Volker Kauder: „Es gibt für alles Grenzen“ (Korrektur)

Nachdem Verbindungen zwischen dem Münchener Amoklauf und Videospielen zunächst nur hinsichtlich des Narratives – „Was dann folgt, könnte eine Szene aus einem Computerspiel sein“ – unterstellt und eine Nutzung gemutmaßt wurde – „Wie häufig könnten Sie auf dessen Computer Ego-Shooter oder Gewaltvideos sicherstellen“ – dürfte eine Videospielnutzung durch den Täter nunmehr belegt sein. Zuerst formulierte die dpa noch vorsichtig, dass sie „aus Sicherheitskreisen“ erfahren habe, dass sich der Täter „viel mit Computer-„Ballerspielen“ beschäftigt“ habe.

mehr […]

De Maizière fordert Debatte über das „unerträgliche Ausmaß gewaltverherrlichender Spiele“ (Update)

(suedkurier.de/huffingtonpost.de) Bei der Pressekonferenz zum Amoklauf in München soll sich der Bundesinnenminister de Maizière nach Meldungen bei twitter zur Rolle gewaltdarstellender Videospiele geäußert haben. Der Wortlaut liegt uns bisher nicht vor, da die Passage bei dem beim Youtubekanal von Phoenix verfügbaren Ausschnitt fehlt. Nach Berichten des Südkuriers und der Huffington Post habe De Maizière die Videospielnutzung des Täters angesprochen und das „unerträgliche Ausmaß gewaltverherrlichender Spiele im Internet“ beklagt, wobei die schädliche Wirkung dieser Spiele auf Jugendliche „nicht zu bezweifeln“ sei.

mehr […]

Presse über Amoklauf (Update)

Jule Lutteroth/Stefan Kaiser/Jörg Diehl, Mutmaßlicher Täter im Einkaufszentrum: David S., 18 Jahre, aus München, spiegel.de v. 23.07.2016:

„Was dann folgt, könnte eine Szene aus einem Computerspiel sein: Der Schütze, bekleidet mit einem schwarzen T-Shirt mit weißer Schrift, dunklen langen Hosen und Schirmmütze, tritt auf die Straße, stellte sich breitbeinig auf, legt an und beginnt dann mit einer Pistole auf Passanten zu schießen.“

mehr […]

Egoistisch, egoistischer, Ego-Shooter? (Update)

Bereits 2013 hatten wir die ungewöhnliche Karriere des Begriffs „Ego Shooter“ dargestellt: Ursprünglich ein Scheinanglizismus („Richtig“ heißt es „First-Person-Shooter“), der, vergleichbar mit dem Begriff des „Ich-Erzählers“ in der Literatur als Beschreibung der Erzählperspektive, in einem Shooter die „Ich (=Ego)“-Perspektive der Kamera beschreibt. Von manchen Journalisten – offenbar als Dysphemismus missverstanden – wurde er als Beschreibung für ein Spiel gehalten, in dem das egoistische Handeln des Protagonisten oder die Befriedigung einer entsprechenden Einstellung des Spielers im Mittelpunkt stünde. Darüber hinaus finden manche Autoren an ihm sogar so viel gefallen, dass sie ihn auch abseits von Videospielen personenbezogen gebrauchen. So titelte Oliver Trenkamp 2013 bei Spiegel Online „Wir-Gefühl statt Ego-Shooter“, um das positive Engagement Jugendlich nach einem Erbeben in Neuseeland zu beschreiben.

mehr […]

GOG.com zieht nach – mehr als 30 Titel geblockt (Update)

(gog.com, via for UNCUT!) Nachdem Valve in der Nacht vom 29. auf den 30 Mai – wir hatten berichtet – 28 Spiele für Nutzer aus Deutschland gesperrt hatte, zieht nun der Anbieter GOG.com nach: In einem gestern veröffentlichten Forumspost kündigen die Betreiber an, dass nach Ende dieser Woche das Beziehen von 31 Titeln über eine deutsche IP-Adresse nicht mehr möglich sein wird: Darunter Spiele wie „Far Cry“, „Postal 2“ und „Unreal Tournament 2004“.

Die Meldung im Wortlaut: mehr […]

Steam gesäubert: „Takedown“ indizierter Spiele (Update)

(for UNCUT!) „for UNCUT!“ meldet heute, dass bei der Plattform Steam diverse Titel für deutsche Nutzer nicht mehr angeboten werden. Seit wenigen Stunden können die Produktseiten von mindestens 16 25 Titeln nicht mehr aufgerufen werden, die zuvor noch verfügbar waren. Es handelt sich hierbei überwiegend um von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien indizierte Titel wie „Aliens versus Predator“ (1999), „Blood“ und „Postal“. Das Anbieten dieser Spiele ist nach dem deutschen Jugendschutzrecht (§ 4 Abs. 2 S. 2 JMStV) nur zulässig, wenn dies über sogenannte „geschlossene Benutzergruppen“ erfolgt, die bei Steam jedoch nicht implementiert sind. Mit der Sperrung der Titel wird demnach im Grunde ein jugendschutzkonformer Zustand hergestellt.

mehr […]

Programmhinweis (Update)

(zdf.de)

    „Killerspiele! Der Streit eskaliert“ (Teil 2/3), zdf.info – 13.05.2016, 11:10 Uhr.

    Der zweite Teil der Doku-Reihe des WASD-Herausgebers Christian Schiffer zur Geschichte der First-Person-Shooter.

    Stream Teil 1/3, „Killerspiele: Der Streit beginnt“ (20:00 bis 6:00 Uhr)
    Stream Teil 2/3, „Killerspiele: Der Streit eskaliert“ (20:00 bis 6:00 Uhr)

Update:

Christian Schiffer beantwortet Fragen bei reddit.com.

„Zensur“-Spezial

  1. „Zensur“-Spezial
  2. Im Porträt: Steam-Gruppe „for UNCUT!“
  3. Interview mit gameware.at
  4. Den Zoll gefragt

Markus Böhm legte letztes Jahr ein Ende der „Killerspieldebatte“ nahe: „Sechseinhalb Jahre nach Winnenden ist der Ballerspiel-Streit aus der Öffentlichkeit verschwunden“. Inwieweit diese Einschätzung tatsächlich zutrifft, oder die Diskussion mit der isolierten Frage, ob dargestellte Geschlechterrollen in der Realität Gewalt gegen Frauen begünstigen oder die Nutzung von Spielen wie „GTA“ IS-Rekrutierern den Weg bereite, bloß andere Formen angenommen hat, mag dahinstehen: Die Folgen der „Killerspieldebatte“ verschwinden nicht allein dadurch, dass über diese nicht mehr gesprochen wird.

mehr […]