Links zur Presse (Stigma) #7

Falschdarstellungen und Vorurteile
Rigolax
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Re: Links zur Presse (Stigma) #7

Beitrag von Rigolax » Di 3. Sep 2019, 16:51

Unfortunately, it seems like this evaluation hasn’t been published yet. A spokesperson from the association that had it ordered said they’d publish it eventually. Apparently the author also accused video games, or at least video games relevant for eSports, of violations of human dignity (the good ol’ Menschenwürde); that’s what I inferred from criticism about the evaluation at least: http://beta.gamesmarkt.de/details/443148 Would be interesting to know what he actually stated, seems like he in general is pretty hostile toward video games, pretty close in mindset maybe to Mediengewalt actually.

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Berlin 1936 was about to be put on the index, I've mentioned that game a while ago. The BPjM evaluated the game prior to the “official” panel discussion, like some kind of pre-trial investigations, under which they've deemed the game's content to belittle National Socialism. https://www.bundespruefstelle.de/bpjm/s ... eln/138032

ShaneFenton
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Re: Links zur Presse (Stigma) #7

Beitrag von ShaneFenton » Do 5. Sep 2019, 00:05

So, I wrote a tribute to Werner Hopf on my own blog : https://www.gamingsince198x.fr/entre-no ... rner-hopf/

I have mixed feelings about it, and I try to describe them the best I can.

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Patrik
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Re: Links zur Presse (Stigma) #7

Beitrag von Patrik » Do 5. Sep 2019, 14:30

I like the idea of a tribute to Werner Hopf. Unluckily, my French is barely good enough to order a croissant at a bakery. (Once, I was in a post office in Paris and the post office clerk answered in English although I tried to speak French...)

Rigolax
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Re: Links zur Presse (Stigma) #7

Beitrag von Rigolax » Fr 6. Sep 2019, 20:03

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Beitrags hieß es, Counter-Strike sei ein Ego-Shooter-Spiel, in dem sechs gegen sechs Spieler antreten. Das ist falsch, es handelt sich um ein First-Shooter-Spiel, bei dem im Gegensatz zu Ego-Shooter-Spielen Teamplay entscheidend ist. Außerdem spielen die Teams mit jeweils fünf und nicht sechs SpielerInnen. Wir haben die Fehler korrigiert und bitten, sie zu entschuldigen.
https://www.rbb24.de/sport/beitrag/2019 ... major.html gefunden via https://twitter.com/Odufroehliche/statu ... 9972176903

:?: :?: :?:

ShaneFenton
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Re: Links zur Presse (Stigma) #7

Beitrag von ShaneFenton » So 15. Sep 2019, 15:33

Elke Ostbomk-Fischer, another "killerspiele" opponent died this year, even before Werner Hopf : https://www.wirtrauern.de/traueranzeige ... mk-fischer

According to her bibliography, She first attacked "killerspiele" in 2000. She reiterated her attacks in 2002, after the Erfurt Massacre. Then in 2007, she was interviewed by Rainer Fromm in a Frontal 21 report, Töten am Bildschirm. Shortly after, she wrote or co-wrote, on behalf of the GwG psychotherapists association, a press release calling for a ban on "killerspiele", calling them "landmines for the soul". This incendiary press release immediately stirred up controversy. In the early 2008, she wrote a seminal article, "Menschenbild und Mediebildung", which became a reference among the "killerspiele" opponents for years. She, indeed, joined forces with some of them (Werner Hopf, Rudolf Weiß, Günther Huber, Rudolf Hänsel...) to form the association Mediengewalt e.V. And last but not least, with her colleague Maria Mies, she wrote the Kölner Aufruf Gegen Computergewalt. After the Winnenden amoklauf in 2009, she gave an interview to Focus.de in which she reiterated her anti-"killerspiele" claims.

And that was almost all (except one or two interventions). But that was much. So much, in fact, that in my opinion she was the main theorist of the anti-"killerspiele" movement. She gave not only the arguments, but also the tone and the mindset. "Thanks" to her, any discussion about violence in video games was perceived solely as a crusade of Good vs. Evil. I pay tribute to the person, because she was a fundamentally good one. But in my opinion, her contribution to the "killerspieldebatte" was the worst one can imagine : she radicalized most German opponents of video game violence into one full-frontal, take-no-prisoners assault, the Kölner Aufruf, which turned out to be their final assault and swansong. Soon after Winnenden, this parody of debate was dead and gone.

So yeah, she was brave and courageous... as well as the French knights in Agincourt. For a similar result.

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Re: Links zur Presse (Stigma) #7

Beitrag von Rigolax » Do 19. Sep 2019, 17:25

https://www.grimme-game.de/2019/09/17/d ... rnalismus/ ZDF-Redakteur Andreas Garbe über die Art und Weise wie Massenmedien Videospiele thematisieren.

Die Zeit hat ein Tool veröffentlicht, mit dem man die Protokolle der Sitzungen des Bundestags nach Begriffsnennungen analysieren kann. Hier für "Killerspiel(e)(n)" : https://www.zeit.de/politik/deutschland ... illerspiel

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Re: Links zur Presse (Stigma) #7

Beitrag von Pyri » Do 19. Sep 2019, 19:42

Rigolax hat geschrieben:https://www.grimme-game.de/2019/09/17/d ... rnalismus/ ZDF-Redakteur Andreas Garbe über die Art und Weise wie Massenmedien Videospiele thematisieren.
Manch ältere werden sich vielleicht noch daran erinnern wie RTL (1) dereinst über eine Videospielmesse in Deutschland berichtete - Stichwort Geruchsbelästigung. Insofern ist der Artikel einerseits schon erhellend, andererseits das offensichtlich zur Schau gestellte, mangelhafte Kulturverständnis doch wieder ziemlich erschreckend: da ist er nämlich einmal mehr, der alte Vorwurf der Spekulation mit niederen Instinkten, jene vorgebliche Kapitalismuskritik welche bei der Wahrnehmung von visuellen Medien bereits spätestens seit den Adenauer-Fifties zu beobachten ist. Und sehr verwunderlich, oder auch nicht: wieso wird da die ARD-Sportschau (Fortnite) angegriffen, was zum Sport- und Gewaltbegriff dort gesagt, aber nichts zur Tätigkeit des Autors beim ZDF (seit 2007) verlautbart. Ein Schelm...
Und ein Troma, ein Lloyd Kaufman, wären demnach analog - und ja, ich bestehe weiterhin auf diese Analogien - auch Firmen und Leute welche dem Ansehen des Mediums Film (oder zumindest Video als Ausdrucksform) massiv geschadet hätten, wenn er die Produktion von "Harvester" mehrmals nennt, zumindest eines der ersten "Mortal Kombat" und "Manhunt" genau damit meint. Mich als Textarbeiter beschäftigt ja komplett gegenteilig vielmehr die Frage weshalb sich große Firmen von heute bei ihren Millionenbudgets und zunehmend schwieriger gewordenen, sowie immer langwieriger und mit Myriaden an Zulieferungen stets umständlicher werdenden Entwicklungsprozessen bei Videospielen als Service oft nicht einmal mehr in der Lage sehen Inhalte fertig zu stellen, welche auch nur etwas "angriffig" erscheinen - sondern über Marketing-Maßnahmen wie Trailer lange vor Veröffentlichung zurückgepfiffen, "Street Fighter V" fällt mir diesbezüglich spontan ein, wenn sich irgendjemand demonstrativ auf den Schlips getreten fühlt (im Sinne gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit). Andere sich selbst nach Veröffentlichung noch bemüßigt fühlen "Publikumswünschen" gerecht zu werden ("Mass Effect 3", Nolan North statt Peter Dinklage in "Destiny" und bald sogar absurd unpassende NPCs in "Fallout 76"). Oder weshalb seit "Destiny" 2014 der Trend zu beobachten ist, dass amerikanische "Gewaltspiele" für den nordamerikanischen Markt sowieso gleich auf ein Teen-Rating "spekulieren" (etwa "Overwatch", "Anthem" und wieder "Fortnite"). Schließlich, mein absolutes persönliches Lieblingsthema, weshalb es eine Firma wie Nintendo mit "Splatoon" geschafft hat Shooter-Mechaniken medial zu transportieren die überhaupt gleich keineswegs als "Gewalt" gelten. Also: was tut diese Branche da bloß alles um öffentlichen Negativwahrnehmungen zuvorzukommen, oder um diese nachträglich zu "berichtigen" - und mit welchen "Auswirkungen", Folgen für die Integrität und die Glaubwürdigkeit des Mediums jenseits von auf der (politischen) Betroffenheitsklaviatur spielenden "Indies", Serious- und Not-Games.
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Re: Links zur Presse (Stigma) #7

Beitrag von ShaneFenton » Mo 23. Sep 2019, 13:29

The association Mediengewalt e.V. finally published a real tribute to Werner Hopf :
https://www.ovbtrauer.de/traueranzeige/werner-h-hopf
http://mediengewalt.eu/
Nachruf für Dr. Werner Hopf
Wir trauern um den 1. Vorsitzenden unseres Vereins "Mediengewalt - Internationale Forschung und Beratung e.V." Dr. Werner H. Hopf, München. Er ist völlig unerwartet vor kurzem verstorben. Er war Gründungsmitglied unseres Vereins und treibende Kraft unseres Einsatzes für eine gewaltfreie und verantwortungsbewusste Medienlandschaft und für eine humane und prosoziale Medienerziehung. Bei seinem beharrlichen Einsatz für den Schutz von Kindern und Jugendlichen musste er beispielswiese von der Games-Lobby viele teils sehr persönliche Anfeindungen und Frustrationen ertragen, denn Werner Hopf scheute sich nicht auch heiße Eisen anzufassen. Insbesondere die Auseinandersetzung mit einer bis heute verfehlten Medienpolitik prägten seine Anstrengungen.

Wir erinnern uns dankbar an
- seine mutigen medienpolitischen Initiativen;
- seine langjährige Aktivität als stellvertretender Vorsitzender und als 1. Vorsitzender des Vereins "Mediengewalt-Internationale Forschung und Beratung e.V.";
- seine kreative wissenschaftliche Tätigkeit zur Erforschung von Wirkungen der Mediengewalt, z.B. in einer gemeinsamen Längsschnittstudie 2008;
- seine kritische wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem amerikanischen "Medienforscher" Ferguson in Beiträgen auf unserer Vereins-Website;
- seine Mitwirkung bei Organisation und Gestaltung des großen Medienkongresses zusammen mit der der LMU München und der HS München 2008;
- seine engagierte Vortragstätigkeit bei pädagogisch-psychologischen Fachkongressen (vor allem der Schulpsychologie), vor Lehrern und Eltern, in Rundfunk- und Fernsehbeiträgen.

Wir bedauern zutiefst, dass seine kritische Stimme verstummt und damit die Welt ärmer geworden ist!

Dies merken nicht nur wir, sondern vor allem auch die vielen Lehrkräfte und Schüler/innen, für die er sich unermüdlich einsetzte, so etwa in den 39 Schulen, in denen er das von ihm entwickelte, bewährte und erfolgreiche Konzept einer "Sozialwirksamen Schule" vermittelte - und das auch noch nach seiner Pensionierung. Nicht nur in München arbeitete er allein mit 13 Grundschulen zusammen, sondern auch im ländlichen Oberbayern mit mehr als 10 Mittelschulen und Gymnasien. Sogar außerhalb Bayerns, vor allem in Baden-Württemberg, in der Schweiz und in Österreich nahmen viele Schulen an diesem Konzept teil. Alle diese Schulen werden nun die ständige Begleitung durch Werner Hopf und die zweijährlichen zentralen Tagungen zur Frage "Schulentwicklung - wohin?" mit gegenseitigem Erfahrungsaustausch und vielen neuen Impulsen schmerzlich vermissen.

Vermisst wird Werner Hopf auch mit seinen engagierten Gastvorträgen am Institut für Pädagogik der LMU München, die er seit vielen Jahren jedes Semester durchgeführt hat. Diese Vorträge vor Hunderten von Studierenden fanden im Rahmen der großen Einführungsvorlesung in die Allgemeine Pädagogik für Lehramtsstudierende statt. Dazu schreibt die Dozentin Maya Kandler, dass "seine Vorträge immer sehr gut ankamen, weil sie zugleich wissenschaftlich fundiert, kritisch und praxisorientiert waren. Für unsere Studierenden war das immer ein Highlight der ganzen Vorlesungsserie."

Für uns alle bleibt Werner Hopf in unserer Erinnerung als Mensch, als Kollege, als Wegbegleiter und Freund, der sich immer für seine Überzeugungen unermüdlich und mit ganzer Kraft eingesetzt hat. Wir sind sicher, dass sein Vorbild und seine Beiträge in der Auseinandersetzung mit bedrohlichen gesellschaftlichen Entwicklungen weiter wirken werden.

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