Michael Pachter von der Wedbush-Versicherung hat hier am Samstag imo eindrucksvoll vorgerechnet, dass mit nur 5% Einbußen aus den Gebraucht-Verkäufen zu kalkulieren wäre:
http://www.gametrailers.com/video/why-a ... ack/730185InvestorInnen würden solchen Medienberichten leider völlig unkritisch gegenüberstehen und allem glauben schenken was ihnen so gesagt wird: Pachter sprach schon früher von Jahrzehnten welche eine Transition von der Produkt- hin zur Dienstleitungsindustrie im Videospielbereich in Anspruch nehmen wird, also wenn dann ist so eine Gebrauchtspiel-Sperre auf Konsolen noch absolute Zukunftsmusik.
Er glaubt bekanntlich auch nicht, dass es überhaupt noch viele Konsolen-Generationen geben wird, auf denen diese relevant sein würde, soll heißen: dem Cloud Computing (und dazugehörigen Set-Top-Boxen) gehört die ferne Zukunft und Videospiele werden dann eher so rezipiert werden wie Filme heutzutage in den USA über Netflix.
Oder wie ich es über Pay-TV wie Sky Go hier in Österreich auch jetzt schon tue ^^
Ich gehe ja weiterhin davon aus, dass der PC-Bereich - über den hier aus meiner Sicht so einzig gesprochen werden kann - nur 10% des Marktes (bei AAA) international mehr ausmacht, aber dabei auch nicht vergessen werden sollte, dass gerade dieser Markt wohl die technische Vorreiterrolle auch in Hinblick auf die Cloud eben zukommt: wenn ich heute "Diablo III" auf meinem Macbook (mit OS X!) im Garten spiele, zu einem Speicherpunkt gelange, und dann im Haus auf meinem Windows-PC genau von dem Punkt aus weiterspielen kann, sogar in einer anderen Sprache, ohne auch nur irgend etwas daran verändern zu brauchen, dann schnuppere ich für mich so frische Zukunftsluft.
Die DRM-Situation am PC hängt zwar - aus meiner Sicht zweifelsohne - vor allem mit der relativ einfachen (Geschichte der) Piraterie auf dieser Plattform zusammen, aber bei diesen 5%, Pachter nennt noch andere, könnte man durchaus auch mal in Frage stellen ob es überhaupt so stimmt was die Industrie behauptet und angeblich wegen der Piraterie alles verliert. Also selbst ich habe da seit Samstag so meine Zweifel und tendiere immer mehr zu (natürlich nur politisch jetzt!) piratischen Positionen in Sachen UrheberInnenrecht.
Problematischer finde ich eher den Installationszwang, den ich am Mac/PC, aber auch der PS3 mittlerweile leider sehr oft*, habe: ich bin ja noch so alt, dass ich mich daran erinnern kann wie Videospiele ohne Installationszwang ausgekommen sind. In den 90ern am PC hab ich mich daran dann zwar auch schon gewöhnt, aber in den letzten Jahren - nachdem ich diesen einen Windows-Ordner da entdeckt habe -, kommt das für mich nach Möglichkeit eben (wieder) nicht mehr in Frage.
Und so um 1990 - da spricht jetzt der Historiker in mir - als dieser Zwang eingeführt wurde gab es keine Kampagnen wie heutzutage gegen DRM: warum nicht? Wegen der Kommunikationsbasen (kein Internet, weniger "Whiner" und mehr "Complainer" wie Pachter sagt)?
* So würde ich mich etwa für eine Kampagne einsetzen die keinen Installationszwang auf der 720 fordert, aber da wäre ich hier wohl (auch) allein...