Modern Warfare 2 oder wie sorge ich fur Kritik

Falschdarstellungen und Vorurteile
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Ordos79
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Modern Warfare 2 oder wie sorge ich fur Kritik

Beitragvon Ordos79 » Sa 7. Nov 2009, 00:06

Hallo liebe Mitglieder,

ich bin nicht der große Forenschreiber, aber heute ist mir eine Nachricht aufgefallen bei der Gamestar und ich muß sagen, ich habe noch nie einen Hersteller erlebt, der so ungeschickt Futter für unsere Kritiker liefert.

Der Artikel bzw. die Stellungnahme des Chefredakteure:

http://www.gamestar.de/kolumnen/2310352 ... ltur_.html

Ganz ehrlich, ich sehe das Zwiespältig. Modern Warfare lebte von der Darstellung und des Todes der Teilnehmer von Missionen, und der dramatischen Darstellung eines Atomschlages. Das war ein Wow und Knochenmareffekt für mich, der mir auch gleichzeitig die Verletzlichkeit darstellte. Durch die Kommentare zwischen den Missionen wurde man zum Nachdenken angeregt.

Aber warum nun dieses? Warum den falschen Leuten Futter liefern? :?:

Wie seht Ihr das?

Ich bin ehrlich, ich bin neugierig auf das Spiel und werde es kaufen, hoffend das irgendwo die Kritik zwar berechtigt aber dennoch der "Zeigefinger der Moral & Ethik" seitens des Herstellers erhoben wird.

Grüße

CF mIfRe e.V.
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Re: Modern Warfare 2 oder wie sorge ich fur Kritik

Beitragvon CF mIfRe e.V. » Sa 7. Nov 2009, 12:28

Unglaublich das man in der heutigen Zeit oder überhaupt so etwas in ein Spiel einbaut und den Spieler auch noch teilhaben lässt. Ich finde das schockierend. Schon allein aus Protest würde ich mir dieses Spiel nicht kaufen, mal davon abgesehen das ich es sowieso nicht vor hatte!!
Vielleicht eine gute Gelegenheit für die Spielergemeinde mal zu zeigen, das wir noch Gefühle und Verstand haben, das wir keine blindwütigen Amokläufer sind.

Carsten
Computerfreunde mIfRe e.V. - 1. Vorsitzender: Michael 'michel' Groh, 2. Vorsitzender: Carsten 'killerman' Lavan

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Re: Modern Warfare 2 oder wie sorge ich fur Kritik

Beitragvon thomasbeyer » Sa 7. Nov 2009, 14:36

Wir sollten vielleicht eine geschlossene Meinung darüber vertreten und veröffentlichen, oder?
Sehr seltsam finde ich, dass die Hersteller auch noch vorher warnen!

Weitere Kommentare auch im Gamestar-Forum: http://www.gamestar.de/community/gspinb ... p?t=371583
oder die Kommentar zur internationalen Version:
http://www.gamestar.de/community/gspinb ... p?t=371578
“Erst wenn das letzte Computerspiel indiziert ist, der letzte Film zensiert ist und das Fernsehen wie wir es kennen verboten ist, werden die Eltern erkennen dass man Kinder trotzdem erziehen muss…”

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Patrik
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Re: Modern Warfare 2 oder wie sorge ich fur Kritik

Beitragvon Patrik » Sa 7. Nov 2009, 15:54

Ich finde es mindestens ungeschickt, so was zu bringen. Ich glaube auch, dass hier bewusst provoziert wird, um Marketing zu betreiben. Dabei überschreitet Activision Blizzard in meinen Augen eindeutig die Grenze des guten Geschmacks.

Ich muss ganz klar sagen, dass ich so etwas in Spielen nicht sehen will. Und ich denke, dass wird den meisten anderen Spielern auch so gehen. Zum einen, weil diese Mission sehr zweifelhaft ist, zum anderen, weil auf diese Weise Kritiker gefüttert werden.

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Re: Modern Warfare 2 oder wie sorge ich fur Kritik

Beitragvon GZA » So 8. Nov 2009, 19:55

Ich kann mich auch nur darüber aufregen! Was für ne schwachsinnige Mission ist dass denn? Hier finde ich (fast zum ersten mal) die Schnittmaßnahmen in unserem Lande gerechtfertigt (in der deutschen Version endet das Spiel sofort, falls man einen Zivilisten tötet).
Diese Mission wird uns noch lange Zeit die Arbeit erschweren; immerhin ist Modern Warfare 2 das am meist Vorbestellte Spiel aller Zeiten...(das Spiel ansich ist bestimmt gut, aber trotzdem: DICKES MINUS an Activision Blizzard!!)

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Re: Modern Warfare 2 oder wie sorge ich fur Kritik

Beitragvon Merkator » Di 10. Nov 2009, 00:27

Dann stelle ich hier gleich mal den dazu passenden Artikel aus dem "Kwick"-Magazin ein:

Computerspieler als Terroristen - darf das sein?

Hamburg (dpa) - Dürfen Spieler am Computer in die Rolle von Terroristen schlüpfen? Dürfen sie wehrlose Zivilisten hinrichten? Und dabei vielleicht sogar Spaß haben? Diese Fragen sorgen derzeit für hitzige Diskussionen in der Spieleszene.


Screenshot einer Spieleszene aus dem Shooter "Call of Duty: Modern Warfare 2".
Quelle: Activision Media/dpa

Denn mit solch einem blutigen Szenario beginnt der Ego-Shooter "Call of Duty: Modern Warfare 2". Das Spiel kommt am Dienstag (10. November) auf den Markt. Schon vorab ist klar: Der Tabubruch dürfte dem französischen Computerspielverlag Activision Blizzard Schlagzeilen bringen und den Absatz ankurbeln.

Fans freuen sich seit Monaten auf die Fortsetzung von "Modern Warfare" (deutsch: moderne Kriegführung), die das für Ego-Shooter bekannte Studio Infinity Ward entwickelt hat. Sie gehört zu den aufwendigsten Spiel-Produktionen des Jahres - mit einer Grafik fast wie im Film, exotischen Schauplätzen und krachendem Sound samt Titelsong von Rap-Star Eminem. Das "meist erwartete Spiel des Jahrzehnts" nannte es eine britische Computerzeitschrift.

Die Handlung ist schnell erzählt: Eine Spezialeinheit der USA muss eine Bande russischer Terroristen stoppen. Der Spieler kämpft aus Sicht mehrerer Agenten zu Wasser, zu Lande und in der Luft gegen die Verbrecher ­ es schwirrt das Blei, es fließt das Blut.

Auslöser der Debatte unter den durchaus hartgesottenen Spielern ist nicht die drastische Gewalt an sich, sondern die Eingangssequenz, die seit einigen Tagen als Video im Internet kursiert. Darin ist zu sehen, wie Terroristen in einem Flughafen wehrlose Zivilisten erschießen. Unter den Attentätern: der Spieler. Als Geheimagent hat er die Bande infiltriert und ist daher Zeuge des Anschlags.


Bösartigkeit und Kaltblütigkeit eines russischen Terroristen

Warum der Tabubruch? Activision Blizzard stellt das Massaker als Stilmittel dar: "Im Kontext der Story illustriert diese Szene die Bösartigkeit und Kaltblütigkeit eines russischen Terroristen und seiner Handlanger", erklärt der französische Konzern auf dpa-Anfrage.

Zudem werde vor der Szene darauf hingewiesen, dass Inhalte folgen, die "für manche Menschen abstoßend" seien, betont der Anbieter. Wenn Bildschirm-Krieger daraufhin lieber die Waffen stecken lassen wollen, können sie die Passage überspringen.

Wie jetzt bekannt wurde, gibt es in der hier verkauften Version offenbar eine weitere Einschränkung. Während Spieler aus Ländern wie den USA in der Sequenz auf Zivilisten schießen können, ist das in der deutschen Variante nicht möglich: Wer Wehrlose tötet, verliert. Zu sehen ist jedoch, wie die Terroristen wüten und Dutzende Leichen im Flughafengebäude hinterlassen.

Möglicherweise liegt es an dieser Einschränkung, dass die Freiwillige Selbstkontrolle Unterhaltungssoftware (USK) "Modern Warfare 2" für Erwachsene freigegeben hat, ohne Szenen zu zensieren. Das Gremium, das in Deutschland für die Altersfreigabe von Spielen zuständig ist, schätzt das Spiel damit nicht als "jugendgefährdend" ein. Die Gründe für diese Einstufung will die USK allerdings erst nach Verkaufsstart nennen.


"Es war erschütternd, furchteinflößend, abscheulich und..."

Die Reaktionen der Fans fallen gemischt aus. Während einige die Sequenz zum "Pixel-Massaker" herunterreden, sind andere schockiert. "Es war erschütternd, furchteinflößend, abscheulich und hat mich nur beim Hinsehen äußerst unbehaglich fühlen lassen", schreibt zum Beispiel Tom Hoggins von der britischen Zeitung "Daily Telegraph", nach eigenen Angaben ein passionierter Spieler. Die Szene erinnere ihn an die Bilder von Terroranschlag in der indischen Stadt Mumbai vor rund einem Jahr.

Einige befürchten ein Aufflammen der "Killerspiel"-Debatte. "Ich will gar nicht wissen was abgeht, wenn die ersten Leute, die Gaming kritisch gegenüberstehen, diese Szenen sehen", schreibt etwa ein Nutzer im Forum des Spieleportals Gamezone.de. "Ist doch Wasser auf deren Mühlen."

Dem kommerziellen Erfolg von "Modern Warfare 2" dürfte die Kontroverse nicht schaden. Ein Analyst der US-Investmentbank Janco Partners erwartet, dass Activision Blizzard allein in diesem Jahr mehr als 11 Millionen Exemplare des Spiels verkaufen und damit mehr als 800 Millionen US-Dollar Umsatz erzielen wird. Ob Negativ oder positiv ­ Hauptsache Schlagzeilen.

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Re: Modern Warfare 2 oder wie sorge ich fur Kritik

Beitragvon ScHniPPaH » Do 12. Nov 2009, 02:56

Ggeschmäcker sind verschieden und, wie oft genug gelesen, treibt das in diesem Fall die Spielegegner nur unnötig an. Dahingehend bekommt Activision Blizzard schon einen Minuspunkt. Was die Diskussion angeht, so puschen die Medien das ganze stellenweise wieder extrem, ja ziehen es gar ins lächerliche. Wenn ich schon wieder den Herrn Joachim Herrmann reden höre ("Wir müssen solche Spiele eindeutig verbieten, dass kann kein Freizeitvergnügen sein, andere Menschen zu Ermorden [...]"), mache ich mir echt sorgen.

edith: typo korrigiert zur frühen morgenstund ;>
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Re: Modern Warfare 2 oder wie sorge ich fur Kritik

Beitragvon Patrik » Do 12. Nov 2009, 08:28

Mittlerweile habe ich die Szene gesehen und muss sagen, dass die Darstellung Activisions glaubhaft ist. Vor der Mission wird eingeführt, dass man für viel Geld in diese äußerst rücksichtslose Terrorzelle eingeschleust werden musste. Es wird darüber geredet, dass es keine Fronten mehr gibt und Terroristen überall und rücksichtslos zuschlagen können. (Das deckt sich auch mit der Stimmung, die gerne von traditionellen Medien verbreitet wird.)

Diese Mission passt also schon ins Bild. Und wenn man Computerspiele als Kunst betrachtet, wird man sagen müssen, dass Gewalt – auch und insbesondere abscheulicher Art – oft behandeltes Thema der Kunst ist und sich Schaffende immer mit diesem Thema auseinandersetzen werden.

In wie fern man diese Werke dann gut finden muss, ist die andere Frage. In diesem Fall kann ich keinen (für Kunst wohl typischen) Ansatz für Verarbeitung von Geschehnissen erkennen. Vor allem, da – so schrecklich die Mission auch sein mag – immer noch darauf geachtet wurde, dass sie „spielbar” bleibt: Die Zivilisten sind relativ anonym. Das kann zum einen vielleicht daher kommen, dass es jeder sein können soll, andererseits aber fehlen Frauen und Kinder vollkommen, wodurch es dem Täter leichter gemacht wird. Eine ethisch bessere Flughafenmission wäre in diesem Hinblick vielleicht sogar noch härter gewesen, hätte aber den Spieler für ein Aussteigen (Mission nachträglich doch überspringen) nicht durch verkürzte Spielzeit „bestraft”, sondern Aussteiger (und Verweigerer) vielmehr auch in der Spiellogik belohnen sollen.

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MW2 Meinung

Beitragvon GraFire » Sa 14. Nov 2009, 22:05

... also ich hab MW2 bzw. die Story durchgespielt und fand das Game wirklich sehr gelungen... wie der Vorgänger hat MW2 den Spieler richtig heftig in die Lage der Soldaten versetzt. Wäre ich jetzt Amerikaner und müsste als Soldat in den Krieg, würde ich mich einbuddeln und für eine Weile nicht mehr auftauchen!

Die Airport-Mission... ja, diese war echt unnötig. Wollte Infinity Ward dem Spieler zeigen, wie erbarmungslos Terroristen sein können ?! Dass die deutsche Version geschnitten ist bzw. der Spieler die Mission neu anfangen muss, wenn er einen Zivilisten erschießt, finde ich richtig. Die Airport-Mission hätte sogar komplett entfernt werden können, da diese mit dem Storyverlauf so ziemlich nichts zu tun hat. Nunja, es gibt auch nicht unbedingt in MW2 eine Story bzw. einen Storyverlauf... Aber notwendig ist die Airport-Mission überhaupt und keineswegs nicht - und vor allen Dingen auch nicht der Massenmord in der Flughafenhalle von unschuldigen Zivilisten - von "allen" Menschen, die sich dort aufgehalten haben.

Allgemein bietet MW2 in leider zu kurzer Spielzeit gute Unterhaltung und Action.
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... ein Computerspiel ist wie ein Steak ... willst Du es blutig, nimm es englisch ...

Gabriel
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Re: Modern Warfare 2 oder wie sorge ich fur Kritik

Beitragvon Gabriel » Mi 25. Nov 2009, 14:46

Patrik S. hat geschrieben:Mittlerweile habe ich die Szene gesehen und muss sagen, dass die Darstellung Activisions glaubhaft ist. Vor der Mission wird eingeführt, dass man für viel Geld in diese äußerst rücksichtslose Terrorzelle eingeschleust werden musste.


ich habe diese ausführungen anders in erinnerung. soweit ich weiß wird dem spieler erklärt, dass "es schon viel zu viel gekostet hat", ihn in die terroristengruppe einzuschleusen. der wortlaut stimmt sicher nicht 100%, aber ich denke damit sind nicht nur finanzielle, sondern viel eher menschliche opfer gemeint...würde für mich auch eher sinn ergeben.

davon abgesehen, als ich die mission spielte (us version), wusste ich schon worauf sie hinauslaufen würde.
ich habe mich an das experiment gewagt, mich wie ein kaltblütiger terrorist zu verhalten und alles zu erschiessen, was sich bewegt, das heißt auch, auf menschen zu schießen die deckung gesucht haben oder schon halb tot auf dem boden gelegen haben.
ich dachte mir, als durchschnitts-egoshooter-spieler würde mir das nichts ausmachen...

aber damit konnte ich nicht falscher liegen. ich fühlte mich mies, obleich mir bewusst war, dass es nur ein haufen pixel war. ich hätte nie gedacht, dass ein spiel solche gefühle wecken könnte. jetzt weiß ich es besser.

ich weiß wirklich nicht, was die entwickler dazu getrieben hat, eine solche szene einzubauen. bei dem massake zuzusehen, wäre schon schlimm genug, aber noch tragbar. allerdings dazu gezwungen zu sein, mitzumachen, halte ich für äußerst bedenklich.
ich hoffe sehr dass andere entwickler nicht diesem beispiel folgen
nichtsdestotrotz ust mw2 ein geniales spiel, wie schon der vorgänger und setz mal wieder maßstäbe was grafik, realistische darstellung und das "mittendrin"-gefühbl angeht.


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