Links zur Presse (Stigma) #8

Falschdarstellungen und Vorurteile
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Links zur Presse (Stigma) #8

Beitrag von Rigolax » Di 24. Sep 2019, 17:19

https://www.spiegel.de/netzwelt/web/for ... 88303.html Analyse von Markus Böhm bei SPON zu der aktuellen Bewertung von Mobile-Spielen durch Stiftung Warentest.

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Re: Links zur Presse (Stigma) #7

Beitrag von Rigolax » Do 26. Sep 2019, 11:11

https://www.spiegel.de/netzwelt/games/u ... 88394.html Der Abschnitt "Rotes Blut wird lila" ist ja meines Erachtens Verhöhnung von Opfern staatlicher Gewalt.

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Re: Links zur Presse (Stigma) #8

Beitrag von Rigolax » Fr 18. Okt 2019, 12:02

https://www.stuttgarter-zeitung.de/inha ... 34dc4.html
Was passiert bei einer erfolgreichen Indizierung?
Sollte das Indizierungsverfahren gegen „Coin Master“ dennoch erfolgreich sein und das Spiel als Glücksspiel eingestuft werden, müsste sichergestellt werden, dass nur noch Menschen ab 21 Jahren Zugang zu dem Spiel bekommen, sagt Buttler.
Oliver Buttler, Abteilungsleiter für Telekommunikation, Internet und Verbraucherrecht in der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg
A) Stuft die BPjM nichts als Glücksspiel ein; diese Kompetenz haben die nicht. B) Wäre das, wenn es Glücksspiel wäre, was nach der Rechtslage quasi ausgeschlossen ist, ab 18. Außer in Bayern und Baden-Württemberg sind auch Spielbanken ab 18, nicht 21. https://de.wikipedia.org/wiki/Spielbank#Allgemeines

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Re: Links zur Presse (Stigma) #8

Beitrag von Pyri » Fr 18. Okt 2019, 14:11

Mich wundert schon, dass da ein Verfahren offenbar überhaupt eingeleitet wurde. Glücksspiel ist eine Dienstleistung, kein Medium. Als solche weit eher mit Prostitution vergleichbar, als irgendeiner Darstellung (von Glücksspiel - oder auch nur materieller Kultur).
Insofern wäre eher die Plattform, Infrastruktur, wo das angeboten wird, zu belangen, also Apple oder Google. Das Angebot selbst wäre illegal, rechtswidrig, jugendschutzrelevant, und kein Inhalt. Die OLJB müssten da medienfern auftreten, das heißt weder über die Bundesprüfstelle noch die Freiwilligen Selbstkontrollen - genau so verstehe ich auch das Gesetz in Belgien.
Insofern beim Titel "Coin Master" sich etwas nicht grundlegend unterscheidet, also gegenüber Fut, Mut und den anderen üblichen Verdächtigen, handelt es sich um ein Angebot das in erster Linie mit der Tombola auf einer Kirmes vergleichbar ist: es werden dort formal Lose verkauft welche zweifellos auch in Deutschland im weiteren Sinn als Vergnügen gelten, zumal Tombolas auch häufig einen karitativen Hintergrund aufweisen, das heißt im engeren Sinn nicht als Glücksspiel.
Und wenn das wenigstens teilweise, wie beschrieben, Ländersache ist, kann eine Bundesbehörde dafür nicht einmal zuständig sein.
Der erste Ansatz wäre zum Beispiel, dass die Anbieter/Konzerne dazu angehalten werden, Gewinnchancen transparenter zu gestalten. Konami tut das bei PES mittlerweile etwa freiwillig.
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Re: Links zur Presse (Stigma) #8

Beitrag von Rigolax » Fr 18. Okt 2019, 17:49

Wundert mich auch, dass anscheinend ein Verfahren durchgeführt werden soll. Nach § 21 Abs. 3 und 4 JuSchG hätte dies auch abgelehnt werden können.

Lesenswert ist noch dieser englische Beitrag eines bekannten Medienrechtsanwalts : https://www.linkedin.com/pulse/german-r ... sebastian/

Kurios ist übrigens, dass offensichtlich unmittelbar nach Ausstrahlung der "Neo Magzin Royale"-Sendung vom 10.10 nicht nur die USK/IARC-Einstufung von "Coin Master" im Play Store von 0 auf 16 erhöht wurde, sondern auch von allen weiteren Apps mit "ab 0", die Böhmermann in seinem Segment monierte.
Update vom 11.10.2019:
Im Rahmen des IARC-Systems bzw. des JMStV finden “simulierte Glücksspiele” hingegen bereits Berücksichtigung. Eine Einstufung mit USK 16 ist insbesondere dann wahrscheinlich, wenn verstärkt typische casino- und glücksspielartige Assoziationen hervorgerufen werden, die darüber hinaus zentrale Spielmechanik sind und im Rahmen einer Gesamtbetrachtung (z.B. in Verknüpfung mit In-App Transaktionen) eine entwicklungsbeeinträchtigende Wirkung entfalten können (wie z.B. die App Coin Master).
https://usk.de/simuliertes-gluecksspiel ... endschutz/

Obwohl die IARC-Ratings eigentlich auf den OLJB/Gremienentscheidungen aufbauen sollen[1], hat die USK offensichtlich angesichts des öffentlichen Drucks -- man könnte schon sagen der Moralpanik -- die via IARC generierten Ratings entweder manuell nachgeprüft oder ad hoc gar ihre Spruchpraxis angepasst.

[1]https://www.bundespruefstelle.de/blob/1 ... f-data.pdf

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Re: Links zur Presse (Stigma) #8

Beitrag von Rigolax » Sa 26. Okt 2019, 00:22

https://www.zeit.de/entdecken/2019-10/k ... uterspiele
Korrekturhinweis: In einer früheren Fassung des Artikels war zu lesen, dass es in "Grand Theft Auto V" Extrapunkte für das Erschießen einer Prostituierten gebe. Richtig ist: Man kann sich sein Geld von ihr zurückholen, wenn sie tot ist.
(Das Xbox-Spiel, das wegen Koranversen in Saudi-Arabien Probleme machte, ist offensichtlich übrigens Kakuto Chojin, falls sich wer wundert.)

Zu Coin Master noch, Stellungnahme des Herstellers: https://rp-online.de/digitales/games/co ... d-46738985

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Re: Links zur Presse (Stigma) #8

Beitrag von Rigolax » Do 31. Okt 2019, 15:11

https://www.zeit.de/kultur/musik/2019-1 ... gendschutz
Bitte, bitte noch viel mehr Verbote

Bushidos Album "Sonny Black" steht nach langem Rechtsstreit fest auf dem Index. Da muss was schief gelaufen sein: Miese Noten haben keine Zensur verdient.

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Re: Links zur Presse (Stigma) #8

Beitrag von Rigolax » Sa 2. Nov 2019, 13:07

Breaking: Baden-Württemberg zeichnet Hassprediger aus.

https://www.stuttgarter-zeitung.de/inha ... 4fde5.html

"Staufer-Medaille für Rudolf Weiß
Ein beharrlicher Kämpfer gegen Killerspiele"
In vielen Publikationen, Studien und Vorträgen warnte er stets vor der Verharmlosung gewalttätiger Videospiele, weil in diesen Machwerken das Potenzial zur Nachahmung lauere. Rudolf Weiß sagt es so: ,,Vom Konsum Gewalt verherrlichender, bluttriefender Medien ist es oftmals nur ein kleiner Schritt hin zu realer Gewalt“.

(...)

Dies sei, sagt er, eine immerwährende dringliche Aufgabe, besonders auch deshalb, weil es nach seiner Beobachtung bereits Verbindungslinien gibt, die von den Konsumenten grausamer Horrorfilme in das rechtsextreme Milieu führten.

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Re: Links zur Presse (Stigma) #8

Beitrag von ShaneFenton » Mo 4. Nov 2019, 12:26

Well, although I'm happy for him, it seems to me that he received an award for an action that resulted in a big failure ("killerspiele" aren't likely to be banned, and there are fewer and fewer open proponents of such a ban). It's like giving a medal to a general for losing all his battles.

At least, he fought bravely, I give him that. But he failed nonetheless.

By the way, one funny anecdote : I translated one of Rudolf Weiß's article for my own blog 6 years ago (oh my, time is running so fast...) and added some spicy comments. Somehow, my "article" has been referenced on Herr Weiß's Wikipedia page with the comment : "Diese Schlussfolgerungen sind in Kreisen der Computerspieleindustrie kritisiert worden." Like I'm a member of the computer game industry, you know :lol:

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Re: Links zur Presse (Stigma) #8

Beitrag von Pyri » Mo 4. Nov 2019, 16:01

ShaneFenton hat geschrieben:
Mo 4. Nov 2019, 12:26
(…) "Diese Schlussfolgerungen sind in Kreisen der Computerspieleindustrie kritisiert worden." Like I'm a member of the computer game industry, you know :lol:
I remember about ten years ago someone from "the other side", maybe his association even, thinking "Stigma Videospiele" is actually producing games. As a company.
As a pastime for adults, games are still not necessarily comprehensible to many.

Lately I was asked at work what I'm actually "doing" with my games. The person thought I'm having some kind of business trading them.
Games, or even movies for that matter (at least here in Austria), are still not considered to be media like books, magazines and music. The concept of a library of games (or movies) to turn back to, still seems rather foreign and strange to a lot of people.
Video and computer games are viewed as being just like toys for children, movies were watched in the cinema and later at home just rented (or seen on linear TV).
The case of digital mobile and browser games further enhanced a very superficial view regarding their purpose in life - as entertainment far away from being education or expression.

The advent of streaming (like now Google Stadia) may fuel those perceptions even further. Then games are really rather "consumed" than someone can really get a hold on them. The "dangerousness" of games being played (which means the addiction), and the question what cruelty comes after or besides said "violent" content (like hate-crimes ranging from online discrimination to murdering real people on the streets) may still not get fully explored in the public eye. Therefore the public's conclusion of games may still hang in the balance: the industry's focus, and "progressive" gaming journalism's ambition, about "video games for everybody" therefore may be largely at fault so to speak - between games as gambling and games as paragons for "reactionary" terrorism.
And that's why the likes of Rudolf Weiß may have always thought gamers are deceived by the industry, and are actually working for those evil-doers - or somehow get paid by them. The concepts of being "ill", gamers as people who have gotten victims of a hideous industry, or gamers as sick perpetrators themselves who - according to Weiß - deserve their "Verachtung" (mépris), lie closely side by side.
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