Mahnwache in Stuttgart: Videospiele sinnvoll einsetzen

Falschdarstellungen und Vorurteile
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Patrik
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Mahnwache in Stuttgart: Videospiele sinnvoll einsetzen

Beitrag von Patrik » Fr 16. Okt 2009, 13:01

„Videospiele für Integration” – Kultur sinnvoll einsetzen statt vernichten

Die Nachricht vom geplanten Vorhaben des „Aktionsbündnisses Amoklauf Winnenden”, Spiele zu sammeln, nur um diese anschließend zu entsorgen, wurde vom VDVC und zahlreichen weiteren Computerspielern mit Entsetzen entgegengenommen. Vor allem die Symbolik, welche von dem Vorhaben ausgeht, wird kritisiert.

Der VDVC begrüßt die Bemühungen des Aktionsbündnisses, Eltern aufmerksam zu machen, dass nicht alle Medien für ihre Kinder geeignet sind. Offenbar fehlte aber bisher eine sinnvolle Möglichkeit, was mit im Haushalt vorhandenen, nicht kindgerechten Spielen passieren soll. Diese Lücke möchte der VDVC mit seiner Aktion „Videospiele für Integration” schließen: Anstatt anerkanntes Kulturgut zu vernichten, werden beim VDVC abgegebenen Spiele zugunsten der Integration eingesetzt.

Gemeinsames Spielen schafft bekanntlich Freundschaften und trägt somit zu einem besseren Miteinander bei. Auch gegenüber Menschen, denen die Gesellschaft oft mit Vorurteilen gegenüber tritt, kann so ein positiveres Klima geschaffen werden: Spiele bringen von Natur aus verbindliche Regeln mit sich. Durch das Befolgen dieser gemeinsamen Regeln wird eine Gemeinschaft unter den Spielenden geschaffen. Während die Regeln des Spiels nach Spielende ihre Gültigkeit verlieren, kann die emotionale Bindung auch außerhalb des Spieles erhalten bleiben.

So möchte der VDVC die abgegebenen Videospiele im Sinne der Verständigung einsetzen. Die Sammlung startet voraussichtlich am Samstag, den 17. Oktober, ab 10:30 Uhr auf dem Schlossplatz Stuttgart. Dort werden im Rahmen einer Mahnwache unter dem Titel „Videospiele – Menschen verbinden statt aufhetzen” auch Spiele angenommen werden. Für den Zweck gut geeignete Spiele wird der VDVC direkt zugunsten der Kommunikationsförderung an entsprechende Gruppen weiter geben. Natürlich wird dabei auf den Jugendschutz geachtet werden: Die strengen Vorgaben der deutschen Gesetze werden selbstredend eingehalten.

Der VDVC ruft das „Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden”, Eltern und Gamer auf, nicht genutzte Spiele einem sinnvollen Zweck zu stiften, anstatt sie in den Müll zu werfen. Patrik Schönfeldt, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des VDVC, unterstreicht: „Die massenhafte Vernichtung von Kulturgut könnte angesichts der Geschichte falsch aufgefasst werden. Einen solchen Fehltritt möchten wir niemandem wünschen.”

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Re: Mahnwache in Stuttgart: Videospiele sinnvoll einsetzen

Beitrag von Fahrstuhl » Fr 16. Okt 2009, 15:35

Hat vielleicht jemand nen Camcorder, den er am Samstag mitbringen könnte? Es wäre ziemlich cool, wenn wir ein paar Videos von der Mahnwache hätten. (Gespräche mit Passanten, Journalisten(?), AAW-Leuten(?); Was halt alles passiert :D )

Sandra Uhling
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Re: Mahnwache in Stuttgart: Videospiele sinnvoll einsetzen

Beitrag von Sandra Uhling » Fr 16. Okt 2009, 16:30

Hi,
läuft die Aktion länger?
Ich hätte da noch ein cooles TR Anniversary PS2.
Hatte ich mir zum Testen für jOG PS2 verwendet.
Ist jetzt übrig.

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Patrik
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Re: Mahnwache in Stuttgart: Videospiele sinnvoll einsetzen

Beitrag von Patrik » Fr 16. Okt 2009, 16:46

Die Aktion läuft länger, ja. Wenn wir sagen, dass ne Möglichkeit fehlt, stellen wir die ja nicht nur einen Tag zur Verfügung. Wo wieder gesammelt wird, ist aber noch nicht ganz klar. Ich halte Events für sinnvoll, auf denen viele Spieler sind (z.B. LAN-Partys). Allerdings muss so was natürlich erst mit den Veranstaltern abgemacht werden.

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Re: Mahnwache in Stuttgart: Videospiele sinnvoll einsetzen

Beitrag von rgb_freak » Fr 16. Okt 2009, 18:24

Um zu verdeutlichen, das wir nicht gegen das "Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden" arbeiten und auch zum Ausdruck der Anteilnahme der ermordeten Schüler, könnte man AAW auf der anderen Seite auch Unterstützen in dem wir Unterschriften für das "Generelles Verbot großkalibriger Waffen für Privatpersonen" sowie das "Verbot für Faustfeuerwaffen in privaten Haushalten" sammeln.

Unterschriften Liste des AAW gegen Schußwaffen (http://files.homepagemodules.de/b181627 ... p155n3.pdf)

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Re: Mahnwache in Stuttgart: Videospiele sinnvoll einsetzen

Beitrag von Gurash » Fr 16. Okt 2009, 18:32

So, wie PC Spiele nicht (allein) für Amokläufe verantwortlich sind, so sind auch Waffen nich für Amokläufe verantwortlich. (siehe den letzten auf dem ohne Schusswaffen vorgegangen wurde)

Ich finde man sollte nicht auf die Waffenlobby einhacken, sondern man sollte lieber MIT ihnen gegen solch populistische Ar*****cher wie Hr Schober vorgehen.

Das AAW hat ein, zwei gute Ziele auf ihrer Agenda; Schulung der Lehrer, Medienkompetenz etc.

Gegen die Waffenbesitzer zu schiessen ist die falsche Vorgehensweise.
Der VDVC sollte das AAW unterstützen (wenn sie es wollen) sobald es an die Aufklärung und die vermittlung von Spiel/Medienkompetenz geht

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Re: Mahnwache in Stuttgart: Videospiele sinnvoll einsetzen

Beitrag von Patrik » Fr 16. Okt 2009, 19:25

Wir sollten trotz Beleidigungen seitens des AAW mit denen reden. (Bündnis-Vorstand Hardy Schober laut Stuttgarter Nachrichten: "Sie haben unsere Aktion nicht verstanden. (…)" Der Intellekt der Spieler sei nicht sehr hoch.) Man muss verstehen, dass der Herr sich offenbar bedroht fühlt und hier ein irrationales Feindbild aufgebaut hat. Wir haben den AAW ja bewusst aufgerufen, die gesammelten Spiele sinnvoll einzusetzen. („Spiele, die das Töten von Menschen simulieren” kann ja sogar „Mensch ärgere dich nicht” einschließen, wenn man es entsprechend auslegen will.)

Ich finde es sogar ausgesprochen schade, dass durch abstruse Verbotsforderungen von eigentlich sinnvollen Ansätze wie Gewaltprävention und Sensibilisierung der Eltern abgelenkt wird. Das AAW hat da ja durchaus gute Punkte.

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Re: Mahnwache in Stuttgart: Videospiele sinnvoll einsetzen

Beitrag von Belgeron » Fr 16. Okt 2009, 20:14

Also aus rein subjektiver Sicht habe ich doch erhebliche Zweifel, dass ein Dialog mit dem AAW-Vorstand irgendwelche sinnvollen Ergebnisse bringt. Hübsche Ziele aufschreiben kann jeder. Was natürlich nicht heißt, dass man es nicht versuchen kann... Ich würde mich hier nur allzugern eines Besseren belehren lassen.
Außerdem bin ich der Meinung, dass sich der VDVC auf keinen Fall für Waffenverbote oder Ähnliches einsetzen sollte. Das entspricht nicht den aufgeführten Zielen des Vereins. Egal worum es geht: Man kann als Verein nicht mal einfach so völlig neue Themengebiete besetzen, weils vielleicht gerade günstig erscheint. Man hat schließlich Mitglieder zu vertreten und sollte soetwas vorher intern diskutieren und in die Satzung übernehmen.
Im Gegensatz dazu steht natürlich Eltern und andere Bezugspersonen beim Umgang mit Spielen zu unterstützen, was auch direkt den Zielen des VDVC entspricht (wie Gurash schon bemerkt hat^^).

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Re: Mahnwache in Stuttgart: Videospiele sinnvoll einsetzen

Beitrag von Patrik » Fr 16. Okt 2009, 20:18

Eine Unterstützung der Waffenverbots-Forderungen wurde intern auch schon diskutiert. Schlussendlich ist es aber nicht unsere Kompetenz. Wer da privat sammeln will, kann das natürlich machen. (Ich muss gestehen, gar keine Ahnung von Waffen zu haben. Mit Waffen will ich eigentlich auch gar nichts zu tun haben. Kann also auch nicht beurteilen, ob das Waffenrecht verschärft werden sollte.)

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Re: Mahnwache in Stuttgart: Videospiele sinnvoll einsetzen

Beitrag von Pyri » Fr 16. Okt 2009, 21:00

Computer- und Videospiele stellen für mich in erster Linie den Ausdruck Kreativer dar, also keine materielle Kultur. Letzten Endes geht es hier aus meiner Sicht also immer um die Gedanken von Menschen, welche sich in der Form Videospiel manifestiert haben. Waffen sind so hingegen, ganz neutral vielleicht noch das Ergebnis von Kunsthandwerk, jedoch stets eher materiell - was auch immer einzelne darüber denken.
Vielleicht ist es ebenso nicht unwesentlich, dass gerade Computer- und Videospiele auch etwa anders als Filme oder Nachrichtensendungen, wo manchmal noch von "notwendiger Gewalt" aufgrund eines Informationsauftrages gesprochen wird, eigentlich gar keine reale Gewalt darstellen. Das heißt, dass auch bei erfundenen Sachen die Gewaltdarstellung für gewöhnlich eher völlig virtuell ist und etwa keine SchauspielerInnen für eine inszenierte Gewaltdarstellung, Spezialeffekte in diese Richtung, möglicherweise noch vorbereitet werden müssten.

Ich persönlich würde freiwillig in meinem Leben keine Schusswaffe in die Hand nehmen, Messer lassen sich in der Küche und/oder am Tisch bei der Esskultur in hiesigen Ländern hingegen nur selten vermeiden

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