Kreatives schaffen vs. Rezipieren

Filme, Späße, etc.
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buzzti
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Kreatives schaffen vs. Rezipieren

Beitrag von buzzti » Di 25. Nov 2014, 22:25

Hier mal ein persönlicher Konflikt, den Ich schon lange mit rumschleppe: Ich lese gerne, schau gerne Filme, spiele Videospiele, höre Musik, schaue Youtube-Kanäle etc. - also ich befasse mich relativ oft mit medialen Inhalten. ABER: In mir ist auch ein tiefes Bedürfnis selbst schaffend zu sein. Z.B. wollte ich schon immer ein eigenes Videospiel erstellen - Ich habe schon als Kind mit Leveleditoren gespielt, später auch einiges mit dem RPG Maker probiert, Jumpnrun Editoren, GameStudio 3D, etc. habe aber leider nie was wirklich zu Ende bringen können (scheiterte immer an den eigenen Qualitätsansprüchen und am fehlenden Durchhaltevermögen). Ich bin auch immer wieder beeindruckt wie sich (zuvor unbekannte) Leute kreativ entfalten auf Youtube - sei es durch Animationskunst, (Impro)-Komedie, oder Musikkollaborationen.

Doch anstatt mal etwas mehr Gitarre zu üben und das eigene Spiel in Angriff zu nehmen, schaue ich mir abends nur die Werke von anderen Kreativen an - womöglich aus Faulheit, Gewohnheit? Meine Erstellen/Rezipieren-Ratio ist einfach viel zu schlecht - und das macht mich fertig :D

Ich rede mich dann wohl raus, dass ich nach meinem 40h Job abends gerne "abschalte" und dort keine großen Projekte mehr beginnen will. ...So, jetzt bin ich wieder an dem Punkt an dem ich meinen Beitrag fast wieder canceln will, weil ich keine Essenz in den Post packen kann...

Jedenfalls, kennt ihr das auch? Dieses Bedürfnis selbst Content, etwas Kreatives zu erschaffen und womöglich nicht die Möglichkeit oder die Überwindungskraft, Willen das auch zu tun? Was meint ihr wie das andere besser lösen? Auch hier gibt es ja Leute die einiges an Content auf die Beine stellen (zB. Rey oder Pyri mit ihren unzähligen News/Blog-Posts).

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Re: Kreatives schaffen vs. Rezipieren

Beitrag von Pyri » Mi 26. Nov 2014, 14:37

Ich hatte vor Jahren mal mit einem Roman zu schreiben begonnen (Unwirklich betrogen). Es sollte zwar kein Hypertext werden, aber wohl doch etwas in Richtung von Andreas Okopenko gehen http://de.wikipedia.org/wiki/Andreas_Okopenko
Also mir geht es da ähnlich: auch mir fehlt es dort an Struktur. Hinzu kommt meine Neigung zum Filmischen: ich sehe in meinem Denken an eigene Fiktionen auch ständig Bilder vor mir, Bilder die bis hin zu Kamerafahrten und diesen entsprechenden Einstellungen schon sehr detailliert sind. Am ehesten ist mir deshalb wahrscheinlich die Lyrik gegeben
Videospielen ist zwar mehr wie Schauspielern, aber auch dort kann ich mich beim Rezipieren gewissermaßen schon etwas entfalten - zumindest ansatzweise. Ich schrieb mal, dass ich schon das Erstellen von Spielständen als kreative Arbeit betrachte - meine Spielstände tragen oft auch sehr lyrische Titel und inszenieren besondere Situationen. Ihr Problem ist schonmal, dass sie als Ausdrucksform sehr flüchtig, kaum repräsentativ und schwer vermittelbar sind.
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Re: Kreatives schaffen vs. Rezipieren

Beitrag von Patrik » Mi 26. Nov 2014, 20:18

Ich hab Leveldesign betrieben, ehe ich zum VDVC kam. Jetzt kann ich programmieren, hab ein Spiel hobbymäßig fertig gestellt, es hat aber keinen Spaß gemacht. Jetzt bastel ich an was neuem. Allerdings stecke ich da weniger Zeit rein als in den VDVC, folglich braucht es Jahre, bis ich da was fertig habe.

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