Links zur Presse (Stigma) Vol. 5

Falschdarstellungen und Vorurteile

Rigolax
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Re: Links zur Presse (Stigma) Vol. 5

Beitragvon Rigolax » Do 18. Aug 2016, 14:07

"Einfluss von Killerspielen auf Gewaltbereitschaft – Nicht Mythos sondern Realität!"
http://www.bdp-verband.org/bdp/presse/2 ... piele.html

Gefunden hier: http://www.heise.de/newsticker/meldung/ ... 99093.html

Rey Alp
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Re: Links zur Presse (Stigma) Vol. 5

Beitragvon Rey Alp » Do 18. Aug 2016, 21:23

Vielen Dank!

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marcymarc
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Re: Links zur Presse (Stigma) Vol. 5

Beitragvon marcymarc » Fr 19. Aug 2016, 23:41


Rey Alp
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Re: Links zur Presse (Stigma) Vol. 5

Beitragvon Rey Alp » Sa 20. Aug 2016, 10:45

http://www.noz.de/deutschland-welt/gut- ... amoklaufer

Die bekanntesten sind Call of Duty, Doom, Battlefield und Counterstrike. Besonders letzteres hat es im Zusammenhang mit Amokläufen zu trauriger Berühmtheit gebracht: Das Spiel ist ein sogenannter „Ego-Shooter“, bei dem der Spieler aus der Selbstperspektive schießt und so viele Gegner wie möglich töten soll, bevor es ihn selbst erwischt.

Nicht nur David S. soll es gespielt haben, auch von den jugendlichen Amokläufern von Winnenden (2009) mit 15 Toten und Erfurt (2002) mit 16 Toten ist bekannt, dass sie sich intensiv mit „Counterstrike“ beschäftigt haben.

Bannenberg hat im Juni dieses Jahres eine Analyse von 75 Amokläufen in Deutschland vorgelegt, die sie unter anderem im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung durchgeführt hat.

Für den tatgeneigten Amoktäter stellten sie aber einen Verstärker dar.

Der norwegische Massenmörder Anders Behring Breivik habe zum Beispiel solche Spiele genutzt, um sich daran zu gewöhnen, dass Blut fließt und Körper zerfetzt werden. [??????]

Andere Täter hätten beispielsweise den Gebäudeplan ihrer Schule in ein Spiel hineinkopiert, um für den Ernstfall zu üben, berichtet Bannenberg. „Das Spielen dient hier also auch der Vorbereitung einer realen Tat.“ Allein darin dürften sich Amoktäter aber schon erheblich von anderen Computerspielern unterscheiden.

Die Expertin räumt allerdings ein, „dass die Spiele auch sonst häufig als Verstärker für gewaltbereite junge Männer dienen“. Sie kritisiert, dass der Jugendschutz in diesem Bereich völlig versage.


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Re: Links zur Presse (Stigma) Vol. 5

Beitragvon Rey Alp » Sa 20. Aug 2016, 11:36

https://www.uni-giessen.de/fbz/fb01/pro ... target.pdf

Abschlusstagung Teilprojekt Gießen: Kriminologische Analyse von Amoktaten (jugendliche und erwachsene Täter von Mehrfachtötungen, Amokdrohungen) im BMBF-geförderten interdisziplinären Forschungsverbund TARGET (Tat-und Fallanalysen hoch expressiver zielgerichteter Gewalt) -Forschungsergebnisse


https://www.uni-giessen.de/fbz/fb01/pro ... tem5/index

https://www.uni-giessen.de/ueber-uns/pr ... m/pm116-16

Studie selbst habe ich nicht finden können.

Rey Alp
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Re: Links zur Presse (Stigma) Vol. 5

Beitragvon Rey Alp » Sa 20. Aug 2016, 23:13

Newsvorschlag:

Bundeswehr auf der Gamescom, normal?

Vom 18. bis zum 21. August 2016 findet die Gamescom in Köln statt - die weltweit größte Publikumsmesse für Videospiele mit 345.000 Besuchern im vorherigen Jahr. Mit dabei ist auch diesmal wieder die Bundeswehr. Es wird über Karrieremöglichkeiten bei der Bundeswehr informiert, wobei zur Werbung neben den Youtube-Stars MarcBradeTV und RealChris Tezz sowie dem (B)W-LAN auch zwei gepanzerte Fahrzeuge - Typ Fennek und Wiesel - am Stand aufgefahren wurden, in denen auch kleine Kinder Platz nehmen durften.

Auch wenn die Messe von den Besuchern nicht primär als Berufs- und Ausbildungsbörse verstanden wird, ist die Bundeswehr nicht der einzige Arbeitgeber, der sich dort nach potentiellen Mitarbeitern umsieht. Die Besucher sind auch im Fadenkreuz von Unternehmen wie der Aldi Einkauf GmbH & Co. oHG und dem Bundesamt für Verfassungsschutz. Es ist also mitnichten der Fall, dass die Bundeswehr mit ihrem Anliegen völlig aus dem Rahmen fällt.

Auf eine Anfrage teilte Michael Henjes, Sprecher des Verteidigungsministeriums, dem Business Insider mit, dass auch die Bundeswehr auf der GameCom nicht zwangsläufig Besucher als Drohnenpiloten und Panzergrenadiere werben möchte. Vielmehr suche man auf breiter Front - „Es gibt bei uns ja praktisch keinen Job, den es nicht gibt“ - nach Personal, das Spektrum reiche vom Infanteristen bis zum Verwaltungsjuristen, vom Feuerwehrmann bis zum Computer-Experten. Um Informatiker wirbt die Bundeswehr gezielt mit dem Projekt "Digitale Kräfte", wobei unter anderem 700 Systemadministratoren gesucht werden. Eine weitere Werbeaktion, von der sich "junge Männer im Alter zwischen 16 und 25" angesprochen fühlten, war das mit "Command and Conquer" beworbene "IT Camp", das im April 2016 stattfand.

„Krieg ist kein Spiel“

An der Präsenz der Bundeswehr hat sich manch einer gestört, was sich dieses Jahr durch verschiedene Aktionen geäußert hat. Mit dem Slogan "NotAGame" war eine AG des antimilitaristischen Aktionsbündnis Köln vetreten, an der sich unter anderem die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ) und die Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) beteiligten. Für letztere erklärte Ralf Buchterkirchen, dass die Armee-Werbung irreführend sei und die Einsatzrealität vollkommen ausblende - „Krieg ist kein Spiel“.

Der Messestand mit zwei Panzern sei auch vor dem Hintergrund der verschärften Sicherheitsmaßnahmen absurd. Es wurden Besucher nicht nur allgemein angehalten, weder Taschen noch Rucksäcke mitzunehmen, Cosplayer mussten zudem auf Waffenattrappen verzichten (Allein die Aussteller durften solche - nach vorheriger Anmeldung - auf das Messegelände bringen.).

Besonderen Anstoß wurde weiter daran genommen, dass gezielt Jugendliche angesprochen würden. Auf dem offiziellen Karriereportal des Bundeswehr werden Interessierte darauf hingewiesen, dass sich Bewerber verpflichten können, die "mindestens 17 Jahre alt sind (mit Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten), die Vollzeitschulpflicht beendet haben und Deutsche" sind. 2014 wurde auf eine Anfrage der Bundestagsfration der Linken mitgeteilt, dass auch Bewerbungen von 16-Jährigen entgegengenommen würden, und bestätigt, dass die Werbung "auch auf den Personenkreis der Jugendlichen abgestimmt" würde, da die Entscheidung über den Berufswunsch nicht erst am 18. Geburtstag falle. Zahlen lagen für das Jahr 2012 vor, in dem 1.216 Minderjährige als freiwillig Wehrdienstleistende und Zeitsoldaten eingestellt wurden.

"Selten hat ein Kampagnenbild zu so hitzigen Diskussionen geführt"

Protestaktionen kamen hierbei jedoch nicht nur von dem typischen Klientel, sondern auch von Gamern selbst. Die etwas frischere Piratenpartei - die sich offenbar vor Interviewanfragen kaum retten konnte - war ebenfalls mit einem Stand vertreten, bei der mit einem Postkartenmotiv der Kampagne "Ein Herz für Gamer" auf die Bigotterie der Politik hingewiesen werden sollte:

"Solange die Bundeswehr Infostände auf der Gamescom hat, sind Killerspiele unser kleinstes Problem."


Hierbei wurde betont, dass nicht allgemein die Bundeswehr kritisiert, sondern lediglich darauf aufmerksam gemacht werden solle, dass deren Präsenz mit dem "Charakter einer Spielemesse" nicht zu vereinbaren sei. Speziell erscheine es als widersprüchlich, dass die Politik bei der jüngst wieder entflammten "Killerspieldebatte" Gamer als tickende Zeitbomben stigmatisiert, andererseits das Verteidigungsministerium aber kein Problem damit hat, diese als potentielle Soldaten zu umwerben. Der Pirat Marc Becker schreibt hierzu:

"Die Tatsache, dass die Bundeswehr jedes Jahr [...] auf der Gamescom vertreten ist, geht dem Großteil der Gamerszene seit Jahren gehörig auf die Nerven. [...] Wir Gamer haben es satt, uns einerseits durch populistische Sprachhülsen stigmatisieren zu lassen, während die Bundeswehr offensichtlich keine Probleme damit hat, auf einer Spielemesse mit schwerem Kriegsgerät aufzuschlagen und so der Thematik der bewaffneten Auseinandersetzung (gewollt oder ungewollt) einen spielerischen Charakter zu geben."


"Der Bundeswehr in Zukunft keinen Platz mehr auf der Messe"

Hier zeigen sich die Piraten auf einer Linie mit der DFG-VG, die an den Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware e.V. (BIU) als Träger der Gamescom appelliert, der Bundeswehr in Zukunft keinen Platz mehr auf der Messe zur Verfügung zu stellen. Weiter wird auch die Koelnmesse GmbH angemahnt, ihrer Verantwortung gegenüber Jugendlichen Messebesuchern nachzukommen und dieser nicht dem Einfluss der Armee-Werbung aussetzen. Dieser Appell ist jedoch nur ein moralischer: Zwar ist allgemein - unabhängig vom beworbenen Produkt oder der beworbenen Dienstleistung - Werbung unzulässig, die sich an Kinder (Alter unter 14 Jahre) richtet, doch gegen Werbung der Bundeswehr - selbst an Schulen - gibt es nach einem Gutachten der wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages keine rechtlichen Bedenken. Allein Eingezogen werden dürfen Jugendliche nicht unter 15 Jahren - dies wäre nach § 8 des Völkerstrafgesetzbuches ein Kriegsverbrechen.

Bei der GamingNewsTime pflichtet man den Kritikern bei - der Redakteur Christian Stammler resümiert: "Eine Organisation, die in keiner Weise etwas Spielen oder auch nur im weitesten Sinne mit der Gamer-Kultur zu tun hat, sollte nicht auf einer Spielemesse ausstellen". Der Journalist Matthias J. Lange widerspricht in seinem Blog:

"Einst habe ich gelernt, die Soldaten seien Bürger in Uniform und so wurde die Wehrpflicht begründet. Lügenbaron von Guttenberg hat die Wehrpflicht ausgesetzt und eine Freiwilligenarme eingeführt. Und da junge Männer nicht mehr automatisch zum Bund müssen, muss die Bundeswehr über Veranstaltungen und Anzeigen Leute für eine Karriere interessieren – auch auf der gamescom. Das halte ich legitim."


Auch abseits der Spielergemeinde wurden die Proteste verfolgt: Der (Kölner) Express schreibt, dass Terrorbekämpfung sicher berechtigt sei, doch man sich "trotzdem [...] die Frage stellen [müsse], was das mit einer Spielemesse zu tun hat", bei DRadio Wissen kommt Michael Schulze von Glaßer zu Wort (Youtubekanal "Games'n'Politics") und #WDR360 hat einen Beitrag zum Thema produziert sowie bei der Bundespressekonferenz beim Bundesverteidigungsministerium bestätigt bekommen, dass 16-24 Jährige die Zielgruppe seien.

Die Kritik zum jetzigen Zeitpunkt überrascht, da die Bundeswehr nicht erst seit gestern bei der Gamescom vertreten ist. Die Bundeswehr war bereits 2009, als die Gamescom zum ersten Mal stattfand, mit von der Partie. Und schon bei der inoffiziellen Vorgängerveranstaltung, der "GamesCon[-vention]" in Leipzig, zeigte die Bundeswehr 2003 Präsenz. Der Auftritt der Bundeswehr hat demnach seit nunmehr 13 Jahren Tradition.

"Medien gehören nicht in die Hände von Kindern und Jugendlichen."

Besonders grotesk ist, dass die Bundeswehr seit nunmehr drei Jahren unter der Führung von der Leyens auf der Gamescom um Gamer wirbt, die im Jahr 2007 nach dem Amoklauf von Emsdetten mit einem Sofortprogramm allgemein die Werbung für "Gewalt verherrlichende" und "Gewalt beherrschte" Videospiele verbot, weil "diese Medien [...] nicht in die Hände von Kindern und Jugendlichen" gehörten. So hat sie einerseits das Werbeverbot für fiktive Kampfeinsätze ausgeweitet, während sie bei der Werbung für reale selbst gezielt an Jugendliche herantritt.

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Re: Links zur Presse (Stigma) Vol. 5

Beitragvon amegas » Mo 22. Aug 2016, 04:37

http://www.deutschlandfunk.de/gamescom- ... _id=363369

"Das kann man von den Spielen, die auf der Gamescom um die Aufmerksamkeit der Massen buhlen, nun nicht unbedingt behaupten: Hier dominieren immer noch martialische Ego-Shooter, die gerne mal mit maßstabsgetreuen Panzerattrappen beworben werden, hier werden Computerspiele immer noch genau so präsentiert wie vor zehn Jahren, die Zielgruppe sind junge männliche Hardcoregamer. Damit gibt die Gamescom allen recht, die Computerspiele nicht als Kunst oder Kulturform sehen wollen, sondern als Vehikel in den Untergang des Abendlandes. Und das ist schad"

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Re: Links zur Presse (Stigma) Vol. 5

Beitragvon Rey Alp » Mo 22. Aug 2016, 19:20

Ich finde das etwas schwierig kommentiert: Er spricht ja schon defensiv davon, dass die Gamescom nicht der Vielfahlt der Spielkultur gerecht werde - also wahrscheinlich dem Sepktrum der Titel. Nun werden manche Titel aber öfter genutzt als andere, was z. B. ein Blick auf die Steam-Charts zeigt:
- https://steamdb.info/graph/
Ich "fürchte", dass die Gamescom die tatsächlich stattfindende Spielenutzung ganz treffend wiederspiegelt.

Jetzt kann man natürlich nach dem Henne-Ei-Prinzip streiten, ob Indy-Titel bei mehr Aufmerksamkeit keine Spartenproduklte mehr wären, doch das ändert nichts daran, dass die Kritik im Kern wahrscheinlich falsch ist: Die Spielelandschaft sieht wirklich so aus ...

Rey Alp
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Re: Links zur Presse (Stigma) Vol. 5

Beitragvon Rey Alp » Di 23. Aug 2016, 21:40

In Österreich hat wer kurz eine Steuer auf Gewalt angesprochen:
- http://www.noen.at/niederoesterreich/po ... 1.462.741#


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