Vorwurf: Videospiele(-ntwickler) frauenfeindlich

Falschdarstellungen und Vorurteile
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Pyri
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Re: Vorwurf: Videospiele(-ntwickler) frauenfeindlich

Beitragvon Pyri » Do 30. Mai 2013, 16:00

Rey Alp hat geschrieben:Zwischenfrage: "Triggern" die Darstellungen bei den Feministen - die die Spiele ohnehin nicht nutzen - oder bei den (männlichen) Spielern was?


Die Trigger Warnings richten sich an ein allgemeines Publikum und beziehen sich eben auf selbstbestimmte Gesundheit. Kulturell in etwa so wie der Kinderbuchautor gegen Stigma auch nicht wollte, dass sein potentiell minderjähriges Publikum mit Jugendgefährdendem (auf seinem Blog) konfrontiert wird. Ein fremdbestimmtes Äquivalent wären etwa NSFW-Hinweise (not safe for work), das heißt wenn durch etwa Nacktbilder auf dem Computer ein Arbeitsplatz gefährdet wird. Als jemand der mit klinisch Traumatisierten persönlich schon Erfahrung gesammelt hat wüsste ich jedoch nicht wie viel das im konkreten Fall an Menschen abseits einer propagandistischen Flankierung bringen sollte, da ich weiß dass einzelne Worte da schon triggern können, enorm negative Reaktionen wie teils unbändige Wut auslösen, diese Worte aber wohl auch immer individuell sind - von Flashbacks ganz zu schweigen.

Nachtrag @buzzti: prinzipiell würde mich, gerade als Feminist, mal interessieren was Du mit "feministischen Blogs" eigentlich meinst. Ausgehend von Gleichgesinnten auf der Twitter-Sphäre? Wann sprichst Du von einem "feministischen Blog" - was macht das für Dich aus. Ab wann identifizierst Du einen Blog so?
Ich glaube nämlich nicht, dass diese Definitionen der Frauen- oder Post-Gender-Bewegung auch nur annähernd gerecht werden. Denn obwohl sie in der Gaming-Presse bereitwillig aufgenommen wurde, im Mainstream vorhandene Ressentiments so wohl noch verstärken konnte, ist aus Anita Sarkeesian etwa auch noch keine berühmte Theoretikerin daraus geworden, sondern sie bleibt vorerst nur eine politische Aktivistin die da auf einer seit den Siebziger Jahren existenten Welle halt gegen dieses neue Medium nun mit schwimmt. Also wie alt ist die eigentlich (auch) - jedenfalls älter als sie selbst... Und ich würde jedenfalls keinen Blog taxfrei als "feministisch" bezeichnen nur weil er die eigene Gruppe (gesellschaftlich) überhöht, nur weil sich da über Twitter oder sonst wo Gleichgesinnte zusammengefunden haben und irgendwo einen Mob gegen Leute wie Tara Strong, James Gunn oder Goichi Suda gebildet. Vielleicht zusammen mit wertkonservativen, Brille-tragenden Aktivisten von Disney. In einer unheiligen Allianz wie zwischen "Kölner Aufruf" und CSU. Genauso wenig wie ich eine Einrichtung die sich gegen irgendwelche Großkonzerne richtet "sozialistisch" nennen würde, die gegen Lebensmittelkonzerne vorgehen "ökologisch", oder Leute die einen Pelzhandel beschmieren wollen "tierfreundlich".
Entschuldigung, aber das ist nicht nur eine Vereinnahmung von "Frauen" sondern bestimmt auch noch über die Geschlechter und Sexualitäten aller anderen Menschen die es sonst auf der Welt gibt ebenfalls fremd. Und Verwirrung kommt da, siehe ihr erstes jetzt veröffentlichtes Video, nur am Rande vor - zumal sie selbst mit ihrem Auftreten ja auch einer stereotypen Frauenrolle entspricht. Nur ihr Selbstbildnis, das "kritisiert" sie natürlich nicht -
Der Feminismus hat verschiedene Wellen und Strömungen längst hinter sich. Die bilderfeindliche vulgo euphemistisch "imaginationskritische" Bewegung wird dabei für gewöhnlich der zweiten größeren zugeordnet. Mittlerweile gibt es aber auch eine dritte (seit um 1990, spätestens seit "Gender Trouble", deutsch 1991) und vielleicht sogar schon eine vierte die von "Männer-" und "Frauenbildern", also das wovon da immer strikt ausgegangen wird, überhaupt nicht mehr sprechen würde und möchte. Der es eher um eine Aufhebung von Geschlechter geht, darum dass dieser Faktor in der Politik keine Rolle mehr spielt - also das glatte Gegenteil von dem was Sarkeesian da mit ihren Übergriffen auf Fantasien vielfach tut - die mittlerweile politisch mit Schlagwörtern wie Neutralität auch Fuß fassen konnte, über Mainstreaming etc. Wo die biologische Herkunft hoffentlich keine entscheidende Rolle mehr spielt.
Und ich frage das gerade auch weil Du, offenbar ganz bewusst, in diesem Zusammenhang ebenfalls über Traumatisierte sprichst. Mir ist vor allem das ehrlich gesagt sehr suspekt. Da werden doch Frauen bereits zu "kranken Opfern" stilisiert welche von der Männerwelt schon längst kaputt gemacht worden wären. Oder?
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Re: Vorwurf: Videospiele(-ntwickler) frauenfeindlich

Beitragvon buzzti » Do 30. Mai 2013, 22:05

Danke für eure Beiträge!

Pyri hat geschrieben:Nachtrag @buzzti: prinzipiell würde mich, gerade als Feminist, mal interessieren was Du mit "feministischen Blogs" eigentlich meinst. Ausgehend von Gleichgesinnten auf der Twitter-Sphäre? Wann sprichst Du von einem "feministischen Blog" - was macht das für Dich aus. Ab wann identifizierst Du einen Blog so?


Erwischt, da habe ich (genau auch wie Rey in seinem letzten Post) natürlich unfair generalisiert. Persönlich finde ich mich auch in vielen (sex-positiven) feministischen Positionen wieder, hab mich nur noch nicht festgelegt, ob ich mich nun "Post-Gender" oder "Feministisch" nenne. Halte das persönlich auch nicht für besonders wichtig.

Ich sehe die Triggerwarnungen häufig auf Blogs wie Maedchenmannschaft.net welche die Triggerwarnung hier definieren http://maedchenmannschaft.net/tag/triggerwarnung/ ("In diesem Blog möchte ich eine Liste mit Filmen, Serien, Büchern und Musik erstellen, die triggernde Szenen und Inhalte bezüglich sexualisierter Gewalt beschreiben/zeigen"). Auch hab ich diese im "Gender und Womens-perspektives" forum auf Reddit http://de.reddit.com/r/TwoXChromosomes/ oder dem "progressive-oriented forum for discussing issues of social justice" http://de.reddit.com/r/SRSDiscussion/ gefunden, wo sogar explizit aufgefordert wird Triggerwarnings zu benutzen "Please hide triggering comments or language using the trigger code: [](/tw "trigger")".

Was mich an dem Konzept der Triggerwarnung eben stört, ist diese Deutungshoheit, wonach festlegbar sein könnte, welche Wörter/Bilder/Töne/etc. welche Reaktionen auslösen können. Kann nicht eine stilisierte Darstellung einer "soap-tauglichen" rosaroten Liebesbeziehung im Vorabendprogramm "triggern" bei Personen, welche eben andere Beziehungserfahrungen haben? Außerdem sind wir hier wieder beim Stimulus-Response reizgesteuerten Verhalten.

Pyri hat geschrieben:Und ich frage das gerade auch weil Du, offenbar ganz bewusst, in diesem Zusammenhang ebenfalls über Traumatisierte sprichst. Mir ist vor allem das ehrlich gesagt sehr suspekt. Da werden doch Frauen bereits zu "kranken Opfern" stilisiert welche von der Männerwelt schon längst kaputt gemacht worden wären. Oder?


Auch im Wikipedia-Artikel (überraschenderweise hier der deutschsprachige ausführlicher) spricht von "Auslösereizen" zum Beispiel bei "posttraumatischen Belastungsstörungen" und bringt das Beispiel des sexuellen Missbrauchs. Und persönlich habe ich die Triggerwarnung bisher ausschließlich im Bezug auf sexuellen Missbrauch/"Rape Culture" und vergleichbaren Thematiken gesehen.

"Ebenso ist es üblich, bestimmte Wörter durch Asteriske zu verschleiern, z. B. M*ssbr**ch statt Missbrauch" - Diese kosmetische Verschleierung "triggert" bei mir diverse Stress und andere Gefühle... Was soll das denn bitte bringen?

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Re: Vorwurf: Videospiele(-ntwickler) frauenfeindlich

Beitragvon Pyri » Do 30. Mai 2013, 23:24

buzzti hat geschrieben:Was soll das denn bitte bringen?


Vielleicht um nicht irgendwo zensiert zu werden? Beim Wort "Pornografie" habe ich jedenfalls häufig diesen Eindruck.
Ein Trigger kann bei Traumatisierten im schlimmsten Fall einen Flashback auslösen, das heißt die (bildliche) Abfolge des traumatisierenden Ereignisses in Form einer Erinnerung. Und das ist schon sehr schlimm, denn, das Trauma bleibt zwar erhalten, aber es wird - etwa gegen den Rahmen einer Therapie - dadurch daraufhin zurückgeworfen.
Also die Arbeit daran, und wenn bei sexuellen Fällen allgemein zugängliche Listen von Szenen aufgestellt werden die triggern könnten finde ich das schon sinnvoll. So werden Vergewaltigte mit Darstellungen von Vergewaltigungen sicher ebenso wenig zurecht kommen wie andere Verbrechensopfer mit manchen Nachrichtensendungen. Ebenso wie ein melancholischer Film für Depressive schwierig sein könnte. Eine Traumatisierung muss dabei erfahrungsgemäß überhaupt nichts mit Sexualität zu tun haben - im Gegenteil.
Die Frage ist nur wie solche Listen politisch verwendet werden: ob beim Werther oder Videospielen, und irgendwann hat sich der "Feminismus" halt auch für Frauen als Menschen eingesetzt. Insofern bin ich deshalb selbstverständlich "Feminist", auch wenn ich sicher eher der Post-Gender-Generation angehöre und es mir lieber wäre Geschlechter ins Reich der Fantasie zu verbannen. Für biologisch Orientierte ist es ja häufig schon eine Beleidigung bis Provokation wenn sich ein "Mann" überhaupt als Feminist sieht...
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Re: Vorwurf: Videospiele(-ntwickler) frauenfeindlich

Beitragvon Rey Alp » Fr 31. Mai 2013, 21:18

Ich habe mir das Video jetzt doch angetan - es ist das was ich erwartet habe. Sie stört sich an Erzählmustern, bei denen Frauen in einer passiven Rolle "Hilfe" durch den Spieler bekommen und setzt das mit einer Unterdrückung der Frau im Spiel gleich und zieht dann auch noch Prallelen zu realer Gewalt gegen Frauen.

- Für mich ist hier schon Zweifelhaft, wer durch solche simplen Story als unterlegen dargestellt wird. Kommt bei der den Protagonisten und den Spielern unterstellten Einfältigkeit der andere Part viel schlechter weg?

- Auch ihre Ansicht, dass das alles dazu dient um Männer zu "bespaßen" glaube ich auch nicht. Das Spiel ist ja nicht für den Protagonisten, sondern für den Spieler. Und der kann sowohl weiblich, als auch männlich oder Eichhörnchen sein.

- Und darüber hinaus finde ich es allgemein seltsam, dass sie die erwähnten Erzählmuster auf Frauen beschränkt. Ich meine, selbst beim stumpfesten Viking-Metal (By the Sword of My Father - Folkearth) kommt es vor, dass der Tod des Vaters (also einer männlichen Person) Rachegelüste weckt. Auch bei NOLF - wo es mit Cate einen weiblichen Protagonisten gibt - wird mit ihrem Mentor ein Mann erschossen. Es wird nach dem Schema F also auch Männern zur Motivation von Männern wie auch Männern zur Motivation von Frauen Leid angetan. Ich meine nicht, dass so eine selektive Betrachtungsweise auf irgend eine Art und Weise ein Gewinn ist.

- Dass es solche Erzählmuster bei "modern video games" gibt ist jetzt auch nicht so eine Überraschung, als dass ich jetzt ein Video bräuchte, um davon zu erfahren. Das gab es sogar schon vor Videospielen: Brundhilde, die von Siegfried aus Island befreit wird (ca. 800 Jahre als) - Neuauflage ausdrücklich in Django Unchained, Dornröschen, die von einem Prinzen gerettet werden muss (Ebenfalls 700 Jahre alt).

Und finde ich ihre wohl konkrteste Forderung, bei solchen Erzählweisen künftig nicht mehr Frauen (sondern nur noch Männer?) also Opfer darzustellen, doch etwas befremdlich. Dieses Erzählschema hat 700 Jahre überlebt und funktioniert (kommerziell) offensichtlich immer noch. Anstatt dahingehende Videospiele zu verdammen, wäre es doch besser Alternativen zu schaffen. Von daher hätte ich es als gewinnbringender empfunden, wenn sie das gesammelte Geld nicht für diese "Water is wet"-Videos verschwenden, sondern in ihrigen Augen "gute" Videospiele entwicklen würde. Vielleicht hätten sich dafür ja sogar KäuferInnen gefunden. Die limitierte Anzahl der von ihr genannten besseren Videospiele (3?) zeugt aber wohl eher davon, dass es nicht einmal eine wirkliche Nachfrage danach gibt. Und da sind wir wieder bei dem Problem, das auch ich habe. Videospiele, die mir gefallen, werden heutzutage leider (nicht) mehr entwickelt, weil es nicht genügend andere Leute gibt, die sich auch dafür begesitern. Anders als sie versuche ich aber nicht Videospiele, die ich für mich als bedenklich bewerte, anderen - die gefallen an ihnen haben - madig zu machen.

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Re: Vorwurf: Videospiele(-ntwickler) frauenfeindlich

Beitragvon maSu » Di 4. Jun 2013, 00:54

Rey hat es ja gut auf den Punkt gebracht. Es ist einfach unglaublich. Statt sich zu fragen, warum eine Nachfrage existiert, wird das Angebot der Videospiele kritisiert. Würden mehr von diesen Feministen - die meist noch nicht einmal über ihr eigenes Klischee hinauswachsen können und sich aufführen wie Kleinkinder im Supermarkt in der Spielzeugabteilung - einfach Videospiele kaufen, die ihnen gefallen, dann würde eine Nachfrage entstehen, die langfristig das Angebot auch ändern würde.

Und wenn ich Medien konsumieren will, die irgendeine hysterische Tussi nicht mag, dann ist das nicht mein Problem. Gerade die feministischen Blogs (allen voran Mädchenmannschaft!) sind hochgradig gefährlich, weil dort kritische Kommentare gar nicht zugelassen werden. Es ist eine hygienische Welt in der ein kleiner Haufen den ganzen lieben langen Tag einfach nur sehr intensiv Männer hassen will. Dadurch dass Kritik nicht zugelassen wird, findet auch keine Auseinandersetzung mit Kritikern auf Augenhöhe statt. Die Frauen dort bestehen darauf, dass sie jegliche Deutungshoheit darüber haben, was gut und was böse ist. Nur Frauen können dort Opfer sein, Männer sind immer die Täter. Es wird nicht mit Männern gesprochen, es wird über Männer gesprochen. Lediglich die Männer, die sich dort aufhalten und den Frauen recht geben sind mir ein Rätsel: wie unterwürfig und dämlich kann man bitte sein, sich als Mann mit Männerhasserinnen zu umgeben?!

Auffällig ist eigentlich, dass diese Fanatiker_Innen (richtig geschrieben?) auch anderen Frauen vorschreiben, welcher Lebensstil der "einzig Wahre" wäre. Ich finde diese extremen Haltungen sehr gefährlich.

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Re: Vorwurf: Videospiele(-ntwickler) frauenfeindlich

Beitragvon Pyri » Di 4. Jun 2013, 14:24

maSu hat geschrieben:... Fanatiker_Innen (richtig geschrieben?) ...


Nein. Da ja anscheinend (auch) davon ausgegangen wird, dass sich - abgesehen von unterstützenden "Männern" - nur "Frauen" dahingehend in aktivistischer Hinsicht äußern würden, dort auf diesen Blogs oder anderswo wie hier, müsste es richtiger nur "Fanatikerinnen" heißen.
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Re: Vorwurf: Videospiele(-ntwickler) frauenfeindlich

Beitragvon buzzti » Do 6. Jun 2013, 01:31

Rey Alp hat geschrieben:- Auch ihre Ansicht, dass das alles dazu dient um Männer zu "bespaßen" glaube ich auch nicht. Das Spiel ist ja nicht für den Protagonisten, sondern für den Spieler. Und der kann sowohl weiblich, als auch männlich oder Eichhörnchen sein.


Nach diesem Video muss Anita sich ja schon übergeben, wenn sich Künstler von Frauen inspirieren lassen (4:40). (Dabei mag ich die Darstellung des "Manic Pixie Girl", z.B. die Figur der Midori Kobayashi aus Murakamis "Naokos Lächeln")

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Re: Vorwurf: Videospiele(-ntwickler) frauenfeindlich

Beitragvon Thanatos » Fr 7. Jun 2013, 13:02

Ich lasse das einfach mal hier.
http://thebestpageintheuniverse.net/c.c ... videogames

Zwar alles etwas mit nem Augenzwinkern, dennoch einige interessante Argumente.

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Re: Vorwurf: Videospiele(-ntwickler) frauenfeindlich

Beitragvon buzzti » Fr 7. Jun 2013, 15:06

Hier noch andere Youtube-Reaktionen auf Anita's neues Video:

TheAmazingAtheist

Thunderf00t

Inuilnua

Leider spricht mich keines der Videos wirklich an, höchstens bei dem letzten sehe ich einige Überschneidungen.

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Re: Vorwurf: Videospiele(-ntwickler) frauenfeindlich

Beitragvon Pyri » Fr 7. Jun 2013, 16:25

buzzti hat geschrieben:Hier noch andere Youtube-Reaktionen auf Anita's neues Video:

(...)

Thunderf00t


Hab mir jetzt zwar kurz nur die "Trope"-Definition in diesem dritten antifeministischen "Faktenvideo" angeschaut, aber da verstehe ich noch immer weniger weshalb sich so an deren "Feminismus" aufgehangen wird: da geht es doch eindeutig um einen ganz anderen Ismus, nämlich Realismus.
Und der scheint eben das große Problem dabei zu sein: die authentische "Trope"-Definition.
Ich meinte schon ein "Trope" sei so was wie ein Idiom, nur bei Bildern, aber da dürften nicht einmal Bilder eine Rolle spielen. Ein "Trope" definiert sie so ziemlich eindeutig als bloß narratives Idiom. Und das bedenkliche ist, dass sie ein Klischee erst darauf aufbaut. Doch nein: ein Idiom entsteht erst durch ein Klischee. Ich kann doch nichts mit irgendeiner Bedeutung aufladen bevor ich nicht schon eine ziemlich klare Vorstellung davon habe was ich damit eigentlich meine, ausdrücken will etc...
Sorry, aber das was die Sarkeesian da aufführt ist eine theoretische Nullnummer.
Um ein extremes Beispiel jenseits der Misogynie zu bringen: das rassistische Trope/Idiom des "Jud Süß" würde demnach erst zu einem antisemitischen Stereotyp führen. Doch genau das ist einfach nur absurd: diese Idiome sind, wie andere Bedeutungen auch (in der Frauengeschichte etwa die Hausfrauenrolle einer Doris Day), bereits lange (über die Topoi Zeit und Ort) vor den respektiven Erzählungen vorhanden. Und genau darauf müsste eine Kritik am Patriarchat aufbauen, aber das bestätigt meine ebenfalls bereits geäußerte Befürchtung nur, dass sie am Ende bloß im Sinne des Patriarchats argumentiert und darin Videospiele (wie gehabt) als Sündenböcke verwendet. Das dem allem zugrunde liegende System kritisiert sie danach nämlich mit keiner Silbe - und genau das dürfte einem etablierten Journalismus so (sehr) daran gefallen, dass er weiß wie er letztlich halt doch (wieder) nicht in Frage gestellt wird...

Die New York Times stilisiert eine Szene während der diesjährigen Microsoft-E3-Pressekonferenz zu einer Form von Vergewaltigung: “Just let it happen; it’ll be over soon.” Und schließt damit, wohl nicht nur deshalb, dass eine "Krankheit" im Herzen der Ausdrucksform Videospiel residieren würde... http://www.nytimes.com/2013/06/14/arts/ ... .html?_r=0 Im Print hieß der Artikel übrigens bezeichnender Weise noch: "In the Same Boat, But Not Equals."
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