Links zur Presse (Stigma) #7

Falschdarstellungen und Vorurteile
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Patrik
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Re: Links zur Presse (Stigma) #7

Beitragvon Patrik » Sa 14. Okt 2017, 21:16

Lootboxen hatten wir schon im Jugendschutz-Bereich (Foren-Übersicht < Jugendschutz < Glücksspiel und Lootboxen aus Sicht der USK). Ich kann mich mit der Stellungnahme nicht ganz anfreunden. Faktisch müsste es eine Einzelfallentscheidung sein, wann es sich um ein Glücksspiel handelt und wann der Panini-Vergleich zutrifft. Waffen für CS:GO (eh ab 16) werden z.B. z.T. für über 200€ gehandelt — auf dem offiziellen Steam-Marktplatz, also quasi ingame.
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Re: Links zur Presse (Stigma) #7

Beitragvon Rigolax » Mo 16. Okt 2017, 16:02

https://www.taz.de/3Sat-Doku-Krieg-und-Spiele/!5455224/

Wasser auf die Mühlen solcher Soldaten-Nostalgie sind natürlich die Bilder der von ihren Kills berauschten „Call of Duty“-Nerds auf einer Games Convention. Der „Call of Duty“-Erfinder Dave Anthony sagt im Gespräch mit Karin Jurschick ziemlich oft „scary“.

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Re: Links zur Presse (Stigma) #7

Beitragvon Rigolax » Mo 16. Okt 2017, 18:08

https://www.youtube.com/watch?v=6xOknN_5plA

"Wie funktioniert die Altersfreigabe für Games? USK, BPjM und StGB erklärt!" vom Fabian Siegismund. (edit: hatte seinen Namen falsch).

Wird eine ganze Menge Quatsch gesagt von dem Ex-BPjM-Sichter.

Nur eine Sache, weil's mich besonders stört: ab 12:00: "Computerspiele gelten hierzulande nicht als Kunst", und deswegen käme Wolfenstein 2 ohne Hakenkreuze auf den Markt. Ist klar.... Und nein, das reicht die USK nicht weiter an die BPjM, die ist dafür nicht zuständig, und nein die richtet das auch nicht an die Staatsanwaltschaft weiter, so ist es auch nicht bei den Vorgängern geschehen.
Zuletzt geändert von Rigolax am So 22. Okt 2017, 14:07, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Links zur Presse (Stigma) #7

Beitragvon Pyri » Mi 18. Okt 2017, 19:35

Patrik hat geschrieben:wann es sich um ein Glücksspiel handelt und wann der Panini-Vergleich zutrifft. Waffen für CS:GO (eh ab 16) werden z.B. z.T. für über 200€ gehandelt — auf dem offiziellen Steam-Marktplatz, also quasi ingame.

Dabei handelt es sich höchstens indirekt um Glücksspiel. Das (so) wertvolle Gut wurde darüber vielleicht gewonnen, aber hat danach (als verhökerter Gewinn) doch nichts mehr damit zu tun.
Das Problem ist dann grundsätzlich die Möglichkeit einer Monetarisierung, oder der (private) Handel mit virtuellen Gütern. Wenn 2K für virtuellen Schmuck in seinem Basketball mehr reales Geld verlangt wenn dieser goldfarben ist, obwohl die Herstellung der Grafik nicht teurer ist als Silber – zum Beispiel: was mit Spielgeld noch atmosphärisch ist, wird darüber bereits unethisch. Der Verband sollte sich deshalb eher über Monetarisierung (grundsätzlich) unterhalten, statt das alles auf „Glücksspiel“ zu schieben – sonst läuft die Zusammenfassung (auf Glücksspiel) nämlich bald ins Leere.
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Re: Links zur Presse (Stigma) #7

Beitragvon amegas » Do 19. Okt 2017, 17:18

http://derstandard.at/2000065382757/Las ... -oder-Amok

"Nach derzeitigem Ermittlungsstand spricht vieles für einen ruchlosen Amok im Ego-Shooter-Stil, obwohl der sogenannte Islamische Staat schneller als gewöhnlich die Massentötung reflexartig für sich reklamiert hat. - derstandard.at/2000065382757/Las-Vegas-Terror-oder-Amok"

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Re: Links zur Presse (Stigma) #7

Beitragvon Rigolax » So 22. Okt 2017, 14:06

https://www.youtube.com/watch?v=--6SBaEbuN4

"Eure Fragen zu USK, BPjM, StGB usw. - Brommentare #57" Folge-Video zu diesem anderen von Siegismund, was ich hier auch verlinkte.

zu 3:30: Die genauen Indizierungsentscheidungen der BPjM sind nicht per se öffentlich. Die rücken die auch nicht nach Informationsfreiheitsgesetz-Antrag raus, da es die öffentliche Sicherheit gefährde oder dergleichen (edit: bzw. tun sie das nicht ohne Riesenaufstand und dann auch nur vor Ort bei denen). Außerdem sind auch USK- bzw. ja OLJB-Freigaben Verwaltungsakte, auch nicht wirklich öffentlicher.

4:20: Steam schreibt NICHT vor, dass alle Titel USK/PEGI/ESRB-Ratings brauchen. Auf Steam gibt es zigtausende ungeprüfte Titel, auch teils durchaus pornographischer Natur. "PUBG" war auch lange vor USK-Freigabe auf Steam im deutschen Angebot, wie auch diverse andere jugendbeeinträchtigende oder gar auch immer noch manche indizierte Angebote.

5:30: DLCs und co. werden durch den JMStV reguliert. Die USK prüft die bei weitem nicht alle. Generell wird der Einfluss der USK massiv überschätzt, gerade auch wenn es um den Rückgang von Trägermedien geht. Nicht-bindende IARC-Ratings nehmen den Platz der offziellen Verwaltungsakte ein.

7:15: 1) Diese ganze Kunstdebatte bezogen auf Hakenkreuze ist eigentlich auch eine Nebelkerze. Die FSK gibt nicht die ganzen Filme mit Symbolen frei, weil sie Kunst wären, sondern einfach, weil sie gesellschaftlich unverdächtig sind (das ist in Sozialadäquanzklausel "ähnliche Zwecke"). Bei Spielen ist so eine Argumentation aber ein Henne-Ei-Problem, weshalb man das eher über Kunst herleiten müsste.

2) Die Beschlagnahmen von insgesamt 4 kommerziellen Titeln, 3 davon sehr alt, NUR eines neuer und in Kombination mit Gewaltdarstellung, ist nicht das Problem. (Es gibt in dem Sinne auch keine "späteren Wolfensteins", da nur Wolfenstein 3D und Wolfenstein (2009) beschlagnahmt wurden. Die anderen beiden sehr alten Titel sind das erste Commandos und ein Mortyr 2093-1944.) Das Problem ist das isolierte Urteil des rechten Verbreiters von Wolfenstein 3D des OLG Frankfurt im Jahr 1998; hier ging es auch NUR um die Symbole und dem Schutzzweck der Norm, NICHT Gewalt. Davon abgesehen hat die ganze Gewalt-Debatte in Videospielen aber schon Einfluss auf die jetzige Lage in dem Bereich.

3) Warum die USK die Titel nicht prüfen kann, wird nicht erklärt. Aber deren Rolle beim Thema wird gerne mal (bewusst) ignoriert. Mal drauf achten bei Features zum Thema von großen Seiten. ;)

12:50: Die Pornoindustrie arbeitet eher auch nicht "für den Index". Zumindest bezweifle ich das. Jetzt kenne ich die Zahlen nicht, aber ich befürchte, dass die Industrie in Deutschland kein großes Land mehr sehen kann, da online (amerikanische) Anbieter ohne Altersprüfung alles anbieten. Siehe auch vor Jahren die Klagen eines benachteiligten deutschen Anbieters gegen Arcor und Google, da sie einschlägige Seiten zur Verfügung stellten.

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Re: Links zur Presse (Stigma) #7

Beitragvon Rigolax » Mo 23. Okt 2017, 15:23

http://www.gameswirtschaft.de/politik/1 ... -usk-bpjm/ Auf die neueren Kennzeichnungsverweigerungen japanischer Titel, deren Vorgänger durchweg Jugendfreigaben erhielten, gehen sie nicht ein.

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Re: Links zur Presse (Stigma) #7

Beitragvon Patrik » Mo 23. Okt 2017, 17:31

Zumal: Müssten die nicht auch auf dem Index stehen?

BTW: Ich denke, wie sollten die ZeSta erweitern, dass sie jedweden Indizierungsgrund ausweist.
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Re: Links zur Presse (Stigma) #7

Beitragvon Pyri » Mo 23. Okt 2017, 19:21

Rigolax hat geschrieben:https://www.youtube.com/watch?v=--6SBaEbuN4

"Eure Fragen zu USK, BPjM, StGB usw. - Brommentare #57" Folge-Video zu diesem anderen von Siegismund, was ich hier auch verlinkte.

zu 3:30: Die genauen Indizierungsentscheidungen der BPjM sind nicht per se öffentlich. Die rücken die auch nicht nach Informationsfreiheitsgesetz-Antrag raus, da es die öffentliche Sicherheit gefährde oder dergleichen (edit: bzw. tun sie das nicht ohne Riesenaufstand und dann auch nur vor Ort bei denen). Außerdem sind auch USK- bzw. ja OLJB-Freigaben Verwaltungsakte, auch nicht wirklich öffentlicher.


Einen vollständigen Entscheid habe ich nie gesehen, immer nur auszugsweise oder als Zitat, aber ich dachte mir immer dass abgesehen von diesem Vorwand es vor allem darum geht, dass das Dokument die im übertragenen Sinn "Klarnamen" der am Prozess (im Sinne von Entscheidungsfindung) beteiligten Personen enthält bzw. formal enthalten muss
Und deshalb (auch) die Schwärzungen erfolgen: das ist auch das was ich daran (gerade in der früheren BRD und mit Blick auf die DDR-Vergangenheit) immer am dubiosesten empfand, also somit hat und hatte Indizierung für mich auch immer was von Denunziation: da sitzen ehrbare BürgerInnen beisammen und urteilen über die Jugendgefährdung der anderen.

Rigolax hat geschrieben:4:20: Steam schreibt NICHT vor, dass alle Titel USK/PEGI/ESRB-Ratings brauchen. Auf Steam gibt es zigtausende ungeprüfte Titel, auch teils durchaus pornographischer Natur. (...)

So ist es. Unlängst stolperte ich auf meinen Streifzügen durch den kommerziellen Untergrund dort sogar über ein kaum verklausuliertes RPG das die Vergewaltigungen welche seiner Spielfigur widerfahren mitzählt, also gewissermaßen eine waschechte Vergewaltigungssimulation: http://store.steampowered.com/app/665180/Dark_Elf/ Im beigefügten Video sichtbar bei 1:05 . Ob es das auch in Deutschland gibt kann ich naturgemäß nicht sagen.

Rigolax hat geschrieben:12:50: Die Pornoindustrie arbeitet eher auch nicht "für den Index". Zumindest bezweifle ich das. Jetzt kenne ich die Zahlen nicht, aber ich befürchte, dass die Industrie in Deutschland kein großes Land mehr sehen kann, da online (amerikanische) Anbieter ohne Altersprüfung alles anbieten. Siehe auch vor Jahren die Klagen eines benachteiligten deutschen Anbieters gegen Arcor und Google, da sie einschlägige Seiten zur Verfügung stellten.


Na ja, auf "Zahlen" wird bei der Recherche auch nicht gestoßen werden können: ich fürchte aber, dass die Vorstellung (mit den Geschichten um Arcor oder Google) trügt. Denn historisch betrachtet hat es für Deutsche relativ früh auch eigene Internetpornografie-Angebote gegeben. Die saßen dann etwa auf südeuropäischen Inseln wie Zypern oder Malta (ganz ähnlich übrigens immer noch im Glücksspiel-Bereich) und daneben waren auch solche die schnell aus dem Boden gestampft sich eigentlich "nur" für den deutschen Jugendschutz bezahlen ließen, also legal im Land wuchern konnten. Viele davon haben das Web 2.0 (und damit die Tubes) zwar nicht überlebt, aber dafür kam anderes nach.

Wobei die eigentümliche deutsche Pornobranche erfahrungsgemäß kaum Konkurrenz aus dem Ausland fürchten braucht, denn eines scheint dabei vergessen zu werden: die Deutschen mögen zwar (so wie alle anderen im freien Westen) leichten Zugang zu US-Pornografie haben, aber davon profitiert diese etwa noch lange nicht.
Und das hat zwei wesentlich kulturelle Gründe: erstens scheint, abgesehen vom angenommenen Porno-Chic, für Leute die tatsächlich bereit sind für Pornografie im Internet Geld auszugeben die Sprachbarriere eine enorme Rolle zu spielen, weshalb es ursprünglich schon zur beschriebenen historischen Entwicklung kam. Deshalb setzen ja auch so viele Service-Anbieter im Videospiel-Bereich auf ein deutschsprachiges Marketing, um deutsche Kundschaft anzulocken.
Meinem Eindruck nach entwickelte sich in der Frankophonie übrigens ein ganz ähnlicher, eigener Porno-Kosmos - das heißt auch ohne eine rigide Gesetzgebung die Inhalte im öffentlichen Raum eigentlich untersagt (so wie formal in Deutschland): darüber hinaus haben die Porno-Tubes, also die weitgehend kostenlosen Videoportale hinter denen oft ein einziges Firmenkonstrukt (sogar mit Verbindungen zurück nach Deutschland) steckt, per Werbeeinschaltungen praktisch alle Cam-Portale angeschlossen - die wiederum eher die Grenzen zwischen Pornografie und Prostitution so sehr verschwimmen lassen, wie das im Zeitalter von Telefonsex früher (noch) gar nicht vorstellbar war: sind das noch traditionelle Inhalte die klassisch medial zu beurteilen sind, oder als Dienstleistungen nicht vielmehr Sexarbeit?

Zweitens sind die Deutschen immer noch Kreditkartenmuffel, während im Zeitalter der Tube-Pornografie die Zahlungsmoral ohnehin extrem gesunken ist. Und Internetpornografie-Rechnungen werden international immer noch vorwiegend mit Kreditkarten beglichen.
Von den großen "Middle Men"-Firmen kenne ich etwa gerade mal eine einzige die mit PayPal zusammenarbeitet, und somit tendenziell auch für Deutsche ohne Kreditkarte in Frage kommen könnte - sofern das PayPal Deutschland nicht wiederum unterbindet, weil das aus jugendschutzrechtlicher Sicht ja eigentlich nicht in Ordnung sein kann. Während andere Alternativen, so wie sie für Deutsche üblich sind, dabei noch seltener anzutreffen sind - zumal größere wie ClickandBuy gegen PayPal keine Chance hatten.

Selbst Georg Koflers ehemalige Vollerotik ist dem linearen PPV (pay per view) mittlerweile entwachsen und orientiert sich fürs IP-Geschäft zumindest teilweise an Branchen-üblichen Abo-Modellen. Wobei Sky Deutschland sowieso ein ganz eigener Fall ist: einerseits mit Tom Tykwer, der ARD und Degeto "Pornografie" in "Babylon Berlin" kritisieren, andererseits selbst Pornos vermarkten.
Denn gewissermaßen hat "der Gesetzgeber" für Deutschland auch hier entsprechende "Rahmenbedingungen" schon geschaffen, wenn einerseits die horrenden Preise, andererseits die Jugendschutz-Schikanen in Kauf genommen werden. Da das Angebot aber deutschsprachig ist, Alternativen zu Kreditkarten existieren dürften und es eben in Deutschland beworben werden darf, könnte es bei all jenen die sich scheuen internationale Angebote zu nutzen trotzdem erfolgreich sein - das hat die Vergangenheit gezeigt. Zumindest eine Zeit lang.
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Re: Links zur Presse (Stigma) #7

Beitragvon Patrik » Mo 23. Okt 2017, 21:43

Das entsprechende Spiel ist in Deutschland verfügbar — zumindest bei mir. Ich muss nur ein Datum angeben, dass mindestens 18 Jahre in der Vergangenheit liegt.
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