AfD-Programm über Jugendmedienschutz

Falschdarstellungen und Vorurteile
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buzzti
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AfD-Programm über Jugendmedienschutz

Beitragvon buzzti » Di 26. Jan 2016, 22:13

Aus dem Programm der AfD BadenWürttemberg: http://www.stuttgarter-nachrichten.de/m ... inal.media

"057.) Jugendschutz ernst nehmen
Die AfD fordert, dass Jugendlichen und Kindern auch durch die Medien
Wertschätzung der Mitmenschen vermittelt wird, anstatt sie zu Promiskuität und
Gewalt
zu verleiten. Weil Kinder und Jugendliche ein Recht auf eine
unbekümmerte, natürliche Entwicklung in allen Lebensbereichen haben, müssen
sie vor dem Konsum von jugendgefährdenden Inhalten bewahrt werden.
Über die Medien und das Internet wird die Sexualität aus der Intimsphäre in die Öffentlichkeit gezerrt.
Dies führt dazu, dass sie letztlich entwertet wird. Die AfD setzt sich für den Schutz von Kindern, Ehe
und Familie und für die Wahrung der Würde von Frauen ein.
Viele Kinder und Jugendliche konsumieren Pornographie und Gewaltdarstellungen. Manche sind sogar
süchtig danach. Die dabei entstehende Verwahrlosung verletzt die Selbstachtung und die Achtung der
Würde der anderen. Politik und Medien müssen sich dieses Themas annehmen, z.B. sind FSK-Angaben
zu überarbeiten und jugendgefährdende Inhalte konsequent zu indizieren.
"

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marcymarc
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Re: Links zur Presse Vol. 4

Beitragvon marcymarc » Di 26. Jan 2016, 23:53

Na herrlich. Da ist wieder die Feststellung, dass unsere Kinder und Jugendlichen gefährdeter sind, als alle anderen auf der Welt und wir noch nicht genug Zeug "verboten" haben und es damit interessanter machen.

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Pyri
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Re: Links zur Presse (Stigma) Vol. 5

Beitragvon Pyri » So 31. Jan 2016, 05:08

@Rey Alp
Ok, vll. wurde es ja auch nur übersehen, aber Dein eigener Link sagt diesbezüglich doch schon alles aus:
Rey Alp hat geschrieben:Liste

Von den 26 Titeln welche Twitch dort explizit genannt hat, sind nur drei (!) vom AO-Rating betroffen - welches analog etwa auch von Steam ausgesperrt wird, zumindest dann wenn die eigenen Regeln eingehalten werden und beschämender Weise auf öffentlich-repräsentativen Druck keine Extrawurst in die andere Richtung gemacht wird, so wie bei der selbstverliebten Hassrede "Hatred": Twitch hätte noch ein paar andere nennen können (Larry 8, "Singles"), aber viel länger wird die Liste deshalb nicht.
"Inhaltsgleichheit" betrifft das im Übrigen nicht, wie selbst ein Entwickler auf Steam erklärt https://steamcommunity.com/app/312840/d ... 279001897/ :

-

"There is no difference between this release with a rating of M and the old AO version.

We re applied to the ESRB with full transparency. Its simply 10 years later, and social norms have changed slightly, allowing for a M rating."

-

Und mein Link mit "Criminal Girls" sollte wiederum belegen, dass es schon zensierte Spiele treffen kann:
Pyri hat geschrieben:Ich bin es ehrlich gesagt aber auch leid, darauf gegebenenfalls selbst nur mehr hinzuweisen... Wenn sich an dessen Ende etwa sowieso die Aussicht befindet als "Troll", "Perverser", "Widerling" oder sonst was beschimpft zu werden http://kotaku.com/with-censorship-this- ... 1684454619

Ungeachtet ob die Zensurmaßnahmen für eine bestimmte Freigabe nun nötig waren, es weiterhin sind, oder eben nicht: wobei es demnach weder um "Moral" noch "Recht" geht, sondern vielmehr um Politik und damit Repräsentation: ich verstehe unter Zensur (österreichisch "Zensurierung") Informationskontrolle, das heißt dass eine Partei im Sinne von Interessengruppe, welche die Information zumindest kontrollieren kann, eine Information in ihrem Sinne und zu ihrem vermeintlichen Vorteil ändert, oder überhaupt erst dementsprechend an eine Öffentlichkeit ausrichtet, von der sie meint dass sie sie (noch) wohlwollend oder "besser" aufnehmen möge.
Das kann eine Form von Verzicht sein, aber auch ein Ersatz für etwas - oder das etwas im Marketing anders präsentiert wird als es eigentlich ist (!).
Gerade der digitale Handel ist für schnelle Änderungen diesbezüglich prädestiniert: ein gutes Beispiel ist die PS3-Version von "No More Heroes". Diese gilt im Westen zwar als "unzensiert", dennoch kann das "Bild" das die Öffentlichkeit vom Spiel erhält mittels Zensur verändert werden, in dem etwa DLC nicht gelistet wird, oder (nachträglich) wieder entfernt wird, der zwar sowieso im Spiel irgendwo "enthalten" ist und freigeschaltet werden kann, aber woanders (für eine Öffentlichkeit sichtbar) schon als verfügbar(er) noch zusätzlich angeboten wird weil er dort etwa "unproblematischer" wäre (ungeachtet von "verboten" oder "erlaubt") - dann können Inhalte wiederum verschieden gebündelt werden um mehr Anreiz für höhere Kosten und damit mehr Profiterwirtschaftung zu bieten, usw. usf. - etwa bei aktuell einem anderen Beispiel: "Resident Evil Zero HD". Was wiederum schnurstracks zu diesem Parteiprogramm führt:

buzzti hat geschrieben:Aus dem Programm der AfD BadenWürttemberg: http://www.stuttgarter-nachrichten.de/m ... inal.media

(...)


Dieselbe Öffentlichkeit welche sich über eine Partei und deren "Werte" einerseits empört, kann diese sehr wohl selbst vertreten wenn es anderer Repräsentation dienlich ist. Kommunikatives Handeln und sich daraus ergebende Zustimmung (oder Ablehnung) ermöglichen bezüglich "angemessenen" Verhaltens und Darstellungen genau das, vor allem da diese nicht angetastet werden: die "Entwertung" und "Zerrung" von der da gesprochen wird ist im Verhältnis öffentlich-privat genau das, was ich meine. Und eine Pädagogik die weiterhin über "Desorientierung" etc. spricht, erfüllt diese Ideologie samt ihrer Bedrohungsszenerien bis hin zur Gänze. In ihrer "Mehrheitsfähigkeit".

Denn wenn etwas erst als normabweichend-unerwünscht gilt, hat es im Unterschied zu Gewaltdarstellungen keine Chance auf Veränderung: im Unterschied zu "Blut" lässt sich Sexualität nicht grün einfärben, höchstens "umwandeln" und dann einer Repräsentation wieder nicht entsprechen: http://derstandard.at/2000029558892/Zau ... 1008916143
Die einzige "Alternative" ist, sie ihrer selbst zu berauben: aus natürlichen Trieben, Begehren und Verlangen, kulturalistisch eine Form der Reduktion auf Emotionen zu machen die genauso (neo)platonisch interpretiert werden können - was mich auf "Hatred" und den Umgang damit zurückführt - in einer dialektischen Gesellschaft die außer "Liebe" und "Hass", jedenfalls dazwischen, nur wenig zu kennen scheint: wenn ein "First Person Shooter" für "Krieg" steht, "muss" ein plakatives Werbespiel wie "First Person Lover" natürlich "Frieden" repräsentieren.
Und nur solange in erster Linie die Ablehnung von Gewaltdarstellungen, und die damit verbundene Idee von "Wirkungen" als vordringlich erachtet werden - wie demnächst selbstverständlich auch wieder beim ZDF -, lässt sich das alles weiterhin wunderbar verschleiern:
gordon-creAtive.com hat geschrieben:Videospielabend im TV

Ich würde sogar so weit gehen und sagen: ist, politisch motiviert, selbst Teil der Zensur.
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Rey Alp
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Re: Links zur Presse (Stigma) Vol. 5

Beitragvon Rey Alp » So 31. Jan 2016, 12:36

buzzti hat geschrieben:Aus dem Programm der AfD BadenWürttemberg: http://www.stuttgarter-nachrichten.de/m ... inal.media

"057.) Jugendschutz ernst nehmen
Die AfD fordert, dass Jugendlichen und Kindern auch durch die Medien
Wertschätzung der Mitmenschen vermittelt wird, anstatt sie zu Promiskuität und
Gewalt
zu verleiten. Weil Kinder und Jugendliche ein Recht auf eine
unbekümmerte, natürliche Entwicklung in allen Lebensbereichen haben, müssen
sie vor dem Konsum von jugendgefährdenden Inhalten bewahrt werden.
Über die Medien und das Internet wird die Sexualität aus der Intimsphäre in die Öffentlichkeit gezerrt.
Dies führt dazu, dass sie letztlich entwertet wird. Die AfD setzt sich für den Schutz von Kindern, Ehe
und Familie und für die Wahrung der Würde von Frauen ein.
Viele Kinder und Jugendliche konsumieren Pornographie und Gewaltdarstellungen. Manche sind sogar
süchtig danach. Die dabei entstehende Verwahrlosung verletzt die Selbstachtung und die Achtung der
Würde der anderen. Politik und Medien müssen sich dieses Themas annehmen, z.B. sind FSK-Angaben
zu überarbeiten und jugendgefährdende Inhalte konsequent zu indizieren.
"


Ich meine, dass man das differenziert betrachten sollte: Sofern mit der Überarbeitung der "FSK-Angaben" allein gemeint ist, dass beispielsweise die "Suchtgefahr" stärker berücksichtigt werden soll, ist das nicht unbedingt eine neue Forderung und für mich auch nicht großartig problematisch.

Was damit gemeint ist, dass "dass jugendgefährdende Inhalte kosequent ...indizier[t]" werden sollen, könnte dagegen eine Nachfrage wert sein: Offenbar ist man der Meinung, dass das aktuell nicht der Fall ist - wird generell angenommen, dass die Indizierung zu selten zur Anwendung kommt? Können die konkrete Titel nennen, die zu indizieren gewesen wären? Ich fordert man bloß eine Änderung der Praxis, oder (auch) eine Anpassung der rechtlichen Rahmenbedingungen? @Patrik, wäre das etwas, wo du dich um Kontakt bemühen könntest?

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Re: Links zur Presse (Stigma) Vol. 5

Beitragvon Pyri » So 31. Jan 2016, 18:08

Rey Alp hat geschrieben:
buzzti hat geschrieben:Aus dem Programm der AfD BadenWürttemberg: http://www.stuttgarter-nachrichten.de/m ... inal.media

"057.) Jugendschutz ernst nehmen
Die AfD fordert, dass Jugendlichen und Kindern auch durch die Medien
Wertschätzung der Mitmenschen vermittelt wird, anstatt sie zu Promiskuität und
Gewalt
zu verleiten. Weil Kinder und Jugendliche ein Recht auf eine
unbekümmerte, natürliche Entwicklung in allen Lebensbereichen haben, müssen
sie vor dem Konsum von jugendgefährdenden Inhalten bewahrt werden.
Über die Medien und das Internet wird die Sexualität aus der Intimsphäre in die Öffentlichkeit gezerrt.
Dies führt dazu, dass sie letztlich entwertet wird. Die AfD setzt sich für den Schutz von Kindern, Ehe
und Familie und für die Wahrung der Würde von Frauen ein.
Viele Kinder und Jugendliche konsumieren Pornographie und Gewaltdarstellungen. Manche sind sogar
süchtig danach. Die dabei entstehende Verwahrlosung verletzt die Selbstachtung und die Achtung der
Würde der anderen. Politik und Medien müssen sich dieses Themas annehmen, z.B. sind FSK-Angaben
zu überarbeiten und jugendgefährdende Inhalte konsequent zu indizieren.
"


Ich meine, dass man das differenziert betrachten sollte: Sofern mit der Überarbeitung der "FSK-Angaben" allein gemeint ist, dass beispielsweise die "Suchtgefahr" stärker berücksichtigt werden soll, ist das nicht unbedingt eine neue Forderung und für mich auch nicht großartig problematisch.

Was damit gemeint ist, dass "dass jugendgefährdende Inhalte kosequent ...indizier[t]" werden sollen, könnte dagegen eine Nachfrage wert sein: Offenbar ist man der Meinung, dass das aktuell nicht der Fall ist - wird generell angenommen, dass die Indizierung zu selten zur Anwendung kommt? Können die konkrete Titel nennen, die zu indizieren gewesen wären? Ich fordert man bloß eine Änderung der Praxis, oder (auch) eine Anpassung der rechtlichen Rahmenbedingungen? @Patrik, wäre das etwas, wo du dich um Kontakt bemühen könntest?


Was soll das jetzt... Auch hier wieder: erstens - so ein Parteiprogramm ist eine politische Proklamation. Der, noch dazu reduzierte, Verweis auf alles andere mehr als fragwürdig. Wir leben hier in Zentraleuropa glücklicher Weise in keiner Welt in der eine einzige Partei über "Recht" bestimmen könnte.
Zweitens ist die Passage als Beschreibung von gesellschaftlichen Verfall schon mehr als deutlich genug. Was soll es da sonst noch brauchen (an Begriffen), oder überhaupt "differenziert" werden?? Zum Vergleich genügt ein kurzer Blick ins CDU-Programm: "Jugendschutz" findet sich darin an genau einer einzigen Stelle (auf Seite 46): "Der Jugendschutz muss für die jeweiligen Altersstufen stetig weiterentwickelt, seine Maßstäbe präziser gesetzt und Verstöße spürbar geahndet werden." https://www.cdu.de/system/tdf/media/dok ... rbar_1.pdf
Das ist eine gemäßigt zukunftsorientierte Formulierung, abgewogen auf Veränderungen. Aber doch nicht das: allein der Verweis auf "Ehe und Familie" in diesem Zusammenhang ist eine ziemlich unverhohlene Umschreibung homophober Anliegen. Das ist schließlich auch die Partei einer Beatrix von Storch. Absurd noch zu glauben, das hätte vielleicht "konkrete Titel" im Sinn.
Dann würde sonst schon der Verweis auf "Promiskuität" als tiefen Eingriff in Privatleben und Lebensstile genügen. Bleibt bei aller Naivität die Frage: weshalb soll damit noch "Kontakt" hergestellt werden.
Es geht hier vielmehr um die Umkehrung einer "diagnostizierten" Situation, als "Alternative", ansonsten machen viele Formulierungen darin doch überhaupt keinen Sinn...
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Re: Links zur Presse (Stigma) Vol. 5

Beitragvon Rey Alp » So 31. Jan 2016, 21:09

Pyri hat geschrieben:
Rey Alp hat geschrieben:


Ich meine, dass man das differenziert betrachten sollte: Sofern mit der Überarbeitung der "FSK-Angaben" allein gemeint ist, dass beispielsweise die "Suchtgefahr" stärker berücksichtigt werden soll, ist das nicht unbedingt eine neue Forderung und für mich auch nicht großartig problematisch.

Was damit gemeint ist, dass "dass jugendgefährdende Inhalte kosequent ...indizier[t]" werden sollen, könnte dagegen eine Nachfrage wert sein: Offenbar ist man der Meinung, dass das aktuell nicht der Fall ist - wird generell angenommen, dass die Indizierung zu selten zur Anwendung kommt? Können die konkrete Titel nennen, die zu indizieren gewesen wären? Ich fordert man bloß eine Änderung der Praxis, oder (auch) eine Anpassung der rechtlichen Rahmenbedingungen? @Patrik, wäre das etwas, wo du dich um Kontakt bemühen könntest?


Was soll das jetzt... Auch hier wieder: erstens - so ein Parteiprogramm ist eine politische Proklamation. Der, noch dazu reduzierte, Verweis auf alles andere mehr als fragwürdig. Wir leben hier in Zentraleuropa glücklicher Weise in keiner Welt in der eine einzige Partei über "Recht" bestimmen könnte.
Zweitens ist die Passage als Beschreibung von gesellschaftlichen Verfall schon mehr als deutlich genug. Was soll es da sonst noch brauchen (an Begriffen), oder überhaupt "differenziert" werden?? Zum Vergleich genügt ein kurzer Blick ins CDU-Programm: "Jugendschutz" findet sich darin an genau einer einzigen Stelle (auf Seite 46): "Der Jugendschutz muss für die jeweiligen Altersstufen stetig weiterentwickelt, seine Maßstäbe präziser gesetzt und Verstöße spürbar geahndet werden." https://www.cdu.de/system/tdf/media/dok ... rbar_1.pdf
Das ist eine gemäßigt zukunftsorientierte Formulierung, abgewogen auf Veränderungen. Aber doch nicht das: allein der Verweis auf "Ehe und Familie" in diesem Zusammenhang ist eine ziemlich unverhohlene Umschreibung homophober Anliegen. Das ist schließlich auch die Partei einer Beatrix von Storch. Absurd noch zu glauben, das hätte vielleicht "konkrete Titel" im Sinn.
Dann würde sonst schon der Verweis auf "Promiskuität" als tiefen Eingriff in Privatleben und Lebensstile genügen. Bleibt bei aller Naivität die Frage: weshalb soll damit noch "Kontakt" hergestellt werden.
Es geht hier vielmehr um die Umkehrung einer "diagnostizierten" Situation, als "Alternative", ansonsten machen viele Formulierungen darin doch überhaupt keinen Sinn...


1. Partei nicht direkt, aber über Fraktionen bzw. Abgeordnete gestaltet die Politik das Recht, was sogar deren Aufgabe ist. Von daher begrüße ich es ausdrücklich, wenn politische Kräfte ihre Vorstellungen kommunizieren: So kann man als Wähler sehen, woran man ist und abwägen, welcher Richtung man seine Stimme geben möchte.

2. Ich gestehe anderen Menschen ihre eigenen Meinungen zu, auch wenn sie nicht die meinigen sind. Wenn es auch bloß bei der Formulierung oder einer Ansicht bleibt, ist das auch etwas, an dem ich - wenn ich mich echauffieren möchte - Anstoß nehmen kann. Grundsätzlich kann mir das aber auch egal sein, solange die jeweiligen Personen keine Anstalten zur Verwirklichung von Vorstellungen unternehmen, die mich in der Gestaltung meines Lebens behindern würden.

3. Von daher halte ich es für mich sinnvoll zu unterscheiden: Wenn jemand bloß sagt, dass ihm ein Zustand nicht passt, mit dem ich gut leben kann, kann ich das Anlaß zur Selbstreflexion, zum Echauffieren nehmen oder es schlicht ignorieren. Wenn jemand aber darüber hinaus konkrete Schritte zur Umsetzung ankündigt, die über bloßes Anlaß geben zur Selbstreflexion hinaus gehen, ist das etwas, womit man sich auseinanderesetzen - es ernst nehmen sollte. Hier werden Schritte angekündigt, aber noch nicht klar umrissen: In Bezug auf welche Aspekte soll die Altersfreigabe angepasst werden, in Bezug auf welche die Indizierung? Und worin wird überhaupt der Missstand gesehen, der diese Forderung erst nötig macht. Ich bin jemand, dem es nicht genügt bloß eine Abneigung gegen eine Personengruppe zu äußern, weil diese etwas Diffuses von sich gibt, was in unterschiedlicher Ausprägung meinen Vorstellungen entgegenstehen könnte. Ich möchte lieber genau wissen, woran ich bin, bevor ich zum Angriff blase.

4. Unter ernst nehmen würde ich in diesem Fall z. B. eine News verstehen, für die man sich aber noch mal zusätzliche Informationen holen könnte. Ein in Kontakt treten würde ich da befürworten - wir müssen mit denen ja nicht diskutieren: Eine Konkretisierungen der Aussagen wüde schon genügen.

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Links zur Presse (Stigma) Vol. 5

Beitragvon marcymarc » Mo 1. Feb 2016, 00:23

Das ist alles schön und gut was du sagst. Allerdings würde ich mich jederzeit darüber "aufregen" wenn jemand etwas vorhat, was mich tangiert und mit dem ich nicht einverstanden bin. Klar, wenn derjenige überhaupt keine Möglichkeit hat, das umzusetzen könnte ich drüber hinwegsehen. Diese "Partei" hat aber (vielleicht bald) die Möglichkeit so etwas nicht nur diffus zu formulieren, sondern es auch in den Willensbildungs- und Gesetzgebungsprozess einzubringen. Wenn man dann erst zu dem Vorschlag wach wird, ist es insofern zu spät, dass die Polemik lange wirken konnte und man dem im Willensbildungsprozess nichts entgegengesetzt hat. Dies kommt von einer Partei, die auf unbewaffnete Hilfesuchende schießen lassen will und dort wird sofort und völlig zurecht kontra gegeben auch wenn klar ist, dass so etwas völlig unvereinbar mit der Verfassung wäre. Dieses Argument hat aber viele Gesetzgebungsverfahren nicht abgehalten (Maut nur für Ausländer, Verschärfung 131 StGB) und daher lohnt es sich genauer hinzuschauen und auch frühzeitig dagegen zu arbeiten. Ein Parteiprogramm sehe ich (obwohl viele versprechen nie eingehalten werden können) immer noch als klares Ziel, was die Parteien zumindest versuchen müssen umzusetzen. Jetzt könnte man behaupten, mit 10-12% hat eine Partei nicht viel Gewicht (falls es jemals zu einer Koalition kommen sollte mit Beteiligung extremistischer Parteien), jedoch beeinflusst sie die Haltung (und Stabilität) der "etablierten Parteien". Wie sagt man so schön: "wehret den Anfängen" und "Wenn eine eingeworfene Scheibe nicht repariert wird, ist das der Anfang von Ende einer Nachbarschaft".

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Re: AfD-Programm über Jugendmedienschutz

Beitragvon Patrik » Di 2. Feb 2016, 09:24

Ich nehme das mal als Anlass für ein weitreichenderes Thema: Wir haben schon mehrfach Wahlprüfsteine verfasst. Wir könnten das zu den anstehenden Landtagswahlen auch wieder machen – müssten uns allerdings beeilen. Da Medien ja bekanntlich Ländersache sind, ist das Thema ja definitiv relevant.
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Re: AfD-Programm über Jugendmedienschutz

Beitragvon Rey Alp » Di 2. Feb 2016, 20:18

Nach meinem Eindruck dürfte irgendwie interessant gerartete Positionen nur die afd vertreten. Die anderen Partei er haben mittlerweile doch recht gemäßigte Positionen. Insbesondere wäre das ja auch eher ein Bundes politisches Thema und bei Landtagswahlen wohl nicht so interessant. Von daher würde ich annehmen, dass man sich fragen an andere Parteien schenken und auf die afd beschränken kann.

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Re: AfD-Programm über Jugendmedienschutz

Beitragvon Patrik » Mi 3. Feb 2016, 05:41

Hatte jetzt im speziellen an JMStV gedacht. Das ist ja definitiv Ländersache – und da gibt es noch Potential.
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