Faktcheck Maizière

Falschdarstellungen und Vorurteile
Vicarocha
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Re: Faktcheck Maizière

Beitragvon Vicarocha » So 7. Aug 2016, 16:14

Rey Alp hat geschrieben:Ich hatte schon befürchtet, mich mit oberflächlich missverständlich ausgedrückt zu haben.

Naja... der Begriff ist jetzt m.E. (und in meiner Funktion als Linguist ;)...) nicht so ambig, dass er in deinem SInne genutzt werden könnte. Da hättest du dich anders ausrücken müssen, denn so heißt "oberflächlich" halt "oberflächlich".

Ich mag es gerne bei Texten, wenn der Leser einen Vorwurf direkt nachvollziehen kann.

Verstehe die Kritik nicht... kann man doch: Bei Möller (et al.) wird es direkt ausgeführt, beim KFN muss man halt einen Blick in die Diss. werfen, die aber frei zugänglich ist. Ich arbeite der tl:dr-Fraktion ja nicht zu... aber ich wollte auch ungern sämtliche Kritikpunkte am KFN in das Statement packen, denn das hätte jeden Rahmen gesprengt (und wäre angesichts der Diss. einfach redundant). Das ist halt kein einfaches Feld, dass sich beliebig zusammenfassen lä0t, es aht seinen Grund, warum ich da im Original 19 Seiten zur Darstellung des Sachverhalts brauchte (exkl. der Ausführungen zur Vorgeschichte etc.).

Auf mich hatte auch dieser Satz von dir stark gewirkt "Zusammengefasst war der Forschungsbericht […] ein Gefälligkeitsgutachten, keine konstruktive Kritik der USK, sondern nur eine so spekulative, wie tendenziöse Meinungsäußerung des KFN […]; ungeachtet selbst lancierter Ressentiments ggü. der USK und Spiele(r)n, Falsch- und Fehlinformationen, Diffamationen und einer so unplausiblen, wie unpraktischen Methode der Alterskennzeichnung, hatte der Bericht keinen Mehrwert". So ein Arsenal an Wertungen ist doch recht massiv, doch - solange die Schilderung der Hintergründe, warum der Bericht spekulativ, tendenziös etc. ist - für den Leser recht wenig greifbar.

Naja, das ist ja keine Polemik, sondern m.E. ein recht nüchternes Urteil über den Forschungsbericht, den ich meine belegen zu können (und auf den entsprechenden Seiten der Diss. umfangreich belegt habe). Für ein Statement reicht das auch... wenn man es überprüfen will, schaut man in die Diss. Aber du sagst ja selbst, dass es so zu erwarten ist.

ich meinte, dass ich mir für einen potentiellen Blogeintrag prägnante, simple und einfache Beispielse von evidenten und offensichtlichen Fehlleistungen wünschen würde, bei denen man nicht viel erläutern muss und die auch jemand versteht, ohne sich über Jahre in die Thematik eingearbeitet zu haben.

Najaaa... das Thema ist leider weniger simpel, als wünschenswert. Ich mag ja eben nicht(!) oberflächlich bleiben, sondern aucb Aufklärungsarbeit leisten (und dem Laien u.U. gar etwas elaborierteres Argumentationsmaterial an die Hand geben, als es in dem Diskurs üblich ist).
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Rey Alp
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Re: Faktcheck Maizière

Beitragvon Rey Alp » So 7. Aug 2016, 16:26

Also bei einem durchschnittlichen Nutzer der Webseite dürfte man kaum erwarten dürfen, dass er in deine Diss nachschaut. Ich finde einen Betrag zum Thema immer noch sinnvoll, aber sofern ich ihn verfassen sollte würde das wohl, weil ich mich da auch eben einarbeiten müsste, nichts vor zwei Wochenenden bzw. - sofern ich ihn denn bekomme - meinem Urlaub werden.

Rigolax
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Re: Faktcheck Maizière

Beitragvon Rigolax » Mo 8. Aug 2016, 12:14

Es gibt auf Gamestar einen neuen User-Artikel zu dem Thema, der von der Redaktion auf der Hauptseite prominent gefeatuert wird (kann man kaum übersehen).

Auch wenn er nicht direkt/nur auf Maizières Studien eingeht, dachte ich, dass das vielleicht interessant für euch ist. Wenn ich das richtig sehe, verteidigt der Student der Medienforschung da diese eher:

"Die »Killerspiel«-Studien
Studien zum Thema Gewalt & Spiele gibt es viele. Aber welchen darf man glauben?"

http://www.gamestar.de/community/user/m ... 17079.html

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Re: Faktcheck Maizière

Beitragvon Rey Alp » Mo 8. Aug 2016, 16:18

Ich habe den Text gelesen, der für mich auch wieder den fragwürdigen Tenor aufweist, dass die Studien in der Gesamtheit irgendetwas belegt hätten. Ich meine man sollte langsam nachdenken, hier mal offensiver entgegenzutreten. Die Ergebnisse dieser Studien sind doch weder auf existierende Spielinhalte noch auf Spieler bzw. Spielsituationen übertragbar. Die nach Studiendesign bestehenden Spielbedingungen bzw. dargestellten Inhalte sind meist höchstgradig selektiv und künstlich: Wenn ich in einem Spiel selber öfter verrecke als ich andere fragge und ein Spiel vielleicht nur damit verbringe, Türen zuzuschweißen, Sprengladungen zu entschärfen oder Mitspieler zu heilen, kann man hier ja kaum noch von primär oder auch sonst irgendwie unmittelbar kompetitiven Elementen - geschweigedenn von "Gewalt" sprechen. Und selbst die innerspielischen Spielhandlungen, die realen Gewalttätigen Handlungen nachempfunden sind, gehen oftmals mit "Hilfe" einher: dem Engy den Rücken freihalten, dem Medic Deckung geben oder schlicht einem Teammate zu helfen, im Duell nicht den kürzeren zu ziehen. Und dann die "Meta" bzw. "echte" Kommunikationsebene zwischen den Spielern bei Mehrspielerrunden: Wenn wer zum schwächeren Team wechselt, man einen Restartvote startet, weil das halbe gegenrische Team noch beim Ladebildschirm feststeckte etc. Mir kann man in Grunde erzählen, dass Videospiele in der Theorie Elemente enthalten, die für sich genommen das Denken (und dadurch auch Handeln) der Nutzer kurz- und langfristig beeinflussen könnten. Doch eine überzeugende Aussage darüber, ob und in welchen Spielen bei welcher Spielweise diese Elöemente derart überwiegen, dass diese und nicht gegenläufige andere überwiegen und sie nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Realität abfärben, habe ich noch nicht gefunden.

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Re: Faktcheck Maizière

Beitragvon Vicarocha » Mo 8. Aug 2016, 16:55

Rey Alp hat geschrieben:Ich habe den Text gelesen, der für mich auch wieder den fragwürdigen Tenor aufweist, dass die Studien in der Gesamtheit irgendetwas belegt hätten. Ich meine man sollte langsam nachdenken, hier mal offensiver entgegenzutreten.


Ich habe an entsprechender Stelle mit einem Kommentar im dortigen Forum reagiert (Beitrag #30)... aber das sind meiner Erfahrung nach (gemessen am Gros der Forenteilnehmer dort) Perlen vor die Säue (zwei "dislikes" habe ich ja shcon kassiert... werden sicher mehr).

Der Artikel dort vermittelt m.E. auch nur von einem recht peripheren Einblick in die Materie, deutlich über dem Durchschnitt, aber die Materie dann insg. doch unzureichend tangierend.
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Re: Faktcheck Maizière

Beitragvon marcymarc » Mo 15. Aug 2016, 17:19

Soll der Faktcheck so raus? Dann wäre es praktisch, wenn der Check auf den Blog erscheinen könnte. Im offenen Brief, an dem ich immer noch nebenbei arbeite, könnte dann Bezug genommen werden.

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Re: Faktcheck Maizière

Beitragvon Rey Alp » Mo 15. Aug 2016, 20:36

Ich hätte da wie dargestellt einen anderen Ansatz gewählt, habe das aber bisher noch nicht zustande bekommen und werde es auch nicht in abziehbarer Zeit hinkriegen. Nichteinmal die Texte der "Studien" habe ich beisammen.

Fall Vicas Text auf die Seite soll, hätte ich damit kein Problem. Ich würde davor nur wie schon angeregt bei Tilo Jung oder dem Innenminuisterium anfragen, ob die bei twitter veröffentlichte Liste vollständig war.

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Re: Faktcheck Maizière

Beitragvon Patrik » Mo 15. Aug 2016, 21:59

Um ehrlich zu sein, halte ich den Zug für abgefahren. Ich bin mir nicht mal sicher, was wir damit erreichen wollen würden.
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Re: Faktcheck Maizière

Beitragvon marcymarc » Mo 15. Aug 2016, 22:15

Zumindest als Rückgriff in er Argumentation. Auch wenn es ne Weile gedauert hat ist es immer noch valide.

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Re: Faktcheck Maizière

Beitragvon Vicarocha » Di 16. Aug 2016, 15:37

Ich hab's nicht verschleppt. ^^
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