Vorwurf: Videospiele(-ntwickler) frauenfeindlich

Falschdarstellungen und Vorurteile
User avatar
Pyri
Posts: 1010
Joined: Mon 3. Aug 2009, 18:06
Prename: Jürgen
Surname: Mayer
Location: Steiermark, Österreich
Contact:

Re: Vorwurf: Videospiele(-ntwickler) frauenfeindlich

Post by Pyri »

maSu wrote:... Dieser Vorschlag wurde gar nicht erst ernst genommen, weil die Haltung ("stell dich nicht so an", "sei mal ein Mann und mecker nicht!", usw) weiterhin vorherrschend ist.
Genau solche Reaktionen meinte ich ja. Und diese Haltungen sind völlig irrsinnig: auf einmal soll dann der Mann wieder über den Dingen stehen, nicht hysterisch auftreten usw.
Also typisch weibliche, ja oft genug schon misogyne Stereotype werden dann demselben Mann vorgeworfen/unterstellt, der sich etwa über eine Ungleichbehandlung beschwert hat. Nur das einzige was das zeigt ist, dass es um Gleichbehandlung dabei überhaupt nicht geht.

Schon längst ist da über die zweite Welle vieles zu oberflächlicher Propaganda geworden, welche von Personen vorgetragen wird die auch höchstens sekundär je theoretisch oder wissenschaftlich unterwegs gewesen sind, sondern vielmehr dem Journalismus entstammen. Einfache Lösungen für komplexe Probleme anbieten (wollen) und damit den Markt beschallen: eine Schwarzer hat im deutschsprachigen Raum etwa vor allem viele Dogmen einer Dworkin popularisiert und sich nebenbei auf Meriten ausgeruht, welche im gesellschaftlichen Wandel womöglich sowieso - das heißt auch ohne ihr zutun - zustande gekommen wären.
Vor allem international. Und literarische Klassiker wie Simone de Beauvoir sind da oftmals nicht einmal wieder zu erkennen.
Also entweder "wir" sind nun alle Menschen und befreien uns vielleicht von diesen Konstruktionen, oder nicht, aber eine Befreiung von Frauen kann damit sowieso nicht mehr klappen. Das haut überhaupt nicht mehr hin, sondern praktisch nur mehr eine Funktionalisierung eben dieser. Das genehme Einspannen ins vorhandene Räderwerk. Analog geht es darüber hinaus ebenfalls nicht mehr um deren Selbstbestimmung, sondern weit eher nur die Aufstellung neuer Grenzen und Einschränkungen im Verhalten.
Denn wenn es um Selbstbestimmung ginge, wäre halt auch die Hausfrau kein Problem für diese Leute. Doch niemand braucht auf die emotionale Ablehnung religiöser Lebenswelten von Burkaträgerinnen verweisen, solche hiesig traditionellen Vorbehalte gegenüber Konfrontationen aus der Migration, es reicht eben schon diese ganze Verachtung von traditionellen Hausfrauen diesbezüglich. Allein gegenüber dem Begriff der "Hausfrau", die es da mittlerweile gibt: keine Frau als Frau und deren Idee als Mutter oder sexuell Begehrte reicht da mehr aus oder ist (sexualpolitisch) auch nur mehr erwünscht, sondern sie soll immer bürgerlich berufstätig (zumindest mal gewesen) sein. Und diese Verknüpfung mit dem Phänomen der Arbeit wäre auch schon der Hinweis auf die Leistungsgesellschaft als konstituierendem Element, das bei dem Ganzen im Hintergrund vorhanden ist, wobei es letztlich also immer nur um fähige Körper geht. Körper, die willig und bereit sind dieser (Gesellschaft) zu dienen - dass sie zufällig weiblich sind ist da eher nur ein Zusatz. Denn letztlich verweist auch das auf die Logik des Patriarchen und dessen Kapital: die "Frau" solle sich wie dieser etwas eigenes schaffen, unabhängig sein, alle anderen Leben würden nicht zählen, andere Werte werden bloß veräußert. Die einzige "Freiheit" die da gekannt wird.
Und das einzige was sonst angenommen, und dann vielleicht noch wie ein Schild der Veränderungen vor sich hier getragen verwendet, wird, ist der "Hausmann". Aber wenn etwas für einen "Mann" gelten soll, dann muss es auch für eine "Frau" gelten können.

Zu Darstellung von Frauen in Videospielen sei nur noch gesagt, dass prinzipiell alle Darstellungen erlaubt sein müssen und gefördert werden sollten. Allein schon der Vielfalt zuliebe, von Diversität als solcher, sowie dass wiederum nichts unbedingt affirmativ interpretiert wird. Das ganze ist ja schon, bis hin zu Themen wie Vergewaltigungen, aus der Gewaltdebatte her bekannt: und Frauen in Videospielen dürfen demnach sowohl Mütter, als auch CEOs, Präsidentinnen von Amerika, Papst, Nonne und Sexsklavin sein - alles andere ist schlichtweg indiskutabel und diskriminierend. Und zwar nicht nur dahingehend, dass es Frauenbilder einschränkt, sondern anthropozentrisch jene aller Menschen(gruppen). Am wichtigsten ist jedoch wahrscheinlich, dass Frauen auch Männer sein dürfen und umgekehrt. Und wenn man das anthropozentrische Denken im Sinne eines Lyotards verlässt und auch das Inhumane fördern will, erneut nicht nur dieser (Menschen).
Wobei sich die Diplomarbeit von der Sarkeesian etwa vor allem gegen den maskulinisierenden Typus der "starken Frau" richtete. Den kritisierte sie dort stark, der war so auch mal deren eigentliches Thema. Also wie "Frauen" Eigenschaften von "Männern" übernehmen sollen. Und damit hatte sie auch Recht. Dennoch geben viele ihrer Fans und treuen Anhänger gerade vor diesen Typus unterstützen zu wollen - was wiederum doch eigentlich kaum in derem Interesse sein kann.
Also das widerspricht sich oft alles total und macht insgesamt gesehen schonmal vielfach keinen Sinn. Doch ein mangelhaftes Gedächtnis und die immerwährende Regentschaft des Ressentiments stehen offenbar dazwischen: hinzu kommt, dass überhaupt kaum gesagt wird welche Bilder nun eigentlich erwünscht wären.
Gerade das hat System: es wird meistens nur gesagt wie eine Darstellung nicht sein soll, also keine Sexsklavinnen (negativ), aber vielleicht Nonnen (positiv) usw. Also weder die Frau als Opfer, noch als zum Beispiel Gewalttäterin (siehe Lara Croft seit letztem Jahr - auf der diesjährigen E3 wurde für das Sequel in ein paar Jahren dann schon wieder das pathologisierende Stereotyp einer Traumatisierten verwendet, gewissermaßen das der cool-mysteriösen Borderlinerin) ist demnach erwünscht.
Gamertag: Pyri80 PSN: Pyri Steam: pyri "Der, der aus Verzweiflung hinausrennt, wird nachher noch betitelt: 'den hab'n wir los jetzt'." Thomas Bernhard
maSu
Posts: 108
Joined: Mon 27. Feb 2012, 09:41

Re: Vorwurf: Videospiele(-ntwickler) frauenfeindlich

Post by maSu »

Pyri wrote:Zu Darstellung von Frauen in Videospielen sei nur noch gesagt, dass prinzipiell alle Darstellungen erlaubt sein müssen und gefördert werden sollten.
Bei der Förderung würde ich vorsichtig(wenn man alle Darstellungen fördert, dann fördert man eben genau keine ;) ), aber prinzipiell muss ich dir zu hier absolut zustimmen!
amegas
VDVC-Mitglied
Posts: 425
Joined: Sun 3. Jan 2010, 09:06

Re: Vorwurf: Videospiele(-ntwickler) frauenfeindlich

Post by amegas »

Aktuelles rund um Anita Sarkeesian

Der Anfang
"Seit Jahren sieht sich die feministische Videobloggerin im Internet massivster Hetze ausgesetzt. Doch nun wurde es ihr zu schlimm, sie floh nach Drohungen aus ihrer Wohnung. "Diese Belästigung von Frauen in der Technikbranche muss aufhören", fordert sie."
http://www.heise.de/newsticker/meldung/ ... 03791.html


Die Resultate
"Die Videobloggerin Anita Sarkeesian musste nach heftigen Drohungen ihr Haus verlassen. Noch immer werden solche Belästigungen oft bagatellisiert. Damit muss endlich Schluss sein - auch, um endlich inhaltlich diskutieren zu können."
http://www.heise.de/newsticker/meldung/ ... 05035.html

"Die Beschimpfung von Anita Sarkeesian und anderen zeigt, dass viele nicht damit klarkommen, dass Games inzwischen als eine weitere Kunstform gesehen werden. Nun herrscht Angst vor diesem Wandel und dessen Folgen."
http://www.heise.de/newsticker/meldung/ ... 05037.html


"Videospiel-Debatte: Wer Sexismus anprangert, wird mit Vergewaltigung bedroht"
http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpoli ... 88906.html

"Hunderte Vertreter der Spieleindustrie haben Gamer aufgefordert, Hass und Gewaltandrohungen auf Online-Portalen nicht zu tolerieren. Hintergrund ist die aktuelle Debatte über Hetzkampagnen gegen Anita Sarkeesian und andere."
http://www.heise.de/newsticker/meldung/ ... 05942.html
maSu
Posts: 108
Joined: Mon 27. Feb 2012, 09:41

Re: Vorwurf: Videospiele(-ntwickler) frauenfeindlich

Post by maSu »

Diese Sarkesian geht einfach gar nicht.

1) sie redet viel unsinn
2) sie hat die Spiele gar nicht gespielt
3) sie nimmt ungefragt "Let's Play" Videos anderer als Quelle (ohne Quellenangaben oder ähnliches)
4) sie sieht quasi in jeder Darstellung von Frauen irgendeine Form von Sexismus
5) die Behauptung sie würde ernsthaft bedroht bringt ihr massive Vorteile (Stichwort: "Opfer-Abo"!)
6) sie ist keine Frau aus der Technikbranche, sie war es nie und sie wird es nie sein. Sie ist jemand, der mal kräftig jammern wollte.
7) sie lügt! Ein Videoblogger hat dazu mal alte Videos rausgekramt und mal behauptet sie, sie wäre Gamer, mal hasst sie spiele usw... immer so wie es ihr gerade in den Kram passt.

Und aus den Punkten 1-7 ergibt sich dann die simple Tatsache, dass viele Spieler einfach die Schnau... äh... Nase voll haben von dieser arroganten Unperson, die hinter alles und jedem gleich eine große Diskriminierungskampagne sieht. Ihre Videos sind so unglaublich albern und schlecht und dafür hat sie über 160.000$ erhalten. Sie macht für 160.000$ Videos, die andere an einem Wochenende zusammenschneiden. Und diese hoffnungslos überbezahlte Person "klaut" dann noch Videomaterial mit dem Ziel, männliche Gamer und Spielehersteller massiv anzugreifen - fernab jeder Logik, jedes Sachverstandes usw.

Und dann kommen noch die dümmsten Medien der Welt - naja, Spiegel auf jeden Fall, aber auch bei Heise rennen immer mehr Merkbefreite herum - und bieten dieser inkompetenten und überbezahlten paranoiden Person ein Podium. Ich muss kotzen!

Und natürlich gibt es genug Leute da draußen, die dann gleich diverse Drohungen äußern. Solche Idioten gibt es immer und überall - egal welches Geschlecht, egal bei welchem Hobby. Aber wer so einen Mist faselt wie die Sarkeesian, der zieht die Schmeißfliegen eben auch an. Würde sie sich auf einem gewissen "Niveau" äußern, dann bekäme sie auch bessere Reaktionen.

und hätte diese Sarkeesian auch nur ansatzweise recht: Hey ihre sooo geilen Videospiele, die frei von Klischees wären (angeblich ... bla!), die würden sich doch gut verkaufen und dann wäre sie reich. Aber hey... moment... sie ist weder reich (abgesehen von feministischen Kriegskassen) noch erfolgreiche Spieleentwicklerin ... woran liegt das nur?!
User avatar
Pyri
Posts: 1010
Joined: Mon 3. Aug 2009, 18:06
Prename: Jürgen
Surname: Mayer
Location: Steiermark, Österreich
Contact:

Re: Vorwurf: Videospiele(-ntwickler) frauenfeindlich

Post by Pyri »

maSu wrote:... sie ist weder reich (abgesehen von feministischen Kriegskassen) noch erfolgreiche Spieleentwicklerin ... woran liegt das nur?!
Am Drang sich abzugrenzen. Siehe hier: http://derstandard.at/2000004924402/Sex ... lverderber Da werden in einer Tour alle beschimpft die anders sind, denken, fühlen, lieben oder auch nur leben wollen. Aber immer so, dass alle Vorwürfe in ihr Gegenteil verkehrt werden, immer sie selbst die "Inklusion" wollten, die "Aufgeschlossenen" welche entweder "selbstkritisch" wären oder die andere "Kritik" akzeptierten. Die "Andersdenkenden" seien immer nur jene die sie selbst unterstützen, also der Bestand auf das Eigene wird quasi durch die Erfindung eines Fremden erreicht.
Und immer mit den gleichen "Argumenten", der gleichen Grundlage einer eigenen Sozialisation, Erfahrungen, Einstellungen usw. Da sind immer dieselben Merkmale präsent. Dass Sarkeesian technikfremd ist spielt auch keine Rolle mehr denke ich, sondern es geht um Erfolg in der Businesswelt. Und da sind sie alle dabei: die zustimmenden PR-Leute, der affirmative Sarkeesian-Journalismus und jene "selbstkritischen" Gamer die nicht "traurig" wären, sondern irgendwo anscheinend "zufrieden" sind, das heißt etwa nicht "frustriert", sondern "reif", "reflexiv", "erwachsen" und sich "Frauen" gegenüber (deshalb) "solidarisch" zeigen, obwohl sie vielleicht als Hetero-"Männer" die Auslöser (pathologisierend der "Trigger") und strukturelle Ursachen für deren Leid wären. Diese geben sich sozusagen betroffen - betroffen gegenüber ihren Geschlechtsgenossen, denen sie in ihrer Geschäftswelt normierter Körper scheinbar nur mit Abscheu oder Unverständnis begegnen könnten.
Der Sarkeesian-Feminismus ist zudem keiner der diese Macht der Männer, ihre Sache(n) - selbst im Ansatz - in Frage gestellt. Das geschieht wenn dann nur zum Schein, sondern er bestätigt sie im Gegenteil sogar und stellt in der Folge "Frauen" (wie Sarkeesian) vor, die nach dieser Macht (der "Männer") streben. Und zwar mit den Mitteln der Männer: Auftreten, Verhalten usw. Er (der Feminismus) sagt ihnen also insgeheim, dass sie (die "Männer") das Zeug hätten die Welt zu verändern. Und genau das dürfte diesen Leuten so sehr gefallen, dass sie sie (und ihre Sache, also die von der Sarkeesian jetzt) dermaßen massiv unterstützen. Die Aussicht, dass sie dadurch noch mehr in eine bessere Welt passen, eine noch bessere Welt als jene die sie sich ohnehin schon geschaffen haben.

Denn es ist auch massiv. Allein bei der einen Zeitung konnte das in den letzten Tagen etwa täglich beobachtet werden. Samstag gab es den obigen Artikel.
Gestern dann diesen hier, die Sarkeesian-Unterstützung aus dem "Saint's Row"-Lager: http://derstandard.at/2000005007874/Sai ... ge-Maenner Heute schließlich jenen Offenen Brief: http://derstandard.at/2000005046020/Ueb ... itiker-aus

Und dass sie (selbst) dadurch mittlerweile (auch) reich geworden ist, glaube ich schon, denn da wurde jetzt doch sehr viel Geld gesammelt. Wobei es mittlerweile zwar viele Stunden an Vorwürfen in Videoform gibt, aber gerade einmal etwas mehr als eine einzige Minute an konstruktiver Alternativideen in Form dieses einen Videos namens "The Legend of the Last Princess", das vielleicht auch nur entstand weil sie (oder ihre Gruppe halt) voriges Jahr dafür noch zusätzliche Unterstützung aus der Branche erhielt - in Form von etwa Jennifer Hale als Sprecherin. Und immer wird alles in letzter Konsequenz auf die extremst mögliche, reale Gewalt bezogen, reduziert: Vergewaltigungen, Mord.
Das erinnert mich an Penn & Teller damals, als ein Waffenfan gegen Videospiele hetzte: dem reichte nicht sich wie Dave Grossman "nur" gegen "Mordsimulatoren" zu stellen, er meinte schon von "Massenmordsimulatoren" sprechen zu müssen... Die "Kritik" ist scheinbar nie genug, Sarkeesian zu "kritisieren" wird zunehmend unmöglicher, da so jemand sofort in die Nähe der potentiellen Mörder gerückt wird, der ihr misogyn Drohenden, des Antifeminismus, der Hass immer nur einseitig auf die Drohungen gegen sie umgelegt, das "Opfer" ausschließlich bei den "Medienkritikern" ausgemacht, und die "Täter" eine weitgehend anonyme Masse "Trauriger", wobei ich mittlerweile auch von einer "Gier" danach sprechen möchte. Einer "Gier" nach "Kritik".
Sowie der Spiegel, Heise und Co. über viele Videospiele ohnehin schon nicht (mehr) berichten, aber die Zeitung aus meinem Beispiel, welche eine eher umfassende Branchenberichterstattung betreibt müsste diese demnach doch umgehend einstellen (trotz des Offenen Briefs mit den 1000 Stimmen) - weil ja alles als "sexistisch" und die Morddrohungen unterstützend interpretiert werden könnte, das sonst (also nicht im Sinne von Sarkeesian) produziert wird und demnach Gegenstand ihres Dogmatismus werden könnte. Auch große Seiten der Videospielpresse, wie Eurogamer und vermutlich 4players in Deutschland, die ihr positiv begegnen, müssten ihre Arbeit umgehend auf vielleicht ein paar abstrakte "Indies" begrenzen, da sie sonst ja Gefahr laufen nur die Morddrohungen zu begünstigen und den "Hatern", "Sexisten" sozusagen ihr Futter bewerben.
Ich glaube ja zudem, dass deshalb nicht einmal noch begonnen wurde der Sarkeesian überhaupt zuzuhören, denn auch BioWare dürfte dann keine Prostitution mehr integrieren, nicht nur Rockstar und Co. Es müsste jeder Bezug zu Sexualität aus Videospielen praktisch gestrichen werden, zumindest dann wenn sie keiner beidseitig "funktionierenden" Umarmung in einer Welt "gleicher" Körper und Identitäten entspricht.
"Frauen" dürften "Männern" auch nicht mehr "helfen" bestimmte Ziele zu erreichen, sondern jeder müsste das irgendwie selbst schaffen. Von sich aus. Und wer auf Hilfe angewiesen ist dürfte somit gleich nur mehr verachtet mehren. Die Menschenverachtung ist bei Sarkeesian aus meiner Sicht wirklich umfassend und kann sehr viele betreffen, das heißt praktisch alles was nicht als "Realität" akzeptiert wird und Fantasie negativ hingestellt. Dennoch wird lediglich das als etwa "frauenverachtend" konstruiert, was gegen Sarkeesian spricht.
Gamertag: Pyri80 PSN: Pyri Steam: pyri "Der, der aus Verzweiflung hinausrennt, wird nachher noch betitelt: 'den hab'n wir los jetzt'." Thomas Bernhard
Rey Alp
Posts: 2526
Joined: Mon 1. Jun 2009, 15:58

Re: Vorwurf: Videospiele(-ntwickler) frauenfeindlich

Post by Rey Alp »

@Pyri
Kennst du eigentlich den dt. Kleinkünstler Marc Uwe Kling? Bei deinen Ausführungen, dass Sarkeesian die kritsierten Methoden übernimmt kam mir ein Zitat in den Sinn. Kontext ist, dass der Kampf gegen den Kapitalismus zum Scheitern verurteilt ist, wenn er sich der kritisierten Mittel bedient. Die Schlussfolgerung:

"Wenn unser Ziel eine witzigere Welt ist, muss unser Widerstand schon witzig sein".

Kann ich empfehlen^^.
User avatar
Patrik
VDVC-Team
Posts: 3562
Joined: Wed 27. May 2009, 22:40
Prename: Patrik
Surname: Schönfeldt
Location: Oldenburg
Contact:

Re: Vorwurf: Videospiele(-ntwickler) frauenfeindlich

Post by Patrik »

Um ehrlich zu sein, sehe ich masus Kritikpunkte fast alle nicht als besonders schlimm. Das meiste gehört wohl in die Schublade „inhaltliche Debatte“. Wirklich ernste Vorwürfe gegen Sarkesian sehe ich einzig im Lügen (7) und im Plagiieren (3). Gerade, dass sie nicht aus der Technik-Branche kommt, ist aber überhaupt kein Argument…

Zum Inhalt der Debatte: Eigentlich sind Videospiele (wie Filme) sexistisch in beide Richtungen. Frauen werden auf sexuelle Attraktivität reduziert, Männer auf Körperkraft. Als inhärent problematisch sehe ich das aber ja wie bereits geäußert nicht.
User avatar
Pyri
Posts: 1010
Joined: Mon 3. Aug 2009, 18:06
Prename: Jürgen
Surname: Mayer
Location: Steiermark, Österreich
Contact:

Re: Vorwurf: Videospiele(-ntwickler) frauenfeindlich

Post by Pyri »

Bei meiner Zeitung ging der Reigen heute unvermindert weiter. Diesmal über Japan.
Nur etwas abgeschwächter, gefühlsmäßig zurückhaltender und mit Rückgriff auf IDG in Deutschland: http://derstandard.at/2000005098471/Sum ... sorgt-fuer '"Summer Lessons" für PS4: Aufregung um virtuelles "Schulmädchen-Spannen"
Tech-Demo sorgt für Kopfschütteln
Die Branchenseite Gamestar sieht angesichts der aktuellen Sexismus-Debatte auch den Zeitpunkt der Vorstellung ungeschickt gewählt. "Was genau der Spielentwickler mit dieser Simulation bezweckt, bleibt offen. In westliche Gefilde würde es ein Spiel mit diesem Setting, sofern daraus denn überhaupt jemals eines werden sollte, aufgrund der äußerst fragwürdigen Inhalte wohl ohnehin nicht schaffen."'
GameStar selbst spricht vom "Gaffen": http://www.gamestar.de/hardware/tft-mon ... 77874.html Sagt man wirklich (noch immer) "Gaffer" zu einem "Voyeur"?
Gamertag: Pyri80 PSN: Pyri Steam: pyri "Der, der aus Verzweiflung hinausrennt, wird nachher noch betitelt: 'den hab'n wir los jetzt'." Thomas Bernhard
User avatar
Patrik
VDVC-Team
Posts: 3562
Joined: Wed 27. May 2009, 22:40
Prename: Patrik
Surname: Schönfeldt
Location: Oldenburg
Contact:

Re: Vorwurf: Videospiele(-ntwickler) frauenfeindlich

Post by Patrik »

Bei Unfällen spricht man z.B. von Gaffern. Bei Sexuellem würde ich von Spannen reden. In dem hier vorgestellten Fall ist es aber ja eine „Schulmädchen-Simulator“-Techdemo. Das ist per se noch nicht mal was sexuelles. Hier geht es vermutlich um ein gefühltes „Empört-sein-Müssen“.
Post Reply