Links zur Presse (Stigma) #7

Falschdarstellungen und Vorurteile
Vicarocha
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Re: Links zur Presse (Stigma) #7

Beitragvon Vicarocha » Mi 15. Aug 2018, 02:43

Oh... ganz überlesen, danke für den Hinweis (wird direkt mit in die 2. Aufl. meiner Diss. gepackt)! :)
Wobei, da Kindeswohl dürfte aus vielerlei Gründen das Erzieherprivileg überwiegen, tut es ja auch sonst meist auch. Nur wird - wie oben erwähnt und durch die Uneingeschränktheit eigtl. auch noch bestätigt - eine Kindeswohlgefährdung nicht ohne eine besondere Begründungshöhe beim Zugänglichmachen von USK-KJ-Titeln begründbar sein.
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Re: Links zur Presse (Stigma) #7

Beitragvon Rey Alp » Mi 15. Aug 2018, 07:37

http://m.spiegel.de/netzwelt/games/hake ... 23049.html

Erstes Spiel mit Hakenkreuz, dass eine USK Kennzeichnung bekommen hat.

Der Autor hat das leider nicht ganz verstanden und schreibt, dass es vorher verboten gewesen wäre. Dabei zeigt Bundesfighter 2 Turbo ja gerade, dass das nicht der Fall war.

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Re: Links zur Presse (Stigma) #7

Beitragvon Rey Alp » Mi 15. Aug 2018, 07:57

Ich hatte den Beschluss schon in einer Fachzeitschrift gelesen, in der er kritisch kommentiert wurde.


FamRZ 2018, 1003 (m. Anm. Dr. Alexander Splitt)

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Re: Links zur Presse (Stigma) #7

Beitragvon Rigolax » Mi 15. Aug 2018, 11:32

Rey Alp hat geschrieben:Der Autor hat das leider nicht ganz verstanden und schreibt, dass es vorher verboten gewesen wäre. Dabei zeigt Bundesfighter 2 Turbo ja gerade, dass das nicht der Fall war.


Ich versuche so was mittlerweile meist lieber zu überlesen, da es gefühlt keiner richtig hinkriegt. Spielt irgendwie vermutlich mit in die Denke rein, dass die USK die Ultra-Freigabe-Instanz wäre.

Fraglich ist ja auch: "Videospiele wurden nicht als Kunstform angesehen.". Wurden sie schon, auch durch die OLJB, meine ich. Das war eher eine groteske Separate-but-equal-Situation, eben, da der Verwaltungsakt zu rechtsunsicher war nach Ansicht der OLJB. Das hat nicht viel an sich mit Kunst zu tun, wobei es natürlich immer nützlich war, darauf hinzuweisen, dass (die meisten) Computerspiele als Kunst gelten, aber nicht in dem Fall wie solche behandelt werden.

Sonst ist noch recht interessant, dass die Entwickler offenbar länger an einer int. Version gearbeitet haben, mit Symbolik. Nun ja, die entwickeln ja in Berlin. Wenn solche Inhalte wirklich pauschal in Spielen illegal waren, hätten sie damit unabhängig davon ein Problem gehabt, egal ob sie das Spiel tatsäclich verbreiten wollen in DE oder nicht, da die Herstellung zur Verbreitung selbst nur ins Ausland durch einen Deutschen/im Inland illegal wäre. Damit hätten sie sich hier auch selbst inkriminiert. Aber das überlese ich lieber auch mal.

EDIT: USK hat auch eine Pressemitteilung zur TtDoT-Kennzeichnung. http://www.usk.de/service/presse/detail ... nzeichnet/ (fU war schneller, hust).

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Re: Links zur Presse (Stigma) #7

Beitragvon Patrik » Mi 15. Aug 2018, 14:27

Nochmal zum Gerichtsurteil: Sehe ein, dass es Murks ist. Mein Gedanke war nur, dass man ggf. argumentieren könnte, dass das Kind allgemein och zu unreif für 18er-Titel wäre. Aber schon der Verweis auf Gewaltverherrlichung belegt wohl, dass da keine tieferen Gedanken hinter stecken.

TtDoT-Kennzeichnung: Hatte das schon retweetet. Ich sehe damit ganz klar den Beleg, dass die USK ihre Prüfkriterien noch vor der Gamescom anpassen wollte. (Habe in einem Interview schon spekuliert, dass der Zeitpunkt nicht zufällig kurz vor der Messe liegt. Der Bezug hat es aber leider nicht in einen Text geschafft, nur einige Ausführungen zur gamescom selbst.)
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Re: Links zur Presse (Stigma) #7

Beitragvon Vicarocha » Mi 15. Aug 2018, 21:14

Patrik hat geschrieben:Nochmal zum Gerichtsurteil: Sehe ein, dass es Murks ist. Mein Gedanke war nur, dass man ggf. argumentieren könnte, dass das Kind allgemein och zu unreif für 18er-Titel wäre. Aber schon der Verweis auf Gewaltverherrlichung belegt wohl, dass da keine tieferen Gedanken hinter stecken.

Und auch das würde dem Regelungsgehalt von § 28 Abs. 4 JuSchG widersprechen.... da gibt es ja keine speziellen Regelungen, dass dieses oder jenes Spiel mit dieser oder jener Altersfreigabe von den Personensorgeberechtigten ihren Sprößlingen nur in dieser oder jener Altersklasse zugänglich gemacht werden darf (quasi eine Parental Guidance-Lösung für 's Private), sondern nur ein allg. Erzieherprivileg. Bei der geltenden Rechtslage bedarf die Behauptung einer Kindeswohlgefährdung einer besonderen Begründungslage, keiner pauschalen Begründung.
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Re: Links zur Presse (Stigma) #7

Beitragvon Pyri » Sa 18. Aug 2018, 02:53

Vicarocha hat geschrieben:(…) (quasi eine Parental Guidance-Lösung für 's Private), sondern nur ein allg. Erzieherprivileg. Bei der geltenden Rechtslage bedarf die Behauptung einer Kindeswohlgefährdung einer besonderen Begründungslage, keiner pauschalen Begründung.


Genau das scheint mir dabei der springende Punkt zu sein: die Übertragung einer Regulierung der Öffentlichkeit in den privaten Bereich. Und das sehe ich etwa auch als eine Tendenz zur Politisierung des Privaten an.
Relevant wäre diesbezüglich ja noch diese Evidenz schwerer Jugendgefährdung, von der Videospiele de facto aber kaum betroffen sein werden. Ich erinnere mich auch lebhaft an diverse Kommentare aus der Hochzeit der "Killerspiel"-"Debatte" in Deutschland, wo "ethisch" begründet wurde wie moralisch verwerflich es sei, wenn Eltern ihre Kinder Titel mit bestimmten Kennzeichen spielen ließen. Etwa dass Shooter die damals in Deutschland indiziert wurden, oder erst ab 16/18 freigegeben waren, in den USA noch das Teen-Rating bekamen (also etwa frei ab 13 waren), oder das Unverständnis als die kalifornische M-Rating-Regulierung bis zum SCOTUS ging (was auf Deutschland halbwegs übertragen ja schon seit 2003 mehr oder weniger ein Gesetz ist, auf das die deutsche Branche - dank Rechtssicherheit - ja im Gegenteil sogar noch einigermaßen stolz zu sein scheint). Da mischten sich deutsche Vorstellungen wie Amerikaner ihre Kinder zu "erziehen" hätten mit einer ziemlich großen Portion Antiamerikanismus.
In der Vergangenheit habe ich überdies festgestellt, etwa in der Diskussion um "geschlossene Benutzergruppen", dass ein Verständnis von Öffentlichkeit und Privatheit ziemlich diffus sein kann.
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Re: Links zur Presse (Stigma) #7

Beitragvon Rey Alp » Mo 20. Aug 2018, 14:33

Warnt wirklich der DGB vor der Ausweitung des Verbots oder nur eine Person, die zufällig mit diesem verhandelt ist?

Und der Bundestag hätte damit befasst werden sollen, dass die Prüfungsordnung im USK-Verfahren der OLJB geändert er den? Doch wenn dann überhaupt doch die Kultusministerkonferenz ...
https://www.heise.de/newsticker/meldung ... 41474.html

Edit:

Hier die DGB Meldung
http://www.dgb.de/themen/++co++cbd07522 ... 540088cada

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Re: Links zur Presse (Stigma) #7

Beitragvon Rigolax » Mo 20. Aug 2018, 14:43

Tjoa, ich denke, dass die verwirrende Berichterstattung da eine Rolle spielt. Scheint mir, als denke man (in Teilen des) DGB, dass hier eine regelrechte Gesetzesänderung vollzogen wurde oder dergleichen. Im Grunde ändert sich ja eigentlich nichts...obwohl es an sich eine Zäsur ist. Jedenfalls ist "so weitreichende Änderung mit so grundsätzlicher Wirkung" etwas überzogen.

Dass hier Ländersache mit Bundesangelegenheiten vermischt werden, ist mir auch aufgefallen. Wobei ich sagen muss, dass ich das ganze System auch nie ganz durchblickt hatte, aber egal.

@Rey Alp

Glaub du meinst Aufweichung statt "Ausweitung" des Verbotes. ;)

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Re: RE: Re: Links zur Presse (Stigma) #7

Beitragvon marcymarc » Mo 20. Aug 2018, 14:44

Sie hat in ihrer Funktion als Vorstandsmitglied des DGB 'gewarnt'. Was der Gewerkschaftsbund da für Aktien hat, ist mir auch nicht ganz klar - jedenfalls hat sie eindeutig die Pressemitteilung nicht ganz gelesen. Wahrscheinlich geht es nur um Profilierung im Sommerloch.

Dass der Bundestag sich damit hätte befassen müssen, ist totaler Quatsch. Jugendschutz ist in diesem Fall Ländersache bzw die Oberste Landesjugendbehörde NRW ist damit als federführende Behörde beauftragt. Wenn sie jetzt ihre Auffassung ändert muss sie das nicht mit der Regierung absprechen. Und zwar aus dem Grund, dass sie sich nur an geltendes Recht hält, was keiner zu beanstanden hat.


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