Der Weg zur Gemeinnutzigkeit

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Patrik
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Der Weg zur Gemeinnutzigkeit

Beitrag von Patrik » Fr 11. Sep 2009, 23:24

Unsere Satzung wurde auf Gemeinnützigkeit ausgelegt, leider ist dem Finanzamt Karlsruhe die Formulierung nicht konkret genug. Es fehlen unter anderem fest definierte Wege, unsere festgelegten Ziele zu erreichen.
Unsere Ziele sind (Zitat aus der Satzung):
  1. Der Verein dient Video- und Computerspielern zur Verständigung untereinander und mit anderen, sodass positive wie negative Erfahrungen im Bezug auf diese neuen Medien besser ausgetauscht und somit Vorurteile abgebaut oder verhindert werden können.
  2. Der Verein fördert die Medienkompetenz von Video- und Computerspielern sowie interessierter Personen. Er versucht hierdurch so weit möglich präventiv gegen negative Auswirkungen durch neue Medien vorzugehen und positive Auswirkungen zu verstärken.
  3. Der Verein fördert die Aufklärung über Techniken, Risiken, Gefahren und Chancen neuer Medien.
  4. Der Verein hilft Organisatoren von Treffen, Versammlungen und sonstigen Veranstaltungen, die Video- und Computerspiele zum Inhalt haben.
(Der letzte Punkt meint nicht nur LANs, sondern auch Info-Veranstaltungen in Schulen und vielleicht Gamer-Demos.)

Die wörtliche Kritik des Finanzamtes wird nachgereicht.

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Milch
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Re: Der Weg zur Gemeinnutzigkeit

Beitrag von Milch » Sa 12. Sep 2009, 02:23

Wollen die vom Finanzamt einfach ein paar Umsetzungsideen von uns haben, oder wie darf ich das verstehen?
Es wär alles nicht so schwer, wenn der Papst katholisch wär.

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Patrik
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Re: Der Weg zur Gemeinnutzigkeit

Beitrag von Patrik » Sa 12. Sep 2009, 09:02

Die wollen, dass es konkreter wird. Im Moment ist das ganze offenbar so auslegbar, als wäre das nicht gemeinnützig gemeint. Punkt 4 wurde von der Sachbearbeiterin z.B. so ausgelegt, dass wir LAN-Partys veranstalten wollen. (Und da eSport in Deutschland im Gegensatz zu Holland und über 30 anderen Nationen nicht als Sport anerkannt ist, langt das nicht.) Dass wir aber auch Informationsveranstaltungen, die über Jugendschutz aufklären, meinen, steht so nicht in unserer Satzung.
Das Problem ist, dass wir bei zu genauer Formulierung auch unseren Handlungsspielraum einschränken. Wenn da z.B. irgendwas von alten Plattformen (zwecks Erhaltung der Kultur, wäre gemeinnützig) steht, dann müssen wir das auch umsetzen und dürfen uns nicht nur auf andere Dinge konzentrieren.

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Re: Der Weg zur Gemeinnutzigkeit

Beitrag von Milch » Sa 12. Sep 2009, 12:22

Ich hab mich mal an nem Anfang versucht:

Bauer87 hat geschrieben:
  1. Der Verein dient Video- und Computerspielern zur Verständigung untereinander und mit anderen, sodass positive wie negative Erfahrungen im Bezug auf diese neuen Medien besser ausgetauscht und somit Vorurteile abgebaut oder verhindert werden können.
    Dies soll durch das Bereitstellen einer mehrzügigen, virtuellen Kommunikationsplattform für alle und auf vom Verband organisierten Treffen geschehen (zu denen natürlich jedweder Interessierte herzlich eingeladen ist). Der aktive Gedanken- und Meinungsaustausch fördert unter dem Leitaspekt der Ausübung eines gemeinsamen Hobbys die Verständigung verschiedener gesellschaftlicher Gruppen und hilft so, falsche Vorstellungen von einander zu reduzieren.
  2. Der Verein fördert die Medienkompetenz von Video- und Computerspielern sowie interessierter Personen. Er versucht hierdurch so weit möglich präventiv gegen negative Auswirkungen durch neue Medien vorzugehen und positive Auswirkungen zu verstärken.
  3. Der Verein fördert die Aufklärung über Techniken, Risiken, Gefahren und Chancen neuer Medien.
    Der VDVC betreibt zu diesem Zwecke Veranstaltungen wie Elternabende/Interessiertentreffen zum Thema "Neue Medien" auf denen durch Diskussionsrunden, Vorträge und die Möglichkeit des aktiven Selbstentdeckens unter Anleitung (zb.: Learning-by-Doing) allen Besuchern neue Medien nähergebracht werden. Hier können sich alle über die Funktion technischer Mechanismen und darüber welche Gefahren durch Unkenntnis auf diesem Felde entstehen, entsprechend bilden.
    (Möglich wäre ja auch zu zeigen wie leicht sich die Internetsperren der Bundesregierung durchbrechen lassen/welche Technik dahintersteckt und wie das in anderen Lämderm funktioniert. Hätte ja auch was von Bildungsauftrag...)
  4. Der Verein hilft Organisatoren von Treffen, Versammlungen und sonstigen Veranstaltungen, die Video- und Computerspiele zum Inhalt haben.
Diese Unterstützung manifestiert sich in der Form planerischer Hilfestellung zu Anfang, und begleitender Aufklärungsarbeit im Rahmen der Veranstaltungen (die angesprochenen Führungen für Interessierte Nichtspieler, Diskussionsrunden mit Teilnehmern aller Richtungen, etc).
(Der letzte Punkt meint nicht nur LANs, sondern auch Info-Veranstaltungen in Schulen und vielleicht Gamer-Demos.)
Gruß, Milch
Es wär alles nicht so schwer, wenn der Papst katholisch wär.

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Re: Der Weg zur Gemeinnutzigkeit

Beitrag von EisBär » Sa 12. Sep 2009, 13:18

hört sich schon echt gut an :) ...
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Re: Der Weg zur Gemeinnutzigkeit

Beitrag von Patrik » Sa 19. Sep 2009, 18:03

Finanzamt hat geschrieben:Computervereine können steuerbegünstigte gemeinnützige Zwecke verfolgen, wenn sie durch Schulungen und Bereitstellung von Infomaterial die Volksbildung im Umgang mit technischen Medien fördern.
§2 Abs 1. und §2 Abs. 2 gehen in diese Richtung, allerdings werden Schulungen, und ähnliches nicht genannt.
Finanzamt hat geschrieben:Auch der gemeinnützige Zweck der Jugendhilfe ist durch das Angebot von vernetzten Computerspielen (Anmerkung: denkt wohl, wir machen einen LAN-Verein) nicht erfüllt. (…) Hierunter fällt auch die soziale und kulturelle Betreuung von Jugendlichen in entsprechenden Räumlichkeiten. Das Angebot ein Computernetzwerk gegen Zahlung eines Eintrittsgeldes zu nutzen, beinhaltet aber keine Betreuung.
Räumlichkeiten haben wir keine. Aber dieser Abschnitt ist eh zu sehr auf LAN-Partys bezogen.
Finanzamt hat geschrieben:§ 2 Abs 1 bis 3 der Satzung enthält keine steuerbegünstigten Zwecke i.S.d. §52 Abs. 2 AO. §59AO ist somit nicht erfüllt. Ferner entspricht die Satzung nicht den Formellen Voraussetzungen der Mustersatzung nach AEAO Anlage 1 zu §60.
http://www.steuerlinks.de/richtlinie/aeao/abs49.html
In der Mustersatzung, auf die §60 AEAO hinweist, befindet sich u.a. die Formulierung „Der Satzungszweck wird verwirklicht insbesondere durch…”. Ich denke, dass uns das helfen wird.

PS: Ich werde diesen Monat noch Rücksprache halten und eine Anpassung überprüfen lassen. Das wird an einem Tag in der Zeit vom 24. bis zum 30.September sein.

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Re: Der Weg zur Gemeinnutzigkeit

Beitrag von Patrik » Mo 28. Sep 2009, 17:08

Für Abs. 4 werde ich dem Finanzamt folgendes Vorschlagen. (Das sollte dann auch die Vorstellung beseitigen, dass wir selber LAN-Partys veranstalten wollen.)
Der Verein hilft Organisatoren von Treffen, Versammlungen und sonstigen Veranstaltungen, die Video- und Computerspiele zum Inhalt haben. Diese Unterstützung manifestiert sich in der Form planerischer Hilfestellung und begleitender Aufklärungsarbeit im Rahmen der Veranstaltungen.
Dann möchte ich einen Abs. 7 ergänzen, der klarstellt, dass wir Schulungen, Infomaterial, etc. ohnehin geplant waren. (Auch wenn es nicht wörtlich drin stand, aber wie soll das sonst passieren?)
Die in Abs. 1 bis 3 genannten Ziele des Vereins werden durch Schulungen und die Bereitstellung von Informationsmaterial verfolgt.

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Re: Der Weg zur Gemeinnutzigkeit

Beitrag von Patrik » Di 20. Okt 2009, 16:05

Mit dem „Jahressteuergesetz 2009” wurde verbindlich die wörtliche Nutzung von Formulierungen aus der Mustersatzung vorgeschrieben. Damit war meine Literatur nicht mehr aktuell, dort wurde immer betont, die Nutzung von Formulierungen der Mustersatzung sei nicht vorgeschrieben.
Satzung091020.odt.bz2
Mit Finanzamt abgesprochene Satzung.
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In dieser Satzung wurden zwei Absätze zum Zweck hinzugefügt. Zweck ist nun (auch wörtlich) die „Förderung der Volksbildung”, dieser Zweck muss durch Schulungen und Informationsmaterial verfolgt werden.

Die Selbstlosigkeit ist nun strenger als zuvor. Mittel dürfen nun nur noch ausschließlich für satzungsgemäße Zwecke genutzt werden. Ferner wurden Formulierungen zur Selbstlosigkeit und zur Auflösung des Vereins geändert.

Gestrichene Worte sind durch Durchstreichung gekennzeichnet, neue Passagen gelb hervorgehoben. Wenn wir unsere Satzung auf diese Formulierung ändern (und uns natürlich auch daran halten), gelten wir auch vor dem Finanzamt als gemeinnützig.

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