Legalisierung von Modding

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TheRealBlack
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Re: Legalisierung von Modding

Beitragvon TheRealBlack » So 30. Aug 2015, 00:21

Hi,

habe leider erst jetzt gesehen, dass das Thema aufgegriffen wurde.

Es geht bei Mods um drei Punkte:

Erstens das Content (Re-)Mixing vgl Batman in Skyrim es gibt ja einige Mods welche hier gleich mehere Urheberrechte "verletzen"
und zweitens das Bestrafen von nutzern wie bei GTA oder Dying Light welche dann den Zugriff auf ihre Accounts verloren haben.
In Zukunft sollten wir auch das Thema Bricking von Konsolen oder Accounts in Betracht ziehen.

Der letzte Punkt ist das Digitale Erbe welches durch Mod Verbote und die Verhinderung von Community Patches die digiale Kunst sterben lässt. Wie viele Klassiker kennt man auf GOG welche von Fans liebevoll gepatched wurden um auf heutigen Maschienen zu laufen? Einige, aber wieviele der aktuellen Spiele werden in 15-20 Jahren noch laufen? Keine? Mit den ganzen Aktivierungsservern und DRM Systemen oder erzwungenen Multiplayerelementen werden einige Spiele einen traurigen Tod sterben.

Wenn eine "Mod" das Multiplayerspiel stört aka Godmod, Wallhack usw sollte man hier nur die Möglichkeit haben dürfen genau dieses Featrue zu unterbinden also solange eine Modifikation entdeckt wurde den Spieler von Onlineinhalten ausschließen, aber nicht ihm den Zugang zu seinen Account zu untersagen usw. In vielen EULA gibt es im gunde keine Regelungen für diesen Fall welcher auf einer Rechtslage beruht. Man sollte für die zukunft hier Regeln definieren und nicht den publishern das überlassen.

Relevant -> secuROM und Verfallsdatum: viewtopic.php?p=15848#p15848

Wenn sich Publisher, Entwickler und 3rd Party nicht verantwortlich fühlen sollte man eine Rechtsgrundlage und einen Schutz für die Modder, Cracker usw bereitstellen, damit diese nicht in die dunklen Ecken getrieben werden. Aus der Ecke kommen dann Mods und Tools mit Viren usw. dass schadet den Gamern dann auch wieder.
Happy Coding.

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marcymarc
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Re: Legalisierung von Modding

Beitragvon marcymarc » So 30. Aug 2015, 13:24

Gesetzlich wird es sehr schwierig werden, dort eine klare Unterscheidung zwischen "gutem" modding und hacking zu finden. Was der eine als schädlich ansieht, sieht der andere als nachvollziehbare Codeergänzung. Mangels Unterscheidung, was genau welche Mod macht, kann man Entwicklern kaum eine 100% Prüfung aller Modinhalte zumuten (siehe generelles online Mod Verbot von Rockstar - auch für Texturen). Und ohne Anpassung des Urheberrechts in Richtung fair use (z. B. auf EU Ebene) gibt es derzeit überhaupt keinen Weg um die Lizensierung durch den Urheber herum.

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Re: Legalisierung von Modding

Beitragvon Pyri » Mo 31. Aug 2015, 00:53

TheRealBlack hat geschrieben:...

Es geht bei Mods um drei Punkte:

Erstens das Content (Re-)Mixing vgl Batman in Skyrim es gibt ja einige Mods welche hier gleich mehere Urheberrechte "verletzen"

Dazu kann ich auch was aus der Konsolenwelt ergänzen: früher fuhr ich in "Forza Motorsport" (Microsoft Xbox) öfters einen Wagen mit einem Motiv aus dem Film "Die Schwester der Königin". Manche sollen in dem Rennspiel gar nicht fahren, sondern nur Wagen bemalen.
Mittlerweile scheinen jedoch selbst abstraktere Fan-Fahrzeuge gelöscht zu werden - zumal diese ja nicht monetarisiert werden können. Das ist eine auf jeden Fall beunruhigende Entwicklung find ich, zumal die Verwendung von urheberrechtlich geschütztem Promomaterial rechtlich kaum über Fair Use hinausgehen dürfte, so wie auf (anderen) Internetseiten.
Grundsätzlich würde ich das jedoch nicht etwa unter Modding subsumieren, das ja eher an der Software selbst Veränderungen vornimmt, sondern unter User Generated Content und den dortigen Umgang mit Rechten Dritter zusammenfassen, siehe diverse Fan-Spiele und die Einstellungen von deren Entwicklung (zuletzt etwa beim "Resident Evil 2"-Remake).
Berichte wie den verlinkten zu "Dying Light" halte ich dennoch weiterhin für nicht stichhaltig. Ich habe das auf Reddit natürlich auch verfolgt https://www.reddit.com/r/dyinglight/com ... abuse_the/ Zunächst ging es da um eine Verhinderung von Cheats, dann wurde auf US-Recht bestanden - obwohl das Spiel in Polen entwickelt wurde - alle Behauptungen sehr widersprüchlich. Also wo immer da die Server stehen und wer sich zuständig fühlt - die Rechtsberatungen der Konzerne sind erfahrungsgemäß sowieso nicht immer die nachvollziehbarsten: grundsätzlich kann ein User wohl immer gesperrt werden, wenn ein angeblich ungebührliches Verhalten vorliegt. Insofern würde ich die Bans auch eher so sehen, selbst wenn sich etwa auch Rockstar auf Mods ausredet. Ich würde da eher versuchen mit der Kreativität des Einzelnen zu argumentieren - bei einer Firma wie Rockstar die an sich schon mit Verfremdungen realer Marken arbeitet, mutmaßlich um keine Schwierigkeiten zu bekommen, dürfte das jedoch schwierig werden.
Hierfür wird etwa auch nicht beim zuständigen Konzern angefragt worden sein: https://en.wikipedia.org/wiki/Green_Coca-Cola_Bottles
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Re: Legalisierung von Modding

Beitragvon marcymarc » Fr 11. Sep 2015, 10:40

Zur Diskussion siehe auch hier den Kommentar (und folgende Kommentare) zur Abschaltung von SafeDisc und SecuROM in Windows. Denkbar wäre eine gesetzliche Begrenzung der Laufzeit für DRM und Kopierschutz bzw. das Modden im Sinne zu erlauben, Software aktuell zu halten.


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