Medienecho auf rechten Terror

Falschdarstellungen und Vorurteile
amegas
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Medienecho auf rechten Terror

Beitrag von amegas » Do 10. Okt 2019, 08:35

https://www.mainwelle.de/bekennervideo- ... r-2466514/

" «Das Video folgt der Ästhetik eines Videospiels, auch durch die Ego-Shooter-Perspektive», sagte Quent."

und es fängt wieder an.


https://www.morgenpost.de/vermischtes/a ... -Tote.html

"Das Video folgt der Ästhetik eines Videospiels, auch durch die Ego-Shooter-Perspektive“, sagte Quent. Die Aufnahmen folgen der Perspektive des Täters, immer wieder ragt der Lauf einer Waffe ins Bild. „Der Täter heroisiert sich, seine Opfer will er demütigen.“ Dennoch solle man Erfahrung mit Videospielen als einen möglichen Auslöser nicht überbewerten – sonst müssten solche Taten viel häufiger sein. „Außerdem würde es die politische Motivation aus dem Fokus rücken“, warnte Quent"

Rigolax
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Re: Links zur Presse (Stigma) #7

Beitrag von Rigolax » Do 10. Okt 2019, 12:37

Tagesschau auch ähnlich: https://www.tagesschau.de/inland/halle-taeter-107.html
Die "Gamification" von Terror zeigt sich auch im Streamen von Anschlägen, die Darstellungen ähneln stark denen von Egoshootern.

amegas
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Re: Links zur Presse (Stigma) #7

Beitrag von amegas » Do 10. Okt 2019, 15:00

https://www.fr.de/meinung/kommentar-ans ... 00767.html

"Wie im Videospiel üblich vergab Stephan B. ihnen humoristische Titel und legte selbst fest, was die Anforderungen der jeweiligen Errungenschaften sein sollten: „Chosen to die – Kill a jew“; „The fire rises – Burn down a synagogue“; „Why not both - Kill a muslim and a jew“. Das sind nur einige Auszüge der absurden „Trophäen“-Liste des Attentäters."

"Die Muster von Videospielen finden sich auch bei der Ausübung von Gewalttaten wieder. Aber eben dieses Verwenden der Videospiel-Muster ist eine Loslösung von den Regeln des Videospiels. Die Spiele als Ursache für Anschläge, bei denen Menschen ums Leben kommen, zu benennen, ist falsch. Je eher wir das begreifen, desto besser."

https://www.rtl.de/cms/anschlag-in-hall ... 18080.html

"Seine Erklärung ist in englischer Sprache verfasst und enthält selbstgesteckte Ziele für das Attentat, die verfasst sind, wie es aus Videospielen bekannt ist ("Achievements"). Darin liegt eine klare Parallele zum Christchurch-Attentat in Neuseeland."


https://www.tag24.de/nachrichten/eine-d ... le-1245054
"Die gesamte Tat ist vom Amokläufer mit einer Kamera dokumentiert wie in einem kranken Videospiel, der Clip ist frei im Netz verfügbar."

Update 1

https://www.tagesspiegel.de/politik/der ... 03584.html

"Rechtsterrorismus, inszeniert wie ein Computerspie"

"Attentat wird am Computer einstudiert"

"Detailliert beschreibt er die Waffen, seine Granaten, Fotos sind abgebildet – es ist wie im Computerspiel: Der Gamer präsentiert sein Arsenal."

"Ziele gesetzt wie ein Gamer"

Update 2

https://www.br.de/nachrichten/netzwelt/ ... or,ReUu6j8

"Terror als Highscore-Jagd"

"Der Rechtsterrorist im Jahr 2019 spricht perfekt Englisch, ist auf maximale Aufmerksamkeit aus und kennt sich in der Welt der Computerspiele- und Anime-Kultur aus. "

https://www.independent.co.uk/news/worl ... 50451.html

"One of three documents Balliet posted online before the attack was entitled “manifesto” in Japanese and included an image of a sexualised anime “cat-girl”.

The tongue-in-cheek message said that readers could get a free cat-girl or “waifu” if they “kill at least one Jew”."

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Re: Links zur Presse (Stigma) #7

Beitrag von Rigolax » Do 10. Okt 2019, 21:49

https://www.youtube.com/watch?v=hTeTjx4k9jQ "Coin Master - Abzocke mit Fun | NEO MAGAZIN ROYALE mit Jan Böhmermann - ZDFneo"

Böhmermann hat dazu aufgerufen, beim Mobile-Game "Coin Master" mal einen Indizierunganstrag bzw. eine -Anregung zu stellen. Na ja, halte ich für recht unwahrscheinlich, dass die so etwas indizieren (können). Insbesondere würde das etwaig erfolgte OLJB/USK-Kennzeichnungen für z. B. NBA 2k20 oder GTA Online ad absurdum führen.

EDIT/Hinweis: Die Moderation hat diesen Thread, "Medienecho auf rechten Terror", aus dem allgemeinen Sammelthread für Presseartikel herausgebrochen. Daher hier nun dieser scheinbare Off-Topic-Beitrag.
Zuletzt geändert von Rigolax am Mi 6. Nov 2019, 15:28, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Links zur Presse (Stigma) #7

Beitrag von buzzti » Do 10. Okt 2019, 23:21

amegas hat geschrieben:
Do 10. Okt 2019, 15:00
https://www.br.de/nachrichten/netzwelt/ ... or,ReUu6j8

"Terror als Highscore-Jagd"

"Der Rechtsterrorist im Jahr 2019 spricht perfekt Englisch, ist auf maximale Aufmerksamkeit aus und kennt sich in der Welt der Computerspiele- und Anime-Kultur aus. "
Das Posten von Manga- oder Hentai-Girls auf Imageboards scheint mir noch kein hinreichender Hinweis für ein Auskennen in "Anime-Kultur" zu sein...

Oder auch hier https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitge ... rung-memes
"Geprägt hat B. offenbar auch die Welt der Computerspieler. In seinem Tatvideo zeigt die Kamera immer wieder den Lauf der Waffe. Diese Perspektive aus der Sicht der Spielfigur nehmen Spieler in Ego-Shootern ein. Dass der Täter das Video auf Twitch hochgeladen hat, einer Plattform für Gamervideos, spricht ebenfalls für die offenbar gewollte Computerspielästhetik.

Die Welt der Gamer spiegelt sich auch in einem menschenverachtenden Belohnungskatalog am Ende seines Manifests wider: jeder Mord ein Bonuspunkt, jede angegriffene Religionsgemeinschaft ein Pokal. Bekannt sind solche besonderen Achievements aus heutigen Videospielen für beispielsweise die PlayStation und Xbox."
-> Interesssant wie oft sich die Phrasen "Welt der Computerspiele", "Wie im Computerspiel" wiederholen.

Veronika Kracher hatte auch mal hier in Stuttgart einen Vortrag über "Incels" gehalten, welchen ich sehr gut fand. Sie hat aktuell diesen Beitrag für den Tagesspiegel verfasst:

https://www.tagesspiegel.de/politik/tat ... 2l5862AI74
"Teil des Manifests ist eine Liste mit so genannten "Achievements", also "Errungenschaften", wie es sie in Videospielen zu erreichen gilt. Auch der Livestream evoziert den Charakter eines Ego-Shooters. Es gibt Seiten, auf denen Listen mit "Highscores" geführt werden: Welcher Täter hat die meisten Menschen umgebracht? Brandon Tarrants veröffentlichter Livestream wurde von seinen Zuschauern mit zynischen Aussagen wie "Knack den Highscore!" kommentiert.


Es ist die "Gamification of Terror". Terrorismus wird zu einer Art kompetitiven Spiel erhoben. Wer die meisten Menschen erschießt, gewinnt. Ähnlich wird es im Internet kommentiert: Der Täter sei ein "Noob", also ein Neuling, weil er "nur" zwei Menschen ermordet hat"
Ich weiß nicht ob es nur mein Eindruck ist, aber ich finde die Artikel ist hier doch schon weniger ressentimentbeladen gegenüber Videospielenden als vor 10 Jahren. Bei den typischen eher jungen und nahezu ausschließlich Männern ist eine gewisse Vertrautheit mit Videospielen auch nicht verwunderlich - Christchurch hatte mit dem Livestreaming eine neue Dimension zu solchen Anschlägen hinzugefügt - es war leider nur eine Frage der Zeit bis diese Nachahmer findet. Dieser antisemitische Anschlag, welcher noch viel schlimmer hätte ausgehen können wurde wohl motiviert von Selbsthass ("Incel"/"Doomer"-Sphären) und Hass auf Andere (Feindbilder: Juden, Ausländer, Feministen etc.). Ein Kampf gegen Extremismus muss auch Phänomene wie "Incels" verstehen - ich vermute den Täter von Winnenden würde man heute auch so nennen und diesen Aspekt mehr journalistisch herausstellen.

EDIT: Ich nehme meinen ersten Satz wieder des letzten Absatzes wieder teilweise zurück, die Phrase "wie im Computerspiel" lese ich dann doch zu oft...

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Re: Links zur Presse (Stigma) #7

Beitrag von amegas » Fr 11. Okt 2019, 07:58

https://www.focus.de/gesundheit/ratgebe ... 25938.html


"Das Video von B. erinnert dabei vor allem aufgrund der Perspektive – B. filmte die Tat mit einer Helmkamera – an brutale Baller-Spiele."

"Diese als Ursache extremer Taten wie den Terrorakt von Halle zu identifizieren, hält Benecke für falsch. Ihrer Meinung nach passten solche Video-Spiele in die Gedankenwelt potenzieller Attentäter, weil sie es ihnen erlauben, ihre ohnehin vorhandenen Gewaltphantasien zu simulieren. Außerdem würden sie helfen, negative Emotionen zu übertünchen. „Doch sind diese Spiele in keinem Fall Auslöser solcher extremen Gewalttaten. Wer sich zu so einer Tat entscheidet, der tut das unabhängig von Ego-Shootern.“

Videospiele im Allgemeinen zu verteufeln, davon hält auch der Extremismus-Experte nichts. Sie seien vorwiegend für labile Menschen gefährlich. Dennoch fordert er: „Hier muss es eine Kontrolle der sozialen Medien geben."

Update 1

https://www.landeszeitung.de/blog/nachr ... ertet-mich

"Terror wie im Ego-Shooter: Verfolgt und bewertet mich"

"Der Rechtsextremist aus Halle scheint sich bestimmte Ziele für seinen Anschlag gesetzt zu haben, die er erreichen wollte, wie in einem Computerspiel"

https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitge ... rung-memes

"Er plante seine Taten wie Computerspiele"


"Ihn prägten antisemitische Propaganda und Ego-Shooter."

" der sich in antisemitischen und rassistischen Foren des Internets radikalisierte und seine Taten plante wie ein Computerspiel."

"Die Welt der Gamer spiegelt sich auch in einem menschenverachtenden Belohnungskatalog am Ende seines Manifests wider: jeder Mord ein Bonuspunkt, jede angegriffene Religionsgemeinschaft ein Pokal." "Bekannt sind solche besonderen Achievements aus heutigen Videospielen für beispielsweise die PlayStation und Xbox."

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Re: Links zur Presse (Stigma) #7

Beitrag von Rigolax » Fr 11. Okt 2019, 12:33

ZDF heuteplus hat auf Twitter eine valide "Fake-News" produziert. Man hat, aus Versehen, Aufnahmen der Tat in einem Video des Twitch-Kanals von Dreamhack montiert...: https://twitter.com/heuteplus/status/11 ... 7240602624

Hier etwas Kontext: https://www.reddit.com/r/GlobalOffensiv ... _video_of/

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Re: Links zur Presse (Stigma) #7

Beitrag von Rigolax » Fr 11. Okt 2019, 15:34

https://www.tagesspiegel.de/politik/hal ... 07456.html Titelbild: Person mit Headset starrt auf Röhrenbildschirm auf dem ein Artwork von CS in einem Browser aufgerufen ist, im Artikel an sich sieht es durch die Vergrößerung so aus, als ob die Person das Spiel spielt (Plus-Symbol zum Vergrößern). Bildunterschrift: 'Ein junger Mann informiert sich über ein "Killerspiel".' Uff.

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Re: Links zur Presse (Stigma) #7

Beitrag von buzzti » Fr 11. Okt 2019, 16:23

Rigolax hat geschrieben:
Fr 11. Okt 2019, 15:34
https://www.tagesspiegel.de/politik/hal ... 07456.html Titelbild: Person mit Headset starrt auf Röhrenbildschirm auf dem ein Artwork von CS in einem Browser aufgerufen ist, im Artikel an sich sieht es durch die Vergrößerung so aus, als ob die Person das Spiel spielt (Plus-Symbol zum Vergrößern). Bildunterschrift: 'Ein junger Mann informiert sich über ein "Killerspiel".' Uff.
Ok der Artikel ist wirklich fast wie aus dem letzten Jahrzehnt. Das Bild mit dem CS-Screenshot gabs damals schon...
"Der Täter von Halle war Polizei und Verfassungsschutz bislang nicht als rechtsextremistisch aufgefallen, sondern wurde offenbar in der Gamingszene im Netz radikalisiert."
"Müssen wir jetzt, da die Generation Internet erwachsen ist, Angst vor männlichen "Versagern" haben, die ihr Heil beim Gaming suchen – und möglicherweise auch in der Realität umherballern?"
Wobei hier hauptsächlich der Interviewer Alexander Fröhlich das Thema stark auf Gaming fokussiert, der Interviewte antwortet da noch wesentlich differenzierter.

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Re: Links zur Presse (Stigma) #7

Beitrag von Pyri » Fr 11. Okt 2019, 17:14

Rigolax hat geschrieben:
Do 10. Okt 2019, 21:49
Böhmermann hat dazu aufgerufen, beim Mobile-Game "Coin Master" mal einen Indizierunganstrag bzw. eine -Anregung zu stellen. Na ja, halte ich für recht unwahrscheinlich, dass die so etwas indizieren (können). Insbesondere würde das etwaig erfolgte OLJB/USK-Kennzeichnungen für z. B. NBA 2k20 oder GTA Online ad absurdum führen.
Darstellungen von fiktionalem Glücksspiel in Videospielen sind jetzt schon länger durch die Bank erfahrungsgemäß, egal ob "großes" oder kleines Glücksspiel, frei ab 12. Auch Wetten dürften davon nicht diskriminiert werden.
Die USK war hier früher "liberaler", die PEGI strenger - dann alles harmonisiert.

Für Glücksspiel-Mechaniken im Bereich der Monetarisierung sehe ich in Deutschland momentan immer noch gar keine Handhabe. Wenn dann müsste es wohl eine Ausweitung des Glücksspiel-Begriffes geben, und damit eine eigene Gesetzgebung - so wie in Euerm Nachbarland Belgien https://www.bbc.com/news/newsbeat-49674333
Weshalb daraus bei 2K jetzt aber so eine große Sache gemacht wird verstehe ich auch nicht wirklich. Bereits Anfang Oktober 2012 kritisierte ich den Verkauf von gold- oder silberfarbenen Schmuck nach dem jeweiligen Gold- oder Silberpreis usw. in deren Basketball. Das halte ich tendenziell immer noch für wesentlich verwerflicher, also den Wert eines virtuellen Produktes nach seiner Farbe zu bemessen (im Sinne von Angebot und Nachfrage) - für mich eigentlich weiterhin unvorstellbar. Vielleicht tritt da kein Suchteffekt ein, aber das fragwürdige Produkt bleibt trotzdem bestehen und kostet sogar noch wesentlich mehr Geld.
Das gibt es mit der Farbe rot zwar auch im Zusammenhang mit der Aidshilfe (etwa bei Apple), hat dort aber einen Charity-Hintergrund.

Ähnliches war beim Eishockey-Sport Anfang des Jahrzehnts zu beobachten: Eishockey wurde in Deutschland früher für jugendfrei erklärt. Die PEGI sah bis 2011 auch hier ein "ab 16". Zunächst war das unklar, aber mittlerweile ist auch dort alles gleich harmonisiert (ab 12), wobei eine damals neu eingeführte Prügelmechanik von EA wohl nur der Anlass gewesen ist. Und anhand eines dort vorhandenen Titels ist das auch eindeutig zu belegen, wenn man sich da durchblättert: https://pegi.info/search-pegi?q=nhl
buzzti hat geschrieben:
Do 10. Okt 2019, 23:21
EDIT: Ich nehme meinen ersten Satz wieder des letzten Absatzes wieder teilweise zurück, die Phrase "wie im Computerspiel" lese ich dann doch zu oft...
Nein, ich denke schon dass die Einschätzung richtig ist - vor allem eine Distanz zum Medium, so wie früher der Fall, ist heute nicht mehr feststellbar. Wobei Ressentiments ja eindeutig auch Games-affine AutorInnen haben können.
Das hat im Diskurs aber ganz bestimmte politische Gründe: wer eine Mitschuld von Games (über)betont, läuft in der aktuellen Diskussion Gefahr einer Trump-Argumentationsstruktur zu folgen, wenn schon nicht Schusswaffen das Wort zu reden. Die Moral ist dort einfach nicht mehr zu Hause, der Vorwurf deshalb in der Defensive.
Und fallen, wie in dem Fall offenbar, legal erworbene Waffen weg, funktionieren Maßnahmen gegen das "Darknet" auch nicht: die Öffentlichkeit weiß zwar kaum was das ist, aber dafür hat es mit den "Algorithmen" von Google & Co. schon länger ein neues Feindbild. Würden Teile der Politik also sagen nur mehr das von Suchmaschinen erfasste Netz nicht sperren lassen zu wollen (was auch immer das konkret helfen könnte), aber halt als populistische Maßnahme wäre das eben opportun, dann würde diese "Sicherheit" auch wieder nur mit Hilfe von Konzernen wie Google oder Microsoft "erkauft" werden können, deren Macht stärken. Und das würde die Öffentlichkeit schließlich auch wieder verstehen, das heißt deshalb in der Politik genau niemand wollen (geschweige denn dass es rechtlich, technisch und logistisch, also von der Infrastruktur her, nicht durchführbar wäre).
Wesentlicher ist da schon die Sozialisierung des Täters, ob etwa Verbindungen zu Gruppen mit extremistischen Tendenzen die daneben in der Öffentlichkeit stehen, existieren (wie etwa der "AfD", Pegida oder den "Identitären"). Zunächst las ich etwa nur, der Täter sei "Neonazi" gewesen - Beleg für eine dementsprechende Organisation fand ich keine. Jetzt sieht es ganz so aus als ob der Täter mit dem typischen "Verlierer"kreis und dessen was in der Öffentlichkeit gemeinhin mit "GamerGate" identifiziert wird assoziiert werden könnte, wobei die Argumentation - gerade im Journalismus - ja nicht jene ist, dass das wirklich "Gamer" (mehr) seien, sondern eine (nur mehr) rückständige Gruppe und sich das Publikum des Mediums über deren Sexismen und Rassismen hinaus längst verbreitert hätte. Also weder Games noch "Gamer" dürfte das so längerfristig schaden, nur: eine Gesellschaft sollte wirklich wissen was es aus ihr macht, wenn in ihr ständig dann jene welche tatsächlich "verloren" haben zu ihren Sündenböcken erklärt werden, also all jene die vielleicht ebenfalls noch "jung", aber dafür keineswegs "stark, schön und erfolgreich" sind, wirklich Hilfe in ihren Leben benötigen würden etc. Abgesehen einer vorgeblich "anständigen", in Wahrheit vielleicht aber doch eher wirklich randständigen Definition von "Hass", Liebe und Meinungsfreiheit.
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