Den Zoll gefragt

  1. „Zensur“-Spezial
  2. Im Porträt: Steam-Gruppe „for UNCUT!“
  3. Interview mit gameware.at
  4. Den Zoll gefragt

Ein „Verbot“ ist nicht immer ein „Verbot“. Von „verbotenen“ Medien zu sprechen ist auch schon deshalb schwierig, weil das deutsche Strafrecht eine Strafbarkeit im Grunde immer an Handlungen von Personen anknüpft, weshalb es sinnhafter ist von verbotenen Handlungen in Bezug auf einen Gegenstand zu sprechen, als gleich diesen selbst pauschal als „verboten“ zu bezeichnen. Dies wird bei vielen Strafvorschriften bereits am Wortlaut deutlich, der oft nach einem einfachen Schema formuliert ist. Es wird – im Fall der Körperverletzung gem. § 223 StGB – bestraft, „wer eine andere Person körperlich misshandelt oder an der Gesundheit schädigt“, im Fall des Diebstahls gem. § 242 StGB bestraft, „wer eine fremde bewegliche Sache einem anderen in der Absicht wegnimmt, die Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen“ und im Fall der Sachbeschädigung gem. § 303 StGB, „wer rechtswidrig eine fremde Sache beschädigt oder zerstört“.

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AfD: Jugendgefährdende Inhalte konsequent indizieren

(afd-bw.de) Am 13. März 2016 finden in Baden-Württemberg Landtagswahlen statt: Die „Alternative für Deutschland“ (AfD) setzt sich in ihrem Wahlprogramm auch mit gewaltdarstellenden Medien auseinander, wobei sie sich dafür ausspricht, dass „Jugendlichen und Kindern auch durch die Medien Wertschätzung der Mitmenschen vermittelt wird, anstatt sie zu Promiskuität und Gewalt zu verleiten“. Insbesondere müssten „sie vor dem Konsum von jugendgefährdenden Inhalten bewahrt werden“. Die Forderung, um dies zu erreichen:

„Politik und Medien müssen sich dieses Themas annehmen, z.B. sind FSK-Angaben zu überarbeiten und jugendgefährdende Inhalte konsequent zu indizieren.“

Laut der Sonntagsfrage vom 05.02.2016 liegt die AfD derzeit bei 10 %.

Links

(Dank an buzzti.)

Zensur-Jahresrückblick 2015

Der VDVC erfasst für einen Zeitraum von mittlerweile 13 Jahren, in welchem Umfang in Deutschland Videospiele, die sich an ein erwachsenes Publikum richten, aufgrund enthaltener Gewaltdarstellungen nicht oder nur nach Änderungen offen verkauft werden dürfen. Auch für das Jahr 2015 haben wir die durch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) durchgeführten Indizierungen, die durch den ständigen Vertreter der obersten Landesjugendbehörden (OLJB) erfolgten USK-Kennzeichnungen sowie die uns anderweitig bekannt gewordenen Videospiele berücksichtigt. Da es kein allgemeines Register für veröffentlichte Videospiele gibt, sind wir hier auch auf eure Mithilfe angewiesen: Sofern ihr 2015 veröffentlichte Videospiele kennt, die – aufgrund von enthaltenen Gewaltdarstellungen – mindestens eine USK-Kennzeichnung „ab 18“ kassiert haben, würden wir euch bitten, uns auf diese hier in den Kommentaren oder im VDVC-Forum hinzuweisen. Weiterlesen

VDVC-Umfrage: Visualisierung der vorläufigen Ergebnisse 2014

Im Dezember 2014 fragten wir nach eurer Spielenutzung, eurer Motivation und eurer Einstellung zu verschiedenen Themen, um zu ermitteln, wie die Gamer in Deutschland ticken. Mit 5.152 Teilnehmern beteiligten sich – was maßgeblich auf die Hinweise durch die GameStar und die GamePro zurückzuführen ist – mehr als doppelt so viel Personen wie 2013. Folge der großen Resonanz war jedoch auch, dass die Auswertung weitaus mehr Zeit als geplant beanspruchte: Allein für den Titel „Assassin’s Creed IV: Black Flag“ gab es beispielsweise 37 unterschiedliche Schreibweisen, wie wir einzeln als solche identifizieren und dem Titel zuordnen mussten. In der Folge haben wir zunächst unseren Auswertungsprozess optimiert, um auch mit großen Datenmengen besser und vor allem schneller arbeiten zu können. Schlussendlich haben wir uns dazu entschlossen, die Präsentation der vorläufigen Ergebnisse mit dem Aufruf für die Teilnahme an der Fortsetzung unserer Langzeitstudie zu verbinden. Weiterlesen

Enteignung wegen JMStV?

Im Frühjahr hat sich ein (Ex-) Nutzer von Sleeping Dogs an uns gewandt, weil er sein in England legal erworbenes Spiel in Deutschland nicht nutzen konnte:

Konnte diese auch ohne Probleme in Steam aktivieren und auch spielen. Zurück in Deutschland nun die Überraschung, beim Starten kommt die Meldung das Spiel sei in meinem Land nicht verfügbar und ich kann es NICHT mehr spielen. Square Enix sieht sich im Recht und sagt der „Geolock“ sei vom deutschen Gesetz her vorgeschrieben (…)

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Sichtwechsel e. V. fordert Verschärfung der Indizierung

(sichtwechsel.de) Der Sichtwechsel e.V. für gewaltfreie Medien führte am 3. November 2014 gemeinsam mit der Konrad-Adenauer-Stiftung eine Veranstaltung zu audiovisuellen Medien durch, deren Vorträge nun veröffentlicht worden sind. Referent war Dr. Rudolph H. Weiß (Mediengewalt e. V.), der unter dem Titel „Was tun?“ über die „größten medienpädagogischen-wissenschaftlichen-politischen Irrtümer“ aufklärte. Einer dieser Irrtümer sei die Annahme, dass für „schädliche Wirkungen auf die psychische Entwicklung und auf einen Verlust an ‚emotionaler und sozialer Intelligenz‘ bei Kindern und Jugendlichen […] ein schlüssiger Beweis […] noch nicht erbracht“ worden sei. Weiter forderte er u. a. den „Zugang zu extremen Gewaltmedien im Strafvollzug [zu] verhindern“ – eine Forderung, die von der Vereinigung gegen mediale Gewalt in der Schweiz bereits umgesetzt wurde. Weiterlesen

„Dying Light“ im Schnellverfahren indiziert

(sb.com) Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) hat im Fall des Videospiels Dying Light eine vorläufige Indizierung angeordnet. Diese Maßnahme nach § 23 Abs. 5 JuSchG kann erfolgen, wenn bis zur „richtigen“ Indizierung eine Verbreitung im großen Umfang zu befürchten ist. Interessant ist hierbei, dass der Titel bloß auf den Listenteil A gesetzt wurde: Demnach ist das Spiel nach Einschätzung der BPjM nicht gemäß § 131 StGB verboten, sondern bloß „jugendgefährdend“. Nichtsdestotrotz gelten sowohl online (§ 4 Abs. 2 Nr. 2 JMStV) als auch offline (§ 15 JuSchG) Vertriebs- und Werbebeschränkungen. Mit der vorläufigen Indizierung von Dying Light dürfte auch abzusehen sein, dass das Spielejahr 2014, in dem kein einziges Videospiel aufgrund von Gewaltdarstellungen indiziert wurde (wir berichteten), vorerst eine Ausnahme bleiben wird. Bei den zuletzt indizierten Neuerscheinungen – dem am 03.11.2013 veröffentlichten Dead Rising 3 und dem am 23.04.2013 veröffentlichten Dead Island: Riptide – handelt es sich ebenfalls um Titel, in denen der Spieler gegen Zombies antritt – ein für Jugendschützer offenbar problematisches Genre.

Wahlprüfsteine: Positionen der Parteien zu Videospielen

Video- und Computerspiele sind nicht nur in der Mitte der Gesellschaft angekommen, auch die Meinung der Parteien zu diesem Thema interessiert immer mehr Menschen. Bereits 2009 wurde vom Thema Videospiele mit unter dem Slogan „Ich wähle keine Spielekiller!“ ein direkter Bezug zur Bundestagswahl hergestellt. Nicht zuletzt die Schaffung des Deutschen Computerspielpreises und der Politiker-LAN im Bundestag zeigen, dass das öffentliche Interesse am Thema auch durch die Politik bereits erkannt wurde. Zur diesjährigen Bundestagswahl haben wir, der Computerspieler-Verbraucherverband (VDVC), erstmals direkt die Parteien zu Themen befragt, welche die Spielerschaft besonders bewegen. Weiterlesen

Zensur-Jahresüberblick 2012

Die folgende Statistik soll einen möglichst unverfälschten Überblick darüber bieten, welcher Anteil von Videospielen, die sich an Erwachsene richten, aufgrund von enthaltenen Gewaltdarstellungen nicht oder nur unter Auflagen verkauft werden dürfen. Dieses Ziel machte es erforderlich, die gesammelten Daten mit einem gewissen Ermessensspielraum zu analysieren. Auswahl und Aufbereitung der Daten erfolgte anhand einer Vielzahl von Entscheidungen, die an dieser Stelle nicht alle erläutert werden können. Zur groben Orientierung seien drei genannt:

mehr […]

Tabea Rößner, grüne Bundestagsabgeordnete:
„Im Zug spiele ich gerne Bubble Shooter.“

Sie sitzt für die Grünen im Deutschen Bundestag und war als Medienpolitikerin für ihre Fraktion auf der gamescom: Tabea Rößner im Gespräch über Gamespolitik und ihre eigenen Präferenzen. Weiterlesen