Links zur Presse (Stigma) Vol. 5

Falschdarstellungen und Vorurteile
amegas
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Re: Links zur Presse (Stigma) Vol. 5

Beitragvon amegas » Mi 24. Aug 2016, 12:09

http://m.focus.de/sport/olympia-2016/fa ... 51426.html

"Olympia-Fazit
So gefährdet Pokémon Go den deutschen Nachwuchssport"

amegas
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Re: Links zur Presse (Stigma) Vol. 5

Beitragvon amegas » Mi 24. Aug 2016, 12:12

http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=23072

"Psychologenverband befeuert Debatte über Gewaltspiele
Killerspiele haben Einfluss auf Gewaltbereitschaft
Von Rudolf Hänsel"

Ich habe den Text nicht gelesen... :oops:
Wer mag? :twisted:

Vicarocha
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Re: Links zur Presse (Stigma) Vol. 5

Beitragvon Vicarocha » Mi 24. Aug 2016, 16:36

Jetzt kommen sie alle aus ihren Löchern... der gute Herr Hänsel liefert uns hier ja im Grunde nichts anderes als ein Argument ad verecundiam und überblickt dabei nicht, dass bereits die beiden Stellungnahmen des BDP den tatsächlichen Forschungsstand zur vermeintl. negativen Wirkung Gewalt darstellender Computerspiele nicht korrekt erfassen, diesen allenfalls so selektiv und kursorisch wie auch unkritisch-affirmativ (d.h. die endemischen, evidenten Mängel, Fehler und Auslassung des Gros der einschlägigen Forschung ignorierend) präsentieren... und damit im Grunde groben Unfug verbreiten. Angesichts der aktuellen Krise der Psychologie als Disziplin als solche ist das natürlich ein Bärendienst.

Herr Hänsel hat sich bereits vor Jahren für einen nüchternen Diskurs zum Thema Gewalt in den Medien aktiv disqualifiziert, bspw. als er mit seiner Frau zusammen allen Ernstes kolportierte, Gewalt darstelllende Computerspiele seien für den sog. Abu-Ghuraib-Folterskandal u.ä. Skandale im Gefangenenlager der Guantanamo Bay Naval Base und anderen Gefängnissen des US-amerikanischen Militärs verantwortlich (vgl. Händel & Hänsel 2006, S. 9).

Auf der Tagung "Werteerziehung – Lebenserfolg – audiovisuelle Medien. Zum Problem der Mediatisierung von Kindheit" am 19./20.10.2009 verabschiedete er zusammen mit Sabine Schiffer und Rudolf H. Weiß eine Resolution, die nicht nur einen naiven, undifferenzierten und paternalistischen Medienpazifismus forderte ("Medien haben eine 'Kultur des Friedens' zu fördern."), sondern insg. auch ein Sammelsurium absurder Agitationen, Falsch- und Fehlinformationen und verfassungswidriger Postulate war und z.B. "Toxische Inhalte der Gewalt, der Pornographie und der Menschenverachtung" inkriminierte - ein Duktus in bester (antiquierter) Tradition von Kinoreformen. Die Unterzeichner forderten z.B.: "Sendungen, Filme, Videos, PC-Spiele, die nachweislich die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen beeinträchtigen, dürfen aus ethischen Gründen weder produziert noch eingekauft, verkauft oder ausgestrahlt werden." Ungeachtet dessen, dass das Potenzial zu einer tatsächlichen Jugendbeeinträchtigung, wie sie das Gesetzt impliziert, u.a. bereits dank des desolaten Stands der diesbzgl. Forschung nicht konkret nachweisbar ist, ist eine simple Jugenbeeinträchtigung als Grund eines Verbots auch für Erwachsene so absurd, wie verfassungswidrig; zugunsten der Referenten könnte man nur argumentieren, dass sie auch bereits in der Vergangenheit nachweislich Jugendverbote, Indizierungen und absolute Verbote nicht differenzieren konnten. Kritischer war aber ein zweiter Punkt der Resolution: "Um die Arbeit der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) und der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) zu verbessern, schlagen wir vor, dass jedes Mitglied des Beirates der USK das Recht hat, ein Computerspiel zur Indizierung vorzuschlagen. In diesem Fall geht die Verantwortung über an die BPjM, die innerhalb von drei Monaten eine Entscheidung treffen muss. In dieser Zeit darf das Spiel weder beworben noch verkauft werden." Das wäre aber ein klarer Verstoß gegen das Zensurverbot, der abermals die endemischen Mängel rechtswissenschaftlicher Expertise seitens der extremsten der Medienkritiker demonstriert.

Hänsel unterschrieb auch den sog. Kölner Aufruf gegen Computergewalt, ein alarmistisches, moralpanisches Konglomerat aus naivem (bewahrpädagogischem) Medienpazifismus, Medien- und Populärkulturressentiments, modernen Mythen, Verschwörungstheorien, Kapitalismuskritik und Antiamerikanismus, d.h. ein ideologischer Aufruf, dessen Ziele u.a. waren, "dass die Herstellung und Verbreitung von kriegsverherrlichenden und gewaltfördernden Computer-spielen für Kinder und Erwachsene verboten werden [...]; [...] dass alle Parteien ihre Beschlussanträge, die Computerspiele zum 'Kulturgut' erklären wollen, zurückziehen" und "dass die Games-Industrie keine staatliche Förderung und politische Unterstützung erhält;" man fordert hier also im Grunde die Negation des Faktischen. Die Unterzeichnung dieses Pamphlets markiert einen Akt der Selbstdesavouierung par excellence, der die Unterzeichner permanent von einem rationalen, demokratischen Diskurs disqualifiziert. Herr Hänsel ist damit aber eigtl. auch nur exemplarisch für eine radikale Fanatisierung der der Anti-"Killerspiele"-Polemiker.
"In the beginning there was violence. Cain slew his own brother Abel according to Genesis and he didn't even have a video tape recorder."
~ Gunnel ARRBÄCK

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Re: Links zur Presse (Stigma) Vol. 5

Beitragvon Rigolax » Mi 24. Aug 2016, 21:39

"Green Day say they’re worried about violent video games"

http://www.nme.com/news/green-day/95917

"Dirnt added: 'Video games are different now too. You’re actually in there shooting and killing people. And that’s got to take a toll, but I don’t have the solutions.'"

:roll:

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Pyri
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Re: Links zur Presse (Stigma) Vol. 5

Beitragvon Pyri » Mi 24. Aug 2016, 22:45

@Vicarocha
Ja, aber wo ist die "Kritik" welche diese Form der Medienkritik kritisiert? Diese Medienkritik mag "extrem" erscheinen, aber ist sie das wirklich?
Ich finde Texte wie dieser
http://www.deutschlandfunk.de/gamescom- ... _id=363369 sind doch wunderbar kompatibel dazu. Fast scheint es mir, wenn sich die öffentliche Wahrnehmung auch von "spielender Seite" noch weiter in diese einzige Richtung entwickelt, dass die weitergehenden Verbote zwischen 2006 und 08 - Stichwort "131a", Du kennst das ja alles http://www.heise.de/newsticker/meldung/ ... 44141.html - nur aufgeschoben wurden, sich aber in der historischen Entwicklung seitdem (Verbreiterung des Medienpublikums, Vervielfachung der Medienproduktion) keineswegs aufgehoben haben. Denn:

Rey Alp hat geschrieben:Ich finde das etwas schwierig kommentiert: Er spricht ja schon defensiv davon, dass die Gamescom nicht der Vielfahlt der Spielkultur gerecht werde - also wahrscheinlich dem Sepktrum der Titel. Nun werden manche Titel aber öfter genutzt als andere, was z. B. ein Blick auf die Steam-Charts zeigt:
- https://steamdb.info/graph/
Ich "fürchte", dass die Gamescom die tatsächlich stattfindende Spielenutzung ganz treffend wiederspiegelt.

Jetzt kann man natürlich nach dem Henne-Ei-Prinzip streiten, ob Indy-Titel bei mehr Aufmerksamkeit keine Spartenproduklte mehr wären, doch das ändert nichts daran, dass die Kritik im Kern wahrscheinlich falsch ist: Die Spielelandschaft sieht wirklich so aus ...


Das ist nur eine Interpretation davon. Eine andere wäre, dass Messen Orte der Repräsentation für eine Ausdrucksform sein sollen - ähnlich wie die documenta in Kassel für darstellende Kunst an sich.
Und da hätten "Panzer" und Co. nunmal nichts verloren. Das einzige was dafür nicht gefordert wird ist ein "Verbot", aber was heißt das schon?

Über ein angeblich schon vorhandenes "Verbot" wird dafür an ganz anderer Stelle, nämlich selbst hier im Forum (!!), offen fantasiert viewtopic.php?f=79&t=2065&start=30#p17084
Es existiert kein Verbot für die Darstellung Minderjähriger in Videospielen! Ein solches kann sich nur, ganz konkret (!), an der eigentlichen sexuellen "Darstellung" orientieren. Diese darf dahingehend nicht einmal "eine untergeordnete Rolle" spielen!
Ansonsten wird jede Fiktion uferlos zu einem "Spiel mit dem Feuer", weil eben vermutet wird, dass hier - mit Schulkindern die eigentlich nur zu ihrer Oma wollten - "Kinderschänder"-Spiele hergestellt worden seien, so wie bei den Panzern in den "Killerspielen" die völkerrechtswidrigen Kriege vorbereitet werden würden, eine eigene Sozialisation/Bürgerlichkeit/Sexualität eine sexuelle Verfolgung und Hetzkampagne starten würde die allein in ihrer Absurdität kaum mehr zu überbieten wäre... Analog zum Medienpazifismus bei den "Killerspielen".
In Europa ist eine Person unter achtzehn Jahren auch immer noch kein "Kind", sondern einE JugendlichEr. Und egal ob "Panzer" oder "Kind", das sind die Symbole um die es hier geht.
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Re: Links zur Presse (Stigma) Vol. 5

Beitragvon Rey Alp » Mi 24. Aug 2016, 23:46

amegas hat geschrieben:http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=23072

"Psychologenverband befeuert Debatte über Gewaltspiele
Killerspiele haben Einfluss auf Gewaltbereitschaft
Von Rudolf Hänsel"

Ich habe den Text nicht gelesen... :oops:
Wer mag? :twisted:


Besonders witzig: Die hier von ihm wegen der PMs gelobte BDP hatte 1994 den VPM kritisiert:

„Der BDP hält an seiner Einschätzung fest, daß es sich beim VPM um einen Psychokult handelt, der durch seinen Namen bei Behörden, in Fachkreisen und der allgemeinen Öffentlichkeit den Eindruck einer psychologisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaft zu erwecken sucht und sich zudem nach außen den Anschein einer caritativen Organisation gibt, die Menschen in persönlichen Schwierigkeiten oder bei persönlichen Nöten mit psychologischem Rat und mit psychotherapeutischer Behandlung Hilfe leistet. Diese sogenannte psychotherapeutische Betätigung des VPM entbehrt jedoch nach Auffassung des BDP jedweder fachlichen Grundlage.


Er ist offenbar nicht nachtragend.

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Re: Links zur Presse (Stigma) Vol. 5

Beitragvon amegas » Do 25. Aug 2016, 09:07

http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=23059

"Kultur und Wissen
Das große Geschäft der Gamescom in Köln
Verherrlichung von Kriegsspielen ist wieder in"

"Das Kölner Stadtbild wird in diesen Tagen geprägt von Werbung für die Computer“spiel“messe Gamescom – von fröhlich dreinschauenden Familien und Szenarien aus der Kriegs“spielkiste“ bis hin zum comicartig aufgemachten „Suicide Squad“, einem Selbstmord-Kommando, bei dem Daddys Lil Monster einen (Baseball) Schlagstock schwingt, wie er – auch von jungen Frauen – bei der faschistischen Treibjagd in Odessa im Mai 2014 zum Einsatz kam"

Die anführungszeichen im Text stammen von der Redakteurin

" Alles nur eine Frage der dauerhaften Konditionierung und des richtigen Feindbildes. Die emeritierte Kölner Soziologie-Professorin Maria Mies ist entsetzt. 2009 initiierte sie den Aufruf gegen Computergewalt. Der ist heute aktueller denn je, zumal alle Risiken des übelsten Mordhandwerks weggeschummelt werden."

Und unten dann, TATA. Der Kölner Aufruf ist zurück :twisted:

"AUFRUF

Wie kommt der Krieg in die Köpfe -und in die Herzen?
Kölner Aufruf gegen Computergewalt ...." :mrgreen:

Update
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=23060
Bilderserie von Arbeiterfotografie

noch was:
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=23076

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Re: Links zur Presse (Stigma) Vol. 5

Beitragvon amegas » Do 25. Aug 2016, 09:10

http://www.mittelhessen.de/lokales/regi ... 35470.html

"Wenig gab der einzige Zeuge des Tages her: Ein 39-jähriger Polizeibeamte, der an der Hausdurchsuchung teilgenommen hatte. Wobei es sich dabei lediglich um das von dem Angeklagten zur Tatzeit angemietete Zimmer in einer Dillenburger Pension handelte. Es sei eine alte Playstation mit einer großen Zahl – nicht illegaler – „Gewaltspiele“ gefunden worden, "

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Re: Links zur Presse (Stigma) Vol. 5

Beitragvon Vicarocha » Do 25. Aug 2016, 15:17

Da hat der Klüngel mit der NRhZ ja ein neues, egenes Sprachrohr... :D
Wie ich schon schrieb, ein jeder der diesen Kölner Aufruf unterscheibt disqualifiziert sich vom Diskurs: Erstens, weil die Unterschrift ein fragwürdiges, nein undemokratisches Demokratieverständnis demonstriert. Zweitens, weil die Unterschrift demonstriert, dass der unterscheibende anscheinend keine Ahnung vom Thema hat, dafür umso mehr dazu neigt, Verscwörungstheorien u.ä. auf den Leim zu gehen.
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Re: Links zur Presse (Stigma) Vol. 5

Beitragvon Rigolax » Do 25. Aug 2016, 21:25

Interessanter Artikel hauptsächlich zu Dead Rising 4 auf der Gamescom. Wundert mich auch, denn der Titel wird vermutlich auf Liste B indiziert werden (wie alle Vorgänger) und schwere Jugendgefährdung ist naheliegend.

https://gameslaw.online/jugendschutz-au ... -rising-4/

"Eine detaillierte Nachfrage, ob Dead Rising 4 eine entsprechende USK 18 Freigabe erhielt oder ob diese vom Hersteller beantragt wurde, wurde leider nicht beantwortet." Das ist auch eine interessante Frage. Vielleicht gibt es ja eine Überraschung wie bei MKX (da war die Indizierungsablehnung ja auch wesentlich mit der bereits geprüften Gamescom-Demo (ohne Finisher) begründet worden).


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