Zensur-Jahresrückblick 2015

Der VDVC erfasst für einen Zeitraum von mittlerweile 13 Jahren, in welchem Umfang in Deutschland Videospiele, die sich an ein erwachsenes Publikum richten, aufgrund enthaltener Gewaltdarstellungen nicht oder nur nach Änderungen offen verkauft werden dürfen. Auch für das Jahr 2015 haben wir die durch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) durchgeführten Indizierungen, die durch den ständigen Vertreter der obersten Landesjugendbehörden (OLJB) erfolgten USK-Kennzeichnungen sowie die uns anderweitig bekannt gewordenen Videospiele berücksichtigt. Da es kein allgemeines Register für veröffentlichte Videospiele gibt, sind wir hier auch auf eure Mithilfe angewiesen: Sofern ihr 2015 veröffentlichte Videospiele kennt, die – aufgrund von enthaltenen Gewaltdarstellungen – mindestens eine USK-Kennzeichnung „ab 18“ kassiert haben, würden wir euch bitten, uns auf diese hier in den Kommentaren oder im VDVC-Forum hinzuweisen. Weiterlesen

VDVC-Umfrage: Visualisierung der vorläufigen Ergebnisse 2014

Im Dezember 2014 fragten wir nach eurer Spielenutzung, eurer Motivation und eurer Einstellung zu verschiedenen Themen, um zu ermitteln, wie die Gamer in Deutschland ticken. Mit 5.152 Teilnehmern beteiligten sich – was maßgeblich auf die Hinweise durch die GameStar und die GamePro zurückzuführen ist – mehr als doppelt so viel Personen wie 2013. Folge der großen Resonanz war jedoch auch, dass die Auswertung weitaus mehr Zeit als geplant beanspruchte: Allein für den Titel „Assassin’s Creed IV: Black Flag“ gab es beispielsweise 37 unterschiedliche Schreibweisen, wie wir einzeln als solche identifizieren und dem Titel zuordnen mussten. In der Folge haben wir zunächst unseren Auswertungsprozess optimiert, um auch mit großen Datenmengen besser und vor allem schneller arbeiten zu können. Schlussendlich haben wir uns dazu entschlossen, die Präsentation der vorläufigen Ergebnisse mit dem Aufruf für die Teilnahme an der Fortsetzung unserer Langzeitstudie zu verbinden. Weiterlesen

Enteignung wegen JMStV?

Im Frühjahr hat sich ein (Ex-) Nutzer von Sleeping Dogs an uns gewandt, weil er sein in England legal erworbenes Spiel in Deutschland nicht nutzen konnte:

Konnte diese auch ohne Probleme in Steam aktivieren und auch spielen. Zurück in Deutschland nun die Überraschung, beim Starten kommt die Meldung das Spiel sei in meinem Land nicht verfügbar und ich kann es NICHT mehr spielen. Square Enix sieht sich im Recht und sagt der „Geolock“ sei vom deutschen Gesetz her vorgeschrieben (…)

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Sichtwechsel e. V. fordert Verschärfung der Indizierung

(sichtwechsel.de) Der Sichtwechsel e.V. für gewaltfreie Medien führte am 3. November 2014 gemeinsam mit der Konrad-Adenauer-Stiftung eine Veranstaltung zu audiovisuellen Medien durch, deren Vorträge nun veröffentlicht worden sind. Referent war Dr. Rudolph H. Weiß (Mediengewalt e. V.), der unter dem Titel „Was tun?“ über die „größten medienpädagogischen-wissenschaftlichen-politischen Irrtümer“ aufklärte. Einer dieser Irrtümer sei die Annahme, dass für „schädliche Wirkungen auf die psychische Entwicklung und auf einen Verlust an ‚emotionaler und sozialer Intelligenz‘ bei Kindern und Jugendlichen […] ein schlüssiger Beweis […] noch nicht erbracht“ worden sei. Weiter forderte er u. a. den „Zugang zu extremen Gewaltmedien im Strafvollzug [zu] verhindern“ – eine Forderung, die von der Vereinigung gegen mediale Gewalt in der Schweiz bereits umgesetzt wurde. Weiterlesen

„Dying Light“ im Schnellverfahren indiziert

(sb.com) Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) hat im Fall des Videospiels Dying Light eine vorläufige Indizierung angeordnet. Diese Maßnahme nach § 23 Abs. 5 JuSchG kann erfolgen, wenn bis zur „richtigen“ Indizierung eine Verbreitung im großen Umfang zu befürchten ist. Interessant ist hierbei, dass der Titel bloß auf den Listenteil A gesetzt wurde: Demnach ist das Spiel nach Einschätzung der BPjM nicht gemäß § 131 StGB verboten, sondern bloß „jugendgefährdend“. Nichtsdestotrotz gelten sowohl online (§ 4 Abs. 2 Nr. 2 JMStV) als auch offline (§ 15 JuSchG) Vertriebs- und Werbebeschränkungen. Mit der vorläufigen Indizierung von Dying Light dürfte auch abzusehen sein, dass das Spielejahr 2014, in dem kein einziges Videospiel aufgrund von Gewaltdarstellungen indiziert wurde (wir berichteten), vorerst eine Ausnahme bleiben wird. Bei den zuletzt indizierten Neuerscheinungen – dem am 03.11.2013 veröffentlichten Dead Rising 3 und dem am 23.04.2013 veröffentlichten Dead Island: Riptide – handelt es sich ebenfalls um Titel, in denen der Spieler gegen Zombies antritt – ein für Jugendschützer offenbar problematisches Genre.