hartaberfair

Falschdarstellungen und Vorurteile
Dante
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Re: hartaberfair

Beitrag von Dante » Mo 25. Mär 2013, 21:55

Rey Alp hat geschrieben:Ich glaube, dass du dir etwas falsche Vorstellungen von der Arbeitsweise von Rundfunkräten machst. Nach meinen Erfahrungen mit Fernseh- und Rundfunkrat von ZDF und NDR interessieren die sich weder um Wahrheit noch um die Programmgrundsätze sondern - so kommt es mir jedenfalls vor - allein darum, dass "die Botschaft" stimmt bzw. sie wollen das Gesicht des Senders und der Formate wahren..
So sieht es aus. Und das Thema ist ja auch eher eine Lappalie.

Bei Phoenix darf der Chefredateur von Vatikan.tv von Schwuchteln reden, ohne dass ihm aufs schärfste widersprochen wird. Das macht mir mehr Sorgen als die Technikfeindlichkeit eines alten Lehrers.

Rey Alp
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Re: hartaberfair

Beitrag von Rey Alp » Mi 27. Mär 2013, 13:23

gordon-creAtive.com hat geschrieben:Mir ist immer noch nicht klar, was genau wir jetzt machen wollen.
Mir auch nicht - @Patrik, könntest du vielleicht ein Machtwort sprechen?

Optionen (kombinierbar):
  • 1. Nichts tun. Wenn der Intendant es nicht als ordnungsgemäße Beschwerde einstuft, haben wir mit Ablauf des 04.05.2013 nichts mehr in der Hand.

    2. Warten, ob wir eine Stellungnahme des Intendanten erhalten, in der er erwähnt das Schreiben (nicht) als Beschwerde eingestuft zu haben.

    3. Fragen, ob der Intendant das Schreiben als Beschwerde bewertet hat.

    4. Die Beschwerde als "Beschwerde an die Anstalt" (erneut) bei der Publikumsstelle einreichen - vor dem 04.05.2011.
Zeitlinie

04.02.2013 - Ausstrahlung
04.03.2013 - 1 Monat um
04.04.2013 - 2 Monate um
04.05.2013 - 3 Monate um - Einlegung der Beschwerde nicht mehr möglich

Ich würde vorschlagen um sicher zu gehen die neue Beschwerde, wenn wir sie einreichen wollen, vor dem 04.04.2013 - also innerhalb der nächsten Woche - einzulegen, wenn wir nicht davor schwarz auf weiß haben, dass der Intendant das Schreiben an den Rundfunkrat schon als Beschwerde anerkannt hat.

Dante
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Re: hartaberfair

Beitrag von Dante » Mi 27. Mär 2013, 23:26

Im ZDF werden in letzter Zeit auch einige sehr merkwürdige Aussagen unkommentiert stehen gelassen:
http://www.youtube.com/watch?v=CbRHvDhj ... age#t=522s

Der Film "Unsere Mütter, unsere Väter", der die polnischen Widerstandskämpfer als Antisemiten darstellt, ist historisch ebenfalls höchst fragwürdig.

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Re: hartaberfair

Beitrag von Pyri » Do 28. Mär 2013, 00:28

Dante hat geschrieben:Der Film "Unsere Mütter, unsere Väter", der die polnischen Widerstandskämpfer als Antisemiten darstellt, ist historisch ebenfalls höchst fragwürdig.
Da geht es wirklich nicht nur um diese eine Darstellung, sondern die Probleme mit der Produktion fangen bei ihrem Titel bereits an, und bei der Frage welches "wir" da überhaupt "Mütter" und "Väter" (gehabt) hätte.
Ausnahmsweise von Ekkehard Knörer, ausgerechnet einem ausgewiesenen Realisten, wurde an meinem Geburtstag dieser Text veröffentlicht http://www.cargo-film.de/blog/2013/mar/ ... im-bussen/ Ein Text der praktisch alles zusammenfasst was mich an einem diesbezüglichen Selbstverständnis und ebensolcher Kulturpolitik über all die Jahre jetzt schon massiv gestört hat, gerade in der "Killerspiel"-Debatte. Aber auch ein Text der so oder so wahrscheinlich eine Eintagsfliege bleiben wird - "Das hat mit Didaktik alles und mit Kunst nichts zu tun."
Das geht nämlich, ganz abgesehen vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk, bis zum "Politik"-Begriff eines Kosslick - der angewendet auf einen Games-Journalismus etwa bei Christian Schmidt seinen Widerhall findet. Wer ihn nicht kennt: das ist der Berlinale-Chef, und jemand der vor ein paar Jahren etwa einen russischen Pronazi-Film ins Programme aufgenommen hätte. Angeblich, denn das behauptet zumindest die FSK. Doch von der Berlinale kam bis heute afaik kein Wort dazu, denn sie machen ja nichts für die Massen welche auf so ein FSK-Urteil für Veröffentlichungen etwa angewiesen sind. Und da geht es um ein (Nicht-)Kulturverständnis das stets auf offizialisierte und moralisierende Staatsideen hinausläuft, Leitbilder bei denen sich vorwiegend Leute mit einer LehrerInnenmentalität zu "Kulturschaffenden" aufgeschwungen haben.
Und auch hier im Forum hatten wir (sic!) schon Debatten in die Richtung wie ein Verhältnis zwichen "Kritik" und "Moral" aussehen könnte. Etwa anhand von "Spec Ops: The Line" oder "Medal of Honor" -
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Re: hartaberfair

Beitrag von Thanatos » Do 28. Mär 2013, 09:03

Dante hat geschrieben:Im ZDF werden in letzter Zeit auch einige sehr merkwürdige Aussagen unkommentiert stehen gelassen:
http://www.youtube.com/watch?v=CbRHvDhj ... age#t=522s

Der Film "Unsere Mütter, unsere Väter", der die polnischen Widerstandskämpfer als Antisemiten darstellt, ist historisch ebenfalls höchst fragwürdig.
Naja, Antisemitismus war zu der Zeit eigentlich in ganz Europa sehr verbreitet, wobei ich den letzten Teil noch garnicht gesehen hab, ein Urteil kann ich mir also garnicht erlauben.
Damit möchte ich die Filmreihe übrigens nicht gut reden, Historisch zu belegen ist dort vieles nicht und ganz allgemein finde ich ist der Film für so ein ernstes Thema doch sehr auf Action à la Michael Bay getrimmt (vermutlich um auch ein jüngeres Publikum zu erreichen)

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Re: hartaberfair

Beitrag von Patrik » Fr 29. Mär 2013, 09:13

Unabhängig von der Frage nach antisemitischen Widerständlern: Es handelt sich um einen Spielfilm, nicht um eine Dokumentation, eine Nachrichtensendung oder eine Reportage.

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Re: hartaberfair

Beitrag von Pyri » Fr 29. Mär 2013, 16:32

Patrik hat geschrieben:Unabhängig von der Frage nach antisemitischen Widerständlern: Es handelt sich um einen Spielfilm, nicht um eine Dokumentation, eine Nachrichtensendung oder eine Reportage.
Das ist so wie bei Spielen zu behaupten: "ist ja nur ein Spiel". Nein - Spielfilme vermitteln wie Games Werte, Vorgaben und Interpretationsmöglichkeiten. Immer.
Wenn ich in "Medal of Honor - Warfighter" einen zynischen Soldaten mime, der nicht einmal in der Lage ist seine Privatbeziehungen aufrecht zu erhalten, aber in fremde Länder reist um dort andere reihenweise umzubringen, dann sagt das etwas über ein Sozialgefüge aus dass über ein "uns" deutlich hinausgeht - eröffnet das sogar eine Myriade an Interpretationsmöglichkeiten. In Hinbick auf eine US-amerikanische Gegenwartsgesellschaft, deren Sicherheitspolitik etc. Jedenfalls mir, andere mögen sich über den Charakter bloß empören und es dem Spiel vorwerfen solche Typen zu "verherrlichen". Über ihren Moralismus, weil sie mit einer Mehrdeutigkeit diesbezüglich eben nicht umgehen können. Sie wollen keine solchen Unsympathen verkörpern. Für mich ist dabei jedoch nichts "herrlich" - kann das überhaupt nicht sein: ihnen muss aber erst eine Fahne verkehrt herum aufgehangen werden damit sie etwas als "Kritik" akzeptieren, ihnen dabei etwas so erfolgreich verkauft wird - wie bei den Leiden des Stars aus "Uncharted" in "Spec Ops: The Line". Oder "1378km" Grenzlinie in einem Tribunal mit Zeigefinger enden -
Dieser ideologische Realismus geht demnach anders: in einem solchen Film, denn dass darin dieselben Werte wie in diesem Fernsehen sonst auch hochgehalten werden, die gleiche Moral von "Freundschaft" oder "Liebe", steht wohl außer Frage. Wie auch immer das in dem Fall (teuer) aufbereitet wurde - oder nicht.

Der Film sagte dabei anscheinend nichts aus über die LeistungsträgerInnen im nationalsozialistischen Staat. Was diesen zusammengehalten hat, sondern wollte "unsere Väter, unsere Mütter" offenbar auch nur als "normale" Menschen portraitiert wissen. Das Sozialgefüge wird dabei im Gegenteil zum Kit jeglicher Spannung, Dramaturgie etc. Das heißt tatsächlich zu etwas Gutem das letztlich bewahrt werden sollte, wenn da nicht die bösen Nazis wären, oder halt andere Antisemiten... Wie in Seifenopern und Telenovelas - Es werden darin Cliquen beschrieben, welche im schlimmsten Fall auseinanderbrechen, wo vielleicht Verrat begangen wird und es dann nur noch zusätzlich - zeitbezogen - zu etwa Deportationen kommt. Und dieses Verkleiden idealisierter Gegenwartsverhältnisse sehe ich als den eigentlichen Missbrauch von Geschichte an, denn es gab demnach die damaligen Nazis jedenfalls eher so wie heute moralisch vor Neuen gewarnt wird. Die alten wie die Neuen, wobei jemand wie Guido Knopp um Vergleiche bekanntlich ja auch nicht verlegen ist, wenn es etwa um Tom Cruise geht...
Seit über dreißig Jahren und Wolfgang Petersens "Das Boot" für mich auch nichts Unbekanntes: erst in diesem Monat sah ich mir das Handbuch von "Silent Hunter 5" näher an http://almrausch.wordpress.com/2013/03/ ... en-heines/ Pikanter Weise wurde die CE von dem Titel noch zurückgeholt, weil sie in einem anderen Booklet ein Hakenkreuz vergessen hatten - das dort ja nicht hin darf, jedenfalls in Deutschland nicht. Klar, sollten ja von Vornherein - so oder so - kaum Nazis auf dem Naziboot ihren Dienst tun...
Hier in Österreich war ein Opfermythos viele Jahrzehnte staatstragend. In Deutschland war das auf dieser Ebene natürlich nicht möglich, zeigt sich aber in solchen fiktionalen Produktionen. Ich kenne keine einzige populäre Aufarbeitung des Themas wo das anders gewesen wäre, nur - zusammen mit der vorherrschenden Mentalität der Schirrmacher, Precht und Co. im Land - dürfte sich das in dem Fall nochmal gesteigert haben, so dass es selbst nach den ganzen Degeto-Filmen noch zusätzlich auffiel.
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Re: hartaberfair

Beitrag von Rey Alp » Mo 1. Apr 2013, 20:18

Notwendige Änderungen der Beschwerde:
  • 1. "Programmbeschwerde an die Anstalt" anstatt "Beschwerde an den Rundfunkrat"

    2. Adresse ändern:
    • Westdeutscher Rundfunk Köln
      Publikumsstelle
      Appellhofplatz 1
      50667 Köln

      Fax: 0221 220 9546
    3. Anschreiben und Beschwerde an neue Adresse schicken.
Zusätzliches Anschreiben:
  • Briefkopf


    Betreff: Beschwerde

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich möchte hiermit die anliegende Beschwerde einreichen. Diese war zunächst irrtümlicherweise als „Beschwerde an den Rundfunkrat“ bezeichnet und auch an diesen adressiert worden, wie es unter anderem vom ZDF – dort wird von einer „Programmbeschwerde an den Fernsehrat“ gesprochen, die an das Sekretariat des Fernsehrats zu richten ist – gefordert wird. Wir wurden mittlerweile von Rundfunkrat des WDR durch Schreiben vom 14.03.2013 darüber aufgeklärt, dass bei Ihnen andere Formalitäten einzuhalten sind bzw. man sich mit Programmbeschwerden an die Intendantin wenden muss. Wir bitten uns diesen Fehler nachzusehen und hoffen die Programmbeschwerde nunmehr entsprechend § 10 Abs. 2 und 3 WDR-Gesetz sowie § 33 der Satzung ordnungsgemäß eingereicht zu haben.

    Mit freundlichen Grüßen
edit:

Wichtiger Punkt: Den Absatz verbessern:
  • „Damit muss der öffentlich-rechtliche Rundfunk erst recht den strengeren und über die Vorschriften des Zivilrechts hinausgehenden Maßstäben der Programmgrundsätze, insbesondere der Pflicht der Wahrheit und die der anerkannten journalistischen Grundsätze zu entsprechen, nachdem eine Pflicht zur Korrektur bzw. Distanzierung von unzutreffenden Tatsachenbehauptungen obliegt.“
Imho ist der so nicht richtig^^. Ich wäre für:
  • „Damit muss der öffentlich-rechtliche Rundfunk erst recht den strengeren und über die Vorschriften des Zivilrechts hinausgehenden Maßstäben der Programmgrundsätze, insbesondere der Pflicht zur Wahrheit und den anerkannten journalistischen Grundsätzen, entsprechen, nach denen ihm eine Pflicht zur Korrektur bzw. Distanzierung von unzutreffenden Tatsachenbehauptungen obliegt.“
Zum Verständnis, Satz ohne Einschübe:
  • „Damit muss der öffentlich-rechtliche Rundfunk erst recht den strengeren und über die Vorschriften des Zivilrechts hinausgehenden Maßstäben der Programmgrundsätze entsprechen, nach denen ihm eine Pflicht zur Korrektur bzw. Distanzierung von unzutreffenden Tatsachenbehauptungen obliegt.“
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Re: hartaberfair

Beitrag von gordon-creAtive.com » Di 9. Apr 2013, 22:38

So?
Dateianhänge
Beschwerde V3.pdf
(3.88 MiB) 117-mal heruntergeladen

Rey Alp
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Re: hartaberfair

Beitrag von Rey Alp » Mi 10. Apr 2013, 00:16

Ich kann nach selektiver Prüfung keinen Fehler finden^^. Danke für die Arbeit.

edit:

Ich würde das "Anschreiben" separat nummerieren. Also als Seite 1 von 1 und damit gar nicht. Bei der Beschwerde würde ich dann mit 1 anfangen, das ist aber Geschmackssache.

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