Links zur Presse (Stigma) #8

Falschdarstellungen und Vorurteile
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Patrik
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Re: Links zur Presse (Stigma) #8

Beitrag von Patrik » Sa 18. Apr 2020, 15:15

…während gleichzeitig die WHO zu Online-Gaming rät, um soziale Kontakte zu halten. Kann man sich nicht ausdenken.

Rigolax
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Re: Links zur Presse (Stigma) #8

Beitrag von Rigolax » Di 5. Mai 2020, 12:25

https://www.deutschlandfunkkultur.de/ga ... _id=475962

"Gamerinitiative 'Keinen Pixel den Faschisten!': Die eigene Community gegen Rechts absichern" (Was für eine (aus Versehen) unfassbar treffende Überschrift!! Geht es doch den Aktivisten dort nicht nur um Nazi-Nazis, sondern vielmehr um "Nazis" (rechtsextrem vs. diffus rechts). Sie selbst verstehen sich zwar als "Minimalkonsens", aber wie das so manchmal ist mit (Absichts-)Erklärungen habe ich da so meine Zweifel.)

Egal, ich poste das, weil die Moderatorin im Gespräch mit Pascal Wagner ab ca. 2:20 "Killerspiele" als "Gattung"(sbegriff) undistanziert verwendet (EDIT: 2:20 vor Ende; die Anzeige auf der Website hatte mich verwirrt, sorry).

Übrigens wurde auf Twitter schon "#Gamergate2020" von Teilen der "Gegenbewegung" ausgerufen, also diejenigen, die Gamergate(r) als Eigenbezeichnung nicht-pejorativ verwenden, so wie ich das verstehe.

---

Hier noch was: Games-Förderung in Niedersachsen auch weiterhin nicht für USK-18-Titel https://www.gameswirtschaft.de/politik/ ... rung-2020/

Vicarocha
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Re: Links zur Presse (Stigma) #8

Beitrag von Vicarocha » Fr 8. Mai 2020, 12:58

Grausiger Artikel:
Von einer „Gamifizierung des Terrors“ war gar die Rede, weil sich die Täter von Halle und Christchurch in einem Umfeld radikalisierten, in dem über die Anzahl der Ermordeten gesprochen wurde, als würde es sich um die Jagd nach den nächsten Highscore eines Computerspiels handeln.
Solche Analogien halten ja keiner Betrachtung stand, zeugen vielmehr von einem nicht mal mehr antiquierten Verständnis von Spielen, Spielern und Spielekultur...

Und auch die Rede von dieser ominösen "Gamerszene", da steckt ein solch monolithisches Kulturverständnis hinter, dass es mir die Zehennägel aufrollt. Mithin, bei der Ubiquität des Computerspielens überrascht zu sein, dass sich dort Menschen mit extremen weltanschaulichen Positionen u.ä. finden lassen - wie in der Gesamtgesellschaft auch, aus denen sich Spieleer ja rekrutieren - ist bestenfalls naiv. Hinzu kommt eine zunehmend - m.E. - immer indifferente-inflationärere Charakterisierung und Attribuierung von Positionen als "rechts", mit einhergehender Diabolisierung, wobei dann auch Positionen erfasst sind, die einfach "rechts" einer extremen Linksposition sind, also selbst genuin linke Positionen, was schon reichlich absurd ist. Die Angelegenheit ist ja schon problematisch, weil mit dieser unkritischen "rechts"-Diabolisierung dann auch schon mittige (libertäre/liberale etc., oszilierende etc.) bis einfach konservative Positionen einfach mal pauschal verteufelt werden. Da geht es im Grunde auch um eine Dichotomisierung der Positionen, der Gesellschaft. Nur weil ich sog. "geschlechtergerechte Sprache" ablehne, den Mythos des "Gender-Paygabs" zu widerlegen weiß, das Konstrukt der sog. kulturellen Aneignung für (von rechtsidentitären Positionen kaum bis gar nicht differenzierbaren) irrsinnigen Tribalismus halte,Gleichberechtigung nicht mit Gleichstellung verwechsle, kein Wltanschauungs- und Kulturrelativist bin (nein, nicht alle Weltanschauungen/Kulturen sind unter Setzung eines objektivierbaren Maßstabes - z.B. die Wahrung der Menschenrechte - gleich viel Wert), durchaus den Begriff "Social Justice Warrior" als Pejorativum für diverse individueen für angemessen halte u.ä, bin ich ja z.B. noch lange nicht rechts - in einigen Kreisen würde aber jeder einzelne Punkt dafür reichen, mich als Nazi zu diskreditieren, ganz ungeachtet meiner eindeutig affirmativen Position zur Demokratie und Pluralität, zu Rationalität und Skeptizismus, Gleichberechtigung, meiner Positionierung gegen Rassimus, Sexismus u.ä. Soviel vielleicht erst mal generell zum Thema (sry, dank Corona habe ich viel Zeit und freue mich, mal was tippen zu können...).

So verwundert es aber auch nicht, dass hier wieder "Gamergate" als rechte Kampagne diskreditiert wird, man sich also - wie üblich - nicht mit den Inhalten von Gamergate auseinandersetzt.

So kann man sich auch vorstellen, was ich von der Idee halte, ganze "Communities" zu "Safe Spaces" umzuwandeln bzw. generell von der Idee, alles in Watte zu packen. Abgesehen von konkreten Drohungen, Beleidigungen u.ä. - und selbst da sollte man sich oftmals ein dickeres Fell wachsen lassen und nciht so naiv an die Sache rangehen - will man hier ja nicht nur ganz bestimmte Umgangsformen oktroyieren (und nein, wir müssen nicht höflich zueinander sein), sondern Diskurse hermetisch abzuschließen.
Ein problematisches Spiel sei zum Beispiel auch „The Division“. Als Elitesoldat bekämpfe man darin in einem dystopischen New York Plünderer – diese seien jedoch meist People of Color. Ein Thema, das bei Gesprächen mit dem Publisher „immer umschifft“ und stattdessen gesagt werde, dass das Spiel keine politische Botschaft habe: „Dass man damit aber eben ein Feindbild aufmacht, ein relativ einfach zu greifendes, was dann auch unterbewusst weitergetragen und weiterverarbeitet wird, darauf muss man immer und immer wieder hinweisen – und das wollen wir unter anderem tun.“
OK, das hätte ich mal gerne quantifiziert (statt nur behauptet). Den Eindruck hatte ich nämlich nicht. Wahrscheinlich ist das wieder so ein Fall wie der Jude auf der Brücke in GTA IV damals bei Frau Pfeiffer...
"In the beginning there was violence. Cain slew his own brother Abel according to Genesis and he didn't even have a video tape recorder."
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Re: Links zur Presse (Stigma) #8

Beitrag von ShaneFenton » Mo 29. Jun 2020, 01:37

So, I've just learned the death of a French journalist specialized in retro-gaming (he authored a couple of books, articles and game guides) : https://www.gamingsince198x.fr/entre-no ... de-dettes/

It saddens me because although I didn't read much of his writings, it's thanks to him that I "discovered" that Super Mario 2 was blamed for a hostage crisis by a reputable mainstream journal in the early 90's.

amegas
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Re: Links zur Presse (Stigma) #8

Beitrag von amegas » Di 8. Sep 2020, 15:39

https://www.bunte.de/family/kinder-schu ... oeten.html

Die BUNTE beschäftigt sich mit "Killerspielen" :mrgreen:

"Kind spielt Killerspiele
Warum unsere Kinder in Computerspielen töten"

"Auf Konsole und PC spielen gewaltverherrlichende Computerspiele wie Egoshooter eine immer größere Rolle. Kann man diese getrost seinem Kind zumuten?"


"Wenn es sich nicht gerade um ein Strategie- oder ein Puzzle-Spiel handelt, dann geht es in den meisten Games um das Töten."

:roll:

ShaneFenton
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Re: Links zur Presse (Stigma) #8

Beitrag von ShaneFenton » Mi 9. Sep 2020, 11:43

What can we expect from a "People Magazin" after all ? :roll:

Here, we have a bunch of magazines like this, from the crassiest to the classiest : France Dimanche, Ici Paris, Gala, Voici, Paris Match, Jours de France... I've read them for years when I was a kid because my grandmother asked me to buy them for her week after week, so I'm quite familiar with them. Their anachronism is deliciously fascinating : it's like they've been living in the same bubble for decades, where nothing changes but the face of celebrities, and anything that comes from the "outside world" is treated like a freak show.

In some way, they live in a never-changing, neverending, virtual world. And it's ironic that everything that has been blamed on World of Warcraft can apply to them. :lol:

Also, from the same magazine, a couple of years ago : https://www.bunte.de/gesund-leben/geist ... 44992.html

Edit: So, I Googletraded it and read it thoroughly. Despite the idiotic beginning (title, subtitle, first paragraph), whoever wrote this article tried, and tried hard, to remain moderate, to reassure, to defuse all the fear put in the beginning. After all, giving sensationalistic and shocking headlines in order to frighten the readers, thus get their attention from the start, before reassuring them in the core of the article, is a very good method to attract viewers and keep them. And I saw it so many times, not just in people magazines.

Anyway, I wouldn't say everything is bad in the article. They tried to be smarter than what was expected of them. They tried not to stigmatize the entire medium nor the people who play. They tried to be open-minded, thought-provoking, "avoid prejudice" like they said. It's just that despite their best efforts, they desperately don't know a thing about video games. Which disqualifies them to talk about this subject.

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Re: Links zur Presse (Stigma) #8

Beitrag von Vicarocha » Di 15. Sep 2020, 21:29

Auch mal hier, weil es im Thread hier drunter sonst untergehen könnte (auch wenn es hier im Forum eher alles abgestorben ist).

Nach langer Zeit, Publikationswechsel inkl., wurde mein Artikel "Aggressiv durch Mediengewalt? Stand und Probleme der Gewaltwirkungsforschung bei Computerspielen" endlich veröffentlicht (und auch noch in einer der beiden zentralen Fachzeitschriften für diese Thematik): https://www.nomos-elibrary.de/10.5771/0 ... 020-heft-4
Viel Spaß damit. 😉

Habe ich doch noch was 'akademisches' gemacht...
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Re: Links zur Presse (Stigma) #8

Beitrag von Rigolax » Do 17. Sep 2020, 00:31

Um hier mal wieder was zu posten, kannibalsiere ich eben aus einem Post von mir in einem anderen Forum
(https://forum.gamespodcast.de/viewtopic ... 86#p146286):

https://www.mdr.de/nachrichten/politik/ ... t-100.html "Der Attentäter von Halle spielte exzessiv sogenannte Ego-Shooter auf der Spieleplattform 'Steam'. Dort verbrachte Stephan B. Hunderte Stunden mit Computerspielen und unterhielt auch zahlreiche Kontakte."

Man kann ja erst einmal wenig daraus ableiten, dass jemand "Hunderte Stunden" Computerspiele spielte, auch speziell Ego-Shooter, auf Steam; das als "exzessiv" zu charakterisieren, ohne einen angegebenen Zeitrahmen oder Informationen zu den Lebensumständen, ist imho schlichtweg unsachlich. Ich denke mal, eine Menge Leute hier werden hunderte Stunden Computerspiele/Ego-Shooter gespielt haben (unter anderem ich selbst, hunderte Stunden in Team Fortress 2 alleine). Man stelle sich vor, jemand habe Hunderte Stunden Romane gelesen (Stichwort "Lesesucht").

Jedenfalls könnte es sein, dass der Attentäter von Halle "exzessiv" Ego-Shooter spielte: Hat jemand dazu konkretere Infos? Ansonsten ist so eine Formulierung (gerade bei den ÖR) imho kontraproduktiv, erinnert dann tatsächlich an eine Art "Killerspiel-Debatte-Light", insbesondere da "Gamer" doch leicht die Formulierung durchschauen können. -- Als Kontext: Der Täter von München in 2016 hatte offenbar über 3000 Stunden Spielzeit in diversen Counter-Strike-Varianten (https://vdvc.de/blog/2016/07/24/volker- ... s-grenzen/). Da passt "exzessiv" durchaus, das wären aber dann aber ja Tausende Stunden (und ein Journalismus würde das dann wohl auch eher so formulieren) und die Person war dabei auch noch wesentlich jünger (18 vs. ungefähr 27 bei Halle) und auch noch Schüler.

---

Sonst noch vom Bohemian Browser Ballett, die zu funk gehören: "Der Gamer-Knast - Wegen Zocken hinter Gittern" mit Solmecke. Ziemlich, eh, flach: https://www.youtube.com/watch?v=Z4z477EftNY

Vicarocha
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Re: Links zur Presse (Stigma) #8

Beitrag von Vicarocha » Do 17. Sep 2020, 08:13

Rigolax hat geschrieben:
Do 17. Sep 2020, 00:31
Um hier mal wieder was zu posten, kannibalsiere ich eben aus einem Post von mir in einem anderen Forum
(https://forum.gamespodcast.de/viewtopic ... 86#p146286):

https://www.mdr.de/nachrichten/politik/ ... t-100.html "Der Attentäter von Halle spielte exzessiv sogenannte Ego-Shooter auf der Spieleplattform 'Steam'. Dort verbrachte Stephan B. Hunderte Stunden mit Computerspielen und unterhielt auch zahlreiche Kontakte."

Man kann ja erst einmal wenig daraus ableiten, dass jemand "Hunderte Stunden" Computerspiele spielte, auch speziell Ego-Shooter, auf Steam; das als "exzessiv" zu charakterisieren, ohne einen angegebenen Zeitrahmen oder Informationen zu den Lebensumständen, ist imho schlichtweg unsachlich. Ich denke mal, eine Menge Leute hier werden hunderte Stunden Computerspiele/Ego-Shooter gespielt haben (unter anderem ich selbst, hunderte Stunden in Team Fortress 2 alleine). Man stelle sich vor, jemand habe Hunderte Stunden Romane gelesen (Stichwort "Lesesucht").
Wie passend, steht doch just in meinem obigen Artikel:
"Auch die in der Presse behaupteten vagen Parallelen zwischen den Inhalten gewaltdarstellender Spiele und der Ausübung spektakulärer Gewalttaten [...] halten einer Betrachtung nicht stand [...]. Studien belegen bspw., dass sich nur ein kleiner Teil der US-amerikanischen und deutschen Schulamokläufer für solche Spiele oder fiktionale Gewalt insgesamt interessierte, ohne dass ein für Jugendliche überdurchschnittliches oder gar pathologisches Interesse an solchen Spielen identifiziert werden könnte, gesamtgesellschaftliche Referenzwerte einer ›normalen‹ Nutzung fehlen nämlich."
Ist immer interessant zu sehen, wie unreflektiert die (wahrscheinlich nichtspielende) Journaille alleine schon die Quantität des Spielens wahrnimmt und selbst dann noch verblüfft ist, wenn ein paar hundert Stunden insg. über einen Zeitraum von mehreren Jahren zustande kommen. Erinnert mich entfernt an - ich glaube es war damals Beckstein, ich finde das genaue Zitat nicht mehr - die Empörung darüber, dass manche Spieler in ihrem Spielerleben bestimmt schon ein Dutzend virtuelle Menschen über den Jordan geschickt hätten... irgendwie süß, eine Runde Defcon und der kill count ist schon im Bereich der Milliarden.

P.S.: Ich glaube, außer uns beiden ist hier niemand mehr großartig aktiv. ;-)
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Re: Links zur Presse (Stigma) #8

Beitrag von Rigolax » Do 17. Sep 2020, 14:51

Vicarocha hat geschrieben:
Do 17. Sep 2020, 08:13
Wie passend, steht doch just in meinem obigen Artikel:
"Auch die in der Presse behaupteten vagen Parallelen zwischen den Inhalten gewaltdarstellender Spiele und der Ausübung spektakulärer Gewalttaten [...] halten einer Betrachtung nicht stand [...]. Studien belegen bspw., dass sich nur ein kleiner Teil der US-amerikanischen und deutschen Schulamokläufer für solche Spiele oder fiktionale Gewalt insgesamt interessierte, ohne dass ein für Jugendliche überdurchschnittliches oder gar pathologisches Interesse an solchen Spielen identifiziert werden könnte, gesamtgesellschaftliche Referenzwerte einer ›normalen‹ Nutzung fehlen nämlich."
So etwas ähnliches schrieb ich auch noch im Post von mir in dem anderen Forum, zitierte ich gestern aber nicht mit:
Wenn eine signifikante Zahl von Amokläufern zockte, könnte das auch eher unüberraschend sein und schlicht an der entsprechenden Kohorte (Altersgruppe/Geschlechtlichkeit) liegen. Es wäre dahingehend vielleicht eher verwunderlich, wenn eine signifikante Zahl von Amokläufern nicht zocken würde.

Ein Nicht-Spielen von (gewaltdarstellenden) Videospielen könnte in bestimmten Kohorten dagegen sogar für psychische/soziale Devianz sprechen, also ein Indikator sein, dass eine (jugendliche/adoleszente) Person gefährdungsgeneigt sein könnte (um auf diesen Jugendschutzbegriff nochmal zurückzugreifen, also „gefährdungsgeneigt“). Siehe jedenfalls dafür z.B. „Moral Combat: Why the War on Violent Video Games Is Wrong”, Abschnitt „What’s Normal is Normal“; der Abschnitt davor ist auch interessant, bzgl. dass ggf. gerade Schulamokläufer statistisch gesehen weniger violente Spiele spielten als ihre Peers.

Stellt sich imho die Frage, ob man sonst nicht (mal wieder) eher Korrelationen hinterherjagt bzw. was man angesichts der so starken "Mainstreamigkeit" von Gewaltspielen überhaupt noch ableiten kann. Produktiver wäre es vielleicht doch spezifischere Spiele/Darstellungen (z.B. Hatred) zu betrachten und/oder auf exzessives Spielverhalten abzustellen (siehe oben) -- neben dem Herumtreiben in bestimmten Kosmen.
Dazu als Kontext: "Hatred" begegnet einem durchaus mal auf Steam als regelrechte Devotionalie/Erkennungszeichen von deutlich rechtsextrem oder sogar mit rechtsextremen Terrorismus sympathisierenden Nutzern, konnte ich selbst öfter feststellen.

Das Spiel wurde auch (inhaltlich falsch) bei den öffentlich-rechtlichen in "ttt" thematisiert: https://www.daserste.de/information/wis ... o-500.html Dort werden Aufnahmen aus Hatred gezeigt und kommentiert mit: "es gibt Spiele, die eindeutig rassistisch und antisemitisch sind" (ab ca. 27:40). Vgl. auch hier, Absatz mit dem Bild von Hatred: https://www.daserste.de/information/wis ... s-100.html Das Spiel ist aber in seinem Inhalt höchstens allgemein menschenfeindlich, "eindeutig rassistisch [oder] antisemitisch" ist es sicher nicht.

Ich will das Spiel oder die Devs da jedenfalls auch nicht quasi als Ablenkungssündenbock missbrauchen -- wirkt ggf. etwas so --, aber realistischer Weise ist Hatred imho schon interessanter als ein Counter-Strike, wenn man unbedingt etwaige "Gefährdungen" ergründen wollen würde und das dann spielenutzungsbasiert tun möchte. Wobei das natürlich trotzdem mit sehr großer Vorsicht zu genießen ist: Ich kenne auch Hatred-Fans, die nach meinem Eindruck keineswegs rechsextrem oder gewaltaffin sind, eher im Gegenteil; die sind eher von einem Nihilismus fasziniert, den das Spiel ausstrahlt, denke ich.

In dem Kontext auch dieser kleine "Faux Pas", als das Entwickler-Studio von Hatred auf der devcom ein Antirassismus-Event hosten sollte: https://twitter.com/Devcom_conf/status/ ... 7336791045. Und das folgende Cancelling: https://twitter.com/Devcom_conf/status/ ... 7084411914
Vicarocha hat geschrieben:
Do 17. Sep 2020, 08:13
P.S.: Ich glaube, außer uns beiden ist hier niemand mehr großartig aktiv. ;-)
Stimmt wohl. Ich beschäftige mich im Grunde auch nur noch mit dem Thema, weil ich wohl nicht loslassen kann. Na ja.

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