"4uncut"-Kuration

Falschdarstellungen und Vorurteile
Rey Alp
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Re: "4uncut"-Kuration

Beitrag von Rey Alp » Di 26. Apr 2016, 20:54

Hier mal eine Grafik der Spiele - sortiert nach Erscheinungsjahr - die bei Steam wohl wegen der Gewaltproblematik in Deutschland nicht angeboten werden. Dabei sind die grün eingefärbt, die - da Indizierung auf Listenteil A vorliegt, in geschlossenen Benutzergruppen 100 % legal angeboten werden könnten. Es handelte sich zuletzt also um 0 - 3 Spiele im Jahr.
stat2.jpg
Dabei waren die (PC-) Titel der letzten 10 Jahre alle "Steam exklusive" - das heißt es gibt keine anderen Möglichkeiten, an diese heranzukommen? Zumindest bei "Lucius" würde das heißen - da nach Wikipedia nur für PC erschienen - man das Spiel hier nicht legal nutzen kann (sofern gifting nicht geht).
Die haben also wirklich die Abrufbarkeit/Anzeige von Buy/Run/Gift bei den "aktuellen" Versionen gestrichen? Schweinerei ...

edit:

Zu eurer Zielsetzung:
  • "Das Ziel dieser Gruppe ist, Publisher und Valve davon zu überzeugen, auf Beschränkungen wie Region-Locks und andere Gängelungen von Kunden zu verzichten.

    Darüber hinaus möchten wir Valve dazu animieren, ein einfaches und rechtssicheres Altersverifikationssystem für volljährige deutsche Steam-Nutzer einzuführen, sodass diese Zugriff auf sämtliche Spiele erhalten, die keine USK-Freigabe erhalten haben. Diese Titel können damit rechtssicher angeboten werden.

    Es ist in Deutschland lebenden Erwachsenen erlaubt, von der USK nicht gekennzeichnete Spiele im Ausland zu bestellen. Somit verstößt unser Vorhaben gegen keine deutschen Gesetze oder den Jugendschutz!"
Was ist eure Rechtsauffassung zu § 4 JMStV?
  • "Unbeschadet strafrechtlicher Verantwortlichkeit sind Angebote unzulässig, wenn sie [...] in den Teilen B und D der Liste nach § 18 des Jugendschutzgesetzes aufgenommen sind oder mit einem in dieser Liste aufgenommenen Werk ganz oder im Wesentlichen inhaltsgleich sind."
edit 2:

Ich möchte nur mal anmerken, dass ihr es Journalisten/sonstwie interessierten auch nicht leicht macht, sich ein Bild von euch zu machen: Bei der Steamgruppe sind allgemein keine Informationen zum Umfang des Problems, der Rechtslage, den praktischen Schwierigkeiten etc. vorhanden. Es dürfte da Außenstehenden schwerfallen nachzuvollziehen, worum es überhaupt geht.

Auch euer Ansinnen, dass ihr nicht wollt, dass man eueren Content klaut, kann ich nachvollziehen, doch auf die Art kriegt dann keiner außer euch mehr etwas mit. Nach außen könnte man zumindest Statistiken/Grafiken ohne Nennung einzelner Titel anbieten, oder einfach eine so gute (interaktive) Liste haben, dass die verlinkt und nicht kopiert wird.

edit 3:

Als Relevanzindikator habe ich gerade von den (mir bekannten) 2015 veröffentlichten "ab 18"-Spielen bei Steam den 24-Stunden Peak rausgeasucht und verglichen: Es ist demnach mit "Dying Light" das 5.-beliebteste Spiel, von 5 % genutzt, hier von deutschland aus nur eingeschränkt nutzbar:




stat3.jpg

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Re: "4uncut"-Kuration

Beitrag von Pyri » Mi 27. Apr 2016, 07:53

Rey Alp hat geschrieben:Ist "Condemned: dark sector" "darksector"?
"Condemned" trägt den Untertitel "Criminal Origins". "Condemned" und "Dark Sector" sind zwei verschiedene Spiele - das erste stammt von SEGA, das zweite von D3 (der PC-Port von Aspyr, zumindest in Nordamerika http://www.ign.com/articles/2009/03/12/ ... ark-sector ).
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Re: "4uncut"-Kuration

Beitrag von Rey Alp » Mi 27. Apr 2016, 10:32

Danke, habs dann jetzt aus der Liste gestrichen, da es wegen der Beschlagnahme ja - zumindets nach JMStV - nicht angeboten werden dürfte.

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Re: "4uncut"-Kuration

Beitrag von marcymarc » Mi 27. Apr 2016, 14:41

Doom 3 ist soweit ich weiß nicht geschnitten, aber der DLC Resurrection of Evil ist es (zumindest in der BFG).
Wenn ich beim Eidos Anthology Pack raten müsste, wäre Kane&Lynch 2 da der Grund.
Mortal Kombat Komplete war auf Konsole indiziert, ich denke daher ist die PC-Download Version nicht in Deutschland erhältlich (es handelt sich um ein Spiel aus 2011).

Zu den vier genannten Spielen finde ich nichts.

Warum sollte SteamDB nicht mehr verfügbar sein. Bei mir wird alles angezeigt.

Meine Rechtsauffassung zum JMStV: er kommt noch aus einer Zeit, wo Rundfunk von allen empfangen werden konnte. Geschlossene Benutzergruppen waren so nicht vorgesehen. Nur weil die BPjM etwas für strafrechtlich relevant hält, ist es das noch nicht, wo kämen wir denn da hin, wenn eine Behörde Recht auslegen würde? Solange also nichts beschlagnahmt ist, gehe ich davon aus, dass die Abgabe an Erwachsene auch übers Internet in einer nur für Erwachsene zugänglichen Gruppe dem Schutzzweck des Jugendschutzgesetzes und JMStV nicht zuwiderläuft. Was den §131 StGB angeht, den halte ich in der Form sowieso für verfassungswidrig - aber noch gilt er, weshalb diese Spiele nicht angeboten werden dürfen, aber aus dem Ausland für den Eigengebrauch eingeführt werden (hier muss nach meiner Auffassung auch ein Anbieter keine Locks anbringen, da mit dem Kauf des Keys bereits die Nutzungslizenz an den Nutzer übergegangen ist, was im Ausland nicht immer strafbar ist) können. Was den 86a angeht, bin ich der Meinung, dass das Urteil vom OLG Frankfurt (18.03.1998 - 1 Ss 407/97) im krassen Gegensatz zur Sozialadäquatsklausel geurteilt hat und dass das Urteil durch ein neues revidiert gehört.

Zu den Infos auf der Seite. Man ist in Steam sehr eingeschränkt mit der Zeichenzahl, wir haben auf der Hauptseite noch 2 übrig oder so. Infos sind im Forum zur Genüge vorhanden, aber nicht leicht auffindbar. Das ist wirklich ein Problem, wo wir noch keine Lösung für gefunden haben.

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Re: "4uncut"-Kuration

Beitrag von Rey Alp » Mi 27. Apr 2016, 15:05

Nur weil die BPjM etwas für strafrechtlich relevant hält, ist es das noch nicht, wo kämen wir denn da hin, wenn eine Behörde Recht auslegen würde? Solange also nichts beschlagnahmt ist, gehe ich davon aus, dass die Abgabe an Erwachsene auch übers Internet in einer nur für Erwachsene zugänglichen Gruppe dem Schutzzweck des Jugendschutzgesetzes und JMStV nicht zuwiderläuft.
Nach der mir zitierten Stelle des JMStV ist es tatsächlich so, dass Inhalte die die BPjM für strafrechtlich relevant hält (u. a. § 4 Abs. 1 JMStV) - ohne dass sie es sein müssen - auch nicht innerhalb geschlossener Benutzergruppen angeboten werden dürfen - das ist nur bei Angeboten nach § 4 Abs. 2 JMStV möglich.

Mit der Steamdatabase meinte ich, dass da die Label "prohibit run" etc. nicht mehr ausgewiesen werden.

Ich habe mal angefangen an einen Teaser zu schreiben. Ich hadere immer noch mit mir, ob danach ein Interview oder ein Text die bessere Wahl wäre:
  • Im Porträt: Steam-Gruppe "for UNCUT!"

    Von den zehn am meisten aufgerufenen Youtube-Videos sind sechs für Nutzer aus Deutschland gesperrt - ob Psys "Gangnam Style", Justin Biebers "Baby ft. Ludacris" oder LMFAOs "Party Rock Anthem", der verhinderte Zuschauer scheitert hier an dem Hinweis, dass das Video in seinem Land "nicht verfügbar" sei. Eine ähnliche Erfahrung machen Nutzer von Valves Plattform "Steam", wenn sie internationale Toptitel wie "Dying Light", "Dead Island Riptide" und "Lucius" oder polarisierende Produktionen wie "Hatred" kaufen möchten. Unter einem "Ups, sorry!" wird auch hier dem Nutzer mitgeteilt, dass er sich im falschen Land bewegt:
    • "Dieses Produkt steht in Ihrem Land derzeit nicht zur Verfügung."
    Die 101,094 Mitglieder der Steam-Gruppe "for UNCUT!" möchten sich hiermit nicht abfinden und fordern Valve dazu auf "ein einfaches und rechtssicheres Altersverifikationssystem für volljährige deutsche Steam-Nutzer einzuführen, sodass diese Zugriff auf sämtliche Spiele erhalten, die keine USK-Freigabe erhalten haben".

    Das interessante ist dabei die Stoßrichtung der Community: Anders als üblich, sucht sie die Schuld nicht bei dem deutschen Gesetzgeber, sondern bei einem us-amerikanischen Unternehmen. Von den - nach aktueller Zählung von "for UNCUT!" - 55 Titeln, bei denen Nutzer aus Deutschland wegen enthaltener Gewaltdarstellungen das Nachsehen haben, ist allein bei acht Titeln das Angebot nach dem deutschen Jugendmedienschutzstaatsvertrag (JMStV) explizit nicht gestattet: Weil deutsche Gerichte für Spiele wie "Aliens vs. Predator", "Silent Hill: Homecoming" und "Dead Rising III" in Hinblick auf den § 131 Strafgesetzbuch (StGB) - Gewaltdarstellung - die Beschlagnahme angeordnet haben oder die dem Bundesfamilienministerium unterstellte die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) eine strafrechtliche Relevanz vermutet, handelt es sich nach § 4 Abs. 1 Nr. 11 Var. 1 JMStV um im Internet "unzulässige Angebote", die - anders als Angebote nach § 4 Abs. 2 JMStV - auch nicht über sogenannte "geschlossene Benutzergruppen", zu denen nur Erwachsene Zugang haben, zugänglich gemacht werden dürfen. Damit reicht das Strafrecht in der virtuellen Welt weiter als in der analogen, in denen die Weitergabe von dem § 131 StGB unterfallenden Titeln unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt sein kann. Für 16 weitere Titel liegt eine Einschätzung der BPjM nicht vor, während 32 von der BPjM durch die Eintragung in den Listenteil A der Liste der jugendgefährdenden Medien als ausdrücklich strafrechtlich unbedenklich bewertet wurden. Mit anderen Worten: Die Publisher von 32 über Steam vertriebenen Titeln haben sich dagegen entschieden, diese auch für deutsche Nutzer anzubieten, obwohl faktisch das Bundesfamilienministerium attestiert hat, dass das Angebot nicht illegal wäre.

    "Zulässig, wenn [...] sichergestellt ist, dass sie nur Erwachsenen zugänglich gemacht werden"

    Auch wenn diese 32 Spiele keine verbotenen Inhalte haben bedeutet das nicht, dass diese im Internet ohne jede Beschränkung angeboten werden dürfen. Der JMStV unterscheidet vereinfacht zwischen drei Kategorien von Inhalten: (Bloß) entwicklungsbeeinträchtigenden, (bloß) jugendgefährdenden und (vermutlich) verbotenen.

    Unter welchen Voraussetzungen die Titel der 3. Gruppe, die der (vermutlich) verbotenen, angeboten werden dürfen, ist eindeutig: überhaupt nicht.

    Bei denen der 1. Gruppe, die der (bloß) entwicklungsbeeinträchtigenden, muss unterschieden werden: Nach den "Netz-Regeln" der KJM sollen nach - wie auch § 5 Abs. 5 JMStV festgehalten - für Kinder geeignete Inhalte getrennt von für Kinder nicht geeigneten Inhalten angeboten werden. Bei der Produktseite für einen "ab 0" freigegebenen Inhalt dürften also unter "Empfehlungen" wiederum nur "ab 0"-Inhalte auftauchen - bei Amazon.de hat es zu bei meinen beiden Stichproben mit "Rollercoaster Tycoon World" und "Die Sims 2" interessanterweise geklappt. Bei "ab 16" und "ab 18" einzustufenden Titeln wird es komplexer, da der Anbieter die Wahl zwischen mehreren Varianten hat. Erkann sich entweder für "Sendezeiten" gem. §§ 5 Abs. 3 Nr. 2, Abs. 4 JMStV ("ab 16"-Titel dürfen nur zwischen 22:00 und 6:00 Uhr am Netz sein, "ab 18"-Titel zwischen 23:00 und 6:00 Uhr) oder eine technische Lösung - beispielsweise der Verwendung eines "anerkannten Jugendschutzprogramms" nach § 11 JuSchG - entscheiden. Ein anerkanntes Jugendschutzprogramm ist hierbei "JusProg", das von der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) am 10.08.2011 zunächst nur für Inhalte bis "ab 16", dann aber ab dem 21.05.2013 auch für Inhalte "ab 18" anerkannt wurde. Seit dem können Anbieter von Telemedien Angebote "ab 16" und "ab 18" auch dann anbieten, wenn sie im Quelltext die Seite entsprechend kennzeichnen, so dass dies von entsprechenden Clients ausgelesen werden kann. So geschehen ist dies beispielsweise bei der Plattform "Origin" von Electronic Arts (EA), die in der hinterlegten "age-de.xml"-Datei pauschal als "ab 18" gelabelt wurde.

    Bei der 2. Gruppe, die der (bloß) jugendgefährdenden, sind Sendezeiten und technische oder sonstige Mittel nach § 5 Abs. 3 Nr. 1 JMStV nicht zugelassen. Die 32 über Steam (für Nutzer aus Deutschland nicht) angebotenen Videospiele, die von der BPjM auf den Listenteil A der Liste der jugendgefährdenden Medien gesetzt wurden, sind demnach ausschließlich "zulässig, wenn von Seiten des Anbieters sichergestellt ist, dass sie nur Erwachsenen zugänglich gemacht werden (geschlossene Benutzergruppe)". Die KJM hat bisher für 16 verschiedene Verfahren positiv festgestellt, dass sie den Anforderungen des JMStV an eine "geschlossene Benutzergruppe" entsprechen. Hierunter fällt auch das von der Deutschen Post angebotene "Postident"-Verfahren, bei dem sich der Nutzer via Videochat, in der Filiale oder unter Verwendung des neuen (elektronischen) Personalausweises ausweisen muss.

    "Valve dazu animieren, ein einfaches und rechtssicheres Altersverifikationssystem für volljährige deutsche Steam-Nutzer einzuführen"

    Obwohl rechtlich möglich, hat Valve bei "Steam" bisher keine "geschlossenen Benutzergruppen" eingerichtet. Damit steht Valve jedoch nicht allein da: Auch bei EAs "Origin", Sonys "PSN-Store", Microsofts "xBox Live", Nintendos "eshop" oder Ubisofts "uPlay" wird dies nicht angeboten und auf das Angebot indizierter Inhalte verzichtet. Bereits in der Vergangenheit wurde mehrfach versucht, die Anbieter zu einem Umdenken zu bewegen - beispielsweise 2005 durch eine von den xblSenioren (Mitglieder ab einem Alter von 30 Jahren) unterstützte Petition, die sich an Microsoft und Sony richtete.

    Zu den Gründen, weshalb die Anbieter von geschlossenen Benutzergruppen keinen Gebrauch machen, halten sich diese in der Rehel bedeckt. Soweit es Verlautbarungen gibt, überzeugen sie jedoch auch nicht jeden. So schreibt Boris Schneider-Johne in seinem Blog dreisechzig.de, dass eine "Unrated"-Rubrik bei der Xbox bereits aus technischen Gründen nicht möglich sei:
    • "Für Spiele ohne USK-Rating kann die Xbox nicht einfach ein “Unrated” einführen, damit die Spiele doch auf den Markt kommen können. Denn daß ein Spiel kein Rating hat, kann viele verschiedene Gründe haben. [...] Und da die Xbox einer Disk ohne Altersfreigabe niemals ansehen könnte, aus welcher der Gruppen sie stammt, kann man auch nicht einfach “Unrated = 18″ sagen, denn es könnte sowohl für Kinder geeignet wie auch sogar für Erwachsene verboten sein. Da Indizierung oder Beschlagnahme nach der Veröffentlichung stattfinden könnten, die Altersfreigabe für den Jugendschutz aber in den Diskdaten enthalten sein muß, sind entsprechend gefährdete Titel einfach nicht in das Jugendschutz-System einzubinden."
    Für "Steam" hat sich Gabe Newell zuletzt 2011 geäußert: Eine Alterverifikation wäre "nice to have" und könnte vielleicht irgendwann umgesetzt werden. Passiert ist seit dem nichts. Dazu, warum "for UNCUT!" die Hoffnung dennoch noch nicht verloren hat und womit sie die Gruppe aktuell beschäftigt, haben wir "marcymarc" befragt.

    Interview:

    vdvc:
    • Seit wann gibt es "for UNCUT!" und was hat Dich dazu bewegt, Dich dort zu engagieren?
    marcymarc:
    • x
    vdvc:
    • Warum ausgerechnet "Steam" und nicht "Origin" oder "uplay"?
    marcymarc:
    • x
    vdvc:
    • Wegen Gewaltdarstellungen wurden auf Steam jährlich zwischen 0 - 3 Spiele veröffentlicht, die Nutzer aus Deutschland nicht zugänglich gemacht wurden - ist das nicht eine vernachlässigbare Zahl? Es gibt ja - z. B. über Konsole oder andere Anbieter - Möglichkeiten, an unzensierte Fassungen oder vergleichbare Spiele zu gelangen? Oder geht es Euch nur "um's Prinzip"?
    marcymarc:
    • x
    vdvc:
    • Manche User nutzen zum Erwerb von hier nicht angebotenen Inhalten Proxys - wenn dies funktioniert, warum - etwas überspitzt ausgedrückt - stellt Ihr Euch so an?
    marcymarc:
    • x
    vdvc:
    • Wie sieht es mit Eurem Anliegen aktuell aus - gibt es einen Kontakt zu Valve, sind Petitionen oder ähnliches für die Zukunft geplant?
    marcymarc:
    • x
    vdvc:
    • Allgemein macht es den Eindruck, als ob internationale Anbieter weniger liberal werden: Über das "Humble Bundle" werden für deutsche Nutzer mittlerweile auch nur noch Codes für zensierte Fassungen angeboten und auch gog.com hat für deutsche unzensierte Inhalte aus dem Angebot gestrichten. Täuscht der Eindruck?
    marcymarc:
    • x
    vdvc:
    • Was ist bei "for UNCUT!" eure aktuelle Strategie?
    marcymarc:
    • x
    vdvc:
    • Neben zensierten Gewaltdarstellungen erfasst Ihr auch Spiele, in denen wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen Änderungen vorgenommen wurden. Warum ist das ein Problem für Euch?
    marcymarc:
    • x
    vdvc:
    • 1998 hatte das Landgericht Frankfurt am Main entschieden, dass die Vewendung von Hakenkreuzen in dem Videospiel "Wolfenstein 3D" - anders als bei Filmen wie "Inglourious Basterds" und der "Indiana Jones"-Reihe - nicht von der Sozialadäquanzklausel umfasst ist. Verlangt Ihr von den Anbietern nicht, sich in's eigene Schwert zu stürzen?
    marcymarc:
    • x
    vdvc:
    • Das mediale Echo auf "for UNCUT!" ist bisher noch recht überschaubar. Woran liegt es - ist die Presse an der Thematik nicht interessiert oder liegt es an Euch?
    marcymarc:
    • x
    vdvc:
    • Was würdest Du einem deutschen Steamnutzer raten, der gerne "Lucius" spielen möchte, der es aber nicht riskieren möchte, sonden Steam-Account wegen eines Verstoßes gegen die SSA zu verlieren?
    marcymarc:
    • x
    vdvc:
    • Wagst Du eine Zukunftsprognose - werdet Ihr Erfolg haben und - vielleicht noch viel wichtigter - wann?
    marcymarc:
    • x
    vdvc:
    • Wie kann man Euch dabei unterstützen?
    marcymarc:
    • x
    vdvc:
    • Vielen Dank für die interessanten Antworten.
    marcymarc:
    • x
Hättest du das Gabe-Statement irgendwo im Volltext?

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Re: "4uncut"-Kuration

Beitrag von marcymarc » Do 28. Apr 2016, 15:04

Den Prohibit-Run Tag siehst Du nur bei bei Einträgen der Subscriptions, nicht der Apps.

Beispiel: Suchst du nach Wolfenstein und klickst auf den Eintrag "201810 (App Type)Game Wolfenstein: The New Order" wirst du zur App-Seite weitergeleitet. Apps sind Spiele, die in Lizenzen ("Subs") enthalten sind. Gehts du auf der App-Seite auf Packages, erhältst du eine Liste, in welchen Subs diese App enthalten ist. Klicke hier auf "41636 Wolfenstein: The New Order" und du gelangst zur Sub-Seite die auch im Amerikanischen Storefront angezeigt würde. Unter Information findest du dann den Tag "prohibitrunincountries DE".

Bzgl. Liste B: ich persönlich halte es für völlig undemokratisch und nicht einem Rechtsstaat genehm, wenn so damit umgegangen wird. Derzeit ist es praktiziertes Recht, aber im Gegensatz zu klaren Tatbeständen wie Diebstahl oder Mord wird hier ein Gummi-Paragraph angewandt, der geeignet ist Geschmackszensur zu ermöglichen. Derzeit ist es vielleicht nicht möglich dies so einzusetzen. Aber der Import sollte Bürgern zum Eigengebrauch immer noch möglich sein (und ist es laut Gesetz ja auch, nur bringt mir das nichts, wenn ich eine nutzungslizenz nicht aktivieren kann).

Zu den Fragen, bespreche ich das noch im Team, und komme auf Dich zurück.

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Re: "4uncut"-Kuration

Beitrag von Rey Alp » Do 28. Apr 2016, 15:31

Vielen Dank für die Erklärung, ich glaube ich habe es jetzt verstanden.

Ich finde es auch etwas irritierend, dass es verboten sein soll etwas zu tun, weil eine Behörde glaubt, dass es verboten sein könnte. Also dass es im Endeffekt verboten ist etwas zu tun, was verboten sein könnte. :shock:
Es ist aber bei vielen Gesetzen aber so das man blechen muss, wenn man sich gegen eine Behörde stellt: Wenn ich z. B. etwas baue ohne die erforderliche Baugenehmigung der zuständigen Behörde zu haben, kann das als Ordnungswidrigkeit geahndet werden. Dabei kann das Bauvorhaben eigentlich sogar den Anforderungen entsprechen - allein deswegen, weil ich es ohne Genehmigung gemacht habe, wird mir ein Strick draus gedreht.
Im Endeffekt üwrde ich aber - wie du es für den analogen Bereich dargestellt hast - begrüßen, wenn zumindest die private Nutzung und das dahingehende Angebot erlaubt wäre.

Ok, vielen Dank.

edit:

Bei http://www.gameware.at/info/space/VPN+Aktivierung gibt es auch eine Liste mit Erfahrungswerten:
  • Dying Light (US-, EU- und UK-Import)
    South Park: The Stick of Truth (US-Import)
    Wolfenstein: The New Order (US- und UK-Import)
    Sniper Elite: Nazi Zombie Army 2
    Sniper Elite: Nazi Zombie Army
    Sniper Elite V2
    Saints Row: The Third
    Dead Island
    Dead Island: Riptide
    Dead Rising 3
    Fallout Anthology AT-PEGI

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Re: "4uncut"-Kuration

Beitrag von marcymarc » Do 28. Apr 2016, 15:39

Nur leider droht Dir bei Verstößen gegen das JuSchuG nicht nur eine Ordnungswidrigkeit, sondern Knast.

Rey Alp
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Re: "4uncut"-Kuration

Beitrag von Rey Alp » Do 28. Apr 2016, 15:43

marcymarc hat geschrieben:Nur leider droht Dir bei Verstößen gegen das JuSchuG nicht nur eine Ordnungswidrigkeit, sondern Knast.
JMStV, nicht JuSchG, aber sonst korrekt.

Rigolax
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Re: "4uncut"-Kuration

Beitrag von Rigolax » Do 28. Apr 2016, 17:12

Rey Alp hat geschrieben: 06.10.2005 "Brothers in Arms: Earned in Blood" O
01.03.2005 "Brothers in Arms: Road to Hill 30" O
[...]
23.07.2001 "Max Payne" A
Die haben beide uncut USK-Freigaben, fehlen aber trotzdem im deutschen Store. Selbiges für Doom 3 (ohne Addon) und Max Payne.

Warum ich die trotzdem auf meiner Liste hatte? Weil es IMO eine Rechtsfolge ist. Es ist nur nicht direkt der Grund erkennbar, aber wenn Deutschland eine normale Rechtslage hätte, würden die Titel, wie auch bei all unseren Nachbarn, verfügbar sein. Es fehlt nicht aus Lizenzgründen, wie andere Spiele. Ich habe es ja auch extra nochmal erwähnt.

Hier nochmal meine Liste:
http://steamcommunity.com/groups/forunc ... 363880797/
Rey Alp hat geschrieben:
Bei http://www.gameware.at/info/space/VPN+Aktivierung gibt es auch eine Liste mit Erfahrungswerten:
  • Dying Light (US-, EU- und UK-Import)
    [...] Dead Island
    Dead Island: Riptide
    Fallout Anthology AT-PEGI
Bei den Titeln gibt es keine Locks (Dying Light Keys für Nordamerika gehen allerdings nicht; in Rest-West-Europa gehen die komischerweise). Gameware ist ein nicht autorisierter Reseller und schreibt, wie viele von denen, gerne mal Quatsch in der Hinsicht. Außnahme wäre, wenn sie einem Keys, die für Russland gedacht sind, verkaufen. Ist nicht auszuschließen. (edit: Bei Dead Island könnte auch das Franchise Pack gemeint sein. Das hat aus unerfindlichen Gründen eine Sperre für DE.)

Ansonsten ist bei Dead Rising 3 die Nutzung möglich (kein prohibitruntag. War mal geplant, die Gruppe hatte Kontakt mit Capcom und vielleicht dazu beigetragen, dass der Tag entfernt wurde. Aktivierungssperre gibt's aber noch). Dies steht falsch in der Tabelle im Wiki.

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