Links zur Presse (Stigma) #7

Falschdarstellungen und Vorurteile
ShaneFenton
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Re: Links zur Presse (Stigma) #7

Beitragvon ShaneFenton » Fr 30. Mär 2018, 15:55

And now, Rudolf Hänsel thinks he's Emile Zola : http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=24685

:lol: :lol: :lol:

amegas
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Re: Links zur Presse (Stigma) #7

Beitragvon amegas » Mi 18. Apr 2018, 07:50

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/g ... 03390.html

"Beim Konsum von Horrorfilmen sollen Jana F. und Denny M. beschlossen haben, Serienkiller zu werden. Dann stirbt tatsächlich eine Rentnerin."

"Staatsanwalt Nico Kalb unterstellt Jana F. und Denny M., dass sie in ihrem "erheblich reduzierten Selbstwertgefühl" nach Anerkennung strebten und sich nach der Entlassung aus der Psychiatrie Horrorfilmen und blutrünstigen Fernsehserien hingaben, bis der gemeinsame Entschluss gereift war, Serienmörder zu werden, Menschen auszurauben und zu töten. "

"Nach dem Rausschmiss aus der psychiatrischen Einrichtung hätten beide Filme angesehen wie "Zum Töten geboren", "Der wahre Axtmörder", "Im Blutrausch". Vor allem die amerikanische Fernsehserie "Killer-Paare - Tödliches Verlangen" habe es den beiden angetan, so der Ankläger. Die Auswertung ihres Computers habe ergeben, dass sich Jana F. bereits vor der Bekanntschaft mit Denny M. für Serienmörder interessierte."

Rigolax
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Re: Links zur Presse (Stigma) #7

Beitragvon Rigolax » Fr 20. Apr 2018, 18:57

https://www.dfb.de/news/detail/dfb-defi ... er-185431/

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat sich gemeinsam mit seinen Regional- und Landesverbänden auf einen einheitlichen Umgang mit dem Thema E-Sport verständigt. Konsens besteht darin, dass die unter dem allgemeinen Begriff E-Sport praktizierten Gewalt-, Kriegs- und Killerspiele nicht zu den satzungsgemäßen Werten passen, die der DFB sowie seine Mitgliedsverbände Kindern und Jugendlichen vermitteln wollen. Das Engagement der Verbände wird sich deshalb allein auf fußballbezogene Spiele und Formate beschränken. Um diese klare Abgrenzung und Ausrichtung auf die sportlich relevanten Computerspiele zu unterstreichen und missverständlichen Deutungen des Begriffs E-Sport vorzubeugen, sprechen die Fußballverbände in diesem Kontext von E-Soccer.


Via https://www.gamestar.de/artikel/e-socce ... 28823.html

Rigolax
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Re: Links zur Presse (Stigma) #7

Beitragvon Rigolax » Do 26. Apr 2018, 13:38

Der Rechtsanwalt Felix Hilgert von der Kanzlei Osborne Clarke ergänzt, dass es zwei Arten von Inhalt in Spielen gebe, bei denen auch heute noch echte Konsequenzen drohen würden: "Gewalt gegen Zivilisten, und das vor allem, wenn es keine Sanktionen gibt". Die Publisher wüssten das und würden bei den eigentlichen Spielentwicklern von vornherein dafür sorgen, dass es derartige Stellen nicht gibt. Auf diesem Wege habe "Deutschland quasi seinen Jugendschutz in die Welt exportiert", so Hilgert.


Jugendmedienschutz-Exportweltmeister! https://www.golem.de/news/jugendschutz- ... 34070.html

Interessantes Panel zum Thema § 86a StGB: https://amazeberlin2018.sched.com/event ... us-richter

ShaneFenton
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Re: Links zur Presse (Stigma) #7

Beitragvon ShaneFenton » Do 26. Apr 2018, 16:06

Last week, there was an eSport competition in the French town of Marseille, Dreamhack Masters 2018, the main event being the finale of a Counter-Strike : Global Offensive Tournament. There were reports in local press, including one from national TV channel France 3.

Here is the article on their website, before and after they got a Twitter shitstorm :

Bild

On the left : the initial coverage :

Masters Dreamhack at the Marseille Dome : What if we played terrorist ?

The Counter-Strike finale is happening this saturday in Marseille. All the week, 16 teams fought at the Dome, behind their screens. Some play the terrorists, the others play the anti-terrorists. And everyone kills each other in a great bloodbath. In front of 2500 viewers. Nice.

(By Nathalie Deumier. Published on april 22th 2018 at 15:38 PM. Updated on april 23rd at 11:44 AM)

The 16 teams come from all over the world. Each one has 5 payers. Terrorists want to put a bomb and make it explode while the anti-terrorists try to stop them. All these beautiful people shoot each other in a big bloodbath. Very big because it happens on a giant screen. The rendered effect is very realistic.


On the right : the new article, entirely rewritten with modified credits :

Masters Dreamhack at the Dome : E-sport has its place in Marseile

The Counter-Strike game's finale happened last saturday in Marseille. All the week, 16 teams fought at the Dome, behind their screens, for this important eSport competition.

(By M.B. Published on april 22th 2018 at 15:38 PM. Updated on april 23rd at 15:35 AM)

The 16 teams come from all over the world. Each one has 5 payers who fight in front of several thousands of people, present in the room, but also watching from a distance via streaming.

These are the danish from the "Astralis" formation who won this edition of Masters Dreamhack against the Ukrainians from team Na'Vi.

The term eSport describes LAN or online video or computer game competitions. Players are professionals called pro gamers. And their sport is recognized since 2016 as a competition. In France, they are more than 850 000 amateur and professional players watched by millions of viewers via Streaming.

Note that eSport could be an olympic discipline soon. Last october, the Olympic International Commitee took a step in the direction of acknowledging video game competitions as a form of sport. Which could lead to their integration in the 2024 Olympic Games.


Sign O' the times... :lol:

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Re: Links zur Presse (Stigma) #7

Beitragvon Pyri » Do 26. Apr 2018, 18:10

Rigolax hat geschrieben:
Der Rechtsanwalt Felix Hilgert von der Kanzlei Osborne Clarke ergänzt, dass es zwei Arten von Inhalt in Spielen gebe (...)


Jugendmedienschutz-Exportweltmeister! https://www.golem.de/news/jugendschutz- ... 34070.html

Interessantes Panel zum Thema § 86a StGB: https://amazeberlin2018.sched.com/event ... us-richter


Die zweite Art von Spielinhalt soll demnach dann das Hakenkreuz sein. Oder übersehe ich da etwas?
Falls nicht, zwei Einwände gegen diese Behauptung: erstens hat die Entnazifizierung von Spielen wesentlich weniger mit Jugendschutz als mit dem Strafrecht zu tun, wo die Anzahl an Indizierungen immer schon überschaubar gewesen ist (im Gegensatz zu allem was deswegen einfach keine Kennzeichnung erhalten hat, oder nur irrtümlich kurzfristig mal in den Handel gekommen ist), und dann wurde sich zweitens in Deutschland in letzter Zeit eher mit der Ablehnung frivoler Darstellungen von als solche jedenfalls interpretierter Minderjähriger hervorgetan, wo wiederum bislang nichts indiziert wurde (sondern Kennzeichnungen aus vermeintlich strafrechtlichen Gründen einfach nur abgelehnt worden sind). Kurzum: "Jugendschutz" ist längst nicht gleich Jugendschutz, genau so wie zwischen "Zensur" und "Selbstzensur" diesbezüglich erst zu unterscheiden wäre.
Vielmehr könnte argumentiert werden, dass bei einem so starken Instrument wie der Rechtssicherheit über die Freiwilligen Selbstkontrollen in einer streng regulierten Welt wie etwa der Konsolenwelt, Indizierung als Instrument schon eher obsolet geworden ist, während der digitale Handel am PC eher gleich überhaupt nicht reguliert wird.

Deutschland hat seinen Jugendschutz exportiert, ja, aber wesentlich vielfältiger als man da meinen möchte: so lässt sich "Zivilisten" kaum einfach definieren, wenn etwa an GTA gedacht wird - nicht alle "Zivilisten" sind so konstituiert wie die Figuren in "No Russian", also da existiert schon sehr viel Gewalt gegen Zivilbevölkerung die auch (oder sogar gerade) in Spielen in Deutschland erlaubt ist, vor allem bei abstrakteren Strategietiteln nach im moralisierend-selbstherrlichen Feuilleton noch gelobten Titeln wie "Defcon".
Nein: rigoros sanktioniert wird tendenziell Gewalt post mortem, jede Situation in der eine Figur leblos am Boden/auf der Erde liegt, und wenn nicht-traditionelle Waffen wie Alltagsgegenstände (bis hin zu Autos als Waffen, siehe "Carmageddon", zweckentfremdet werden) zum Einsatz kommen. Daran hat sich die Industrie international orientiert, normiert, angepasst und produziert deshalb breitenwirksam praktisch keine anderen Inhalte mehr - kein "Manhunt" oder kein "Condemned" mehr, erschien bislang (nicht nur aus kreativen oder ökonomischen Gründen) kein "Dead Island 2", ist "Dead Rising" immer noch indiziert. Und Deutschland lässt ansonsten neuerdings sogar sehr viel Gewalt zu, egal gegen wen (als einfach zu identifizierender Bevölkerungs-Gruppe), aber nur solange sie als "Kampf" gilt. Aber dass das Gewalt in erster Linie funktionalisiert, etwas Gewalt als typisches Kennzeichen der Ellbogengesellschaft erkennen und somit gelten lässt, wo die Verlierer ohnedies keinen Platz haben, und deshalb etwa aus meiner Sicht umso bedenklicher ist, zumal dieser Umstand Gewalt häufig auf schlichte Repräsentation reduziert, daran wird naturgemäß kein ideologiekritischer Gedanke verschwendet.
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Re: Links zur Presse (Stigma) #7

Beitragvon Rigolax » Do 26. Apr 2018, 21:43

Pyri hat geschrieben:[...]und dann wurde sich zweitens in Deutschland in letzter Zeit eher mit der Ablehnung frivoler Darstellungen von als solche jedenfalls interpretierter Minderjähriger hervorgetan, wo wiederum bislang nichts indiziert wurde [...]


Na ja, ich weiß ja nicht, welche News-Seiten du zu dem Thema überhaupt noch liest respektive lesen kannst, aber Criminal Girls 2 wurde tatsächlich letzten Monat auf dem Index gesetzt (Listenteil A).

Valkyrie Drive: Bhikkhuni hat einiges an Verwirrung gestiftet, da es auch letzten Monat in der Kurzmitteilung gestanden hat, aber die BPjM einen Tag später eine Korrektur per Mail rausgab, dass das Spiel doch nicht indiziert ist. Der Publisher einer Version, Marveolous, teilte mir auf Nachfrage mit, dass eine "third party" schuld gewesen sei aufgrund falscher Infos. Diese wurden dann korrigiert. Es sei auch nicht das erste mal, dass so etwas passiert sei. Ich habe gelinde gesagt keine Ahnung, wie das passieren kann und es deutet auf grobe Fahrlässigkeit der Bundesprüfstelle hin.

Zu Zivilisten: Den Gedanken mit der GTA-Reihe hatte ich auch. Die Sanktionen sind in dem Fall doch höchstens Augenwischerei. Das Aufbauen des Wanted-Levels stellt doch gerade auch einen Reiz dar. [Ergänzung: Zudem man auch Geld von getöteten Zivilisten erhält, AFAIK auch in GTA 4 und 5]. Davon abgesehen, dass man ordentlich Amoklaufen darf, bevor das kritisch wird. Ich muss aber auch an Saints Row 2 denken, bei der die DE-Version unter anderem derart angepasst wurde, dass nun die Polizei schneller anrückt.

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Re: Links zur Presse (Stigma) #7

Beitragvon Pyri » Do 26. Apr 2018, 22:17

Rigolax hat geschrieben:(...)
Na ja, ich weiß ja nicht, welche News-Seiten du zu dem Thema überhaupt noch liest respektive lesen kannst, aber Criminal Girls 2 wurde tatsächlich letzten Monat auf dem Index gesetzt (Listenteil A).


Das wusste ich tatsächlich nicht, da ich SB.com schon lange nicht mehr frequentiere. Hier stand leider nichts und die Presse (lese ich 1x wöchentlich) informierte mich auch nicht.
Aber wieso "nur" Liste A? Da wurde doch (auch) mit dem Strafrecht argumentiert - O-Ton SB.com: " (...) sie sahen allerdings keinen Verstoß gegen das StGB, sondern nur eine einfache Jugendgefährdung und indizierten sie auf Liste A." So viel zur Vorverurteilung.
Wenn das so ist, haben sie eine Indizierung von "Bhikkuni" bestimmt abgelehnt, wobei ich mir diese eine Indizierung ja sogar noch einreden lasse. Am absurdesten ist aber die Ablehnung von "Omega Labyrith Z", abgesehen von aktuell "GalGun 2", denn in "Omega Labyrinth Z" sehe ich vorerst überhaupt keine Minderjährigen.
"Criminal Girls 2" - wegen der Gewaltdarstellung indiziert?
Da wäre ebenfalls ein neues Video von "Censored Gaming" fällig.
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Re: Links zur Presse (Stigma) #7

Beitragvon Rigolax » Do 26. Apr 2018, 22:55

Ich denke eher, dass die BPjM wegen schwerer Jugendgefährdung indiziert hat, also in dem Sinne rein deklaratorisch. Ich vermute mal, der SB-Autor hat den Sachverhalt nicht korrekt darstellt; kann ja schon mal passieren bei dem übermäßig komplexen Thema. Die BPjM gibt die genauen Gründe ja nicht von sich aus öffentlich an; ich bezweifel das der Autor von SB (so schnell) Zugriff auf diese hatte. Tatsächlich ist mir diese Formulierung aber gar nicht aufgefallen, als wir damals auch die News brachten bei foruncut beziehungsweise auch die SB-Meldung dahingehend verarbeitet haben.

Die Posendarstellungen des Jugendschutzrechtes liegen ja unter der Schwelle der strafrechtlichen Relevanz, unterhalb der Pornographieschwelle. Auch haben die Posendarstellungen im JuSchG keine Kleidungsvoraussetzung anders als die in § 184b und c -- so sind so weit ich weiß selbst die Erfordernisse an einer teilweisen Nicht-Bekleidung signifikant; ein Umstand, den ich vorher, zugegeben, nicht auf dem Schirm hatte.

Möglich wäre aber sicherlich, dass Criminal Girls 2 aufgrund einer einfachen Jugendgefährdung indiziert wurde. Bereits im USK-Gremium wurde ja schon das Indizierungskriterium der Unsittlichkeit festgestellt, wie auch bei anderen Titeln. Hinzu kommen in dem Fall sicherlich die Darstellungen, welche man wohl den Bereich Bondage oder S/M einordnen kann.

Ob bei Bhikkuni letztlich auf Nicht-Indizierung entschieden wurde, kann ich nicht sicher sagen. Auch diesen Monat steht es nicht in den Bekanntmachungen. Ggf. ist hier auch vor allem (nur) der DLC relevant, da hier eine Figur ggf. etwas jünger wirkt.

Omega Labyrith Z wurde nun ja sogar in UK verboten beziehungsweise hat die VSC das PEGI-Zertifikat für UK verweigert, was äußerst selten ist. Das alleine spricht schon für extreme Inhalte. Aus der Begründung des VSC geht auch hervor, dass sie deutlich minderjährige Figuren gesehen haben. Auch sind die Darstellungen bei Omega Labyrith Z IMHO durchaus deftig. Im Marketing, in einem Trailer, wurde eine Figur gar als "young lolita" bezeichnet. Ich kann auch hier sagen, dass wir das bei foruncut nicht unkritisch sehen und in Zukunft auch ggf. gar nicht mehr über solche Titel berichten bzw. wenn dann in anderer Form. Es ist einerseits nicht von der Hand zu weisen, dass sich die Spruchpraxis der USK verschärft hat (so geben sie das selbst quasi zu in einem Plus-Report von GameStar (ist das Geld aber nicht wert)), also ältere Titel heute keine Kennzeichung mehr bekämen, im Einzelfall sind die Spiele ggf. aber auch einfach heftiger geworden.

Bzgl Censored Gaming: Er hat nun auch immer noch kein Video zur Zensur von Agony für ein M-Rating statt AO, was ja sehr bemerkenswert ist. Ggf. würde ich seinen Twitter-Feed für News empfehlen.

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Re: Links zur Presse (Stigma) #7

Beitragvon Pyri » Fr 27. Apr 2018, 15:03

Rigolax hat geschrieben:Ich denke eher, dass die BPjM wegen schwerer Jugendgefährdung indiziert hat, also in dem Sinne rein deklaratorisch. Ich vermute mal, der SB-Autor hat den Sachverhalt nicht korrekt darstellt; (...)

Möglich wäre aber sicherlich, dass Criminal Girls 2 aufgrund einer einfachen Jugendgefährdung indiziert wurde. Bereits im USK-Gremium wurde ja schon das Indizierungskriterium der Unsittlichkeit festgestellt, wie auch bei anderen Titeln. Hinzu kommen in dem Fall sicherlich die Darstellungen, welche man wohl den Bereich Bondage oder S/M einordnen kann.

(...)

Omega Labyrith Z wurde nun ja sogar in UK verboten beziehungsweise hat die VSC das PEGI-Zertifikat für UK verweigert, was äußerst selten ist. Das alleine spricht schon für extreme Inhalte. Aus der Begründung des VSC geht auch hervor, dass sie deutlich minderjährige Figuren gesehen haben. Auch sind die Darstellungen bei Omega Labyrith Z IMHO durchaus deftig. Im Marketing, in einem Trailer, wurde eine Figur gar als "young lolita" bezeichnet. Ich kann auch hier sagen, dass wir das bei foruncut nicht unkritisch sehen und in Zukunft auch ggf. gar nicht mehr über solche Titel berichten bzw. wenn dann in anderer Form. Es ist einerseits nicht von der Hand zu weisen, dass sich die Spruchpraxis der USK verschärft hat (so geben sie das selbst quasi zu in einem Plus-Report von GameStar (ist das Geld aber nicht wert)), also ältere Titel heute keine Kennzeichung mehr bekämen, im Einzelfall sind die Spiele ggf. aber auch einfach heftiger geworden.


Also die Neuverfilmung von "Lolita" aus dem Jahr 1996 hat etwa wirklich nur wegen der Gewaltdarstellung ungeschnitten keine Jugendfreigabe in Deutschland bekommen. Der Begriff taucht ja auch noch immer im subkulturellem Kontext auf, etwa bei "Gothic Lolita". Und "Senran Kagura" verwendete etwa den "Lolita Cut" als (DLC-)Haarschnitt usw., auch wenn er sonst heute (aus gutem Grund) nicht mehr verwendet wird. Ja, es hat schon seine Gründe warum ich (auch) nicht mehr dort bin.
Und auch auf die Gefahr hin, dass es diesen Thread sprengt: zu behaupten, etwas wäre wegen "schwerer Jugendgefährdung" indiziert worden ist so auch ziemlich verwirrend. Ich hab das glaub ich schon sehr oft hier gemeint: alles strafrechtlich Relevante ist ebenfalls "schwer jugendgefährdend", nur betrifft das hier die im Gesetz genannten Zusätze dazu.
Und die können einfach nicht "die Norm" sein, denn diese Posendarstellung ist diesbezüglich nichts anderes als der Vorwurf der Kriegsverherrlichung - mit dem Unterschied dass dieser im Strafrecht keine klare Entsprechung hat, während das hier eindeutig als Vorstufe von Kinder- oder Jugendpornografie zu gelten hat. In jedem Fall handelt es sich offenbar um Instrumente für politischen Aktionismus: so wie vor fünfzehn Jahren bei "Command & Conquer - Generals", wir können es nicht wirklich verfolgen, also machen wir es so - nun mit diesen Anime-Spielen. Man müsste deshalb schauen, welche auf A indizierte Videospiele etwa nur (mehr) "einfach jugendgefährdend" wären. Es gibt ja auch, zusätzlich zur Posendarstellung Minderjähriger und dem Vorwurf der Kriegsverherrlichung, immer noch die Gewaltbeherrschung als ein Kriterium schwerer Jugendgefährdung (gemeint ist aber wohl eher "Gewaltberrschtheit"). Und theoretisch bräuchte das alles nicht deklariert werden, sondern dann einfach nur insgeheim behauptet es wäre so - "schwer jugendgefährdend", ohne dass etwas explizit in die Liste aufgenommen werden würde.
Als ich angefangen habe mich damit zu beschäftigen, und die Jugendschutzgesetze haben sich in den letzten 15 Jahren ja nicht geändert, dachte ich immer die schwer jugendgefährdende Gewaltbeherrschung würde reale Gewalt meinen, während alles andere (in Richtung 131er) eher fiktionale Gewalt meint - aber das ist nachweislich auch nicht richtig, wenn etwa an die Einschätzung von manchen Mondo-(Pseudodoku-)Produktionen, oder extremerem Wrestling gedacht wird.
Wobei besonders relevant hierfür ja immer noch die Vorstellung der Evidenz ist: die schwere Jugendgefährdung wäre, im Unterschied zur einfachen, sofort erkennbar - eigentlich eine einzige Präjudizierung. Einfach jugendgefährdende Kinofilme können ja auch ein FSK-Kennzeichen erhalten, nur nicht auf Video, während etwa die SPIO-Kommission (für Videoprodukte - im physischen Handel) immer auch auf "schwere Jugendgefährdung" hin prüfte.

Es sollte sich auch wirklich immer vergegenwärtigt werden was eine solche Indizierung in der Praxis bedeutet, was "Jugendgefährdung" eigentlich heißt. Falls nämlich wirklich "nur" die Posendarstellung gemeint ist, wäre das genauso wie bei den "FKK"-Magazinen vor über 25 Jahren: doch die Gesetze haben sich seitdem enorm weiterentwickelt, etwa das ganze Internet völlig verändert. Es ist deshalb eigentlich unvorstellbar, dass das immer noch praktiziert wird: Darstellungen Minderjähriger gefährden Kinder und Jugendliche, dürften Pädophilen in Sexshops aber theoretisch verkauft werden, Erwachsenen zugänglich gemacht. Im Grunde genommen tut die BPjM damit nichts anderes als Pädophilen einen theoretischen Freibrief ausstellen - und das wäre, genauso wie damals, ein ungeheuerlicher politischer Skandal.
Nein, da kann es kein Dazwischen geben (ich kann nicht vorgegeben Minderjährige zu schützen indem ich Erwachsenen den Zugang zu entsprechendem Material weiter erlaube). Also die Empörung über derlei Produkte läuft hier gleich doppelt falsch.
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