Schwarzer: Ego-Shooter waren Vorbild für Amoklauf

(spiegel.de) Alice Schwarzer setzte sich schon in der Vergangenheit mit Amokläufen auseinander – insbesondere als nach dem Amoklauf von Winnenden konstatiert wurde, dass der Täter „sich nicht gezielt an den Mädchen und Lehrerinnen […] rächen wollen“ und es „eher Zufall [war], dass im Kugelhagel […] acht Schülerinnen und drei Lehrerinnen, aber nur ein Schüler ums Leben kamen“. Es spreche die „Sitzordnung in den Klassen […] nicht unbedingt dafür, dass der Täter es ganz bewusst ausschließlich auf weibliche Opfer abgesehen [habe]“. Eine Bewertung, mit der sie sich nicht abfinden wollte und auch den Bogen zu „Killerspielen“ schlug.

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Bischöfin Susanne Breit-Keßler warnt vor „Killerspielen“

(kathpress.at) Die evangelische Bischöfin Susanne Breit-Keßler hat bei einem ökumenischen Gottesdienstes „Killerspiele“ kritisiert. Am heutigen Montag betonte sie beim Augsburger Hohen Friedensfest einen klaren Zusammenhang zwischen der Gewaltbereitschaft junger Menschen und „Killerspielen“, die unter anderem dazu führten, dass es den Nutzern schwere falle, zwischen Fiktion und Realität zu unterscheiden.

„Regelmäßiger Konsum von Gewalt führt zu fehlender Empathie. […] Ich glaube nicht daran, dass Kinder und Jugendliche unbeeindruckt bleiben von Killerspielen oder Schlägereien auf Handys. […] Der Mangel an Empathie führt dazu, dass einer sich nicht mehr für den anderen einsetzt oder gar den perversen Drang in sich verspürt, sich durch eine Gewaltorgie zu beweisen.“

Zum Artikel (kathpress.at)

Baden-Württembergs Verbraucherschutzminister setzt „Gewaltspiele“ auf die Agenda

(morgenweb.de, via heise.de) Der Mannheimer Morgen zitiert in einem Artikel vom 6. August 2016 den baden-württembergischen Verbraucherschutzminister Peter Hauk (CDU) mit einer Aussage zu „Gewaltspielen“. Anders als zuvor Thomas de Maizière und Volker Kauder bringt er explizit Verbote ins Spiel:

„Wenn Forschungen zeigen, dass tatsächlich solche Spiele zum Risiko werden, muss über ein Verbot ernsthaft gesprochen werden. Es geht um die Sicherheit und die Zukunft unserer Kinder.“

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„Focus“: E-Sport und Verbotsdebatte (Update)

In der Ausgabe Nr. 21/16 des Focus (vom 30. Juli) finden sich zwei Beiträge über Videospiele. Im Ressort „Gesellschaft“ wird das „Milliardengeschäft E-Sport“ erklärt. Themen sind unter anderem der Einstieg bekannter (Fußball-) Vereine im E-Sport und – wie die Überschrift anklingen lässt – die hohen Dotierungen einiger Turniere. Passend zur Illustration mit Bildern der „ESL One“ in Frankfurt steht als Spiel DotA im Mittelpunkt. Im Anschluss werden der Überschrift „Sollen Ego-Shooter verboten werden?“ zwei Standpunkte abgedruckt. Der „Pro-Verbot“-Text stammt von Dr. Rudolf H. Weiß (Eine längere Fassung hatten wir bereits erwähnt.), der „Contra-Verbot“-Text – zumindest weitgehend – von Patrik Schönfeldt (Vorsitzender des VDVC). Weiterlesen

Dr. Schiffer: Täter würden „sich an […] „GTA V“ orientieren“

Die Medienpädagogin Dr. Sabine Schiffer – Leiterin des Instituts für Medienverantwortung (IMV) – äußert sich bei DRadio Wissen zu Parallelen zwischen den jüngsten Amokläufen und Videospielen:

„Wir haben erst einmal gesehen, dass viele Abläufe [bei Würzburg und Nizza] sich an dem Computerspiel „GTA V“ orientieren, das ist ein Aspekt der – glaube ich – gar nicht untersucht wird. […] Aber auch diese Art in München, diese Art von Gewalt gegen Mengen, willkürliche Opfer, wo es einfach nur um die Gewalt geht – das Muster passt tatsächlich auch.“

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Wird „Counter-Strike“ seinem Ruf gerecht?

Obwohl der Vorstoß de Maizières derzeit in vielen Presseberichten kritisch betrachtet wird, verwundert es dennoch, wie „fixiert“ die Diskussion auf den Titel „Counter-Strike“ bzw. dessen Nachfolger „Counter-Strike: Source“ und „Counter-Strike: Global Offensive“ ist. Weder bei der Spielmechanik noch bei Gewaltdarstellung stechen die Vertreter der „Counter-Strike“-Reihe durch eine besondere „Grausamkeit“ hervor. Im Gegenteil: Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) – diese ist Teil des Bundesfamilienministerium – stellte 2002 in der Entscheidung über die Nichtindizierung des Titels fest (BPjS-Aktuell 3/2002, S. 13.):

„Eine verrohende Wirkung ist nicht gegeben, weil die Umsetzung der Actionszenerien weitgehend auf Effekthascherei verzichtet. Auf akustische Animation in Form etwa von Schreien wird vollständig verzichtet.“

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ProSieben Maxx nimmt CS: GO aus dem Programm

(facebook.com, via csgo.99damage.de) Seit dem 1. Juni 2016 waren bei ProSieben Maxx die Highlights der Eleague – einer „Counter-Strike: Global Offensive“-Liga – zu sehen. Damit ist nach einer Stellungnahme von Matthias Remmert nun schluss:

„Aufgrund der Geschehnisse in den vergangenen Tagen hat man sich bei ProSiebenSat.1 dazu entschlossen, vorerst keine weiteren eSport-Spiele wie „CS:GO“ zu zeigen. Damit wird es heute keine ELEAGUE-Sendung geben und auch die letzte ELEAGUE-Sendung fällt damit aus.“

Update: Mittlerweile wird die Nachricht auch von ProSieben MAXX direkt auf Facebook verbreitet. (Dank an @BryceBurger.)

Schwesig spricht sich gegen weitere Verbote aus

(nwzonline.de) Im Interview mit der Nordwest-Zeitung hat die Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig erklärt, dass sie weitere Verbote ablehnt:

„Gerne würde ich sagen, durch ein Verbot der Spiele würden solche schrecklichen Taten nicht mehr passieren. Aber das ist ja leider nicht der Fall. Ein Verbot nur als „politische Beruhigungspille“ wäre nicht ehrlich.“

Volker Kauder: „Es gibt für alles Grenzen“ (Korrektur)

Nachdem Verbindungen zwischen dem Münchener Amoklauf und Videospielen zunächst nur hinsichtlich des Narratives – „Was dann folgt, könnte eine Szene aus einem Computerspiel sein“ – unterstellt und eine Nutzung gemutmaßt wurde – „Wie häufig könnten Sie auf dessen Computer Ego-Shooter oder Gewaltvideos sicherstellen“ – dürfte eine Videospielnutzung durch den Täter nunmehr belegt sein. Zuerst formulierte die dpa noch vorsichtig, dass sie „aus Sicherheitskreisen“ erfahren habe, dass sich der Täter „viel mit Computer-„Ballerspielen“ beschäftigt“ habe.

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