Focus zur neuen Killerspiel-Debatte

Falschdarstellungen und Vorurteile
Rey Alp
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Re: Focus zur neuen Killerspiel-Debatte

Beitragvon Rey Alp » Mo 1. Aug 2016, 23:50

Ich finde bei dieser Passage auch keine Widersprüche.

Ich habe es versucht präziser zu formulieren, doch im Endeffekt ist es nicht anderes als das, was du geschrieben hast:

"Ein schärferes Verbot wird in der Politik derzeit nicht gefordert - zu Recht: Es darf bereits die Sinnhaftigkeit des Bestehenden bezweifelt werden."

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Re: Focus zur neuen Killerspiel-Debatte

Beitragvon Patrik » Di 2. Aug 2016, 08:34

Der Widerspruch kommt erst zustande, wenn man meine Aussage zur USK weiter vorn mit einbezieht. Warum sollte ich die USK vorn als anerkannt bezeichnen, wenn ich sie doch eigentlich ablehne? Ich kann es schon nachvollziehen, dass man den geänderten Text nicht mehr als konsistent empfindet. Die Bezeichnung "wirr" hätte ich aber auch nicht gewählt.
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Re: Focus zur neuen Killerspiel-Debatte

Beitragvon marcymarc » Di 2. Aug 2016, 10:24

Ich denke ich habe Deine Angabe "war auf der Arbeit" als Kurzfassung von "Ich war auf Der Arbeit" missverstanden. Jetzt verstehe ich, dass Du meintest, der Vorfall bei dem Jmd. den Beitrag als wirr bezeichnete hat auf der Arbeit stattgefunden.

Natürlich ist ein Widerspruch drin, deshalb müssen wir ja die Richtigstellung drucken lassen. Essentiell für Deine und unsere Glaubwürdigkeit ist jedoch auch, das klargestellt wird, das der Text verfälscht worden war. Sonst sieht es eben so aus, als wären wir hinterher berichtigt worden und Du hättest es vorher nicht besser gewusst.

Zum Vergleich der Versionen habe ich hier mal eine Synopse verfasst (ohne Zeichensetzungsänderungen und orthographischer Fehler, Streichungen vom Focus gestrichen, Einfügungen des Focus unterstrichen):

Die schärfste Kritik kam in der Vergangenheit stets von denjenigendenen, die noch nie gespielt haben. Mittlerweile oft in der Elternrolle, kennen Computerspieler möglicherweise den Grund: Beim Zuschauen wirkt ein Spiel ganz anders als mit Controller in der Hand. Das eigene Handeln macht es einfach, das virtuelle als solches wahrzunehmen — passt doch die Handlung (Maus-Bewegen) so gar nicht zum dargestellten Umherwuchten einer schweren Waffe. Um die Entwicklung von Kindern nicht zu gefährden, gehen die USK-Altersfreigaben allerdings vom schlimmsten Fall aus. Anerkannt ist das System auch, weil sich Eltern über die Einschätzung hinwegsetzen dürfen, sobald sie ihr Kind für reif genug halten.

Was aber ist, wenn erzieherische Freiheit in Verwahrlosung umschlägt? Wie wirken Shooter auf psychisch labile Personen? Entgegen üblicher Behauptungen haben Amokläufer an diesen Spielen nicht mehr Interesse als Gleichaltrige. Doch wurden sie als aggressionsfördernd bezeichnet: Auch vom Münchner Täter ist bekannt. dass er "Counter-Strike spielte. Worin sich aber andere fair und friedlich beim E-Sport messen, darinDoch wo sich die meisten Spieler friedlich duellieren, hat er betrogen. Er wurde mehrfach gesperrt.Auf dem Spiele-Server "Steam" fanden Ermittler mehrere Accounts, mit denen er sich Vorteile gegenüber anderen verschaffen wollte. Wollte er Dominanz ausleben Um Dominanz auszuleben? In diesem Fall Dann wäre das Spielen Symptom, nicht Ursache.

Gleich, wie die Antwort aussieht lautet, extreme Beispiele wie ein im letzten Jahr 2015 erschienener "Amoklauf-Simulator“ stoßen unterComputerspielern Gamern auf breite Ablehnung. Dieser wurde wie 35 weitere Titel wegen exzessiver Gewaltdarstellung bereits verboten indiziert. Es darf als Konsens gelten, dass kein Verbot über das bestehende hinausgehen sollte Dabei sollten wir uns einig sein, dass es keine strengeren Verbote geben sollte. Und Denn selbst das bestehende Verbot die vorhandene USK-Beschränkung kann durchaus allenfalls als nutzlose Symbolpolitik bezeichnet werden.

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Re: Focus zur neuen Killerspiel-Debatte

Beitragvon Patrik » Di 2. Aug 2016, 20:57

Bin das Thema noch mal im Detail mit dem zuständigen Redakteur durchgegangen und es wird eine Richtigstellung geben. Die Redaktion drückt darin ihr Bedauern aus, entschuldigt sich und formuliert meine Aussage noch einmal korrekt. Insgesamt würde ich keinen bösen Willen unterstellen, sondern die Variante glauben, dass es sich um einen Redigierfehler handelt, die meine Aussage eigentlich prägnanter machen sollte.

Was ich daraus lerne:
  1. Zuweilen verschieben sich Deadlines und zugesagte Endabnahme findet nicht statt.
  2. Wir drücken uns für die Allgemeinheit zu kompliziert aus, bzw. wissen Dinge, die für andere eine umfangreichere Erklärung benötigen.
  3. Man könnte zu kurzen Artikeln noch einen längeren, erklärenden Text für die Redaktion beifügen.
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Re: Focus zur neuen Killerspiel-Debatte

Beitragvon marcymarc » Di 2. Aug 2016, 21:20

Danke, dass Du Dich gekümmert hast, Patrik. Es freut mich zu hören, dass der Focus uns wirklich nicht diskreditieren wollte. Die Thematik ist auch nicht leicht zu überblicken. Jetzt stelle man sich mal vor, man wäre ausländischer Spieleentwickler. Nach der Erklärung, was eine Indizierung überhaupt ist, steigen die doch schon aus der Diskussion aus. Das kann man einfach kaum jemandem begreiflich machen. Auch was die Verbote nach §§131, 86a StGB angeht ist die Kiste ziemlich verfahren.

Ich kann empfehlen, den Guide von for UNCUT! mal weiterzureichen. Soweit sind dort alle Erklärungen drin, wenn auch Feinheiten fehlen mögen, aber als Übersicht evtl. erstmal nicht schlecht: http://steamcommunity.com/sharedfiles/f ... =703679729

Wenn ich neben Arbeit, GC, Killerspieldebatte, Rechner reparieren und Privatleben haben noch Zeit finde, bekomme ich auch die Übersetzung ins Englische evtl. bald hin.

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Re: Focus zur neuen Killerspiel-Debatte

Beitragvon Patrik » Di 2. Aug 2016, 22:32

Ich wäre für eine prägnante Zusammenfassung, die vielleicht nicht alle Details erfasst. Aber darüber könne wir ja auch der GC reden.

Zum Focus: Habe die komplette Beschäftigung mit Videospielen in der aktuellen Ausgabe mal zusammengefasst: https://vdvc.de/blog/2016/08/02/e-sport ... -im-focus/
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Re: Focus zur neuen Killerspiel-Debatte

Beitragvon Rey Alp » Do 4. Aug 2016, 20:33

Ich finde den Blog-Beitrag etwas arg knapp. Ich hätte zumindest Zitate gebracht, in dem gezeigt wird, was aus deinem Manuskript wurde. Ich würde mich - wenn gewünscht - gerne an einer anderen Version versuchen. Weißm aber noch nicht, wann ich dazu komme.

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Re: Focus zur neuen Killerspiel-Debatte

Beitragvon Patrik » Do 4. Aug 2016, 21:23

Was mich mal interessieren würde ist, wie Weiß' Originalmanustkript aussieht… Ob er wohl antwortet, wenn man fragt?
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Re: Focus zur neuen Killerspiel-Debatte

Beitragvon marcymarc » Do 4. Aug 2016, 21:24

Fragen kostet nix. Würde ihm aber nichts von der Richtigstellung erzählen, vorerst zumindest.

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Re: Focus zur neuen Killerspiel-Debatte

Beitragvon Patrik » Sa 6. Aug 2016, 13:40

Hier der Text der Richtigstellung, sie taucht bei den Leserbriefen auf:
USK-Freigabe notwendig, (31/16) Debatte Ego-Shooter

Durch einen Redigierfehler im Namensbeitrag von Patrik Schönfeldt ist eine Aussage des Autors leider falsch wiedergegeben worden. Herr Schönfeldt hält, anders als jetzt dargestellt, USK-Beschränkungen bei Videospielen für sinnvoll. So seine sie für Eltern eine gute Orientierungshilfe.
Anders verhalte es sich mit dem Verbot grausamer Gewaltdarstellungen nach Paragraf 131 StGB. Eine Verschärftung des bestehenden Gesetzes sei nicht wünschenswert, so Schönfeldt, und werde zu Recht von kaum jemandem gefordert. Schon die Sinnhaftigkeit der bestehenden Regelung dürfe bezweifelt werden.
Die Redaktion bedauert den Fehler und entschuldigt sich.
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