Fragen an Martin Lorber (EA) für gamescom-Treffen

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Patrik
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Fragen an Martin Lorber (EA) für gamescom-Treffen

Beitragvon Patrik » Mi 16. Aug 2017, 21:13

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„What we became convinced of, is that Linux really is the future of gaming“ – Gabe Newell (Valve)

Rigolax
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Re: Fragen an Martin Lorber (EA) für gamescom-Treffen

Beitragvon Rigolax » Do 17. Aug 2017, 16:35

Weiß nicht, ob's noch themenrelevant ist, aber die Frage nach einer "SPIO/JK" für Spiele ("BIU/JK") wäre mMn immer noch interessant. EA als BIU-Mitglied könnte vielleicht sagen, ob's da schon mal Bestrebungen gab und ob das irgendwann passieren könnnte.

Hintergrund vor allem Rechtssicherheit, die so ein Gutachten nach diversen Anwaltsmeinungen verspricht, und damit bestimmte Veröffentlichungen ermöglichen würde. Vor allem natürlich wäre das eine Lösung bei der Geoblock-Problematik bezogen auf Nazi-Symbole wie Wolfenstein.

SPIO/JK-Filme, denen vorher die FSK-Freigabe verwehrt wurde, werden immerhin auch bei Media Markt verkauft. http://www.mediamarkt.de/de/product/_he ... 47475.html

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Re: Fragen an Martin Lorber (EA) für gamescom-Treffen

Beitragvon Pyri » Fr 18. Aug 2017, 00:31

Na ja, ich würde das eher so formulieren:

- Die letzten von Electronic Arts (EA) produzierten Titel ohne USK-Kennzeichen waren 2012 "Syndicate" und Anfang 2013 ohne Anpassungen das letze "Army of TWO"-Spiel, "The Devil's Cartel" (internationale Version).
Das 2011 auch in einer eigenen USK-Fassung von EA herausgegebene "Bulletstorm" wurde kürzlich von Gearbox Software in seiner internationalen Version auch in Deutschland neu publiziert und ist nicht mehr indiziert.
Zufall, Glücksfall, oder heißt das, dass EA nun keine Spiele mehr entwickeln oder veröffentlichen wird, die möglicherweise die deutschen Indizierungskriterien erfüllen - beziehungsweise orientiert sich EA jetzt schon im Entwicklungsprozess daran?
Und falls ja: ist dies als ethische Entscheidung zu betrachten, in Hinblick auf eine verbesserte Öffentlichkeitarbeit und die angenommene, verbreiterte Akzeptanz von digitalen Spielen in der Gesellschaft, oder könnte etwa eine erhöhte Rechtssicherheit in diesem empfindlichen Bereich des Jugendschutzes und Strafrechts in Deutschland (zum Beispiel durch Schaffung einer die Branche repräsentierenden, entlastenden JuristInnenkommission) auch eine Rückkehr zu potentiell jugendgefährdenden Inhalten bedeuten? -
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Re: Fragen an Martin Lorber (EA) für gamescom-Treffen

Beitragvon marcymarc » Fr 18. Aug 2017, 07:16

Passend zur Frage an Frau Barley bzgl. Glücksspiel/Mikrotransaktionen in Games, würde ich hier gerne einmal die Perspektive der Industrie hören. Werden Kinder gezielt angesprochen? Sind Mikrotransaktionen notwendig? Was tun die Firmen, um sich zu vermeiden oder fördern sie die sogar explizit?

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Re: Fragen an Martin Lorber (EA) für gamescom-Treffen

Beitragvon Pyri » Fr 18. Aug 2017, 15:19

marcymarc hat geschrieben:Was tun die Firmen, um sich zu vermeiden oder fördern sie die sogar explizit?

??? Mikrotransaktionen werden doch industriell angeboten (!). Ganze Spiele von EA (wie alles mit einem "Ultimate Team" - Madden, FIFA, NHL und NBA) sind darum aufgebaut worden. Oder soll darunter präziser (auch) Goldfarming fallen - dagegen wurden doch schon viele Maßnahmen ergriffen, dürfte die MMO-Branche insgesamt aber auch machtlos sein.
Was kann mit "Mikrotranskationen" so also überhaupt gemeint sein?
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Re: Fragen an Martin Lorber (EA) für gamescom-Treffen

Beitragvon marcymarc » Fr 18. Aug 2017, 16:32

Oh, da hast das swypen im Handy nicht funktioniert und einiges überschrieben....Was tun die Firmen, um zu vermeiden, dass Kinder zu viel ausgeben, oder fördern sie dies sogar explizit?

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Re: Fragen an Martin Lorber (EA) für gamescom-Treffen

Beitragvon Rigolax » Fr 18. Aug 2017, 20:01

Passend dazu Lorber in der BPjM-Aktuell:

Wie kann man Kinder und Jugendliche am ehesten dazu bringen, digitale Spiele angemessen und gewinnbringend zu nutzen?


http://www.bundespruefstelle.de/Redakti ... dienschutz

Okay, war anders gemeint von ihm. ;)

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Re: Fragen an Martin Lorber (EA) für gamescom-Treffen

Beitragvon Rey Alp » Sa 19. Aug 2017, 11:49

- "Alte Spiele": Gibt es ein Vermarktungskonzept? - EA widmet sich - wie 2015 im Blog Spielkultur in zwei Beiträgen beschrieben - eineseits der Archivierung seiner Titel, wobei auch die Erhaltung in einem spielfähigen Zustand Aufgabe ist. Andererseits wird bei vielen Spielen der Betrieb eingestellt, wenn sich dies aus Sicht von EA nicht mehr lohnt. So unter anderem bei "Need for Speed: Online", "Battlefield Heroes" und "FIFA World". Manche Klassiker wie "Sim City 2000" und "Dungeon Keeper" sind bei Origin oder auch GOG.com erhältlich, während andere wie "Battlefield 1942" nicht mehr erhältich sind. Auf Spieler wirkt es nicht so, als ob EA hier ein einheitliches Konzept bei dem Umgang mit der Vermarktung alter Spiele hätte - manch ein Angebot wirkt eher noch wie ein "Testballon".

  • Trifft dazu zu? Gibt es bei EA Bestrebungen, ältere Spiele systematisch für eine Nutzung mit heutiger Hard- und Software aufzuarbeiten oder bei Neuentwicklungen auch eine Nutzung über den Tag hinaus zu ermöglichen, aber der EA an der Vermarktung kein Interesse mehr hat?

- Geplante Obsoleszenz? - Aus Nutzerperspektive hat es teilweise den Anschein, dass speziell bei manchen Spielereihen der Support der Vorgänger nur deswegen eingestellt wird, weil die Nachfolger produziert wurden und nun vor Konkurrenz geschützt werden und von den Nutzern der Vorgänger gekauft werden sollen. Es erscheint so, als ob bei manchen Spielen gar nicht beabsichtigt ist, dass sie von den Spielern noch in 10 Jahren genutzt werden - insbesondere, wenn EA hieran kein Geld verdienen würde. Ausnahmen sind beispielsweise das auf monatlichen Gebühren abstellende "Ultima Online", das immer noch erhältlich ist. Auch bei Free2Play-Spielen mit Bezahlinhalten dürfte eigentlich eine längere Nutzung drin sein, weil Geld durch die Nutzer ja gerade nur dann ausgegeben werden kann, wenn sie das Spiel nutzen können.

  • Als jemand, der mit dem EA-Produktportfolie nicht ganz vertraut ist: Hat sich EA von Free2Play-Spielen im PC-Bereich verabschiedet? Aus welchen Gründen? rechnet sich das einfach nicht? Ist das allgemein ein Problem, oder ein besonderes bei EA?
  • Findet man sich bei EA damit ab, dass Spiele wie "Battlefield 1" nicht "für die Ewigkeit" produziert zu sein scheinen? Sind Ideen, wie man auch solche Spiele dauerhaft monetarisieren kann (Bezahlinhalte bzw. ingame-Käufe, Abomodelle etc.), von der Community nicht angenommen worden, so dass EA letztendlich keine andere Wahl hat? Oder wurde das gar nicht versucht? Warum nicht?
  • Gibt es ältere EA-Klassiker wie "Sim City 2000", die durchaus noch gefragt sind? Es besteht ja bei Spielen eigentlich keine Notwendigkeit, diese aus dem Programm zu nehmen: Bei Brettspielen wird ja beispielsweise auch nicht aufgehört "Monopoly" zu produzieren und zu verkaufen, nur weil es jetzt Funkenschlag gibt. Oder ist es bei Videospielen so, dass das Angebot und Erhalten alterer Spiele wirklich eher eine Liebhaberei ist und sich finanziell nicht lohnt?

- Größere Vielfahlt - Aus Spielerperspektive hat der (beinahe?) Monopolist Valve es geschafft, dass das Angebot von Spielen vielfältiger, kreativer, unabhängiger und "zeitloser" geworden ist oder zumindest so erscheint: Es gibt viele beliebte Spiele, die den Schwerpunkt nicht auf Grafik, sondern auf den Inhalt bzw. das Spielkonzept legen. Titel wie "Papers, please", "Prison Architect", "Kerbal Space Programm" oder "Faster Than Light" dürften über Steam weitaus mehr Menschen erreichen, als bei Verhältnissen wie in den 2000ern. Dagegen gab es früher phasenweise Zeiten in denen es so aus sah, als ob die halbe Branche nur noch WWII-Shooter produzieren würde.

  • Macht EA auch derartige Beobachtungen über die Entwicklung der Branche? Ist der Spielemarkt vielfältiger geworden? Reagiert EA darauf, und wenn ja wie?

- Indizierte Spiele - Die jährliche VDVC-Zensurübersicht zeigt, dass diese diesen Namen mittlerweile kaum noch verdient: In den letzten Jahren ist der Anteil der Videospiele, die nicht ungeschnitten eine USK-Kennzeichnung erhielt, erheblich zurückgegangen. Von öffentlichkeitswirksamen Ausnahmen wie "Der Pate II" und "Command and Conquer: Generals" ist EA unter den indizierten Spielen jedoch auch in der Vergangenheit kaum vertreten gewesen.

  • Ist das eine bewusste Entscheidung von EA, für Erwachsene allein solche Spiele zu produzieren, die auch einem Kind zugemutet werden könnten? Oder ist die Kennzeichnungspraxis der OLJB schlicht mittlerweile so liberal geworden, dass selbst kontroverse Titel heute einen Ausblick auf zumindest das "ab 18" haben?
  • Wie frei ist EA bei der Frage, ob sie potentielle Indizierungskandidaten produzieren? Es heißt, dass z. B. Microsoft auf der Xbxox für das jeweilige Land nur Spiele mit (USK-) Kennzeichnung duldet. Und über den BIU heißt es, dass dessen Mitglieder sich verpflichten würden, nur geprüfte Titel anzubieten. Ist dem so?
  • Hätte EA die Möglichkeit und Interesse, an einer SPIO-JK-Prüfung für Videospiele?

- Verbraucherrechte garantieren - Bei den Online Service Updates wird veröffentlicht, welche Angebote durch EA eingestellt werden. Bei Titel mit Bezahlinhalten hieß es in der Vergangheit lapidar, "Refunds will not be available for purchases made toward these titles". In den Nutzervereinbarungen heißt es, "EA kann einen EA-Service jederzeit mit einer Mitteilungsfrist von dreißig Tagen [...] auf der Service-Update-Seite der Website von EA (https://www.ea.com/de-de/service-updates) beenden".

  • Glaubt EA, dass diese Bestimmungen mit dem deutschen Verbraucherschutzrecht vereinbar sind? Dürfte nicht ein Käufer einer Nutzungslizenz von "Battlefield 1" nach dem allgemeinen Sachmängelgewährleistungsrecht (§§ 453, 438 BGB) erwarten dürfen, dass diese ab Erwerb zumindest zwei Jahre uneingeschränkt nutzbar ist? Und auch, dass wenn ich z. B. ein "Battlefield 1 Battlepack" mit neuen Skins kaufe, das ich diese dann im Spiel für mindestens zwei jahre nutzen kann und das Spiel nicht 31 Tage nach meinem Kauf dicht gemacht werden kann?
  • Wenn EA ein Spiel einstellt und bei dem Nutzer eines solchen Spiels der Kauf des Spieles selbst oder der von Zusatzinhalten noch keine 2 Jahre zurückliegt - kann der Spiele hier eine anteilige Kaufpreiserstattung erwarten - beispielsweise wenn das Spiel schon noch 1 Jahr Nutzung nicht mehr zu nutzen ist, die Hälfte des Kaufpreises? Warum nicht, und haält EA das für legal?

Gibt es auch eine Möglichkeit, mit anderen Publishern als EA zu reden? Bei indizierten Spielen sind ja z. B. andere stärker vertreten.

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Re: Fragen an Martin Lorber (EA) für gamescom-Treffen

Beitragvon Patrik » Di 22. Aug 2017, 17:04

Rey Alp hat geschrieben:Gibt es auch eine Möglichkeit, mit anderen Publishern als EA zu reden? Bei indizierten Spielen sind ja z. B. andere stärker vertreten.


Da haben wir keinen Termin, da muss man dann gucken, ob sich was ergibt.
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