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Re: Links zur Presse (Stigma) #7

Verfasst: Mi 30. Aug 2017, 17:02
von Rey Alp
Hänsel zur Gamescom:
- http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=24092

WDR360 über Politiker auf der Gamescom:
- https://twitter.com/WDR_3sechzich/statu ... 9195104256

Thomas Bach will keine Gewaltspiele bei Olympia:
- https://www.golem.de/news/spielebranche ... 29754.html

Re: Links zur Presse (Stigma) #7

Verfasst: Mi 30. Aug 2017, 18:19
von marcymarc
Witzig, dass Hänsel sich fortwährend selbst zitiert, um seine eigenen Argumente zu untermauern, während er alle gegenläufige Thesen als Falschdarstellungen abstempelt.

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Re: Links zur Presse (Stigma) #7

Verfasst: Mi 30. Aug 2017, 19:04
von Rigolax
Hänsel:

Dem ist hinzuzufügen, dass es zum Spielprinzip der Grand Theft Auto (GTA)-Serie gehört, dass der Spieler möglichst viele Fußgänger mit Autos platt fährt, um Pluspunkte zu erhalten. Und so ein Spiel wird in Zeiten von Terroranschlägen, bei denen unschuldige Passanten in europäischen Großstädten mit Autos oder Lastwagen getötet oder schwer verletzt werden, als Kulturgut angepriesen.


Passt wohl eher auf Carmageddon: Max Damage. Oh warte, das wurde tatsächlich auf Listenteil B indiziert vor Kurzem. Hmmmm.

Re: Links zur Presse (Stigma) #7

Verfasst: Do 31. Aug 2017, 00:10
von Pyri
Rigolax hat geschrieben:Passt wohl eher auf Carmageddon: Max Damage. Oh warte, das wurde tatsächlich auf Listenteil B indiziert vor Kurzem. Hmmmm.


Die Probleme bei solchen Äußerungen beginnen wohl eher dort, wenn sich dabei schon die Frage gestellt werden kann an welche "Pluspunkte", die es in einem GTA ohnehin kaum gibt, da etwa gedacht wird. GTA ist schließlich kein Arcade-Spiel.
Was ist also gemeint? Vermutlich Geld, das dabei aufgesammelt werden kann.
Wieso wird dieser Umstand aber dann so interpretiert und nicht als "Kritik" am Kapitalismus - wie zweifellos beabsichtigt? Das ist doch völlig abwegig und ignoriert praktisch alles was aus dem Umfeld der Kreativen dieser Spiele je vorgeblich verlautbart wurde, vom restlichen Inhalt von GTA völlig zu schweigen.

Was passiert mit dem Geld? Oder wie schnell kann es im Spiel wieder verloren werden?
Ich würde den GTA-Machern ja vielmehr vorwerfen, dass ihr Antikapitalismus unglaubwürdig ist - dass sie populistisch sind, ihre "Kritik" nicht überzeugend ist, nicht zuletzt da sie selbst mit ihren Spielen sehr viel Geld gemacht haben, es wahrscheinlich nicht wieder verloren haben, und ihre Karikaturen wiederum so handzahm sind dass sie sich nicht einmal trauen die Orte und Dinge (oder Personen) bei ihren realen Namen zu nennen (im Gegensatz zur No-Budget GTA-Parodie "NotGTA"). Stattdessen flüchten sie sich in ihre Fantasiewelten und kommen sich bei ihrem Zynismus vermutlich noch gut vor, werden sie von der Presse gehätschelt. Ihre rebellenhafte, pseudosubversive (Punk-)Attitüde ist aber nur genau das: Pose, denn im Grunde sind ihre Spiele hoffnungslos politisch korrekt, höchst angepasst, entsprechen voll und ganz dem Zeitgeist usw. Genauso wie im Filmbereich die geschwätzigen Ausnahme-"Gewaltfilme" eines Tarantino.
Dagegen kann das dünkelhafte Menschenbild von einem Rudolf Hänsel doch nichts ausrichten? Das belächeln die Betroffenen, all jene denen es wirklich anginge und die vielleicht tatsächlich zuhören sollten - was Leute wie Hänsel möglicherweise zu sagen hätten. Zwar nicht unbedingt darüber was in GTA Kindern beigebracht würde, denn Eltern welche so verantwortungslos sind und ihre Kinder in die Nähe von derlei Spielen lassen brauchen nun wirklich nicht dem Staat als Ordnungsmacht die Schuld daran geben, den dürften sie bei ihrer Zeugung schließlich auch nicht gebraucht haben, aber dass die Branche sich wegen der Verbreiterung des Mediums ständig auf die Schultern klopft kann einem schon nachdenklich stimmen, wenn einem alten Hasen wie mir erstmal bewusst wird welche inhaltliche Qualität Menschen stundenlang auf ihren Handys und in ihren Browsern (nicht) spielen. Die Industrie lobt ihre "Indies" als Arthouse-Erzeugnisse, die aber weiterhin kaum breitenwirksam sind und diejenigen (neuen "Gamer") welche Videospiele immer noch primär als gedankenlosen Zeitvertreib betrachten keineswegs kennen.
Kurzum: wer soll überhaupt haben wollen, "dass der Spieler möglichst viele Fußgänger mit Autos platt fährt"? Eine solche Annahme, auf ein dermaßen negatives Menschenbild allein sich zu berufen - falls es sich gar um einen begründeten Vorwurf handeln kann -, ist doch einfach nur niveaulos und so etwas streift diese Industrie einfach ab - so ist dieser selbstherrlichen Branche jedenfalls nicht beizukommen: oder was haben solche Äußerungen in den letzten zehn Jahren gebracht? Seit Emsdetten, dem "Kölner Aufruf" und Winnenden? Voriges Jahr gab es zu München ein kurzes Aufflackern.
Ansonsten alles wieder vergessen - bis auf ein paar Sonntagsreden: heute ist es vielmehr so, dass die Studios bei den fraglichen Corespielen mit der USK im Tandem radeln - die staatlichen Vorgaben dazu geführt haben, dass die BPjM bei den größeren Spielen eben keine Funktion mehr hat, zuletzt nicht einmal mehr bei "Mortal Kombat". Dort müsste der Moralismus von Leuten wie Hänsel ansetzen, und nicht dasselbe Misstrauen einer Öffentlichkeit ständig in sektiererischer Weise wiederholen - mit einem gewohnt normativen Kulturbegriff auf deren Empörung hoffend - denn das hat nun überhaupt nichts gebracht, sondern vielmehr dorthin geführt wo Merkel letzte Woche war.

Genauso zuletzt bei Herrn Müller: bei Müller war es die alte - uralte - Zitierung des Braunauers (die Internetgenerationen reagieren darauf höchstens mit der Nennung von "Godwin's Law", vielleicht noch erklärend mit "wenn einem die Argumente ausgehen" oder so). Hier, bei Hänsel, scheint es wieder der ach so neue - nur scheinbar junge - "Errorismus"-Vorwurf (Marke "KenFM") zu sein. Was das alles initiiert: nichts, genau genommen nicht das geringste Umdenken ist dadurch zu erwarten. Hoffnungslos: wenn ich heute nach "Arbeiterfotografie" google, was schlägt mir die Suchmaschine des Konzerns allen Ernstes als zweiten Begriff vor? "Querfront".
So weit haben es die Leute um den Herrn Elsässer mit ihrer "Kritik" am Kapital gebracht, in solche Ecken wurden sie gedrängt: sie haben schlichtweg verloren - sie können kapitulieren.

Re: Links zur Presse (Stigma) #7

Verfasst: Do 31. Aug 2017, 11:15
von ShaneFenton
Rudolf Hänsel... what else ? As Pyri says : he and his friends lost the battle, definitely. So all they can do is mourn and ramble about their powerlessness. I'm not likely to sympathize for these poor guys who, not so long ago, wanted to ostracize and criminalize the games they didn't like, the ones who designed them, and maybe the ones who played them.

By the way, the association Mediengewalt e.V. has updated its blog :
http://mediengewalt.eu/cgi-bin/weblog_b ... .php?p=360
http://mediengewalt.eu/cgi-bin/weblog_b ... .php?p=371

And I've also updated my own blog too, about a guy who was, like Hänsel, a crusader against media violence, and now ended up in jail for drug trafficking and abuse :
https://www.gamingsince198x.fr/entre-no ... me-partie/

Re: Links zur Presse (Stigma) #7

Verfasst: Do 31. Aug 2017, 12:31
von Rey Alp
Thanks for the links.

Re: Links zur Presse (Stigma) #7

Verfasst: Fr 1. Sep 2017, 13:30
von Rey Alp
Youtube will in Videos mit realer Gewalt keine Werbung mehr schalten. Videospiele sind ausgenommen, doch nach Forbes kriegt das der Algorithmus nicht auf die Reihe, weshalb auch Werbung für PFS-Let's Plays gesperrt würde.
- https://support.google.com/youtube/answer/6162278
- https://www.forbes.com/sites/f5/2017/07 ... ba21186fc0
- http://www.giga.de/extra/videospielkult ... -shootern/

Re: Links zur Presse (Stigma) #7

Verfasst: So 3. Sep 2017, 10:09
von Rey Alp

Re: Links zur Presse (Stigma) #7

Verfasst: Fr 8. Sep 2017, 12:57
von amegas
http://m.focus.de/panorama/welt/warum-t ... 48930.html

"Ein weiteres Indiz für sein Motiv: Die Passion für Ballerspiele wie „Counter-Strike“, die bereits der Amokläufer von Winnenden nächtelang zockte. Ähnlich wie Marcel H. war der 17-jährige Tim K. ein Einzelgänger, einer der bei den Mitschülern nicht gut ankam, und sich in der Familie wegen seiner mittelmäßigen Schulleistungen unter Druck gesetzt fühlte.
In der virtuellen Shooter-Gemeinde aber avancierte Tim K. zu einem der Großen. Im Gegensatz zum richtigen Leben zählte er hier zu den Siegern. Angefüllt mit einem unbändigen Hass auf seine Umwelt erschoss der Realschüler vor acht Jahren 15 Menschen und schließlich sich selbst.
Marcel H. gab sich den Namen „Qutside Boy“, wenn er am PC Jagd auf seine Gegner machte. Outside - draußen. Quasi ein Outlaw, ein Ausgestoßener."

Re: Links zur Presse (Stigma) #7

Verfasst: Di 19. Sep 2017, 18:26
von ShaneFenton
While I was searching for Rudolf Hänsel articles, I fell on this : http://www.dasmili.eu/art/nie-wieder-krieg/

Und noch ein weiterer Punkt. Widerstehen wir der schlimmen gewaltverherrlichung in den medien und in der Unterhaltungselektronik. Die Brutalität und Aggressivität im Fernsehen und auf Spielkonsolen hat eine schlimme Intensität erreicht. Das Töten von Menschen und das Simulieren von Kriegen ist leider zum wesentlichen Thema bei Computerspielen geworden. Sage niemand: Das ist doch nicht schlimm, es sind doch alles nur Spiele. Nein, diese Spiele sind schlimm. Mit ihnen gewöhnen sich unsere Kinder und Jugendliche an die Gewalt und zunehmend verlieren sie dabei die Unterscheidung zwischen virtueller und tatsächlicher Gewalt mit fatalen Folgen.


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