Links zur Presse (Stigma) #6

Falschdarstellungen und Vorurteile
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marcymarc
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Re: Links zur Presse (Stigma) #6

Post by marcymarc »

Hmm, wieder einmal die Argumentation, dass Erwachsenenunterhaltung für Probleme verantwortlich ist und nicht die (Nicht-)Erziehung... Die Gebühr bzw. die Vorgaben haben schon der Automatenindustrie hierzulande den Todesstoß versetzt.
Rigolax
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Re: Links zur Presse (Stigma) #6

Post by Rigolax »

http://www.spiegel.de/fotostrecke/games ... 311-9.html

Hannak-Meinke: "Im ersten Halbjahr 2016 wurde ein Online-Spiel indiziert, außerdem ist bislang eine Spiele-App auf dem Index gelandet." Weiß einer, welche Spiele-App gemeint ist? Das "Online-Spiel" ist ja Hatred (ich denke da immer an Multiplayer bei "online" und wunder mich da Hatred nur SP ist, aber okay, Telemedium halt. Es wird aber auch eine Retailversion verkauft).

"Außerdem haben sich Online-Verkaufsplattformen aus dem Ausland etabliert, etwa Steam. Bei solchen Firmen ist es schwerer, die Rechtsfolgen einer Indizierung durchzusetzen." Aber nicht unmöglich, eh?
ShaneFenton
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Re: Links zur Presse (Stigma) #6

Post by ShaneFenton »

Peter Kleinert, long-time editor at Neue Rheinische Zeitung, died on september 2nd.

He wrote an article on "killerspiele" many years ago. Guess what ? He didn't like them : http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=13254
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marcymarc
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Re: Links zur Presse (Stigma) #6

Post by marcymarc »

That (article topic) is exactly the reason, why EA (and presumably other publishers) do not fund research. Gaming opponents call bias very quickly, but themselves are often funded by or are part of biased institutions (kfn e.g.).
Rigolax
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Re: Links zur Presse (Stigma) #6

Post by Rigolax »

"ABXO S1: Jugendschutz | Gears of War 4 | USK | BPjM"
https://www.youtube.com/watch?v=diZVZJ6LaFk

Hochwertig produziert. Beleuchtet die wichtigen Themen. Offenbar wurde von relevanten Personen durch Interviews auch O-Töne besorgt.

Paar Details sind eher fraglich. So wird gesagt, dass die USK aufgrund "zu hoher Jugengefährdung" die Freigabe verweigern kann; ist IMHO ja Quatsch, es darf gar keine Jugendgefährdung vorliegen (anders als bei der FSK für die Auswertung im Kino, wo eine leichteJugendgefährdung wieder okay ist). Möglichkeit der Berufung/Appellation wird nicht genannt. Kann sein, dass mir noch was entgangen ist.

§ 131 StGB wird leider gar nicht erwähnt. Ist zwar auch nicht mehr Teil der Überschrift ("Jugendschutz"), aber darf dennoch eigentlich nicht fehlen bei dem Thema.

(In dem einen Simpsons-Game gibt's echt den Gag mit "Green Blood for Germany" im Hintergrund in einem riesigen Bottich, sagt Falk. Das ist ja genial).
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Pyri
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Re: Links zur Presse (Stigma) #6

Post by Pyri »

Rigolax wrote:Paar Details sind eher fraglich. So wird gesagt, dass die USK aufgrund "zu hoher Jugengefährdung" die Freigabe verweigern kann; ist IMHO ja Quatsch, es darf gar keine Jugendgefährdung vorliegen (anders als bei der FSK für die Auswertung im Kino, wo eine leichteJugendgefährdung wieder okay ist). Möglichkeit der Berufung/Appellation wird nicht genannt. Kann sein, dass mir noch was entgangen ist.

§ 131 StGB wird leider gar nicht erwähnt. Ist zwar auch nicht mehr Teil der Überschrift ("Jugendschutz"), aber darf dennoch eigentlich nicht fehlen bei dem Thema.
Diese ungenaue Sprache ist meines Erachtens nach das mit Abstand größte Problem im (weitgehend ohnehin nicht vorhandenen) Diskurs. Es sollte endlich darauf hingewiesen werden, dass beim Thema Jugendschutz in Deutschland manche Begriffe ganz zentral sind. Und "Jugendgefährdung" ist einer davon.
Wobei ich oft das Gefühl habe, dass die Bedeutung des Strafrechts dabei gar nicht bewusst ist, denn es können dann immer wieder dieselben alten Kamellen aus der Mottenkiste gezogen werden und mit beliebigen Begriffen und Zuschreibungen diesbezüglich um sich geworfen werden. Für alle subjektiv "brutalen" Titel, oder "Gewaltspiele".
Und wenn in der Presse dann noch gesagt wird, dass diese oder jene ästhetisch reduzierte Gewaltdarstellung gar keine Gewalt sei wird alles noch viel schlimmer. Werden Beurteilungen völlig beliebig.
Gamertag: Pyri80 PSN: Pyri Steam: pyri "Der, der aus Verzweiflung hinausrennt, wird nachher noch betitelt: 'den hab'n wir los jetzt'." Thomas Bernhard
Rey Alp
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Re: Links zur Presse (Stigma) #6

Post by Rey Alp »

Liegt das an mir, oder liest sich der golem-Artikel so, als ob jede Schutzmaßnahmen bloß freiwillig wären:
Er sieht keine harten Einschnitte vor, sondern soll für eine Vereinheitlichung bei Jugendschutzprogrammen und Altersfreigaben sorgen. Außerdem fordert er Anbieter etwa von Online-Seiten oder -Videos auf, auch auf Belange des Jugendschutzes zu achten. Die 2010 noch vorgesehenen Tags in Webseiten gibt es in der damals geplanten Form aber nicht. Auf freiwilliger Ebene sind solche Freigabesysteme aber durchaus gewünscht, ebenso wie Sendezeitbegrenzungen.
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marcymarc
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Re: Links zur Presse (Stigma) #6

Post by marcymarc »

Ja, das hat mich auch gewundert. Ich habe die Novelle als Muss-regelung verstanden (zumindest eine Art, entweder Sendezeitbegrenzungen ist labeln).
Rey Alp
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Re: Links zur Presse (Stigma) #6

Post by Rey Alp »

Also niemand muss eine Sendezeitbeschränkung etc. als Selbstzweck verwenden: Wenn ich keine entwicklunsgbeeinträchtigenden Angebote habe, brauch in eine solche oder ein (technisches) Labeling nicht. Wenn ich es dennoch mache, damit nur zwischen 23:00 und 0.Uhr die Sendung mit der Maus abgerufen werden kann, ist das freiwillig. Aber wenn ich einen Inhalt "ab 18" ohne technisches System, ohne Label und ohne Sendezeitbegrenzung zugänglich mache, ist das doch eine Ordungswidrigkeit - ich überlege gerade, an den Autor mal eine E-Mail zu schicken, den ich sonst sehr schätze.
Rigolax
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Re: Links zur Presse (Stigma) #6

Post by Rigolax »

5 Weird Ways Germany Has Censored Video Games
http://www.dorkly.com/post/80945/germany-censorship

Ist mir im Google Alert hängen geblieben. Man muss zumindest anerkennen, dass der Artikel so einige Beispiele hat.

Was meiner Meinung nach "weird" ist, abgesehen von dem Titel selbst, dass der keine Verbesserung der deutschen Lage darstellt. Gears of War wird als Beispiel genannt, aber nicht die Listenstreichung vor Kurzem erwähnt. Wenn man den Artikel so liest, denkt man, wir wären in der Hinsicht noch in den 2000ern. Nur Quake und Doom werden als Beispiele für Listenstreichungen geführt. Hatte der Autor da eine besondere Agenda, oder wie? Schon komisch.

Ansonsten:
"any use of the swastika in a video game is strictly verboten" – So pauschal quatsch. Gilt auch für "the German government doesn't recognize games as art". Hört man immer wieder so was.

Den Gewaltschnitt in God of War: Ascension gibt's nicht nur in der DE-Version, sondern in allen EU-Versionen. Aber vlt. war die USK-Freigabe der Grund.

"After 10 years, publishers are allowed to appeal the index ruling" geht ja auch schon früher.

Und von § 131 StGB hat der Autor wohl auch noch nie gehört, dabei kann man sich über diese richtigen Verbote eigentlich noch viel mehr aufregen. Immer wieder erschreckend, wie wenig Leute das offenbar wissen oder für relevant halten.
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