Vorwurf: Videospiele(-ntwickler) frauenfeindlich

Falschdarstellungen und Vorurteile
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buzzti
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Re: Vorwurf: Videospiele(-ntwickler) frauenfeindlich

Beitragvon buzzti » Sa 22. Jun 2013, 14:37

http://judebuffum.wordpress.com/2013/06 ... t-escorts/

"I began thinking about those damsel in distress scenarios and how, as a child, they were one of my earliest fantasies involving the opposite sex. At six years old, the prospect of rescuing a pretty girl from a giant monkey was very empowering, and I can’t help but wonder how that virtual scenario, played out in game after game, affected the way millions of young boys like myself grew up to view women in the real world. When a generation of boys, raised on the fantasy of rescuing helpless princess after princess, comes face to face with the most independent and empowered generation of women in the history of the human race, is it any wonder the sexes seem at such odds within the relatively young medium known as the video game?"

"I realize it’s not a perfect metaphor; even within the feminist movement there are opposing views on whether sex workers are being exploited or empowered, but you can’t argue that the Vegas style cards are crass and exploitive, much like the “damsel in distress” motif in most games, both vintage and modern. Furthermore, the escort’s job is to satisfy the male ego, to fulfill fantasy. By contrasting those early childhood fantasies with the much darker ones that men have once they have reached sexual maturity (to use the term loosely), I hope to start a conversation about how the portrayal of women in video games affects all of us, inside and outside the game."

Dante
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Re: Vorwurf: Videospiele(-ntwickler) frauenfeindlich

Beitragvon Dante » Mi 4. Sep 2013, 01:00


Thanatos
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Re: Vorwurf: Videospiele(-ntwickler) frauenfeindlich

Beitragvon Thanatos » Mi 4. Sep 2013, 12:30

Zwar nichts negatives, aber hier mal ein kleines Video das mir relativ gut gefallen hat, evt. gefällts dem ein oder anderen hier auch.

http://www.youtube.com/watch?v=MpJGkG1g-Lk

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buzzti
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Re: Vorwurf: Videospiele(-ntwickler) frauenfeindlich

Beitragvon buzzti » Mo 18. Nov 2013, 21:24

"Ms Male Charakter" - Feminist Frequency

Hab's nicht angeschaut - falls es noch irgendwen interessiert....

Rey Alp
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Re: Vorwurf: Videospiele(-ntwickler) frauenfeindlich

Beitragvon Rey Alp » Mo 18. Nov 2013, 21:53

Danke. Habe es jetzt gesehen. Erkenntnisgewinn ist wieder überschaubar.

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dunge0nl1ght
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Re: Vorwurf: Videospiele(-ntwickler) frauenfeindlich

Beitragvon dunge0nl1ght » Fr 31. Jan 2014, 18:03

Ja, also... also, um mal zum Thema was konstruktives beizutragen:
Da gibt es so eine Youtube-Reihe, die das Thema sachlich aufarbeitet, ist wirklich ausgesprochen sehenswert;
da findet sich nichts fanatisches, nichts unsachliches, nichts in-sich-selbst-widersprüchliches:
http://youtu.be/eYqYLfm1rWA - einfach mal gucken, was die Youtuberin auch sonst so treibt, sprich, sonst
so für Videos veröffentlich hat. Lohnt sich, wirklich, würd' ich sonst nicht sagen.

Ein Funken Wahrheit steckt in dem Artikel drin - ein ganz kleiner - die Form und der Artikel als
Ganzes ist aber destruktiv... süddeutsche.de ist eh ganz großer Mist; insofern verwundert mich das nicht,
dass so ein Artikel von der süddeutschen.de stammt...


maSu
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Re: Vorwurf: Videospiele(-ntwickler) frauenfeindlich

Beitragvon maSu » Fr 4. Jul 2014, 15:01

Also ... ich muss mal Offtopic zuschlagen: Das Thema "Frauenfeindlich" oder ähnliches ist einfach bekloppt. Selbst offensichtliche Diskriminierung von Männern wird Schulterzuckend akzeptiert - ich pers. hatte da neulich ein kleines Erlebnis, das eigentlich bedeutungslos gewesen wäre, wenn nicht alle gesagt hätten "is doch egal". Wenn in öffentlichen Bekanntmachungen eines Betriebes zwischen männlichen und weiblichen Mitarbeitern unterschieden wird, die Männer einen Nachteil aufgebrummt bekommen und das dann mit "ist so" begründet wird, dann geht mir der Hut hoch. Auch wenn die eigentliche Auswirkung minimal war und durchaus erträglich, aber es geht ja nicht um den Nachteil ansich, sondern um die unnötige(!) Unterscheidung(!) von Geschlechtern. Das interessante war dann, dass ich das angesprochen habe, und man mir nun Frauenfeindlichkeit unterstellt - naja manche und natürlich nur hinten herum.

Lange Rede kurzer Sinn: Frauenfeindlichkeit wird viel zu oft als Totschlagsargument missbraucht um Diskussionen abzuwürgen. Diskriminierung gegenüber Männern wird mit teils sexistischen Sprüchen begegnet, sodass man sich als Mann fragt, was das bitte solle.

Man fühlt sich, als hätte einem einer vor das Schienenbein getreten und man fragt nach dem Grund und bekommt als Antwort: "Indianer kennt kein Schmerz!". Es fühlt sich an wie... blanker Hohn. Dabei ist das noch nicht einmal Absicht. Aber darauf kommt es ja nicht immer an...

Das ganze Thema geht leider an den meisten Menschen intellektuell komplett vorbei. Die meisten Menschen sind leider gar nicht in der Lage solche Missstände zu bemerken, da wird schneller mit den Schultern gezuckt als man gucken kann. Die Ursache kann ich kaum ausfindig machen, es ist mir unerklärlich. Ob es da einfach mangelhafte Sensibilität gibt oder woran das auch immer liegen mag... ich weiß es nicht und ich glaube ich werde es nie erfahren.

Ich habe nur eines gelernt: Sobald man sich als Mann diskriminiert fühlt und es eben nicht nur ein diffuses Gefühl, sondern eindeutig belegbarer Fakt ist, sollte man besser nichts sagen, man macht sich nur Feinde...

Und so kommt wieder der Bogen zu den Videospielen:

Die Darstellung von Männern in Videospielen ist keinen deut besser, als die der Frauen. Es werden Klischees bedient. Wie in den meisten Filmen kommt der muskelbepackte Held daher. Und das einzige was einige Menschen sehen (wollen) ist ... Frauenfeindlichkeit.

Ich bin da einfach nur erschüttert und traurig. Aktuell sogar sehr deprimiert. Der Gesellschaftliche Fokus ist so auf Frauen ausgerichtet, dass Männer und ihre Probleme und Sorgen gänzlich unberücksichtigt bleiben.

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Pyri
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Re: Vorwurf: Videospiele(-ntwickler) frauenfeindlich

Beitragvon Pyri » Fr 4. Jul 2014, 17:09

Ich glaube ja folgendes: um 1900 wärst Du auch ein Feminist gewesen. Und vielleicht hilft diese Erkenntnis ja Dein intellektuelles Leid besser zu ertragen.
Denn Sexismus ist nunmal keine Einbahnstraße, nur leider fällt das im Diskurs von heute oft nicht einmal mehr auf. Sogar kaum dürfte das anders sein als so wie Du es beschriebst, wobei ich für diese Situation wohl vor allem katastrophale Zustände in der Ausbildung geschuldet sehe. Und weitergehend diesbezüglich öffentlich gemachte Ideen und Vorstellungen, so wie Du sie ja auch gelegentlich schon hier geschuldet sahst. Hinzu kommt, dass die Leute Zuschreibungen, von "Männern" und "Frauen", "Tätern" und "Opfern" einfach mögen. Und ich gebe zu: auch ich bin daran sicher nicht ganz unschuldig.
Das alles zeigt sich auch anhand eines vielleicht heutzutage nur mehr historischen, aber ab den Siebziger Jahren forcierten "Chauvinismus"-Begriffs. Ein "Chauvi" war, in Nachfolge der Nationalismus-Kritik, damals eine zeitlang schon synonym für einen "Mann" der "Frauen" unterdrückt, als Objekte missbraucht usw. Obwohl die ursprüngliche Bedeutung überhaupt nichts mit Geschlechterkonstruktionen zu tun hatte.
Helfen kann jedoch, sobald man/Mann ein queeres Element dazu hineingibt: dann könnte das sorgsam aufgebaute Kartenhaus ideologisch zumindest zusammenbrechen, meistens bleibt es aber wohl standhaft da die starr konservativen Elemente sowieso überwiegen, jeglicher Fortschritt darin für sich betrachtet nur eine Finte ist etc. Denn es ist ganz schick sich auch als "Mann" für "Frauen"(rechte), gegen ein als einseitig empfundenes "Frauenbild" einzusetzen usw. - so ähnlich wie es hipp ist für die "Dritte Welt" zu spenden. Und alle anderen sind dann die falschen Opfer, die Egoisten, die die es "nötig haben" oder "nicht nötig hätten" sich darüber aufzuregen etc. Doch dass das Patriarchat erst darüber womöglich verlängert wird, erstens da Frauen keine Minderheit sind und zweitens eigentlich überhaupt keine Opfer wären, fällt nicht auf.
Sowie schließlich: wenn Männer sprechen, eigentlich sobald ein "Mann" wie Du und ich dagegen den Mund aufmachen, kommt ohnehin der biologistische Vorbehalt gegen "uns" Männern. Sich selbst erfüllende Prophezeiungen und Täter-Opfer-Umkehrungen.
Ich denke das ist wiederum ähnlich wie mit völkischen Elementen im heutigen Antiimperialismus: wenn ständig das "Völkerrecht" bemüht wird um sich für Interessen wie "Frieden" einzusetzen hat das natürlich Auswirkungen auf das Geistesleben: und ähnlich verhält es sich hier, da sich die zweite Welle des Feminismus ab den 1960er Jahren vor allem um Eigenschaften und Zusammenhänge des weiblichen Körpers drehte. Etwa Abtreibung - die Fristenlösung als soziale Errungenschaft, wobei hier zweifellos wichtige Umbrüche stattfanden und in der westlichen Welt gesellschaftlich beispiellose Fortschritte schon erzielt wurden. Allein in der Arbeitswelt. Zuletzt breitenwirksam anschaulich geworden durch die US-Fernsehserie "Mad Men".
Sämtliche Vorbehalte gegen eine Ökonomie von "Pornografie" und Prostitution haben in der hiesigen Öffentlichkeit abseits christlicher Sexualmoral dort ihren Ursprung. Und dabei ging es vor allem darum wie sich ein "normaler" weiblicher Körper verhalten sollte, vor allem in der Öffentlichkeit und Gegenwart von Männern - gegenüber deren Blicke, Interessen und Anwesenheit.

Jüngst wollte mir jemand im IDG-Forum gar weiß machen, dass die Gender Studies in erster Linie dafür da wären um biologistische Unterschiede zwischen den Geschlechtern auszumachen - etwa Krankheiten die nur "Frauen" bekommen könnten, erinnerte mich schon an den rassistischen Medizindiskurs um Sichelzellenanämie... Als ich dann, wie bei mir üblich, weitere Körperbilder wie Behinderung einwarf, wurde das gleich sofort überaus aggressiv abgeblockt - nach dem Motto "Männer sind Männer und Täter. Und Frauen sind Frauen und Opfer. Und aus. Mit allem anderen hat das nichts zu tun." Das Versagen einer menschengerechteren Politik auf voller Linie, das Scheitern einer Politik die Menschen - egal welchem Erscheinungsbild sie entsprechen - in ein Zentrum stellen will, diese Erkenntnis als empirische Leistung würdigen würde.
So wie beim jüngsten Grünpolitiker hier in Österreich, der die Vergabe von Sozialleistungen etwa auch daran ausmachen wollte, wie sich die Leute anziehen, kleiden. Menschenverachtender Kommunitarismus par excellence - Minderheiten und Mindermeinungen gibt es da gar nicht mehr.
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maSu
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Re: Vorwurf: Videospiele(-ntwickler) frauenfeindlich

Beitragvon maSu » Mo 7. Jul 2014, 10:41

Ich sehe bei der ganzen Debatte mittlerweile primär das Problem, dass es den wenigsten um echte Lösungen geht, den meisten geht es nur darum, Macht und Privilegien aufgrund von einem merkwürdigen Opferstatus zu fordern. Es geht auch den meisten scheinbar gar nicht darum das Problem zu lösen. Ich habe in meinem Fall eine Lösung vorgeschlagen, wie man es das nächste mal anders machen könnte, denn es ging mir nicht um Macht/Privilegien, sondern um GleichBERECHTIGUNG (und nicht Gleichstellung, die in der Realität oftmals das Gegenteil von Gleichberechtigung ist!). Dieser Vorschlag wurde gar nicht erst ernst genommen, weil die Haltung ("stell dich nicht so an", "sei mal ein Mann und mecker nicht!", usw) weiterhin vorherrschend ist. Einige Personen haben scheinbar gar kein Interesse daran, Diskriminierung zu bekämpfen. Welche das genau sind, das finde ich jetzt im Laufe der Zeit heraus, aber bei einigen weiß ich es schon.

Gerade im Feminismus werden viele Forderungen gestellt, die wenig mit Gleichberechtigung zu tun haben und das eigentliche Problem nie lösen wurden (zB Quoten oder eine bestimmte Darstellung von Frauen usw). Würde man das Problem ernsthaft lösen, dann hätte man zukünftig ggf. ja das Problem, dass man weitere Privilegien nicht mehr einfordern könnte, da man sich ja nicht mehr als Opfer darstellen kann.

Das zieht sich deutlich sichtbar durch die Debatte. Auch die Personen, die zB Videospielen bzw. den Entwicklern Frauenfeindlichkeit unterstellen halten sich mit Lösungsvorschlägen massiv zurück. Richtig paradox wird es mMn dann, wenn ein gewisses Frauenbild fest vorgegeben würde bzw. wird. Wenn also festgehalten wird: Frauen müssen in Videospielen so und so dargestellt werden. Dann kommt es nämlich zu dem ganz realen Problem:

Es gibt jetzt schon genug Frauen, die das Lebensmodell, welches einige Feministinnen "vorschreiben" (wollen) nicht teilen und deswegen angegriffen werden. Sei es, weil sie für sich persönlich im beruflichen Sektor andere Möglichkeiten der Selbstverwirklichung sehen (es gibt Frauen, die WOLLEN Hausfrau und Mutter sein!) oder weil sie auch im sexuellen Bereich bewusst(!) schwäche zeigen wollen. Da bekommen manche dann Schaum vor dem Mund, weil es Menschen wagen, von einem vorgegebenen "Normweg" (DIN ISO 1234?) abzuweichen.

Und das gleiche würde auch bei Videospielen passieren. Würde man Frauen nur noch als die extrem starken alleskönner darstellen, dann würde man langfristig nur ein anderes Klischee erzeugen und dann bedienen. Man kann es diesen Extremisten leider gar nicht Recht machen. Es ist unmöglich. Und dieser Zustand ist Absicht. Denn nur, wenn man es einem Menschen nicht Recht machen kann, kann dieser Mensch sich permanent als Opfer darstellen und Forderungen stellen. Egal welche Zugeständnisse man macht, es wird nie reichen.

mMn erkennt man gute und sinnvolle Kritik bzgl. Diskriminierung immer daran, dass ein sinnvoller und konkreter Verbesserungsvorschlag gemacht wird. Fehlt der.... dann geht es nur um Macht.


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