hartaberfair

Falschdarstellungen und Vorurteile
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Modgamers
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Re: hartaberfair

Post by Modgamers »

Bin übrigens der Meinung, dass es womöglich mehr Sinn macht, die Story (bzw. die Berichterstattung über Spiele in den (ÖR-)Medien allgemein) mal für ZAPP aufzuarbeiten.
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Pyri
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Re: hartaberfair

Post by Pyri »

Modgamers wrote:Bin übrigens der Meinung, dass es womöglich mehr Sinn macht, die Story (bzw. die Berichterstattung über Spiele in den (ÖR-)Medien allgemein) mal für ZAPP aufzuarbeiten.
Welches "ZAPP"? Das "Medienmagazin" des Norddeutschen Rundfunks? Im Ernst: kennt Ihr dort denn jemand der Videospielen wohl gesonnen wäre und dann noch bereit ist der KollegInnenschaft ans Bein zu pinkeln?
Ich lese in der Frankfurter Rundschau jedenfalls schon, dass die nicht einmal was relativ Harmloses gegen den großen Bruder ARD vortragen dürfen http://www.fr-online.de/kultur/medienma ... 95970.html
Da könnte doch gleich "Frontal 21" mit "Frontal 21" auch betraut werden, oder der Plasberg mit sich selbst. Sehe den mind fuck schon vor mir. Hilke Petersen: "sie sehen aus wie mein Kollege Theo Koll oder ich, sprechen wie wir und haben sogar denselben Sendeplatz. Dennoch führen sie nichts Gutes gegen die armen Computerspieler im Schilde. Über die üblichen Machenschaften dieser anderen Öffentlich-Rechtlichen berichtet unser Reporter, einer der Fromm-Zwillinge..."
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Rey Alp
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Re: hartaberfair

Post by Rey Alp »

Ich finde die Art und Weise, wie - wird in diesem Fall imho wohl leider auch nicht anders sein - sich die zuständigen Aufsichtsgremien konsequent weigern ihren Job zu machen beängstigend. Das sind ja langsam nach den Beschwerden bei Panorama, Frontal21 und hartaberfair keine Einzelfälle mehr sondern es ist eine kollektive Hybris. Wobei das nicht ganz stimmt, die können ja machen, was sie wollen, weil niemand etwas dagegen tun kann - die Entscheidungen sind nicht justiziabel. Ich empfinde das in der Tat ebenfalls als einen Skandal, habe jedoch Zweifel, dass das öffentlich-rechtliche Fernsehen zur Selbstkritik bzw. Hinterfragung der eigenen Arbeit fähig ist. Von daher würde ich nicht annehmen, dass die das sogar selbst darstellen. Sofern die neue Beschwerde auch zurückgewiesen wird, würde ich in einem Beitrag gerne mal die ganze Situation beleuchten. Für ein Video wird es mir wohl leider an der Zeit fehlen.
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Patrik
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Re: hartaberfair

Post by Patrik »

Modgamers wrote:Bin übrigens der Meinung, dass es womöglich mehr Sinn macht, die Story (bzw. die Berichterstattung über Spiele in den (ÖR-)Medien allgemein) mal für ZAPP aufzuarbeiten.
ZAPP wird das aus genannten gründen wohl nicht bringen. Ein eigenes Video über die Arbeit der Aufsichtsgremien sollten wir aber erstellen, denn da ist die Reichweite einfach größer als bei nem einfachen Text. Unter anderem könnte ich mir auch vorstellen, dass fernsehkritik.tv den Beitrag aufnehmen würde.
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Modgamers
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Re: hartaberfair

Post by Modgamers »

Selbstgemachte Texte oder Videos sind zwar schön und gut, wenn es aber nicht von der "normalen" Presse aufgegriffen wird, passiert da auch nicht viel. Und bei ZAPP liefen oft kritische Berichte, auch über Mitglieder der ÖR-Senderfamilie.
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Pyri
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Re: hartaberfair

Post by Pyri »

Modgamers wrote:Selbstgemachte Texte oder Videos sind zwar schön und gut, wenn es aber nicht von der "normalen" Presse aufgegriffen wird, passiert da auch nicht viel. Und bei ZAPP liefen oft kritische Berichte, auch über Mitglieder der ÖR-Senderfamilie.
Es gibt nunmal nur einen Diskurs über Videospiele in Deutschland, und der geht auch nur in eine Richtung.
Er wird nur gelegentlich unterbrochen, und dann auch nur über Dinge die mit den eigentlichen Videospielinhalten nichts zu tun haben: wie Sozialität, dass gemeinschaftliches Spielen doch etwas Gutes wäre, oder Sport und Fitness, dass halt mal auch über E-Sport-Communities und Exergaming berichtet wird, sowie dass es vereinzelt auch (relativ abstrakte) Spiele wie "Minecraft" gibt welche die Kreativität fördern (würden), Videospiele "für alle" bereitstellen und Unabhängigkeit gegenüber eine schon immer bös gedachte Industrie, auch außerhalb des Gaming, herstellen (so ein Beitrag lief kürzlich etwa im ORF).
Soll heißen: niemand diskutiert über die Schönheit von "Super Mario", höchstens über dessen vermeintliche "Harmlosigkeit" (als etwas angeblich Positives)
Das heißt, dass wenn Videospiele schon nicht (negativ) für "gefährlich" gehalten werden, dann zumindest als dummes Surrogat, als belangloser Kitsch, und "die Kinder" sollten wenn dann doch besser in der frischen Luft Fußball spielen...

Und wenn die Intendantin "FIFA" schon nicht erklären wollte, weshalb sollte das dann der NDR tun wollen, denn das ist für dessen Publikum dabei einfach zwingend erforderlich - so kurzsichtig kann man doch nicht sein: und für den Rundfunk mag es dabei schon reichen recherchiert zu haben, dass Electronic Arts auch "Killerspiele" herstellt, oder "Gewalthaltiges" wie es euphemistisch heißt, und FIFA halt auch von EA ist - so wie "Battlefield". Das mag schon Grund genug sein: wer RTL oder die Bild-Zeitung abscheulich findet wird sich kaum für eine andere Sendung/Artikel bei dem Sender/der Zeitung einsetzen wollen, noch dazu da diese Medien gewissermaßen auch Konkurrenz für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und deren hehren Anliegen von Bildung, Aufklärung und "Qualität" sind.
Ich kann mich hier jedenfalls immer wieder nur warnend wiederholen: ein Kritikbegriff sollte hier wirklich einmal dringend überprüft werden. Es sollte endlich einmal gefragt werden welche Kritik wo überhaupt möglich ist, und was wie mit "Kritik" eigentlich (nur) gemeint sein könnte...
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Re: hartaberfair

Post by buzzti »

Pyri wrote: Es gibt nunmal nur einen Diskurs über Videospiele in Deutschland, und der geht auch nur in eine Richtung.
Er wird nur gelegentlich unterbrochen, und dann auch nur über Dinge die mit den eigentlichen Videospielinhalten nichts zu tun haben: wie Sozialität, dass gemeinschaftliches Spielen doch etwas Gutes wäre, oder Sport und Fitness, dass halt mal auch über E-Sport-Communities und Exergaming berichtet wird, sowie dass es vereinzelt auch (relativ abstrakte) Spiele wie "Minecraft" gibt welche die Kreativität fördern (würden), Videospiele "für alle" bereitstellen und Unabhängigkeit gegenüber eine schon immer bös gedachte Industrie, auch außerhalb des Gaming, herstellen (so ein Beitrag lief kürzlich etwa im ORF).
Soll heißen: niemand diskutiert über die Schönheit von "Super Mario", höchstens über dessen vermeintliche "Harmlosigkeit" (als etwas angeblich Positives)
Nicht nur in Deutschland. Oh Mann, wie ich mich aufrege, wenn Spiele rein auf der kompetitiven Ebene verteidigt werden http://www.youtube.com/watch?v=aGAvjwQPCHE
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Re: hartaberfair

Post by Patrik »

…das und dann einfach mal ausblenden, dass es selbst in solchen Situationen noch Leute gibt, die „schwul“ für ein Schimpfwort halten und damit den ganzen Ingame-Chat belästigen.
Rey Alp
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Re: hartaberfair

Post by Rey Alp »

Pyri wrote:
Modgamers wrote:Ich kann mich hier jedenfalls immer wieder nur warnend wiederholen: ein Kritikbegriff sollte hier wirklich einmal dringend überprüft werden. Es sollte endlich einmal gefragt werden welche Kritik wo überhaupt möglich ist, und was wie mit "Kritik" eigentlich (nur) gemeint sein könnte...
Ich kann dir da nicht ganz folgen: Meinst du, dass wir hinterfragen sollen, was wir mit unserer Kritik meinen/zu erreichen versuchen, oder was für Kritik in öffentlich-rechtlichen Formaten (an öffentlich rechtlichen Formaten) wegen der Art der Darstellung von Videospielen (nicht) möglich ist?
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Pyri
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Re: hartaberfair

Post by Pyri »

Rey Alp wrote:Meinst du, dass wir hinterfragen sollen, was wir mit unserer Kritik meinen/zu erreichen versuchen, oder was für Kritik in öffentlich-rechtlichen Formaten (an öffentlich rechtlichen Formaten) wegen der Art der Darstellung von Videospielen (nicht) möglich ist?
Ich denke dass man es dabei mit einer sehr einseitigen Form der Kritikauffassung zu tun bekommen wird und meine "Kritik" als solche, also die Frage wer in der beschriebenen Rundfunk-Situation woran überhaupt Kritik übt, üben darf oder kann - ohne (davor oder danach schon) ausgeschlossen zu werden, oder was alles an "Kritik" eigentlich nur möglich ist. Zum Beispiel bei der Freude an Gewaltdarstellungen: an jedenfalls prominenter Stelle ist die wenn dann immer nur eine Fremderfahrung über die berichtet wird, da redet dann irgendwer - vielleicht auch anonym - darüber, oder wird halt zitiert. Und man meint einer gewissen Offenheit oder Liberalität damit bereits zur Genüge getan zu haben.
Aber das andere "wir", das bleibt, und sagt etwa weiterhin: "wir wollen das nicht" - stellt Inhalte darüber jedenfalls in Frage, nur diese Inhalte wären etwa "fragwürdig", aber nie sie selbst, also die eigentlich mit einer gewissen Reichweite im Rundfunk einzig Sprechenden. Wobei auch nur sie allein insgeheim wohl schon auch nur über die entsprechende "Würde" verfügen würden, andere diese womöglich sowieso gleich (wieder) nur verletzen (deshalb "Gewalt") etc.
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