumsrat, der dafür sorgen soll das die Zuschauer (Vertreten durch Frau Doktor & Freunde) mehr Mitsprache bei den öffentlich-rechtlichen Medien bekommen.

    http://www.dwdl.de/nachrichten/44645/die_sueddeutsche_und_der_fiktive_zdfpublikumsrat/

    Allerdings geht es dieser Initiative nicht darum die Finanzierung der öffentlich-rechtlichen Medien durch eine Zwangsabgabe durch etwas zu reformieren das mehr den Gepflogenheiten unserer sozialen Marktwirtschaft entspricht.
    Die Abschaffung der Haushaltsabgabe (etwa durch eines PayTV Modell) wird explizit abgelehnt, ein freie und demokratische Wahl der Rundfunkräte durch die Beitragszahler (analog der Selbstverwaltung der Sozialversicherungen) wird auch nicht gefordert.

    Ich hab den Eindruck das es mehr darum geht die Rundfunkräte durch weiter Gruppen aufzublähen – schließlich sind Homosexuelle, Atheisten, Muslime und Migranten dort nicht vertreten.
    Ganz sicher werden sich in Frau Doktors Freundeskreis dann schon die passenden Bewerber für diese Ämter finden – selbst wenn die Gruppen für die diese Ratsposten geschaffen werden das gar nicht wollen.
    Mal ehrlich, welcher homosexuelle muslimische(Atheist) mit Migrationshintergrund könnte wohl etwas dagegen haben von Frau Doktors Freunden im Rundfunkrat vertreten zu werden ? ;-)

    Gut, jeder der die Haushaltsabgabe für falsch hält, oder der trotz seiner Herkunft, seinem Glauben und seiner sexuellen Orientierung Frau Doktors politische Meinung nicht teilt, aber solche Menschen werden ja nicht gefragt.
    Ich persönlich halte z.B. nicht viel von Menschen die sich um Umfeld der ultralinken Neuen Rheinischen Zeitung bewegen. Meiner Meinung nach sind das linke Spinner mit Hang zu Verschwörungstheorien – und die sind mir so unsympathisch wie ihre Gesinnungsgenossen von rechts.

  33. nö, Rottweil liegt nicht am Rhein.
    Eigentlich kennen die sich mit maskierten Narren aus, deswegen wundert mich die Panik schon ein bisschen. Is aber eben noch nicht Fasnet.

    Die neue Rheinische Zeitung ist diese Webseite hier:
    http://www.nrhz.de/flyer/

  34. Es ist einfach dumme Panikmache, für was soll er den bestraft werden? Er hat keine Straftat begangen, durch die Mangel nehmen? Der braucht nicht mal antworten wenn er das nicht will, einen Anwalt? Sich stellen? Das klingt als würde man einen Verbrecher jagen und mal ehrlich, wieviele Amokläufer kennt ihr die in auffälliger Verkleidung rumrannten? Null? Wenn Cosplay und das durchwandern eines Stadtparks bereits strafbar sind haben wir es weit gebracht.

  35. „für was soll er den bestraft werden?“ –> soll er gar nicht, siehe Brief.
    „durch die Mangel nehmen?“ –> = befragen?
    „Der braucht nicht mal antworten wenn er das nicht will,“ –> richtig, der Brief ist ja auch nur ne persönliche Aufforderung.
    “ Sich stellen?“ –> Da bin ich dabei, die Formulierung ist richtig vermasselt.
    „Wenn Cosplay und das durchwandern eines Stadtparks bereits strafbar sind haben wir es weit gebracht.“ –> sind sie nicht, siehe die Stellungnahme der Polizei wenn ich mich nicht irre.
    Es ist ein persönlicher Aufruf dazu etwas aufzuklären weil Leute Angst haben (ob unbegründet oder nicht ist erstmal nur bedingt relevant). Ich würde auch anders formulieren, aber die Gegenreaktion…

  36. Ja, aber denkt denn keiner an die Kinder und Journalisten, die von dem Kampfmönch verängstigt wurden? „Eine Schülerin soll sich beim Anblick des Kapuzenmanns so erschrocken haben, dass sie ins Krankenhaus eingeliefert werden musste.“
    .
    Und wenn ein Amoklauf auf Facebook vorbereitet wird, dann muss da doch was dran sein!“Nach NRWZ-Informationen soll es im sozialen Netzwerk Facebook eine Warnung gegeben haben: „Wenn ich auch nicht alle erwische, dann so viele wie möglich …“ Das ist allerdings bislang nicht verifizierbar.“
    .
    Da muss die Staatsmacht hart Durchgreifen! Aber das tut sie bestimmt ja auch bald! „Fassen konnten Beamten den Unbekannten bislang nicht. Ihm droht jedenfalls die Festnahme, dann eine Vernehmung, um die Hintergründe seines Auftritts zu klären.“
    .
    http://www.nrwz.de/inhalt/rottweil/Spielefreak-oder-Spinner_-Polizei-sucht-Unbekannten-im-Mittelalterkostuem–00054943.html
    .
    Da jagt echt ein Goodie das nächste. Gibt’s eigentlich die Zitatesammlung noch?

  37. Schon komisch die Journialisten kommen nahe genug heran um Fotos zu machen, schaffen es aber nicht die Person die wirklich auffällig gekleidet ist nach Hause zu verfolgen, oder zu befragen und einen Schnappschuss vom Gesicht zu machen. Dafür kann man dann schön reiserische Schlagzeilen machen. Wäre ich die Polizei würde ich im Umfeld des Fotografen bzw. der Presse ermitteln. Es sieht sehr gestellt aus.

  38. Der hat sich aber in den letzten Tagen doch gestellt und sogar das Kostüm bei der Polizei gelassen obwohl er das har nicht mußte, irgendwelche Folgen drohen ihm auch keine aber sie könnten wegen der Panikmache den Journalist durchaus noch drohen. Der einzige der nämlich für Panik gesorgt hatte war der Schmierenblattschreiberling (und einige wenige angstzerfressene Helikopter-Eltern).

  39. Interesant fand ich die Sims im Artikel bei der Taz. Klar, man verdient beim Sims-Militär gut Geld, aber auch in anderen Berufen kann man ausreichend verdienen. Deswegen ist dia Aussage „Man kann sie sich nur leisten, wenn Vater zum Militär geht“ wieder mal quatsch. Und geht ja auch am Spiel an sich vorbei..also grundsätzlich. Weil ich bei Sims ja alles mal irgendwie ausprobieren und sein will.
    Interessant zu Fr. Schiffer auch hier:
    http://www.theeuropean.de/jennifer-pyka/9179-meinungsfreiheit-und-rechtsextremismus
    Blogbeitrag der Autorin dazu: http://jennifernathalie.blogspot.de/2011/12/dr-sabine-schiffer-calling.html

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