Lasertag, (k-) ein Kindergeburtstag?

(UniSPIEGEL) Am 29.06.2014 ist im UniSPIEGEL ein Artikel über Lasertag erschienen, in dem sich der Autor – wie bereits am Titel erkennbar („Lasertag gegen Schüler: Unterschätze nie einen Zwölfjährigen!“), recht locker mit der Thematik auseinandersetzt. Auch Andreas Djassemy, Sprecher der Lasertag GmbH, zeigt sich entspannt: Die Lasertag-Leidenschaft von Barney Stinson in der Sitcom „How I Met Your Mother“ sei die Inspiration gewesen, in das Geschäft einzusteigen. Probleme mit den Behörden seien nicht zu befürchten:

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Wie der Blinde von der Farbe?

(taz) Kritische Artikel über Videospiele lassen oft auch Spieler ratlos zurück; nicht wegen der Vorwürfe, sondern weil man die dargestellten Spiele nicht wiedererkennt. Dabei lässt sich meistens nicht mit Sicherheit feststellen, ob hierfür der Autor oder die befragten Experten verantwortlich sind. Ein Beispiel hierfür ist das Portrait „Headshot“ der taz vom 28.04.2014, in dem den Lesern die Medienpädagogin Sabine Schiffer vorgestellt wird. Der Beitrag hierüber hat sich wegen meiner Korrespondenz mit der Portraitierten etwas verzögert.

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USK: Aufbruch in eine neue Welt

Die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) hat Donnerstag nicht nur ihr 20 Jähriges Bestehen gefeiert, sondern sich auch Gedanken über ihre Zukunft gemacht. Obwohl Spielegegner nicht geladen waren, fielen die Podien durchaus selbstkritisch aus: Die aktuelle Novellierung des JMStV stelle den Versuch da, den gesetzlichen Jugendmedienschutz von 2003 der Realität von 2006 anzupassen – der eigenen Bescheidenheit geschuldet wurde diese Zielsetzung als „erster Schritt“ verteidigt.

Kampf um die Zukunft

So einig, wie über die erfolgreiche Arbeit der USK in der Vergangenheit, waren sich die Redner auch über die Herausforderungen der Zukunft. Angesichts der heute schon absehbaren Entwicklungen herrscht Konsens darüber, dass der Vertrieb von Videospielen auf Datenträgern an Bedeutung verlieren wird. Die USK möchte dieses Schicksal „Ihres“ Mediums nicht teilen und daher zukünftig auch verstärkt im Bereich der online angebotenen Videospiele – dem der Telemedien – tätig werden. Hierfür gibt es eine bereite Rückendeckung seitens der Politik. Mit Hinweis auf den Koalitionsvertrag führte Staatssekretärin Marks für das Bundesfamilienministerium aus, dass für Telemedien ein Bedarf an „Erfahrungen, Ressourcen und Sachverstand“ der USK bestehe. Es sei erwünscht, dass sie ihre Kompetenzen auch in diesem Bereich weiter einbringe. In diesem Zusammenhang ist die bei der Novelle des JMStV vorgesehene Regelung zu sehen, wonach es Anbietern von Telemedien zukünftig möglich sein soll, auch ausschließlich online vertriebene Inhalte der USK zu Prüfung vorzulegen. Dieses Vorhaben wird von der FSM in einer Stellungnahme kritisiert, da die Kompetenzen der für den Offlinebereich zuständigen Institutionen einseitig in den Onlinebereich erweitert wird: Die Neuregelung führe „zu einer Schieflage bei den Kompetenzen – ganz zu schweigen von der Frage, ob diese Systemvermischung formaljuristisch möglich ist“.

IARC

Bereits jetzt agiert die USK mit der Beteiligung an der International Age Rating Coalition (IARC) im rechtsfreien Raum, wobei Felix Falk (Geschäftsführer der USK) sich wünscht, dass die Politik Regelungen für die gesetzliche Anerkennung des bei der Veranstaltung erstmals öffentlich vorgestellten Projektes schafft. Hintergrund ist eine Kooperation der weltweit für die Einstufung von Medien zuständigen Institutionen. Beteiligt sind somit u.a. die amerikanische ESRB, die europäische PEGI und die brasilianische ClassInd. Seit Anfang des Jahres läuft zur Erprobung der IARC ein Pilotprojekt im Marketplace von Firefox, in dessen Rahmen bereits mehrere Hundert Angebote eingestuft wurden. Das besondere hierbei ist, dass keine starren Altersfreigaben vergeben werden, sondern die angezeigten Kennzeichnungen Ergebnis eines Algorithmus sind: Auf Basis eines von den Entwicklern ausgefüllten Fragebogens werden unter anderem USK- und PEGI-Kennzeichnungen generiert, die – infolge kultureller Unterschiede bei der Bewertung von Aspekten wie Gewaltdarstellung, Glückspiel und Drogen – durchaus unterschiedlich ausfallen können. Die USK bleibt dennoch „Herr des Verfahrens“, da sie die Möglichkeit hat nach Hinweisen oder Stichproben die Kennzeichnungen anzupassen. Microsoft, Sony und Nintendo haben sich bereit erklärt, IARC bei ihren Angeboten zu brücksichtigen, bei Plattformen wie Facebook sei man zuversichtlich, die Verantwortlichen ebenfalls überzeugen zu können – so Falk. Auch Kritiker, die automatisierten Verfahren gegenüber bisher recht reserviert waren, können sich ein solches Verfahren offenbar vorstellen. So teilte Siegfried Schneider (KJM) mit, dass selbst Pfeiffer das Projekt abgesegnet habe. Darüber, was mit Angeboten geschehen soll, die nach deutschen Recht auch nicht „ab 18“ gekennzeichnet werden könnten, wurde leider nichts mitgeteilt.

Das für Sie unzuständige Ministerium

Tatsächtlich zeigt sich auch an anderer Stelle, dass sich die Verantwortlichen einer Absurdität des deutschen Jugendschutzes offenbar nicht bewusst sind: Da jugendgefährdenden Videospielen – anders als entwicklungsbeeinträchtigenden – auch die Kennzeichung „ab 18“ verwehrt bleibt und solche ohne regelmäßig nicht veröffentlicht werden, sind auch Volljährige vom deutschen Jugendschutz betroffen. Dies gilt auch dann, wenn wegen des Jugendschutzes das Angebot eigener Entwicklungen erschwert, oder die Inanspruchnahme von Angeboten nur nach der Überwindung von Zugangsschranken möglich ist. Volljährige Gamer tauchen bei den Plänen der Verantwortlichen jedoch nicht auf – weder als Betroffene, noch als Partner. So wirbt Marks für eine gemeinsame Novellierung von JuSchG und JMStV – meint damit aber bloß die Einbeziehung der Industrie – und sieht allein die Interessen von Kindern und Jugendlichen betroffen an. Auch die Wahrnehmung der gesellschaftlichen Aufgabe des Jugendschutzes wird – wie ein Blick in den Beirat der USK zeigt – als Angelegenheit von Politik, Industrie und Religionsgemeinschaften verstanden. Eine Partizipation der Spieler ist nicht vorgesehen. Unfreiwillig bringt Marks die Lage mit der Aussage auf den Punkt, dass es den meisten der Anwesenden um den Schutz von Jugendlichen gehe. Diese stellen jedoch eine Minderheit der vom Jugendschutz betroffenen Personen dar – das durchschnittliche Alter der deutschen Gamer beträgt ca. 35 Jahre. An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass nicht nur der Jugendschutz, sondern auch die Informationsfreiheit der Rezipienten Verfassungsrang hat.

The Next Level

Darüber, wie ein zukunftstauglicher Jugendmedienschutz in Deutschland aussehen könnte, gab es verschiedene Auffassungen: Während Marks in ihrer Rede nahe legte, sich von der unverständlichen Differenzierung zwischen Offline- und Onlinebereich zu verabschieden, möchte sich Regina Käseberg (Familienministerium Rheinland-Pfalz) von den historisch gewachsenen Strukturen nicht vorschnell verabschieden, sondern zunächst die Schnittstellen optimieren. Gleiches gilt für Dr. Maximillian Schenk (BIU), der selbst eine völlige Neukonzipierung nur unter Berücksichtigung der derzeitigen Kompetenzen von Bund- und Ländern vornehmen möchte – diese zu Ändern erscheint offenbar nicht vorstellbar. Allgegenwärtig war somit der Begriff der „Konvergenz“, die zwischen Einstufungen im Online- und Offlinebereich hergestellt werden soll. Während schon nach dem bisherigen JMStV auch im Onlinebereich nach dem JuSchG vergebene Kennzeichnungen zu berücksichtigen sind, fehlt im JuSchG bisher eine entsprechende Regelung für die Fortgeltung von Einstufungen nach dem JMStV für den Offlinebereich. Eine entsprechende Regelung könnte nun im Rahmen der Novelle des JuSchG berücksichtigt werden.

Kultur als Verkehr

Der unterhaltsamste Moment des Abends war die Diskussion mit Dorothee Bär, die sich in der neuen Regierung für die digitale Infrastruktur verantwortlich zeichnet. Ebenso souverän, wie sie die unpassende Frage des Moderators – welche Person sie sich vorstellt zu erschießen, wenn sie in einem Ego-Shooter fraggt (Antwort „niemanden“) – beantwortete, gelang es ihr eine Antwort auf die Frage nach der Perspektive des Deutschen Computerspielpreises zu vermeiden. Allein bei der Erklärung, weshalb die Abgabe des Deutschen Computerspielpreises an das Verkehrsministerium kein katastrophaler Vorgang sei, vermochte sie Olaf Zimmermann vom Deutschen Kulturrat nicht zu überzeugen. Zimmermann konstatierte, dass die Abgabe „kulturpolitisch ein Rückschritt“ sei und ließ sich auch nicht von dem Versuch Bärs irritieren, eine kulturelle Kompetenz des Verkehrsministeriums daraus abzuleiten, dass dieses mit Projekten zur Verkehrserziehung Berührungspunkte zur Pädagogik aufweise. Zu Beginn trug Bär noch mit der Bemerkung zur allgemeinen Erheiterung bei, dass sie froh sei, sich an diesem Abend nicht mit der Realisierung der PKW-Maut befassen zu müssen: Mittlerweile könnte ihr die Herleitung der kulturellen Kompetenz des Verkehrsministeriums als die ambitioniertere Aufgabe erscheinen.

Anlässlich der Jubiläums bietet die USK unter 20jahre.usk.de eine Festschrift und ein Quiz an. Weiter wird es am 13.06.2014 anlässlich eines Tages der offenen Tür unter anderem möglich sein, einen Blick in das Archiv der USK zu werfen – eines der größten Videospielarchive weltweit.

Weblinks

USK: Aufbruch in eine neue Welt

(vdvc) Am Donnerstag hat die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) ihr 20 Jähriges Bestehen gefeiert. Ich war für den VDVC vor Ort und habe einen Beitrag über die Veranstaltung verfasst. Schwerpunkt der Podien war insbesondere die Zukunft der Einrichtung, die zunehmend im Onlinebereich gesehen wird. Der Text ist im VDVC-Blog verfügbar:

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Symbolfoto #9

(welt) Bei der Welt hat man zur Bebilderung eines Artikels über Internetsucht ein Agenturbild zu „Killerspielen“ gewählt. In unsere Reihe „Symbolfotos“ hat es der Artikel deswegen geschafft, weil das Bild – entgegen der Beschriftung – nicht „Killerspiele am Computer“, sondern einen Typen zeigt, wie er im Webbrowser ein Hintergrundbild von „Counter-Strike“ betrachtet. Das Motiv ist bereits seit 2009 bekannt.

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