Mindeshaltbarkeitsdatum für Videospiele

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Patrik
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Mindeshaltbarkeitsdatum für Videospiele

Beitragvon Patrik » So 28. Nov 2010, 19:55

Gestern gab es ja auf der Mitgliederversammlung eine recht breite Diskussion um DRM. Ein Thema war dabei auch, dass sich alte Spiele mit Onlinezwang nicht mehr nutzen lassen, sobald der Publisher das entscheidet. Dabei sind vor allem Spiele, die nicht nur aktiviert werden müssen, sondern ausschließlich unternehmenseigene Server bieten, betroffen: Diese sind teuer im Betrieb, so lohnt es sich schon schnell nicht mehr, sie am Netz zu lassen. (Siehe insbesondere „All Points Bulletin“: Auf der gamescom gab es noch groß Werbung, jetzt lässt es sich nicht mehr spielen.)

An dieser Stelle wäre es eine Überlegung wert, ein Mindeshaltbarkeitsdatum für Videospiele zu fordern. Sprich: Ein Datum, bis dem die Server definitiv am Netz bleiben werden. Das hat nicht nur den Effekt, dass die Kunden vorher wissen, was sie kaufen, sondern rückt auch die Vergänglichkeit von Programmen mit DRM-Maßnahmen ins Bewusstsein der Käufer.

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Re: Mindeshaltbarkeitsdatum für Videospiele

Beitragvon gordon-creAtive.com » So 28. Nov 2010, 22:18

Das halte ich für eine sehr gute Idee. Als aktuelles Beispiel "gefährdeter" Spiele lässt sich bestimmt Black Ops anführen, jedenfalls im hinblick auf den Multiplayer-Modus, wo es nur offizielle und gemietete Dedicated Server gibt.
Gibt es noch weitere Beispiele, bei denen eben solches schon passiert ist? Wahrscheinlich trifft das vor allem MMORPGs, mir fällt aber gerade keins ein.

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Re: Mindeshaltbarkeitsdatum für Videospiele

Beitragvon EisBär » Mo 29. Nov 2010, 00:44

Also ich muss sagen das ich die Idee nicht gut finde! Spiele sollten weder mit DRM noch mit einem Haltbarkeitsdatum auf einen Zeitraum beschränkt werden! Spiele sollten jederzeit spielbar bleiben ...!
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Re: Mindeshaltbarkeitsdatum für Videospiele

Beitragvon Modgamers » Mo 29. Nov 2010, 00:58

EisBär hat geschrieben:Also ich muss sagen das ich die Idee nicht gut finde! Spiele sollten weder mit DRM noch mit einem Haltbarkeitsdatum auf einen Zeitraum beschränkt werden! Spiele sollten jederzeit spielbar bleiben ...!


Ja, dies lässt sich aber wohl nicht so leicht umsetzen. Diese Forderung sollte selbstverständlich an erster Stelle stehen. Wenn das aber nicht geht, dann sollte es eben ein Mindesthaltbarkeitsdatum geben.

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Re: Mindeshaltbarkeitsdatum für Videospiele

Beitragvon Patrik » Mo 29. Nov 2010, 10:43

EisBär hat geschrieben:Also ich muss sagen das ich die Idee nicht gut finde! Spiele sollten weder mit DRM noch mit einem Haltbarkeitsdatum auf einen Zeitraum beschränkt werden! Spiele sollten jederzeit spielbar bleiben ...!

Die Angabe eines MHD soll ja dazu führen, dass die Kunden das Problem von DRM-Systemen und nicht verfügbaren Community-Servern erkennen. Es ist ja de facto heute so, dass Spiele ein (unbekanntes) Verfallsdatum besitzen – und das sollte bitte auch offen zugegeben werden, noch vor dem Kauf und auf der Verpackung vermerkt. Wenn Hersteller kein solches Datum angeben möchten, kann natürlich gerne auf DRM verzichtet werden. The Witcher 2 zeigt ja, dass dieser Weg immer noch möglich ist.

Beispiele wären Halo und sämtliche anderen XBox-Multiplayer-Titel (Das erste XBox Live ist eingestellt worden). Black Ops (und MW2) sind mittelfristig bedroht, gleiches gilt natürlich für Titel mit UPlay und dem neuen Battlenet. MMORPGs sind natürlich immer betroffen, sobald sich der Serverbetrieb nicht mehr lohnt. Als Aufhänger könnte man daher eventuell das neuen WoW-Addon nehmen. Das kommt in gut einer Woche, ist sehr bedeutend und es wird definitiv auch in Mainstream-Medien darüber berichtet werden. Da die Lage bei einem MMORPG ohnehin relativ klar ist, wird unsere Forderung auch nicht als abstrakt gesehen werden.

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Re: Mindeshaltbarkeitsdatum für Videospiele

Beitragvon Modgamers » Mo 29. Nov 2010, 13:13

Nun, in diesem Fall könnte man überlegen, ob man mit dem Verbraucherschutz zusammenarbeitet. Die haben ja auch damals Valve abgemahnt, weil es vorher keinen Hinweis gab, dass man das Spiel mit Steam registrieren muss, man also zwingend einen Internetanschluss braucht.

Dies hier scheint in eine ähnliche Richtung zu gehen und da es ja alle Konsumenten angeht, wäre es einen Versuch wert.

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Re: Mindeshaltbarkeitsdatum für Videospiele

Beitragvon Patrik » Mo 29. Nov 2010, 13:25

@Modgamers: Du meinst den Verbraucherzentrale Bundesverband? Wenn es darum geht, so etwas gerichtlich durchzusetzen, brauchen wir definitiv einen finanzkräftigen Unterstützer. Ich sehe es aber als unsere Aufgabe, das Problem bekannt zu machen und eine Regelung einzufordern. Hierfür sind wir als Verbraucherverband für Computerspieler einfach der richtige Akteur.

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Re: Mindeshaltbarkeitsdatum für Videospiele

Beitragvon Modgamers » Mo 29. Nov 2010, 21:19

Ich wollte nun nicht wirklich eine gerichtliche Einigung erzwingen, es ging hier eher um "ungezwungene" Zusammenarbeit (k.a. wie ich das anders ausdrücken soll), um etwaige Synergieeffekte zu nutzen. Ansonsten sollte man es nicht nur fordern (Sprich in die News stellen), sondern damit mal z.B. zu EA Deutschland gehen und mal anfragen was die davon halten.

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Re: Mindeshaltbarkeitsdatum für Videospiele

Beitragvon Pyri » Di 30. Nov 2010, 07:42

Modgamers hat geschrieben:... Die haben ja auch damals Valve abgemahnt, weil es vorher keinen Hinweis gab, dass man das Spiel mit Steam registrieren muss, man also zwingend einen Internetanschluss braucht.
...


Wie? Wo soll da kein Hinweis gewesen sein - im Gegenteil, das stand ja wohl auf jeder Half-Life-2-Verpackung klipp und klar drauf. So auch auf meiner von genau 2004
Na selbstverständlich.

Der erste größere MMO-Erfolg war Ende 1997 Ultima Online. Erinnere mich auch an MMO-Werbung in deutschen Spielezeitschriften von noch aus der Zeit davor
Das war im Übrigen auch jene Zeit wo sich diverse Unterhaltungsindustrien im Internet etabliert haben werden - welche bei denen DRM Sinn macht, irgendwie, irgendwo, irgendwann - wie eben Videospiele, so wie Andere, wo das nicht (so) der Fall ist. Die Anderen welche es versucht haben, wie Videoportale, sind allesamt glänzend gescheitert. So wollte im Erotikbereich dem Vernehmen nach niemand damit etwas haben - regelrecht absurd heute dort etwas so verkaufen zu wollen. Das ist nur mehr etwas für das Verleihgeschäft...

Nachtrag: DRM auf Bilder ist mir gleich gar keines bekannt. Lediglich auf Plattformen wie Facebook oder Flickr werden Bilder so angelegt, dass sie nicht kopierbar wären - was jedoch auch auf den Browser ankommt.
Hier im Safari ist auch davon alles einfach verschiebbar, und wenn (doch) nicht lassen sich immer noch Screenshots machen.
Soweit ich weiß unternimmt Google bei Youtube auch nichts gegen die exorbitanten Download-Möglichkeiten solcher und anderer Stream-Seiten. Einfach weil es keinen Sinn macht.
Wurden diese grundsätzlichen Ideen hier denn gar nicht bedacht???

Einmal bitte über den Tellerrand in andere Bereiche blicken! Du meine Güte, wir leben in einer Welt in der für vergoldete virtuelle Sachen im Playstation Home bis zu 15 Euro oder sogar noch mehr verlangt werden, sowie wohl auch bezahlt. Lebt der VDVC denn in einer Anderen?

Und ja, jedes MMO hat so formal wohl DRM integriert. DRM ist halt auch nicht bloß etwas wie Securom oder Steam, sondern mitunter eine eigene Form der Kommunikation bei Videospielen - zumindest bei Anwendung eines erweiterten Begriffes davon: Videospiele sind nichts wie Bilder, Musik oder Videos (allein). Bei Letzteren macht DRM deshalb kaum Sinn, weil sie sich dadurch nicht transportieren lassen, außer es gibt eine dazugehörige Plattform wie etwa iTunes die vielfältige Möglichkeiten diesbezüglich bietet. Wo viele Sachen auch einfacher gehen als anderswo. Deshalb wird Musik etwa sonst mittlerweile (auch) DRM-frei verkauft, weil andere AnbieterInnen keine entsprechende Plattform vorweisen können
Bei Videospielen gibt es diese Plattformen hingegen mannigfaltig. Das (Un-)Recht auf private Sicherungskopien ist auf der Welt zudem mitunter höchst unterschiedlich geregelt. Und die deren Plattform nicht ankommt, aber dennoch darauf setzen werden sowieso sehen wo sie damit bleiben - andere verkaufen Games auch DRM-frei, vor allem Alte.

Hier tut man ja gerade so als wären die letzten zumindest dreizehn Jahre spurlos vorübergegangen.

Bei welchem kommerziell gescheiterten MMO ist es einer Community denn bislang gelungen eigene Server-Strukturen längerfristig aufzubauen? Und zu welchen Preisen? Gar kostenlos...

Wie sollen denn marode MMO-Firmen hier zu was gezwungen werden? Ein Richard Garriott nach "Tabula Rasa", Lord British lacht aus dem Weltraum über diesen Vorschlag, "Hellgate: London", wenn ein Bill Roper sich wegen derlei lächerlichen Illusionen mit seinem gescheiterten Projekt einzementieren müsste, usw. usf.
So wird jeglicher Fortschritt und jede distributive Vielfalt in mindestens diesem Bereich zunichte gemacht.
Dann wird es in Hinkunft in Deutschland eben nicht nur keine (allzu explizit) gewaltdarstellenden Spiele mehr geben, sondern auch keine die auf solche Strukturen angewiesen sind.
Wie eben MMOs: dem Christoph Hirte wird es freuen - endlich ein Computerspielgift (wieder) weniger...

Finde es jedenfalls mehr als naiv beim "Unsinn DRM" bloß an das Interesse auf erfolgreiches Filesharing geschützter Titel zu verweisen, wie bei EA's "Spore". DRM ist mehr. Viel mehr
Damit möchte man nicht nur Kunden gängeln, sondern auch behalten - DRM auf Steam beispielsweise ist sowohl Marketing als auch Kultur, allein über die Rabatt-Events - selbst wenn das hier, aus welchen Gründen auch immer, von Niemanden verstanden werden sollte... Einfach auch weil die Interessen scheinbar völlig woanders liegen. In einer anderen Welt offenbar.
Gamertag: Pyri80 PSN: Pyri Steam: pyri "Der, der aus Verzweiflung hinausrennt, wird nachher noch betitelt: 'den hab'n wir los jetzt'." Thomas Bernhard

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Re: Mindeshaltbarkeitsdatum für Videospiele

Beitragvon Modgamers » Di 30. Nov 2010, 10:49

Pyri hat geschrieben:
Modgamers hat geschrieben:... Die haben ja auch damals Valve abgemahnt, weil es vorher keinen Hinweis gab, dass man das Spiel mit Steam registrieren muss, man also zwingend einen Internetanschluss braucht.
...

Wie? Wo soll da kein Hinweis gewesen sein - im Gegenteil, das stand ja wohl auf jeder Half-Life-2-Verpackung klipp und klar drauf. So auch auf meiner von genau 2004
Na selbstverständlich.


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