Peters Petitionstext rekonstruiert

Falschdarstellungen und Vorurteile
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Rey Alp
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Peters Petitionstext rekonstruiert

Beitrag von Rey Alp » Mo 28. Jan 2013, 13:47

Es heißt ja immer, dass das Internet nichts vergesse. Von wegen. Auf der offiziellen seite gibt es die Petition afaik nicht mehr. Ich habe den Text daher aus fragwürdigsten Quellen ergoogelt:
Text der Petition

Der Deutsche Bundestag möge sich gegen den Beschluss der Innenmisterkonferrenz vom 5. Juni 2009 entscheiden, der ein "Herstellungs- und Verbreitungsverbot" von Action-Computerspielen vorsieht.

Begründung

Aktueller Anlass ist der am 5. Juni 2009 erfolgte Beschluss der Innenministerkonferenz der Länder, der ein "Herstellungs- und Verbreitungsverbot" von Action-Computerspielen vorsieht. Dieser Beschluss ist eine Reaktion auf den entsetzlichen Amoklauf eines 17-jährigen Jugendlichen im baden-württembergischen Winnenden, der die Diskussion um die Wirkung von Computer- und Videospielen neu entfacht hat. (Vor-)schnelle Verbotsforderungen werden den vielschichtigen Aspekten solcher Ereignisse nicht gerecht, wirken im Gegenteil eher verharmlosend und verhindern so eine gründliche Aufarbeitung. Mit Bedauern stelle ich fest, dass die Debatte von Unkenntnis, Polemik, Unsachlichkeit und Vorurteilen geprägt ist, gerade aus den Reihen der Politik.

"Gewaltverherrlichende" Medien hingegen sind aus gutem Grund verboten. Doch ein prinzipielles Herstellungs- und Vertriebsverbot von Filmen und Computerspielen für Erwachsene steht aus meiner Sicht im Widerspruch zu Artikel 5 unseres Grundgesetzes ("Eine Zensur findet nicht statt"). Vielmehr gilt es, Kinder und Jugendliche vor Inhalten zu schützen, die nicht für ihr jeweiliges Alter freigegeben sind. In Deutschland gelten schon jetzt die europaweit strengsten Gesetze; Mitte 2008 wurde das Jugendschutzgesetz auf Initiative von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen noch einmal erweitert. Seit 1. April 2003 versieht die USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle) Computer- und Videospiele - analog zu Spielfilmen - mit eindeutigen, auffälligen Alterskennzeichnungen; fünf Prozent der im Jahre 2008 geprüften Spiele sind auf ein erwachsenes Publikum zugeschnitten und werden daher mit "Keine Jugendfreigabe" eingestuft. Diese Kennzeichnung ist ein hoheitlicher Verwaltungsakt durch die Obersten Landesjugendbehörden. Produkte, die den strengen Kriterien nicht genügen, werden nicht gekennzeichnet und können demnach von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) indiziert werden.

Als volljähriger Bürger und Wahlberechtigter bitte ich Sie nachdrücklich,
- den irreführenden und diskriminierenden Begriff "Killerspiele" aus der politischen Diskussion zu nehmen.
- das Vertrauen der Öffentlichkeit in die bestehenden staatlichen Jugendschutzmechanismen zu stärken.
- den Vollzug bestehender Gesetze zu verbessern und zu gewährleisten, dass Kindern und Jugendlichen nur Computer- und Videospiele entsprechend der USK-Jugendfreigabe zugänglich gemacht werden.
- Eltern, Pädagogen sowie erzieherisch verantwortliche Personen bei der Förderung der Medienkompetenz zu unterstützen.
- die Computer- und Videospiele-Branche in Deutschland und insbesondere die Ausbildung in diesen zukunftsträchtigen Berufen zu fördern.
Das "Original" von Petra Fröhlich:
- http://www.pcgames.de/screenshots/970x5 ... aktion.jpg

Wenn hier ein besserer Vollzug in dem Sinne gefordert werden soll, dass Kindern von Händler datenträger nur entsprechend der Freigabe verkauft werden dürfen, kann man darauf verweisen, dass hier die Kontrollen zumindest besser als beim Alkohol funktionieren:
- http://stigma-videospiele.de/wordpress/ ... omasaufen/

Andererseits heiße das jetzt "gegen" die Petition zu arbeiten, wobei ja eben von Anfang an klar war, dass der Text geklaut und misslungen ist. Ansonsten könnte man ganz mutig einfach für regelmäßige Testkäufe und bessere Kontrollen plädieren. Meine ich jetzt im ernst. Dass die Gesetze bei Weitergabe von Videospielen an Kinder eingeahlten werden, kann nur in unserem Interesse liegen.

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Re: Peters Petitionstext rekonstruiert

Beitrag von magg0t » Di 29. Jan 2013, 10:51

Wer gräbt denn da solche ollen Kamellen aus?
Soweit ich mich erinnern kann hatte der Beschluss der Innenministerkonferenz damals ja keine wirklichen Auswirkungen. Oder sind die gerade dabei das umsetzen zu wollen, was sie vor 4 Jahren beschlossen haben?!?

Inhaltlich stimme ich der Petition zu, auch wenn sie mir nicht weit genug geht. Was hier fehlt steht dann ja in unserer Petition, die können wir da gleich nochmal hinterher schicken!
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Re: Peters Petitionstext rekonstruiert

Beitrag von Patrik » Di 29. Jan 2013, 21:57

Das Ding wurde im Herbst vom Bundestag an die Landesparlamente verwiesen, damit die zum fett gedruckten Teil Stellung beziehen können. Von da her ist es (wieder/immer noch) aktuell.

Ansonsten: In der Petition steht einiges, was ich heute besser weiß. So ist ja bekanntlich einiges, was man unter den „bestehenden staatlichen Jugendschutzmechanismen“ verstehen könnte, ziemlicher Nonsens.

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