Offtopic: Was BILDblog nicht zeigt (Update)

Vorweg – dieser Beitrag ist eine Ausnahme und soll es auch bleiben. Wie viele andere auch, teile ich BILDblog regelmäßig „sachdienliche Hinweise“ mit. Diesen wird regelmäßig keine Beachtung geschenkt, wofür ich prinzipiell Verständnis habe: Das BILDblog-Team wird mit seinen Kapazitäten haushalten müssen. Andererseits kann ich die Auswahl nicht immer nachvollziehen. Da ist es offenbar wichtiger, den drölfzigsten Artikel über „Schleichwerbung“ zu bringen, als sich anderen Themen zu widmen. Ich führe über meine Hinweise nicht Buch, weshalb ich an dieser Stelle bloß die letzten 2 meiner Einsendungen als Beispiel dafür präsentieren möchte, was BILDblog nicht gut genug ist. Mit dem 3. habe ich es gar nicht erst versucht.

Das erste Beispiel ist inhaltlich nicht sonderlich sensibel, illustriert meines Erachtens jedoch, wie es um Recherche und (nachträgliche) Begleitung bei den Qualitätsmedien steht. Zumindest einer kurzer Gegencheck bei Wikipedia sollte auch den Journalisten bei der faz möglich sein:

    Die teuersten Rupien der Welt

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    Faz.net schreibt in einem Artikel vom 15.05.2014 über den Wohnturm Antilia – das mit angeblichen Baukosten von 1 bis 2 Millarden Dollar teuerste Haus der Welt. Zuvor haben das bereits 2010 die BILD und 2011 heute.at getan, wobei die Sache einen Schönheitsfehler hat: Die angegebenen Baukosten stimmen nicht. Das Gebäude hat nicht 1 bis 2 Millarden Dollar, sondern 1 bis 2 Milliarden indische Rupien gekostet. In Dollar umgerechnet soll dies „bloß“ Kosten von ca. 50 Millionen US-Dollar ergeben.

    Weniger gewichtig als der Fehler dürfte die Frage sein, wie er der faz noch 2014 unterlaufen konnte. BILDblog berichtete bereits 2010 und 2011 über die vergessene Umrechnung der Rupien. Weiter findet sich auch im Wikipedia-Eintrag zu „Antilia“ seit mindestens 2010 unter „Baukosten“ der Hinweis auf die Verwirrung. Schließlich hätte auch zum Nachdenken anregen können, dass ein 173 m hohes Haus wohl kaum soviel Baukosten wie der 828 m hohe Burj Khalifa haben wird.

    Seit dem 15.05.2014 weist in den Kommentare bei faz.net ein Nutzer übrigens auf den Bildblog-Eintrag hin – überarbeitet wurde der Artikel bisher dennoch nicht.

Ein Thema, das für BILDblog vielleicht zu militaristisch war, in meinen Augen aber auch ohne weiteres Fachwissen zu erkennen ist. Ich kenne mich mit japanischen Flugzeugen absolut nicht aus, habe allgemein bloß die Vorstellung, dass Doppel- bzw. Schulterdecker eher im ersten Weltkrieg zu verorten sind als im zweiten.

    Zero oder nicht Zero?

    Spiegel Online berichtet über das neuste Werk von Hayao Miyazaki – den Anime „Wie der Wind sich hebt“. Der Film erzählt das Leben des japanischen Flugzeugkonstrukteurs Jiro Horikoshi, den als Schöpfer des berühmtesten japanischen Jagdflugzeugs des zweiten Weltkriegs, der „Zero“, gilt. Im Text ist man sich der Bedeutung durchaus bewusst, doch bei der Visualisierung gibt es offenbar Defizite.

    Vorweg – die Mitsubishi A6M „Zero“ sieht so aus:

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    In der Bildergalerie zum Artikel wird bei den Lesern jedoch ein anderer Eindruck erweckt. Das folgende Bild ist mit dieser Beschriftung versehen:

      „Doch Horikoshis wichtigste Erfindung, das Kampfflugzeug Model Zero, wird auch seine zerstörerischste Schöpfung. Im Zweiten Weltkrieg wird das Flugzeug maßgeblich zu Japans Schlagkraft beitragen.“

    02

    Sofern nicht der Anspruch aufgegeben wurde, dass Beschriftung und Bild zueinanderpassen müssen, liegt hier ein Fehler vor, da der gezeigte Schulterdecker mit Sicherheit keine „Zero“ ist. Nach impdb.org soll es sich um eine Mitsubishi 1MF2 handeln.

    Ähnlich verhält es sich auch mit dem in den Artikel eingebetteten Video (ab Minute 1:48). Hier wird die „Zero“ mit den folgenden Worten erwähnt:

      „Der visionäre Flugzeugkonstrukteur Horikoshi entwarf übrigens auch den sogenannten „Zero Fighter“.“

    Gezeigt wird wiederum nicht die „Zero“, sondern ein anderes Flugzeug:

    03

    Bei dieser zweimotorigen (!) Maschine dürfte es sich um die Mitsubishi G1M1 bzw. Mitsubishi Ka.9 handeln, einem Vorserienmodell des G3M Bombers.

    Etwas konfus wird es auch bei der Deutung einer Traumsequenz, in der ein mit einem Tatzenkreuz versehener Zeppelin erscheint. Spiegel Online schreibt, dass „Horikoshi die Ausmaße der Kriegszerstörung vor [ahnt], Nazigeschwader zerstören die friedliche japanische Idylle seiner Traumwelten […]“.

    Dies erscheint etwas schief: Im zweiten Weltkrieg wurde Japan nicht von den Achsenmächten, sondern von den Alliierten bombardiert. Weiter zählte Japan selbst zu den Achsenmächten, so dass diese Betrachtung etwas absurd anmutet. An anderer Stelle wird die Bombardierung auch nicht als Vorahnung der Zerstörungen des zweiten Weltkrieges begriffen, sondern im Zusammenhang mit dem ersten Weltkrieg gesehen. Dies ist plausibler, da sich Japan im ersten Weltkrieg als Teil der Entente tatsächlich mit Deutschland im Krieg befunden hat. Es sind also keine „Nazigeschwader“, sondern „wilhelminische“. Darauf weist in den Kommentaren seit dem 16.07.2014 auch der Benutzer Ator hin:

      „Der Absatz über „Nazigeschwader“ hat hier für etwas Verwirrung gesorgt. Im Film träumt Jiro zwar von deutschen Bombern über japanischem Himmel, aber da ist er noch ein Kind und Japan zu diesem Zeitpunkt gerade im 1. Weltkrieg gegen Deutschland. Es sind zwar deutsche Bomber, aber eben keine Nazigeschwader.“

    Korrigiert wurde der Artikel bisher nicht.

Das letzte Beispiel habe ich aus Resignation gar nicht mehr an BILDblog gesendet. „Meinem“ Fernsehsender Radio Bremen ist ein kleiner Fauxpas unterlaufen, der Bezüge zu einer italienischen Stadt heraufbeschwören könnte.

    Radio Bremen besetzt Luxemburg

    Buten un Binnen„, dem lokalen Nachrichtenformat von Radio Bremen, ist in der Sendung vom 21.07.2014 ein kleiner Fehler unterlaufen. Beim Einfärben der Deutschlandkarte war der zuständige Mitarbeiter etwas übereifrig und hat kurzerhand Luxemburg annektiert:

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    Kleine Randnotiz: In 11 Tagen liegt die Besetzung Luxemburgs durch die Reichswehr das Deutsche Heer 100 Jahre zurück.

Allgemein möchte ich an dieser Stelle noch einmal deutlich klarstellen, dass ich die Arbeit vom BILDblog-Team sehr schätze. Auf Inhalte von stigma-videospiele.de hat BILDblog in der Rubrik „6 vor 9“ auch schon des Öfteren hingewiesen. Allein bei von mir bloß mitgeteilten Hinweise für Themen, die – wie die obigen – hier nichts zu suchen haben, geschieht regelmäßig nichts. Ich bin dabei auch nicht sonderlich erbost darüber, dass es „meine“ Einsendungen nicht schaffen, ich wäre vielmehr gespannt darauf, welche Einsendungen anderer es auch nicht schaffen, so dass ich von ihnen nichts erfahre. Möglicherweise bestünde bei BILDblog ja die Möglichkeit, neben „redaktionellen“ selbst aufbereiteten News auch „Usernews“ zuzulassen.

Update

Mats Schönauer hat in einer E-Mail erklärt, weshalb es nach den Hinweisen zu den beiden ersten Themen (noch) nicht zu einer Meldung bei BILDblog gekommen ist:

1. Zum ersten Thema wartet man noch auf eine Auskunft von Forbes über die Baukosten – damit hatte ich nicht gerechnet, da ja bereits zwei Meldungen zu dem Thema erschienen sind. Nichtsdestotrotz ist der Versuch einer Absicherung natürlich eine gute Begründung, mit der Veröffentlichung zu warten.

    „Zu dem ersten Beispiel hatte ich sogar schon einen Eintrag geschrieben. Erst als ich mit den Kollegen über den fertigen Text gesprochen hatte, dachten wir uns: Eigentlich ist es doof, nochmal zu schreiben: „Wir vermuten, dass die einen Fehler gemacht haben“ – es wäre doch besser, wenn wir herausfinden könnten, ob es tatsächlich ein Fehler ist und wenn ja, wie es dazu gekommen ist. Die Recherche ist in diesem Fall aber etwas aufwändiger, weil der Ursprung ja in Indien bzw. den USA liegt, darum haben wir den Text erst mal auf Eis gelegt.“

2. Beim zweiten Punkt werden die Fehler schlicht als unterschiedlich gewichtig empfunden: Während ich es allgemein für die Glaubwürdigkeit eines Formats als äußert kritisch empfinde, dass die Verantwortlichen eine „Zero“ – obwohl sie sich deren Bedeutung im Film durchaus bewusst sind – nicht erkennen und offenbar über die Rolle Japans in den Weltkriegen nicht orientiert sind, sieht Mats Schönauer den Fehler als weniger gravierend an:

    „Okay, was bleibt als Vorwurf? Dass SpOn suggeriert, dort sei Flugzeug A zu sehen, aber in Wirklichkeit ist Flugzeug B zu sehen. Über Ähnliches haben wir im Blog bestimmt schon geschrieben, aber in diesem Fall fand ich es einfach zu wenig für einen Eintrag.“

3. Dass das dritte Beispiel für BILDblog nicht interessant/gravierend genug ist, hatte ich schon vermutet und deswegen auf eine Einsendung verzichtet. Erwähnenswert ist hierbei vielleicht noch, dass die Karte sowohl in der 18:00 Uhr als auch in der 19:30 Uhr Ausgabe von „buten un binnen“ zu sehen war. Es ist also wohl selbst nach der Erstausstrahlung niemanden aufgefallen. Freundlicherweise hat Mats Schönauer die Kriterien, nach denen ein Beispiel ausgewählt wird, näher erläutert:

    „Grundsätzlich gibt es drei Kriterien dafür, ob wir einen Hinweis aufgreifen: Der Fehler bzw. das Vergehen muss krass sein (oder peinlich/kurios), wir müssen uns unserer Sache sicher sein bzw. unsere Quellen müssen überzeugen, und das Ganze muss sich noch einigermaßen unterhaltsam aufschreiben lassen. (Und es muss jemand von uns Zeit haben, das alles zu recherchieren und aufzuschreiben.) Vor allem der erste Punkt ist natürlich immer eine sehr subjektive Einschätzung. Ich halte es zum Beispiel für sehr wichtig, auf Schleichwerbung hinzuweisen – auch zum drölfzigsten Mal –, dafür finde ich es weniger schlimm, wenn ein Lokalsender aus Versehen Luxemburg zu Deutschland zählt.“

35 Gedanken zu “Offtopic: Was BILDblog nicht zeigt (Update)

  1. Nani Sore? Die japanische Politik regt sich über einen Animu über den Flugzeugbauer auf den selbige japanische Politik den prestigeträchtigen Orden der Aufgehenden Sonne verliehen hat, und zwar 1973. Politiker die zu Schreinen von Kriegsverbrechern pilgern sind in Ordnung? Aber wenn sich ein Künstler mit der Thematik auseinandersetzt ist das auf einmal ein Problem? Heuchelei in der Politik gibt es offenbar überall.

    Aufgepasst liebe Animu Freunde es gilt die Parole: Der Feind lauert bei Honno-ji!

  2. Es hätte „kritisch“ auch von einer romantisierenden „Verharmlosung“ oder gar „Infantilisierung“ des zumindest potentiellen Kriegsgeräts gesprochen werden können. Stattdessen könnten solche Sachen ausnahmsweise „beim besten Willen“ nicht einmal vorgeworfen werden. Immerhin.
    Denn ohne eine moralisierende Dimension mit „Krieg“ oder „Nazis“ scheint es nunmal nicht zu gehen – egal welche deutschen Flugzeuge da in der Erinnerung wann angeblich auch immer über japanische Himmel geflogen sind… Immerhin wird ebenfalls der „Zeichentrick“ nicht gleich mit einer manipulierenden Militarisierung von Kinderfantasien assoziiert, vielleicht im Gegenteil sogar selbst noch als doch eindeutig „kritisch“ wahrgenommen. Die Intention des Films sehe ich, in Hinblick auf die Wissenschaftsgeschichte, als jedenfalls korrekt wiedergegeben an.
    Allerdings war ich baff erstaunt als ich vor ein paar Jahren zum ersten Mal wirklich „Die letzten Glühwürmchen“ sah. Ich dachte wegen der Rezeption dort auch, das wäre ein „Antikriegsfilm“ um Leid nach sogar Atombomben. Dabei ging es nicht um nukleare Verseuchung, sondern eine Nachbarschaft samt Verwandte die Kinder einfach verhungern ließen, und der Ressourcenmangel wegen des Kriegs stellte für diese weit eher eine bloße Ausrede dar. Also wäre ich vorsichtig, denn schon „Porco Rosso“ verarbeitete Geschichte überraschend.
    Während so technische Details allgemein zu sperrig sein werden. Auch sind tradierte Fehler bei Währungsumrechnungen wohl einfach zu geläufig und zu wenig spezifisch für diesen Blog, während das Thema „Schleichwerbung“ allein deswegen ständig gern genommen wird, weil es auch ideologisch als antikommerziell gut reinpasst.
    @Skully
    „Die japanische Politik“ regte sich doch gar nicht auf, sondern es werden die üblichen Diskurse in Japan wiedergegeben. Und diese genannten Formen von japanischer Erinnerungskultur werden doch auch jedes Mal ausgiebig „kritisiert“, sofern sie hierzulande auch nur gelegentlich zur Sprache kommen. Nicht einmal diese deutsche Berichterstattung hatte an dem Film etwas auszusetzen, betonte die sublimen Qualitäten einer „Leitfigur“ im Film, gewissermaßen die erhabene Würde eines alten Filmweisen. Wie doppeldeutig das auch immer verstanden werden kann, denn offenbar bedarf es einer Autorität wie Miyazaki um diesbezüglich etwas in Bewegung zu bringen…

  3. Ja, die Leute von BildBlog berichten nicht über Dinge, die sie nicht interessieren oder von denen sie keine Ahnung haben. Ich habe auch schon auf Berichte hingewiesen, die Vorurteile, Klischees und längst überholtes „Wissen“ über Ernährung, Ökologie (meist mit Bezug auf die Jagd) oder Gesundheit verbreiten und verfestigen, statt diese endlich auszuräumen. Oder (das geschieht wirklich permanent in Artikeln über Gesundheit) es wird in der Überschrift ein Durchbruch in der Medizin angekündigt, weil irgendein mehr oder weniger grausamer Tierversuch zu einem interessantes Ergebnis (bei56% der Versuchstiere) geführt hat, das aber leider nicht auf Menschen übertragbar ist, weshalb (Ernüchterung!) ja leider weitergeforscht werden müsse und erstmal nichts ist mit Heilung und so. Es ist erschreckend, wie mit den Hoffnungen von (kranken) Menschen gespielt wird, um Klicks zu generieren, aber der BildBlog packt das heiße Eisen nicht an, weil Medizin eben nicht so ihr Ding ist. Gerade bei SPON (Themen Wissenschaft und Gesundheit) findet man da viel haarsträubendes. Bei Bildblog lese ich darüber niemals etwas. Selbst dann nicht, wenn ich per Mail darauf hinweise und Quellen angebe, die die Behauptungen in den Artikeln gründlich widerlegen. Deswegen habe ich das ganz sein lassen mit den Hinweisen, zumal es ein schlechtes Gefühl hinterlässt, wenn man nicht mal irgendeine Antwort bekommt. Der BildBlog ist eben sehr spezialisert auf Medien, das sieht man ja auch bei 6 vor 9: es werden vor allem solche Artikel als lesenswert empfohlen, die sich um Journalismus drehen. Journalismus über Journalismus eben. Aber auch nur dort, wo er nichts berührt, was die Leute bei BildBlog und 6 vor 9 nicht interessiert. Denn dazu müsste man sich ja erstmal mit diesem Thema auseinander setzen und recherchieren!

  4. @j.
    Ich nehme an, dass es bei medizinischen Fällen tatsächlich der Rechercheaufwand sein wird: Derartige Themen wird ein Journalist in der Regel kaum selbst beurteilen können, so dass er sich an einen Wissenschaftler wenden müsste.
    .
    @all
    Mir ist noch eine weitere erfolglose Einsendung aus April 2014 eingefallen, die es ebenfalls nicht „geschafft“ hatte. SPON berichtet in einem Artikel, dass die deutschen Kohlekraftwerke die schmutzigsten in Europa seien. Die Daten, auf denen die Aussage basiert, sind jedoch Mist, da der CO2-Ausstoß absolut und nicht in Relation zu der Leistung des Kraftwerks bemessen wurde. Hier der Artikel:
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/kohlekraftwerke-in-deutschland-stossen-mehr-co2-aus-als-im-eu-schnitt-a-962028.html
    .
    In den Kommentaren wird auch von mehreren Lesern darauf hingewiesen. In Wikipedia gab es zum damaligen Zeitpunkt eine Tabelle, in der die Kraftwerke nach KG CO2/kWh sortiert werden konnten (Mittlerweile wirde – warum auch immer – die Zeile entfernt). „Leider“ sind die Auswirkungen der „falschen“ Daten nicht ganz so gravierend.
    .
    Nach den falschen SPON Daten sind die TOP 5:
    .
    1. Belchatow (Polen)
    2. Neurath (Deutschland)
    3. Niederaußem (Deutschland)
    4. Jänschwalde (Deutschland)
    5. Drax Power Station (Großbritannien)
    .
    Nach den richtigen sind es diese:
    .
    1. Agios Dimitrios (Griechenland)
    2. Kardia (Griechenland)
    3. Niederaußem (Deutschland)
    4. Jänschwalde (Deutschland)
    5. Frimmersdorf (Deutschland)
    .
    In beiden Fällen sind also unter den Top-5 der schmutzigsten Kohlekraftwerke 3 Deutsche, so dass die Aussage des Artikels trotz der falschen Daten im großen und ganzen vertretbar sein dürfte.

  5. @j:

    Das ist aber sehr unfair, was sie da vom Boldblog erwarten. Bildblog hat sich dazu bestimmt, kuriose oder schwere journalistische Verfehlungen nachzurecherchieren und aufzuzeigen.

    Was sie da oben aber beschrieben haben, ist sicherlich alles schrecklich und schlimm, allerdings ist Bildblog dafür nicht zuständig, weil es eben keine journalistischen Verfehlungen sind, sondern vielleicht tatsächlich unterschiedliche Ideologien oder Meinungen sind. Dass die TAZ eher links ist und die Bild eher rechts, dagegen kann man nichts machen. Es gehört zur „Meinungsfreiheit“ (Auch wenn angeblich Beweise für oder gegen das eine oder andere vorliegen). Wenn der Spiegel (war er es?) beispielsweise einen großen Artikel über die „Vitaminlüge“ veröffentlicht, wird Bildblog nicht einfach hergehen und sagen, „nö, das stimmt nicht, hier sind andere Beweise“.

    Das ist eben nicht deren Aufgabe!

    Sollten aber im Spiegel durch diesem Artikel zum Beispiel bewusst die Produkte eines Konzernes hervorgehoben werden, oder eine unschuldige Person einer schlimmen Sache beschuldigt werden, dann wäre das eine heftiges journalistische Verfehlung gewesen!

    Sie aber möchten wohl, dass Bildblog Ihre eigene Meinung unterstützt. Dafür ist Bildblog aber nicht da.

  6. Das Bildblog ist halt genauso schnöselig wie die Zeitungen, die es kritisiert. Der Zuspruch reicht locker, also warum sich anders geben als die Holzmedien?

  7. Nice. BILDblog erklärt nicht nur, warum sie darauf verzichten, diese Fundstücke aufzunehmen, sie verlinken heute auch noch in 6vor9 auf diesen Artikel. Sowohl dein angenehm unaufgeregter Text als auch die Reaktion von Schönauer als auch dein Update als auch die Verlinkung bei BILDblog geben mir gerade heute morgen den Glauben in die Möglichkeit von gutem, transparenten Journalismus zurück. Danke dafür. :)

  8. Ich kritisiere das BILDBlog eher dahingehend daß in letzter Zeit (letzte drei Monate +X) fast ausschliesslich das Zeitungssterben, das LSR sowie Tonnen von selbstreflektierenden Journalisten behandelt werden. Das mal ein BILD Artikel beanstandet wird ist fast schon eine Kuriosität geworden.

  9. Ich kann die Erfahrungen aus dem Artikel bestätigen, dass es sehr schwierig ist, dort in die Linkliste aufgenommen zu werden. Andererseits wird dort fast jeder Beitrag aus Stefan Niggermeiers Blog verlinkt. Woran das wohl liegt?

  10. Mein Gott, lasst doch die Kirche im Dorf. BildBlog ist nicht dafür da eure Nachrichten an prominenter Stelle zu publizieren. Das sollte doch klar sein, oder? Dafür haben sie doch die 6vor9, über die ich übrigens hier her gekommen bin. Wenn ihr soviel findet, schreibt das doch in einen/euren eigenen Blog und schickt Mats den Link zum Artikel. Dann kriegt das nicht unbedingt einen eigenen Post, taucht aber in den sehr lesenswerten Links von 6vor9 auf.

  11. @ Rob: Ich denke doch, dass BildBlog mehr möchte, als nur Schleichwerbung aufzudecken oder Verstöße gegen den Pressekodex anzuprangern. Es gibt doch zahlreiche Beispiele dafür, dass BildBlog auch sachlich falsche Berichterstattung anprangert, wobei das dafür nötige Wissen teilweise recht speziell ist (Flugzeugtypen beispielsweise). Und die medizinischen und wissenschaftlichen Beiträge z.B. bei SPON, aber auch woanders, sind auf einem Niveau, das zur Fehlererkennung kein Medizin- bzw. Biologie-, Physik- oder Chemiestudium voraussetzt. Dafür reicht oftmals Allgemeinwissen aus. Und wenn man es nochmal nachprüfen wollte, könnte man sich die Quelle ansehen, auf die sich der Artikel beruft (allerdings fehlt manchmal eine Quellenangabe, was im Bereich Wissenschaftsjournalismus ein Unding ist). Desweiteren würde ich es erschreckend finden, wenn Ihrer Meinung nach alles im Bereich Gesundheit und Wissenschaft bloß Ideologien und Meinungen sind und sich deshalb einer objektiven Betrachtung entziehen würde. Gerade in diesen Bereichen sollte doch genau das Gegenteil der Fall sein.
    Ich möchte auch nicht, dass BildBlog irgendwelche Überzeugungen verteidigt, sondern sachlich falsche und stilistisch schlechte (juchuh, der Krebs ist geheilt!)Berichterstattung auch in solchen Themenfeldern aufdeckt, die sie bisher leider nicht so interessiert hat.
    Ich finde es jedenfalls sehr schlimm, wenn die Leute weiterhin verblödet werden, weil der Wissenschaftsjournalist zum Thema „Gesunde Ernährung“ seit 10 Jahren nur hinschreibt, was er von seiner Oma gelernt hat (oft gesehen vor allem in der Hörzu).

    Und (@Rey) es geht nicht allein um das Was, sondern auch um das Wie, und damit könnte BildBlog mal anfangen, aber die scheinen sich aufs Panorama oder Politik zu beschränken. Den Menschen irgendeine Publikation als „Durchbruch in der Krebsforschung“ zu verkaufen (zumindest in der Überschrift, der Klicks wegen) finde ich schon ekelhaft. Das ist aber nicht nur ein Problem bei SPON. Desweiteren ist SPON nun wirklich nicht NATURE oder SCIENCE – um Fehler in letzteren kümmern sich dann wirklich die Wissenschaftler und Mediziner selbst, aber SPON ist eindeutig ein Fall für BildBLog.

  12. @j.
    .
    Kennst du den „Medien-Doktor“? Das ist quasi das BILDblog für medizinische Themen, der genau das betreibt, was du forderst. Hier der Link:
    http://www.medien-doktor.de/medizin/
    Ansonsten denke ich auch, das grobe Fehler in medizinischen Artikel ins BILDblog gehören, wobei ich mir als Laie nicht zutraue zu entscheiden, ob da wirklich Mist geschrieben wurde, oder ob es ggf. darüber einen ernstzunehmenden Meinungstreit in der Profession gibt.

  13. @ Rey: Vielen Dank, die Site kannte ich noch nicht. Watchblogs für bestimmte Fachbereiche finde ich toll, und weil der BildBlog vermutlich eine größere Reichweite hat als diese (eben weil allgemein) würde ich es großartig finden, wenn es da mehr Zusammenarbeit gäbe. BildBlog verwies ja auch gerne mal auf den Klima-Lügendetektor, und Artikel von Stigma-videospiele.de wurden immerhin schon einige Male bei 6 vor 9 erwähnt (sogar ohne BildBlog-Bezug). Für sowas wäre 6 vor 9 einfach ideal. Es wäre jedenfalls interessanter finde ich, als auf die tausendste Debatte über guten und schlechten Journalismus und sterbende Printmedien zu verlinken. Damit käme der BildBlog wieder zu dem zurück, was er früher mal war.

  14. Bildblog sind linksgrüne Gutmenschen … so sehe ich sie und das sagt mir wo ihre Prioritäten liegen.

    Dieses ewige Herumeiern mit Presserat in Sachen angeblicher (längst überholtes Thema) Schleichwerbung und Aufdecken journalistischer Fehler wie Unkenntlichmachung von Personen usw. ist sowas von langweilig. Und zwar weil der Presserat ein Gremium ist, das viel Geld kassiert und nur mit erhobenem Zeigefinger „Du DU Du“ sagen darf.
    Wenn sie mal einer Zeitung für 1 – 3 Monate den Verkauf bei gravierenden Rechtsverletzungen untersagen dürften, dann könnte man sie ernst nehmen.
    Einen Dieb, der jeden Tag eine Bank ausraubt, lässt ein Richter ja auch nicht in Ruhe und sagt ihm lediglich, dass er das nicht darf, und ansonsten passiert nichts.
    Und ausgerechnet das (sinnlose – weil nichts verändernde) Melden von Zeitungsartikeln, die nicht linkgrün politisch korrekt sind, gehört zu den Lieblingsthemen der Bildblog-Macher.

    Alles passt in eine Zeit. Der Bildblog passte auch mal, als er noch selber täglich Artikel veröffentlichte. Mittlerweile ist es eine säuberlich selektierte, politisch passende Linksammlung zu anderen Blogs und „Medienjournalisten“ … also warum aufregen …

  15. @j

    Trotz eines Allgemeinwissens, welches man selbst vom deutschen Michel erwarten sollte, ist der Homöopathische Markt und esoterisch Markt ein Milliarden-Markt! Sogar Krankenkassen bezahlen mittlerweile den Besuch bei einem Homöopathen. In bisher keiner Studie konnte die Wirkung von homöopathischen Mitteln wie hochpotentierte Globulin nachgewiesen werden!

    Und nun? Ich empfinde es ehrlich gesagt auch als Scharlatanerie, da es schon physikalisch nicht möglich ist, in einer hochpotenzierten Lösung des Globulin irgendein Atom des Ausgangsstpoffes nachzuweisen.

    Was soll da Bildblog jetzt schreiben?

    Was ist mit dem immerwährendem Kampf, dass nicht Fette, sondern Kohlenhydrate Dick machen? Oder der Verzicht auf Kohlenhydrate den Krebs sogar zerstören kann? Jeder zitiert und kritisiert Studien, die die eigene Ideologie unterstützen!

    Es gibt einfach Bereiche, die einer ständigen Falsifikation unterliegen. Dazu gehört ganz klar die Medizin.

    Auch wenn klar sein sollte, dass Homöopathie und der andere esoterische Schwachsinn einfach nur ein nutzloser Millardenschwerer Markt ist, reden dennoch alle fast schon positiv davon.

    Das meine ich damit: Deine Argumentation dahingehend kann gar nicht funktionieren. Das Problem kann auch Bildblog nicht lösen, sondern nur umfangreiche Bildung und Aufklärung. Dar dies von einer riesigen Menge nicht erwartet werden kann, wird es solche immer wieder geben, die sich selbst mal wieder einen alljährlichen Weltuntergang aufschwatzen lassen.

  16. Naja, linksgrüne Gutmenschen ist echt ne Karikatur :-)
    Am Anfang waren sie bei bildblog erst sehr kritsch, aber mit zunehmendem Erfolg sehen sie sich immer mehr als integrierte Qualitätsjournalisten. Und – ZACK! – sind es vor allem andere Journalisten, die verlinkt werden, und natürliche eine intensive Nabelschau über den achso schlimmen Berufsalltag dieses verkannten Berusstandes. Mit dem zunehmenden Erfolg werden die größten Elche selber welche :-)
    Ich beanspruche hiermit mal das Urheberrecht für bildblogblog.de ….

  17. @K

    Sorry, aber Ihr Beitrag ist an Dummheit und Nichtwissen nicht zu toppen. Leben sie ruhig weiter in Ihren kleinen schwarz-weißen Ideologien…

  18. Es wäre Aufgabe des Journalismus, über Homöopathie und Kohlenhydratverzicht kritisch zu schreiben und sich dabei auf medizinische Forschungsergebnisse zu berufen. Wenn Journalisten statt dessen Quatsch schreiben will ich darüber in einem Watchblog lesen. Ich finde, das wäre der Teil, den Watchblogs zur Bildung und Aufklärung beitragen können, das machen sie ja nun schon auf anderen Gebieten, warum also nicht auch dort, wo wir unser Wissen über unseren Körper, die Natur, das Klima, die Physik oder die Menschwerdung herholen. Gut, wenn das schon Mediendoktor macht, BildBlog könnte ab und an mal hinverlinken.
    Ich sehe regelmäßig Artikel, die Behauptungen aufstellen, die auf veralteten Annahmen gründen oder sich an Klischees bedienen und hartnäckig dagegen an zu arbeiten scheinen, Vorurteile und Klischees endlich abzubauen. Oder einfach nur saudämlich daher kommen. Wie die „schreienden“ und „rufenden“ Bäume (Geräusche aus Zellen im Ultraschallbereich durch Verdunstung) bei SPON (gerade aktuell). Das ist zwar keinen Artikel in einem Watchblog wert, kann aber als Beispiel dafür stehen, wie sachlich man im Bereich Wissenschaft (!) Ergebnisse vermittelt. Man ist hinterher blöder als vorher. Darum geht es mir. Und nicht darum, endlich zu klären, ob Homöopathie nicht vielleicht doch wirkt.

  19. Allein die deutsche „Qualitäts“presse FAZ, SZ, ZEIT und der Berliner TAGESSPIEGEL, die ich alle seit Jahren täglich…usw. wimmelt von Fehlern und Irrtümern. Kennt man sich in einem bestimmten Thema gut aus, bemerkt man das sofort, wenn eine dieser Gazetten darüber schreibt. Ich übertrage diese Beobachtung natürlich auch auf Artikel, die sich mit Dingen beschäftigen vor denen ich keine Ahnung habe; anzunehmen ist, dass auch dort ähnliche Fehler & Irrtümer genauso permanent passieren. Und leider selten oder gar nie berichtigt werden. Denn die allerneuesten „news“ warten ja schon, was soll man sich da mit dem alten (auch noch:) peinlichen eigenen Fehlern beschsäftigen?
    Das Lesen der Kommentare bestätigt meine Beobachtung.
    Und das Bildblog kann da nun wirklich nur die Spitze des Eisbergs abbilden, sonst wird’s unübersichtlich und für den Leser auch langweilig.
    .
    Schlimmer als solch‘ Oberflächlichkeiten und Ahnungslosigkeit (leider oft gepaart mit Imponiergehabe, was dann besonders peinlich wirkt)…
    …finde ich allerdings, wenn die persönliche strammrechte Meinung (geschult durch lukrative Posten in Verbänden und Klubs gesponsert durch USA, NSA, NATO, EU) derart deutlich zum Tragen kommt wie bei manchen der politischen Redakteure der genannten Zeitungen (und im TV/Radio).

  20. Hallo j,

    warum schreiben Journalisten denn angeblich Quatsch über irgendetwas? Was ist es, was sie antreibt, quatsch zu schreiben? Wer bestimmt denn, was Quatsch ist?

    Ein Journalist, der kritisch bleibt, lässt sich nicht einkaufen. Schon gar nicht durch Konzerne. Dann schreibt er schonmal keinen Quatsch. Daher legt Bildblog auch so viel Wert auf Trennung zwischen Journalistischen Beitrag und Werbung.

    Aber sicher kann sich kaum ein Journalist komplett von irgendwelchen Ideologien oder Glaubensgrundsätzen befreien. Dann dürfte zB. kein Journalist religiös sein, oder SPD, Grüne- oder CDU-Wähler sein.

    Es ist unmöglich, absolut kritisch allen und jedem gegenüber zu sein. Das verlangst Du aber vom Bildblog. Dann dürften die nach dieser Argumentation ja gar nichts mehr tun, denn letztendlich fängst ja auch Du schon an, den Bildblog heftig zu kritisieren, weil er in Deinen Augen Dinge macht (oder Dinge unterlässt), die Du nicht gut findest

    Das Loch wird somit bodenlos.

    Merke:

    Ein Journalist, der immer nur das Macht, was ganz viele unterschiedliche Menschen von ihm erwarten, wird daran scheitern. Garantiert.

  21. @ Rob: „warum schreiben Journalisten denn angeblich Quatsch über irgendetwas? Was ist es, was sie antreibt, quatsch zu schreiben?“

    Bequemlichkeit, Recherchier-Faulheit, Zeitmangel, Unwissenheit, Desinteresse, Voreingenommenheit, Klickgier, Selbstüberschätzung,…

    „Wer bestimmt denn, was Quatsch ist?“
    Nicht wer, sondern was: Fakten, die nachvollziehbar und im besten Falle belegbar gegen eine Behauptung sprechen, bestimmen, dass eine Behauptung Quatsch ist.

    „Aber sicher kann sich kaum ein Journalist komplett von irgendwelchen Ideologien oder Glaubensgrundsätzen befreien. Dann dürfte zB. kein Journalist religiös sein, oder SPD, Grüne- oder CDU-Wähler sein.“

    Dann ist das Ressort „Meinung“ bzw. „Kommentar“ völlig überflüssig, weil eigentlich alles Meinung ist?

    Sicherlich ist es die Sache von BildBlog selbst, worüber sie schreiben wollen. Und ich habe diesen Artikel über BildBlog und dem, was BildBlog leider nicht beachten möchte, benutzt, um zu benennen, was ich für beachtenswert halte und bei BildBlog vermisse. Nicht ohne die leise Hoffnung, dass BildBlog in Zukunft da auch mal ein Auge drauf hat. BildBlog hatte sich ja schon mal erweitert: von BILD auf alle deutsche Medien. Ich finde es deshalb gar nicht so abwegig zu „verlangen“ (mehr im Sinne von wünschen), dass sie sich auch den Wissenschaftsjournalismus bei SPON & Co. etwas genauer ansehen. Ich halte das für bitter nötig.

  22. @j

    „Ich finde es deshalb gar nicht so abwegig zu “verlangen” (mehr im Sinne von wünschen), dass sie sich auch den Wissenschaftsjournalismus bei SPON & Co. etwas genauer ansehen. Ich halte das für bitter nötig.“

    Vielleicht aber Bildblog nicht?

  23. @Rob
    Ich meine, dass man noch Wünsche formulieren dürfen sollte. BILDblog zu zwingen, diese zu Erfüllen, wird niemand ernsthaft fordern. Allgemein sehe ich in der Formulierung eines solchen Wunsches auch nicht direkt einen Affront, sondern – von vielen Anbietern sogar erwünschtes – Feedback über die Inhalte. Sicherlich ist bei wissenschaftlichen Themen die Abgrenzung zwischen „handwerklichen“ und „anderer Meinung“ nicht immer leicht, doch in Evidenzfällen spricht m.E. nichts gegen eine Medlung. Auch ich würde mich allgemein darüber freuen, wenn sich BILDblog neben „formalen“ Fehlern (Keine Kennzeichnung als Werbung, etc.) öfters auch „inhaltlichen“ Mängeln widmen oder oder auf diese hinweisen würde. Damit meine ich nicht, dass BILDblog das tun sollte, sondern ich möchte allein Teil eines Meinungsbildes sein, das BILDblog bei dem weiteren Betrieb bei den Entscheidungen berücksichtigen kann – wenn es das für sinnvoll hält.

  24. Vielleicht nicht, falls das (momentan noch?) ihre Fähigkeiten übersteigt. Dann aber gerne mehr Vernetzung zwischen den Watchblogs, und den Schwerpunkt bei 6 vor 9 mehr auf das, was andere Watchblogs schreiben, verlegen. Denn BildBlog hat sich ja zur Aufgabe gemacht, schlechten Journalismus aufzudecken, warum also das Ressort Wissenschaft in den Medien auslassen? Niemand soll einfach glauben müssen, was bei irgendwelchen Magazinen und Tageszeitungen ins Ressort Wissenschaft gestümpert wurde.

  25. Ich finde es toll, dass es die Presse als regulierende Macht im Staat gibt. Daher denke ich auch dass die Pressefreiheit und die Meinungsfreiheit das höchste Gut ist. Ich finde es auch toll, dass sich um die Presse eine unglaublich farbenfrohe und vielseitige Bloggerszene etabliert hat, die aus eigenem Antrieb selbst das Geschreibsel hinterfragt.

    Wer etwas zu kritisieren hat, kann selbst recherchieren und einen Blog aufmachen. Allerdings ist die Presse nicht dazu da, wünsche von Menschen zu erfüllen. In Unternhmen und anderen Lobbyverbänden sitzen auch Millionen von Menschen, die ebenso wünsche haben, worüber die Presse schreibt und vielleicht sogar Einfluss nehmen wollen, was sie zu schreiben hat. Es ist für den einzelnen Journalisten schwer, da einfach zu unterscheiden, da gerade Lobby gerne als die Stimme des Volkes auftritt, um gezielt Meinung zu manipulieren.

    Genauso bin ich dagegen, dass bestimmte Dinge vom Volk entschieden werden, wie zB. Die Todesstrafe, weil sie den Rechtstaat ad absurdum führt.
    Ich glaube an die Selbstregulierung. Wer Bildblog liest, liest im Netz bestimmt auch andere Blogs, die aufklären. Es ist genug da!

  26. Oha, @ Hr. Grün: ich meinte mit meinem kurzen Beitrag da oben (@K), dass diese Begriffe („Gutmensch“, „erhobener Zeigefinger“ etc.) der typische Jargon eines Menschen vom Typ Bildleser ist. Das kam falsch rüber, Asche auf mein Haupt.

  27. @Rob
    Ich erwarte von einem Journalismus jedenfalls nicht, dass er in erster Linie eine eigene Meinung wiedergibt. Auch finde ich es überaus oberflächlich zu glauben, dass es „Werbung“ nur für bestimmte, klar abgrenzbare Produkte eines Marktes geben kann.
    Das entspricht wiederum schon weit eher einer klar vertretenen Ideologie, nämlich jener des Antikommerzialismus. Oder: in der Naturheilkunde wird eine „Chemie“ diffamiert, wenn nicht schlimmeres, während „Skeptiker“ mit ihrer „Vernunft“ und „Aufklärung“ anderer Leute Glauben verächtlich machen wollen.
    Nur „Werbung“ kann es auch für (politische) Konzepte geben: Konzepte wie „Sicherheit“ (zum Beispiel beim Thema „Terrorismus“), oder „Gesundheit“ (etwa bei medizinischen Themen). Oder wieso fragt niemand danach was eigentlich „Kritik“, „kritisch“, wäre?
    In Sachen Körperpolitik werden immer nur funktionierende Normen berücksichtigt und vertreten, das geht bis hin auf die bloße biologische Ebene einer Existenz von einzelnen Organen oder Gliedmaßen. Außer es wird bewusst mit Betroffenheit gearbeitet, das Anderssein explizit als Thema geheuchelt. Im Charitybereich etwa vor allem zur Weihnachtszeit.
    Auch in Genderfragen wird oft genug ein reiner Dualismus angenommen – zwischen geborenen, biologischen Existenzen. Während Ismen dann wiederum auf allein diese Vorstellungen aufbauen.
    Ich erwarte, dass sich doch wenigstens versucht wird in andere Lagen hinein zu versetzen. Das verstünde ich dabei ebenfalls unter Empathie. Und das erwarte ich ganz einfach auch von Leuten die diesbezüglich dann vielleicht noch vorgeben sich selbst für „reflektiert“, „reif“ oder sonst was in die Richtung zu halten.
    Doch stattdessen lese ich häufig lediglich Schimpftiraden, die vielleicht anderen noch „Aggression“ oder „Gewalt“ vorwerfen. Absurd.
    Und da denke ich zum Beispiel an eine einseitige Kriegsberichterstattung in Hinblick auf Frieden und die Rolle von SoldatInnen die ihrem Beruf erfolgreich nachgehen wollen: wenn ich immer nur „Frieden“ und Gewaltverzicht aus der Position einer über den Dingen stehenden Beobachtung von außen im Auge habe, und damit noch dazu einem einzigen ethischen Impetus entsprechen soll, kann das in meinen Augen nichts werden, außer einseitig. Und diese Einseitigkeit kann dabei schonmal sehr grundsätzlich sein: zum Beispiel wenn keineswegs berücksichtigt wird, egal ob jetzt in der Ukraine oder im Nahostkonflikt, dass ein Konzept wie „Frieden“ ohne „Krieg“ schonmal keinerlei Sinn macht und etwa nicht gefragt wird, wer vom „Frieden“ eigentlich „profitieren“ würde, und wem dieser schadet. Da geht vieles schon sehr in Richtung George Orwell, wo es auch nur mehr „Tugenden“ gab, „doppelplusgut“, und jedes Laster, alles Negative, aus der Welt bereits verschwunden ist. Doch die Frage ist was dann noch übrig bleiben kann. Auch in Hinblick auf Kriminalität usw.

  28. @Rob: Na, solche Reaktionen wie die Gegenfrage oder Erklärungen wie diese: „Über Ähnliches haben wir im Blog bestimmt schon geschrieben, aber in diesem Fall fand ich es einfach zu wenig für einen Eintrag.“

    Das bekommt bei der Lokalzeitung auch der Hundeverein mit seinem Turnier zu hören – oder eben nicht, da auch da das Hollywood-Prinzip gepflegt wird („Rufen Sie nicht uns an, wir rufen Sie an.“) Und das wirkt mit den ganzen Intransparenzen des Geschäfts halt von oben herab – schnöselig eben.

    Relevanzkriterien sind beim Bildblog wie bei der Tageszeitung undurchsichtig und wenn mal einer nachfragt gibt es nicht immer eine Erklärung. Die wäre dann in der Regel auch produktionsbedingt (Zeitung voll, hatten wir schon, keine Reporter mehr frei, keine Zeit) und auch nicht böse und persönlich gegen einen gerichtet, aber irgendwann nach dem x-ten blöden Zufall (6 vor 9 schon wieder voll, keine Gegenrechercheure mehr frei, keine Zeit – kein Platz ist im Internet ja eine schlechte Ausrede) hat man eben keine Lust mehr Hinweise zu geben. Wie bei der Tageszeitung auch.

    (Und da ich für eine arbeite, weiß ich wovon ich rede. Und gebe den Lesern in der Regel recht, wenn sie Schnöseligkeit beklagen, erkläre das mit den Produktionsbedingungen – und spiele nicht die Frage zurück.)

  29. @Marc
    Wie gesagt, eine Zeitung oder eine Redaktion ist nicht die Stimme des Volkes. Andersrum: das Volk hat kein Recht, mitzubestimmen oder zu erfahren, welchen Dingen ein Journalist so nachrecherchiert. So weit würde es noch kommen. Da wäre für Kontrolle aus ungewünschter Seite Türe und Tore offen. Es gilt nunmal die Pressefreiheit und zu dieser zähle ich auch die Relevanz, mit der ein Journalist entscheidet, welche Themen wie recherchiert werden. ZB hat die Bild eigene Relevanzen, im Vergleich zu Spiegel. Die sind nach Veröffentlichung nicht wirklich mehr geheim, sondern lassen sich im Endproduckt recht schnell erlesen. Dass die Bild zB. Ein Faible für die Bibel und für Titten hat, dürfte jedem klar sein. Ob man das gut findet oder nicht, spielt keine Rolle, solange keine straf- oder zivilrechtlichen Überschreitungen begangen oder Persönlichkeitsrechte verletzt werden.

    In der Redaktion aber anzurufen, um sich zu beschweren, dass manche (kritische) Themen zu wenig beleuchtet werden, ist in meinen Augen zu übergriffig. Warum soll ich in der TAZ eine kritischere Auseinandersetzung mit Links fordern?

    Auch wenn ich nicht im redaktionellen Bereich tätig bin, lasse ich mir in meinem Beruf auch nicht pauschal in die Karten schauen, ob das nun arrogant ist od. nicht, ist mir ehrlich gesagt egal. Da ich Unternehmer bin, mache ich das aus taktischen wettbewerblichen Gründen.

  30. Ich war zwar noch nie hier, möchte mich bei Euch aber jetzt schon ganz herzlich für diese tolle, entspannte und erhellende Diskussion bedanken! :)

  31. @Rob
    Da nicht für. In meinen Augen macht es durchaus einen Unterschied, ob jemand der Zielgruppe „Feedback“ gibt, wie ihm ein journalistisches Angebot gefällt, oder ob ein Dritter, der das Angebot bloß als Multiplikator für seine Interessen begreift, Einfluss zu nehmen versucht. Auch glaube ich, dass sich Formate durchaus entwicklen und daher dankbar dafür sind, von den Lesern Anhaltspunkte zu erhalten, was sich (nicht) lohnen könnte zu ändern. So kann Kritik der Anlass dafür sein darüber zu reflektieren, ob das Angebote aktuell noch den eigenen Ansprüchen genügt, zu denen auch Einstellung gehören kann, den Bedürfnissen einer bestimmten Zielgruppe gerecht zu werden. Weiter weiß ich nicht, ob wirklich für jede Sparte der spezielle Blog schon existiert. Sofern das der Fall sein sollte hatte ich bisher in einigen Bereichen noch nicht das Glück, von deren Existenz Kenntnis zu erlangen.

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