ZDF: 10 Jahre „WoW“ mit Verweis auf Amokläufer anmoderiert

(via @gwynhwyve, zdf) Seit Götz Eisenberg bei den Nachdenkseiten schrieb, dass sich Anders Breivik mit „World of Warcraft“ […] die nötige Grundhärte für das geplante Massaker“ verschafft habe und Hannes Gamillscheg bei der Frankfurter Rundschau anmerkte, dass es im Fall Breivik „fahrlässig [wäre], nicht über Ursache und Wirkung nachzudenken“, gilt „World of Warcraft“ in der Öffentlichkeit wirklich als „Killerspiel“. Diesem Image ist es nun zu verdanken, dass das „ZDF heute journal“ 10 Jahre „WoW“ mit Verweise auf Amokläufe und den Massenmörder Breivik anmoderiert. Marietta Slomka:

    „Onlinespiele, bei denen man gegen andere Spieler aus aller Welt in kriegerische Schlachten zieht, sind ja in Verruf gekommen, weil sie in Verbindung mit jugendlichen Amokläufern gebracht wurden. Ob es da Wirkungszusammenhänge gibt, ist aber äußerst umstritten. Ganz abgesehen davon, dass es höchst unterschiedliche Spiele gibt. Dass der norwegische Massenmörder Anders Breivik angab vor seiner Tat ein Jahr lang praktisch ununterbrochen „World of Warcraft“ gespielt zu haben, war jedoch nicht gerade imagefördernd.“

Die treffende Kommentierung einer keltischen Adeligen findet sich bei twitter:

    „WoW als killerspiel, ernsthaft @heutejournal ? 2009 hat angerufen und möchte seine beiträge zurück!“

    Zum Video

6 Gedanken zu “ZDF: 10 Jahre „WoW“ mit Verweis auf Amokläufer anmoderiert

  1. Also, inhaltlich ist das, was die sagen, natürlich komplett richtig: Das wurde so diskutiert, und es war nicht gerade imagefördernd für WoW & Co.
    Ob man solche alten Quatschdiskussionen wieder ausgraben muss, steht sicherlich auf einem anderen Blatt.

  2. Hat er nicht selbst gesagt/geschrieben, das er das Spiel nur als Alibi für seinen sozialen Rückzug verwendet hat.
    Also wenn andere ihn fragten was er die ganze Zeit so treibt und warum man ihn nicht mehr zu Gesicht bekommt, dann sagte er einfach das er WoW zockt.

  3. Für solche die ein Bisschen was in der Birne haben kann solch eine Grütze Blizzard keinen Imageschaden zufügen…da wäre eher das Desaster beim Release des neuesten Addons dazu in der Lage^^

    Wundert mich nicht dass das ZDF wieder ihr altes „Computerspiele sind böse“-Mantar vor sich hin murmelt…wundert mich aber dass sie das Jubiläum von WoW überhaupt mitbekommen haben^^

  4. Das ZDF hat (ehemalige) Leute aus der Branchenpresse, die ihm zuarbeiten. Selbst Hobbyisten-Prominenz.
    Anatol Locker zum Beispiel: so ist es einerseits möglich Aufgeschlossenheit, „knowing“, zu heucheln, andererseits seinen „kritischen Blick zu wahren“, das heißt die Pathologisierung/Kriminalisierung/Diffamierung/Verachtung weiter voran zu treiben und damit das Stammpublikum aus den klassischen „Frontal“-Zeiten sogar nicht zu vergraulen. Für noch mehr an hippen Sendungsinhalten hat man neuerdings ja auch noch die „Jugend“-Sparten(senderableger).
    Das war im Übrigen schon vor zehn Jahren so: selbst die damalige SZ-Berichterstattung (Verdoomung der Republik) wurde von einem Menschen aus dem Popkultur-Feuilleton begleitet, der zwar von Musik wohl mehr Ahnung als von Videospielen hatte, was aber völlig egal gewesen ist. Was zählte war seine die „Kritik“ unterstützende Einstellung – nebst anderer Jugendlicher oder Junggebliebener.
    Woanders beim Rundfunk hat man sich gleich mit Leuten aus dem („Jugend“-)Radio ausgeholfen. Beim ORF ist das heute noch so.

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