Vorwurf: Videospiele(-ntwickler) frauenfeindlich

Falschdarstellungen und Vorurteile
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Pyri
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Re: Vorwurf: Videospiele(-ntwickler) frauenfeindlich

Post by Pyri »

Studie veröffentlicht: http://blog.pricecharting.com/2012/09/e ... study.html

Die Arbeit scheint das zwar nicht zu vermischen, doch bei IDG wird es scheinbar wieder keineswegs so genau genommen - in einer Bildunterschrift ist da gleich erneut von "Sexismus in Videospielen" die Rede: http://www.gamepro.de/news/3004826/sexi ... elern.html
Was jetzt: "Sexismus in Videospielen" (inhaltlich) oder "beim Videospielen" (sozial), ich denke zwar es gibt beides, aber das ist einfach unverständlich und irreführend für mich - wenn schon nicht suggestiv auf bestimmte unerwünschte Inhalte bezogen. Inhalte die womöglich nicht einmal abgefragt wurden -
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maSu
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Re: Vorwurf: Videospiele(-ntwickler) frauenfeindlich

Post by maSu »

OMG selten so einen Schrott gelesen!

1) Frauen fühlen sich häufiger auf ihre Sexualität reduziert als Männer weil das Thema medial seit Jahren dominiert. Seit Jahren wird das Bewusstsein der Frauen geschärft, bis hin zu einem Zustand, den ich für krankhaft paranoid halte. Männer sind in Videospielen auch ein ganz klassischer Stereotyp: Extrem muskulös und groß geben Männer in Videospielen meist den Frauenheld oder Beschützer mit der großen Waffe in der Hand. Warum nehmen Männer das nicht unbedingt als sexistisch war? Weil ihnen kein Idiot einredet, dass das alles total böse wäre, während Feministen schon bei einfachsten Märchen darüber nachdenken, ob sie gegen die Darstellung der Frau nicht eine Demonstration machen sollten, während der Märchenprinz genauso klischeehaft ist.

Das ist absolut idiotisch!


2) Haben Frauen online schon einmal ihre Sexualität verheimlicht? Ja klar, im übrigen machen das auch Männer häufig. Durch eine hohe Männerquote im Bereich der Computerspiele oder allgemein der Computer kann es durchaus Vor- oder Nachteile haben, eine Frau "darzustellen". ob man eine ist, weiß evt. niemand. Frauen können so durchaus von sexuell frustrierten Idioten genervt werden. Umgekehrt tritt das Online, wie auch Offline seltener auf. Wann wurde das letzte Mal ein Mann in der Disco von einer Frau sexuell angemacht? Der Umgekehrte Fall tritt auch Offline um ein vielfaches häufiger auf! Sich Online darüber zu beschweren ist wieder nur eines: Paranoid und hysterisch!



3) Sexistische Beleidigungen... was ist das? "Tussi!" - oh habe ich nun eine Frau sexistisch beleidigt? Wenn ich das gleiche zu einem Mann sage, fühlt der sich sexuell beleidigt? Ich könnte auch "Memme!" oder "Schwuchtel!" sagen. Trotzdem verfallen Männer deutlich seltener diesem paranoiden Wahn, alles gleich als Sexismus zu sehen. Ein Mann sieht darin im häufigsten Fall eine einfache Beleidigung oder eine Stichelei. Bei Frauen muss ich aber sagen, führen derartige Ausdrücke viel häufiger zu hysterischen Anfällen, dass ich am liebsten gleich die nächstbeste Psychiatrie kontaktieren würde.



-> Sexismus in Videospielen und die armen Frauen sind ein Teufelskreis, eine sich selbst erfüllende Prophezeiung. Weil Frauen sich viel häufiger einreden lassen, dass immer irgendwas total schlimm und böse gewesen wäre. Ob es das tatsächlich war ist dann zweitrangig. Mit jedem Indiz, da könnte etwas böses gewesen sein, steigern sich einige Damen immer weiter hinein und sehen immer mehr böses, bis dann der Aufschrei kommt, weil man im Jahre des Affen dann Gorillas oder ähnliches in WoW besiegen kann...
Dumme paranoide Hysterie kennt bei einigen Frauen einfach keine Grenzen. Diese fühlen sich einfach durch alles und jeden beleidigt, schreien dann laut herum und steigern den Wahn ihrer mutmaßlichen Leidensgenossen.



Feminismus aka "Idiot_Innen on Tour" ...
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Pyri
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Re: Vorwurf: Videospiele(-ntwickler) frauenfeindlich

Post by Pyri »

@buzzti
Wolltest Du mir nicht noch antworten: ich meine auch wegen der Außenwahrnehmung des Forums - es sollte bei dem Thema hier doch nicht zu einseitig werden :-)
Wenn es dem Gefühl nach schonmal überhaupt keine Frauen gibt die hier schreiben :-(
buzzti wrote:@Pyri: Werde dir im Verlauf des Wochenendes nochmal ausführlich antworten

- Platzhalter -
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Re: Vorwurf: Videospiele(-ntwickler) frauenfeindlich

Post by buzzti »

Pyri wrote:Geschlechter für unveränderlich zu halten ist diskriminierend für mich. Das ist auch die Frage wer wen oder was an sich ran lässt, was jemand für einen Geschmack und welches Empfinden hat. Das Subjekt gegenüber ist dabei immer Objekt, die Frage ist eher ob und wie es verinnerlicht werden möchte - wie sich diesem anderen Subjekt angenähert wird. Als Animist können für mich Maschinen darüber hinaus auch eine Seele haben, also diese abwertende Rede von Objekten ist für mich selbst bereits Rassismus.
Du hast einen sehr weiten Rassismus-Begriff - sprichst ja auch öfters von Rassismen. Musste nochmal nachschauen und bin bei Wiki auf die Rassismus-Definition von Memmi gestoßen: "Der Rassismus ist die verallgemeinerte und verabsolutierte Wertung tatsächlicher oder fiktiver Unterschiede zum Nutzen des Anklägers und zum Schaden seines Opfers, mit der seine Privilegien oder seine Aggressionen gerechtfertigt werden sollen" - Siehst du das auch so? Ich tue mich mit den "Privilegien" noch etwas schwer, auch gerade in Gender-Debatten ist schnell vom privilegierten Mann die Rede, was durchaus seine Berechtigung hat, aber auch gerade z.B. sexnegative Haltungen stärken kann, da sexualisierte Weiblichkeit oft als Hingabe/Unterwerfung vor dem privilegierten Geschlecht gesehen wird.
Pyri wrote:Jedoch: ob es jetzt Gewaltdarstellungen oder Erotik ist - gegen ein Gefallen dafür zu opponieren betrifft die gesamte "Medienkritik" wenn es um Inhalte geht. Und darüber sollte auch einmal nachgedacht werden, das Video geht diesbezüglich schon in die richtige Richtung: nur was Sarkeesian macht ist teilweise sicher richtig und wichtig, darauf geht das Video nicht ein, und der Aufschrei dagegen gibt ihr halt auch recht.
Im Video kommt ja auch eine andere Feministin zu Wort und beklagt, dass Sarkeesian eben die präsente Feministin in den Medien ist. Ich bin auch gespannt auf ihre Videos, habe ihren Channel auch auf Youtube abonniert. Klar wird sie im netz teilweise sehr heftig beleidigt und angeprangert - was ich natürlich in der Form (Wikipedia-Vandalismus, sexistische Kommentare, Drohungen etc.) natürlich furchtbar finde. Den ersten Part des Videos habe ich gar nicht verlinkt, da ich es weitaus schlechter finde als den zweiten Teil, das ist teils boulevardesk.
Pyri wrote:Für mich ist Pornografiefeindlichkeit einerseits immer kulturelle Fremdenfeindlichkeit, wenn sie den sexuellen Ausdruck konsensfähiger Wesen betrifft. Darüber bestimmen zu wollen was Erwachsene mit ihrem Körper machen dürfen sollten ist immer Gewalt, Oppression usw. Das kann gar nie emanzipatorisch sein.
Ebenso darüber bestimmen zu wollen für welche sexuellen Fantasien dahingehend in Games Platz sein sollte.
Das ist halt wieder diese Macht-Frage. Wenn sexuelle Fantasien den Hauch der Unterwerfung versprühen können sie als dem Patriarchat dienlich interpretiert werden - auch so eine typische "Medienwirkung". Es wird befürchtet, dass man dies dann genauso auch in der "Realität" so haben möchte...
Pyri wrote:Es ist schon fraglich ob es besser ist wenn Frauen auch als starke Heldinnen dargestellt werden, oder ob diese Archetypen nicht auch sexistisch sind. Das wird nie aufzulösen sein: sind sie devot, unterwürfig, passt es auch wieder nicht
Charaktere, die mal stark, leidenschaftlich, selbstbewusst und dominierend sind, aber auch mal unterwürfig, hingebend oder reserviert sind, mag ich am liebsten. Ich weiß nicht ob ich ein Sexist bin, weil ich mir auch im realen Leben starke Frauen wünsche. Ich warte seit langem auf weibliche Formel 1 Fahrerinnen, mehr kreative Frauen im Film- und Videospielbereich, die auch gerne mal ihre Fantasien darstellen! Anderseits kann es gerne mehr unterwürfig sexualisierte Männer geben, muss mich ja nicht ansprechen!

Auf Reddit war vor kurzem ein Thread mit Fan-Art-Bildern von weiblichen TF2 Avataren. Hier alle auf einmal: http://wyrdmaker.deviantart.com/art/Tea ... -324890135 Obwohl die Figuren vergleichsweise wenig sexualisiert dargestellt wurden, sind sie für einige immernoch zu sexualisierend (Körperhaltung, Accesoires, Gesichter). Sarkeesian meinte mal, sie mag eher Gender-neutrale Figuren in Spielen, bei denen man das Geschlecht nicht sofort erkennt (weiß gerade nicht mehr wo das war).
Pyri wrote: Dass solche Menschen die diese Videospielinhalte wünschen auch Menschen sind und nicht ausgestoßen bleiben. Menschen die anders leben wollen, und anderes haben. Menschen wie ich wollen anderen nicht schaden: wir wollen niemandem weh tun. Vor uns braucht sich auch niemand fürchten. Ich bin es nicht der solche Bosheit und Gewalt verbreitet, womit Frau Sarkeesian da überall konfrontiert wurde.
Also fassen wir zusammen: Wir möchten selbst entscheiden, welche Inhalte wir rezipieren möchten. Aber wir können auch realisieren, dass es momentan zu wenige Inhalte für nicht hetero-Männer gibt und Sexismus bei Spielern (weniger bei den Spielen) durchaus verbreitet ist.
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Re: Vorwurf: Videospiele(-ntwickler) frauenfeindlich

Post by Pyri »

buzzti wrote:... Musste nochmal nachschauen und bin bei Wiki auf die Rassismus-Definition von Memmi gestoßen: "Der Rassismus ist die verallgemeinerte und verabsolutierte Wertung tatsächlicher oder fiktiver Unterschiede zum Nutzen des Anklägers und zum Schaden seines Opfers, mit der seine Privilegien oder seine Aggressionen gerechtfertigt werden sollen" - Siehst du das auch so?
Ja, denn wer das auf zum Beispiel Hautfarben reduziert akzeptiert aus meiner Sicht gewissermaßen schon, dass es so etwas wie "Rasse" beim Menschen überhaupt gibt. Agiert bereits selbst sozusagen "rassistisch". Ähnlich verhält es sich mit "Klasse" und "Klassismus"
Bei "Sex" und "Sexismus" ist das insofern etwas anderes, da "Sex" einerseits nichts ist das völlig aus der Welt geschafft werden soll. Andererseits jedoch irgendwie schon, siehe Deine Erinnerung an ein Zitat von Sarkeesian auf das ich weiter unten noch kurz eingehe:
buzzti wrote:(...) Ich tue mich mit den "Privilegien" noch etwas schwer, auch gerade in Gender-Debatten ist schnell vom privilegierten Mann die Rede, was durchaus seine Berechtigung hat, aber auch gerade z.B. sexnegative Haltungen stärken kann, da sexualisierte Weiblichkeit oft als Hingabe/Unterwerfung vor dem privilegierten Geschlecht gesehen wird.
Die Moderatorin Veronica Belmont hat vor einiger Zeit auf eine App hingewiesen welche das Patriarchat allein im Internet sprachlich entlarven soll. Leider weiß ich jetzt nicht wie ich nach der Anwendung suchen soll: jedenfalls sollen danach Nennungen von Männern durch Frauen ersetzt werden - vielleicht weißt Du auch schon was ich damit meine, ich kenn mich mit Technik leider nicht so gut aus...
buzzti wrote:Das ist halt wieder diese Macht-Frage. Wenn sexuelle Fantasien den Hauch der Unterwerfung versprühen können sie als dem Patriarchat dienlich interpretiert werden - auch so eine typische "Medienwirkung". Es wird befürchtet, dass man dies dann genauso auch in der "Realität" so haben möchte...
Na ja, es gibt ja auch heterosexuelle Frauen die BDSM praktizieren wollen - welche eine Alice Schwarzer wiederum als "Kollaborateurinnen" beschimpfte
Sexnegative AutorInnen führen zwar Diskurse über "Sexualisierungen", aber keine über Sexualität - ähnlich wie Friedensbewegte von "Militarisierung" sprechen, aber keinen Gefallen an Militärtechnik zum Beispiel vermittelt sehen wollen, keine Panzer prominent schön finden werden etc.
Sie halten Sexualität zumindest tendenziell für Privatsache und für nichts das für den öffentlichen Raum bestimmt wäre (wie "Pornografie")

Für sie ist es keine gute Sache, dass es Plattformen wie im Internet gibt, wo sich Menschen ungestraft so äußern oder ihren Körper verkaufen dürfen. Die Internet-Pornografie hat in den letzten fünf Jahren (also seit es die Tubes gibt) auch zur Schaffung eines KleinunternehmerInnentums geführt, also von Menschen die sich da - bei entsprechenden Anlagen - relativ leicht ein Zubrot verdienen können. Und diese Anlagen müssen keine Schönheitsnormen aus der Breitenwerbung sein, sondern können ganz gezielt Fetische bedienen.
Es ist heute im Internet wesentlich leichter selbstständig sexuell tätig zu werden und sich etwa keiner dunklen Industrie im Hintergrund mehr unbedingt ausliefern zu müssen wenn man dies schon möchte, das heißt die Konditionen dafür sind transparenter geworden. Und das stört dabei wohl auch (erheblich)
buzzti wrote:Charaktere, die mal stark, leidenschaftlich, selbstbewusst und dominierend sind, aber auch mal unterwürfig, hingebend oder reserviert sind, mag ich am liebsten. Ich weiß nicht ob ich ein Sexist bin, weil ich mir auch im realen Leben starke Frauen wünsche. Ich warte seit langem auf weibliche Formel 1 Fahrerinnen, mehr kreative Frauen im Film- und Videospielbereich, die auch gerne mal ihre Fantasien darstellen! Anderseits kann es gerne mehr unterwürfig sexualisierte Männer geben, muss mich ja nicht ansprechen!
Ich glaub eher dass das auch ein Fetisch sein könnte, ein Fetisch den ich persönlich sogar teile: starke Frauen finde ich ebenfalls anziehender als passiv Agierende. Und ich mag sowohl den Männer-Fußball als auch die Formel 1 sehr, aber beide Zirkusse sind in meinen Augen fürchterlich konservativ. Dazu brauch ich bloß an die homophoben Äußerungen des Nikolaus Lauda hier in Österreich denken...
buzzti wrote:Sarkeesian meinte mal, sie mag eher Gender-neutrale Figuren in Spielen, bei denen man das Geschlecht nicht sofort erkennt (weiß gerade nicht mehr wo das war).
So möchte man sich eben nicht über sexuelle Attraktivität oder gar Erotik unterhalten, das Geschlecht soll demnach mehr oder weniger verschwinden - zumindest was seine Eindeutigkeit betrifft. Siehe auch meine Ausführungen oben. Ja, und das finde ich überaus schade -
Ein vermeintlicher Nicht-Diskurs, eine Verdrängung oder Ausblendung kann so sogar das regelrecht rausschreien wozu es eigentlich (vorgibt) stumm sein zu wollen: man denke bloß an die Beichte in der katholischen Kirche wo Sexualität seit jeher ein ganz zentrales Thema ist.
buzzti wrote:Also fassen wir zusammen: Wir möchten selbst entscheiden, welche Inhalte wir rezipieren möchten. Aber wir können auch realisieren, dass es momentan zu wenige Inhalte für nicht hetero-Männer gibt und Sexismus bei Spielern (weniger bei den Spielen) durchaus verbreitet ist.
Genau: ich drücke mich über meine Spielauswahl darüber hinaus auch sexuell aus und teile der Welt darüber mit was mir gefällt. Das ist wohl der Unterschied auch: ob man Videospiele für ein inhaltliches oder soziales Erlebnis spielt, wo es dann mehr oder weniger egal ist was der eigentliche Inhalt ist.
Das ist nicht meins - und ich möchte die Ausdrucksform in der Öffentlichkeit so auch nicht vorgestellt wissen: wenn es in CS sowieso bloß nur auf Taktik oder Strategie ankäme, in "Splinter Cell" darum möglichst wenig Gewalt zu "leisten", es zu schaffen "Deus Ex" durchzuspielen ohne wen umgebracht zu haben, kann jemand auch Schach spielen oder andere gesellschaftliche Normen erfüllen (wollen).
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Re: Vorwurf: Videospiele(-ntwickler) frauenfeindlich

Post by buzzti »

Pyri wrote:Na ja, es gibt ja auch heterosexuelle Frauen die BDSM praktizieren wollen - welche eine Alice Schwarzer wiederum als "Kollaborateurinnen" beschimpfte
Sexnegative AutorInnen führen zwar Diskurse über "Sexualisierungen", aber keine über Sexualität - ähnlich wie Friedensbewegte von "Militarisierung" sprechen, aber keinen Gefallen an Militärtechnik zum Beispiel vermittelt sehen wollen, keine Panzer prominent schön finden werden etc.
Man kann zum Beispiel die Militaria-Kultur durchaus kritisieren, finde ich, solange man daraus keine einschränkenden Forderungen ableitet. Wenn ich mich in einen Anti-Militär "Friedensbewegten" hineinversetze, würde ich meinen Nachwuchs auch möglichst von Kriegsspielzeug, Panzerpostern und ähnlichem fernhalten. Aber warum eigentlich? Gerade als "Friedensbewegter" kann man doch nicht früh genug sich mit diesen Dingen befassen. Viel mehr würde ich von meinem Kind wissen wollen, was er davon hält, wie er das sieht, etc.
Pyri wrote:wenn es in CS sowieso bloß nur auf Taktik oder Strategie ankäme, in "Splinter Cell" darum möglichst wenig Gewalt zu "leisten", es zu schaffen "Deus Ex" durchzuspielen ohne wen umgebracht zu haben, kann jemand auch Schach spielen oder andere gesellschaftliche Normen erfüllen (wollen).
Aber selbst hier im VDVC, oder bei EA, den Piraten, oder Ibrahim Mazari beschränkt man sich fast nur mit diesen Aspekten. Taktik, Strategie, Socializing,..., Inhalte werden fast nie angeführt. Spieler, wie ich, die kaum Multiplayer-Spiele spielen, fallen da gerne mal aus dem Raster^^
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Re: Vorwurf: Videospiele(-ntwickler) frauenfeindlich

Post by buzzti »

leicht off-topic:

http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaeh ... 55798.html

Obwohl ich befürchte, für maSu mehr "Öl ins Feuer zu gießen", muss ich kurz auf diese Kommentare (wie nennt man eigentlich die Phobie vor Kommentaren auf News-Seiten?) eingehen:

"Denn schon bald wird ja auch bei allen Berufen, wo Frauen im Nachteil sind, eine Quote eingeführt. Ich hoffe ja dass man das irgendwann mit Gentechnik in den Griff bekommen kann. So irgendwie aus einem Y ein X machen, oder so. Denn irgendwie müssen wir ja die letzten paar Millionen Jahre Evolution zurückdrehen. Ob Mann will oder nicht."

"Eine Frau hätte da doch geschrieben, dass Frauen da eindeutig im Vorteil sind. So wie, dass Frauen keinen Speer werfen können ist doch viel friedensliebender und sozial fördernder für die Gesellschaft, also eindeutig den Männern überlegen. "

Zunächst können Frauen sehr wohl auch einen Speer werfen, Barbora Špotáková warf ihren Speer schon über 71 meter. Das ist immerhin mehr als 80% der Reichweite von Keshorn Walcott, dem männlichen Speerwerfer. Warum man "ob Mann will oder nicht" die "Evolution zurückdrehen" muss, verstehe ich auch nicht. Welche Ideologie verbirgt sich hinter dieser unrealistischen, eugenischen Praxis?

Ich war selber eine totale Niete im Schulsport, habe den dahinter stehenden Wettkampf-Gedanken erst sehr spät wirklich verstanden. Ich wollte mich als Kind nicht mit den anderen messen. Bei den Jungs ging es hauptsächlich um Wettkampf, wer wirft weiter, wer springt weiter, wer kann diesen "Move", wer schießt die Tore etc. - bei den Mädels machte man rythmische Sportgymnastik und tanzte irgendwie mit bunten Fähnchen zu meditativer Musik. Warum wird das im Schulsport so unterschiedlich aufgezogen? Wenn auch ein Pfeiffer mehr Rugby und "Raufereien" zwischen Jungs fördern will, da bin ich heilfroh nicht mehr in der Schule zu sein, denn die "Hackordnung" unter den Jungs wurde vor allem im Sportuntericht ausgemacht.

Hiermit erweise ich der Aussenwirkung unseres Forums wohl auch einen Bärendienst, aber mir fehlt da absolut die Orientierung in der Debatte. Ich bin für ein "Mainstreaming" in allen gesellschaftlichen Bereichen. Will ich dafür aber die "Evolution zurückdrehen"? - nein. Will ich den exakt gleichen Sportunterricht für beide Geschlechter? - nein. Will ich Rugby für Jungs und bunte Fähnchen und Musik für Mädchen? - nein. Ich will irgendwas dazwischen, aber ich kann das momentan nicht artikulieren, in Worte fassen...
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Re: Vorwurf: Videospiele(-ntwickler) frauenfeindlich

Post by TheRealBlack »

buzzti wrote: Ich will irgendwas dazwischen, aber ich kann das momentan nicht artikulieren, in Worte fassen...
Postgender

Der Sportunterricht wird einfach nicht mehr aufgeteilt.
Könnte doch alles so einfach sein.
Happy Coding.
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Re: Vorwurf: Videospiele(-ntwickler) frauenfeindlich

Post by maSu »

buzzti wrote:Zunächst können Frauen sehr wohl auch einen Speer werfen, Barbora Špotáková warf ihren Speer schon über 71 meter. Das ist immerhin mehr als 80% der Reichweite von Keshorn Walcott, dem männlichen Speerwerfer. Warum man "ob Mann will oder nicht" die "Evolution zurückdrehen" muss, verstehe ich auch nicht. Welche Ideologie verbirgt sich hinter dieser unrealistischen, eugenischen Praxis?
Ahja...
Welche Windverhältnisse herrschten bei dem Wurf?
Sind die Würfe überhaupt vergleichbar?
Was sagt die Leistung einer einzelnen Person über die durchschnittliche Leistung vieler Personen aus?

Mit Einzelbeispielen zu kommen ist immer eine recht schwache Argumentation.
buzzti wrote:Ich war selber eine totale Niete im Schulsport, habe den dahinter stehenden Wettkampf-Gedanken erst sehr spät wirklich verstanden. Ich wollte mich als Kind nicht mit den anderen messen. Bei den Jungs ging es hauptsächlich um Wettkampf, wer wirft weiter, wer springt weiter, wer kann diesen "Move", wer schießt die Tore etc. - bei den Mädels machte man rythmische Sportgymnastik und tanzte irgendwie mit bunten Fähnchen zu meditativer Musik. Warum wird das im Schulsport so unterschiedlich aufgezogen? Wenn auch ein Pfeiffer mehr Rugby und "Raufereien" zwischen Jungs fördern will, da bin ich heilfroh nicht mehr in der Schule zu sein, denn die "Hackordnung" unter den Jungs wurde vor allem im Sportuntericht ausgemacht.
Bei uns wurde die Hackordnung nicht beim Sport ausgemacht.
War immer sehr gut im Sport, immer extrem ehrgeizig usw. aber hatte leider nicht die richtigen Klamotten und wollte mich nicht an die "coolen" Skater anpassen.

Die Frage ist aber evt. nach Ursache und Wirkung zu stellen! Warum finden sich mehr Mädchen für "Bändchentanz" als für Volleyball, wenngleich beides als Mädchensport in der Schule gilt. Volleyball ist unter den Mädchen deutlich beliebter als Fussball oder Basketball.

Ich pers. habe beobachtet, dass Sportarten, die auf Einzelleistungen basieren (Fußball, Basketball, ...) und einer einzelnen Person alles abverlangen bei Mädchen weniger beliebt sind. Während Jungen mit dem Ball nach vorne stürmen, hatte ich immer den Eindruck, die Mädchen wollten den Ball nur schnell wieder loswerden - egal an wen, Gegner, Teamkollege, alles egal, Hauptsache der Ball ist weg...

Beim Volleyball haben sich erstaunlich viele Mädchen um den Aufschlag gedrückt, wenngleich sie gerne Volleyball gespielt haben (im Vgl. zu Fußball usw). Ich sehe das Problem daher mehr in der Einzelleistung. Jungen wollen sich profilieren, wollen gewinnen, Mädchen waren da anders. Aufschlag beim Volleyball, dabei einen Gegner schwer getroffen? Junge zuckt mit den Schultern und murmelt was von wegen "Pech", Mädchen entschuldigt sich und will danach nicht mehr so stark machen.

So zumindest meine sportlichen Beobachtungen in der Schulzeit. Ob das anerzogen ist oder genetisch bedingt, das ist mir rel. egal.
buzzti wrote: Hiermit erweise ich der Aussenwirkung unseres Forums wohl auch einen Bärendienst, aber mir fehlt da absolut die Orientierung in der Debatte. Ich bin für ein "Mainstreaming" in allen gesellschaftlichen Bereichen. Will ich dafür aber die "Evolution zurückdrehen"? - nein. Will ich den exakt gleichen Sportunterricht für beide Geschlechter? - nein. Will ich Rugby für Jungs und bunte Fähnchen und Musik für Mädchen? - nein. Ich will irgendwas dazwischen, aber ich kann das momentan nicht artikulieren, in Worte fassen...
Du willst also dass auf Unterschiede eingegangen wird, ohne dass Unterschiede sichtbar werden?
Du willst die eierlegende Wollmilchsau?

Viel Spaß ;)

Die Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen werden durch das Elternhaus bestimmt. Auch wenn gewisse Unterschiede vorhanden sind, so liegt es an den Eltern, die Kinder in allen Bereichen zu fördern. Es ist nicht die Aufgabe der Schule, die Dummheit der Eltern auszugleichen. Das geht auch gar nicht.
Bei uns haben sich durchaus öfter Eltern von Mädchen über schlechte Sportnoten und die Gestaltung des Sportunterrichts beschwert.

Warum?

Es gab am Ende 2 Grundkurse Sport, die Volleyball und Leichtathletik als Schwerpunkte hatten:
Einer mit fast nur Jungen und einer mit nur einem einzigen Jungen.

Die Leistungsunterschiede waren abartig. Während der eine Kurs als Jahresleistung angeben konnte, dass man einen Ball über eine Schnur werfen konnte und im Wald spazieren gehen konnte, war der andere Kurs spieltechnisch nahezu auf Vereinsniveau beim Volleyball und da wurde alles mögliche gemacht: Speere, Diskuss, ... alles wollte von allen ausprobiert werden.

Jetzt kann man leicht erraten, welcher Kurs der nahezu lächerlich schwache war... dennoch gab es in beiden Kursen vorwiegend Noten im Bereich 1-2 ... hätte man mal durchgemischt, hätte es 4-5en hageln müssen. D.h. auch im Bereich Schule muss sich was tun, um diese Unterschiede abzubauen, aber ich sehe schon jetzt vor meinem geistigen Auge einen Haufen Spinner_Innen quasi Amok laufen, nur weil Leistung gefordert würde...
Sachsenmaedel
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Re: Vorwurf: Videospiele(-ntwickler) frauenfeindlich

Post by Sachsenmaedel »

Hallo zusammen!

Puh... Ich habe das Thema der Sexualisierung in Videospielen noch nie so überbewertet, wie manche Journalisten das wohl tun.

Um auf das Urthema zurückzukommen:

Das Computerspielgenre wird allgemeinhin mehr den Männern als den Frauen zugeschrieben, da ist es doch nur logisch, wenn die Zielgruppe männerdominiert ist, dass die Entwicklerstudios auf deren Beuteschema abzielen. Die müssen ja auch was verdienen... ;)

Ich breche da mal eine Lanze: Ich liebe Computerspiele (darum bin ich ja hier. ;) ). Es ist schon richtig, dass man selten Kampfgezeichnete oder hässliche Spielcharaktere hat, die weiblich sind... Man muss da einfach ehrlich sein und den Herstellern Feedback dazu geben. Wahlmöglichkeiten sollten schon gegeben sein. Ob man es dann spielt ist ja zweitrangig. ^^

Und zum Thema Sportunterricht: Obwohl ich ein Mädchen bin fand ich die Sportgruppen mit Weibern immer nervig, wegen ihrer Heulerei. In späteren gemischten Gruppen haben die anderen Mannschaften meine Schmetteraufschläge abgekriegt und da hatte ich Freude dran. Bin ich jetzt anders? xD

Das in aller Knappheit,

Sachsenmaedel
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