Videohinweis: Game Symphony

Im November wurde in Bremen der Game Music Award verliehen. Das Konzert wurde von ARTE aufgezeichnet. Auf deren Webseite Live Web kann die Game Symphony als Stream abgerufen werden.

Die Preisträger des 1. Game Music Awards sind:

  1. Dominik Schuster, München
  2. Konstantin Kemnitz, Leipzig
  3. Paul Schnieber, Bremen

Kleine Anfrage zu Computerspielen: Jugendkulturgut

Das Schleswig-Holsteinische Kulturministerium hat Einblick in seine aktuelle Beurteilung von Computerspielen als Kulturgut gegeben. Sie lässt vermuten, dass man Computerspiele eher im Zuständigkeitsbereich der Jugendministeriums sieht.

Computerspiele genießen seit der Aufnahme des Verbands der Computerspieleentwickler in den Deutschen Kulturrat im Jahr 2008 offiziell den Status eines Kulturgutes. In seiner Antwort auf eine Kleine Anfrage zu Computerspielen als Kulturgut (gestellt von Sven Krumbeck, PIRATEN) betont das von Anke Spoorendonk (SSW) geleitete Kulturministerium zunächst, dass die Anerkennung von Computerspielen als Kulturgut auch durch den Deutschen Computerspielpreis gefördert werde.

Anders als „klassische Kulturgüter“ seien Computerspiele vor allem Produkte der Kulturwirtschaft – und „wie kaum eine andere Sparte (…) [vom] Doppelcharakter geprägt, Kultur- und Wirtschaftsgut gleichermaßen zu sein.“ Der Frage, was die Landesregierung unternehme, um dem Status von Computerspielen als Kulturgut gerecht zu werden, begegnet das Ministerium durch einen Verweis auf „Gefährdungspotenziale“. Diesen werde durch Medienkompetenzerziehung begegnet. Ziel sei es, „Computerspiele mit ihrem durchaus positiven Potenzial darzustellen, gleichzeitig aber auch auf Gefahren hinzuweisen“.

Bücher: laut Schleswig-Holsteinischer Regierung als „klassisches Kulturgut“ weniger Wirtschaftsgut als Computerspiele (Bild: ©Olaf Simons, cc-by-sa)

Insgesamt steht weniger die kulturelle, als mehr die Jugendarbeit im Vordergrund. So ist in die aufgezählten Aktivitäten das Jugendministerium und nicht das Kulturministerium involviert. Dazu passt, dass der Text Computerspiele als „selbstverständliche[n] Teil der Alltagskultur der jüngeren Generation“ bezeichnet. Betont wird die positive Resonanz vonseiten der Jugendhilfe und -bildung. Dieser Fokus setze sich auch in der Arbeit der Bibliotheken fort. Wichtige Grundlage für die Spieleauswahl der Büchereizentrale seien der Deutsche Computerspielpreis, der Kindersoftwarepreis TOMMI und die Comenius-Medaille, Auszeichungen also, die vor allem mit dem Blick auf Kinder vergeben werden.

Angesprochen auf die mögliche Wissensvermittlung durch Computerspiele sieht das Misterium in den Lehrplänen „eine Reihe von Hinweisen“. Da zurm Zeitpunkt der “Drucklegung der Lehrpläne 1997 (…) der Begriff ‹Game› noch nicht geläufig“ war, müsse der Begriff computergestützten Simulation weiter gefasst werden. Zudem gebe es auf dem Medienportal IQSH unterrichtsrelevante Spiele. Zudem habe es im laufenden Jahr Vorträge und Workshops zu „Themen wie ‹Gamedesigning› und ‹Computerspielen im Unterricht›“ gegeben.

Geigen statt Boxen

Der November bietet gleich zwei besondere Termine für Freunde der Game Music. Auch wenn viele bei „klassischer Game Music“ vielleicht an 8Bit Chiptunes denken, sind orchestrale Klänge schon lange nicht mehr aus Videospielen wegzudenken: Die Gefühle, die mit den Instrumenten der Klassik geweckt werden, tragen einen riesigen Teil zur Atmosphäre bei.

Am 10. November findet das Finale des German Gamemusic Award in der Bremer Glocke statt. Die drei Finalisten haben Musik zu The Legend of Zelda und Escapula komponiert. Wer gewinnt, wird vom Publikum gemeinsam mit einer Jury entschieden. Die Auszeichnung erfolgt noch am gleichen Abend. Auch über das Internet kann abgestimmt werden: Radio Bremen und arte liveweb übertragen das Konzert. Neben den Kandidaten für die Auszeichnung wird in der Games Symphony auch Musik aus Angry Birds, Tetris, Bioshock und Advent Rising gespielt.

Am 16. November präsentiert das WDR Rundfunkorchester Köln das Symphonic Game Music Concert. Für das Konzert um 17:00 sind noch Karten erhältlich, das am Abend ist bereits ausverkauft. Gespielt werden im WDR Funkhaus Köln Stücke aus Final Fantasy, The Legend Of Zelda, Star Fox, Gothic 3 und weiteren.

Hamburger Piraten mit Gamespolitik im Wahlprogram

Die Piraten schärfen ihr Profil im Bezug aus Videospiele. Und erfreulicherweise geht es dabei nicht um irgendwelche ollen Kamellen, um gut auszusehen. Auf dem vergangenen Landesparteitag der Piraten Hamburg wurden zwei Forderungen ins Wahlprogramm der Partei aufgenommen, die sie so bisher vom Rest der Parteienlandschaft abheben.

Unter der Überschrift „eSport anerkennen“ fordern die Piraten die Anerkennung des wettbewerbsorientierten Computerspiels (eSport) als Sport. So sollen zum Beispiel Clans leichter als bisher die Möglichkeit bekommen, als gemeinnützige Vereine anerkannt zu werden. Zudem sollen bestehende Sportvereine ermutigt werden, E-Sport in ihr Angebot aufzunehmen.

Zweitens wollen sich die Piraten für den „Erhalt des Digitalen Erbes“ stark machen. Angesprochen wird hier das Problem der kurzen Haltbarkeit von digitalen Medien: Während Bücher und Gemälde Jahrhunderte überdauern können, wird Software, die auf den Markt kommt, schon in einigen Jahren nicht mehr laufen. Das trifft vor allem dann zu, wenn sie nur auf Servern gespeichert ist, die jederzeit abgeschaltet werden können.

Zwar bedeutet die Aufnahme dieser Punkte in ein recht umfangreiches Wahlprogramm noch nicht viel, dennoch kann man hoffen, dass diese wichtigen Anliegen nun mehr Beachtung erreichen können.

Gamescom? Ohne uns.

Aktuell schaut die komplette Gamesbranche nach Köln. Dort veranstaltet der Verband der großen Publisher (BIU) die gamescom. Für viele Gamer ist es das Paradies, doch wir gehen dieses Jahr gar nicht hin[1]. Nachdem wir die letzten Jahre sogar unseren Platz im Rahmenprogramm des Events gefunden haben, wird dieses Jahr niemand für den VDVC am Start sein. Weiterlesen

  1. [1] Ich war sogar in Köln, bin aber am Abend vor Eröffnung der Messe wieder weg.