Dr. Pfeifer referiert über Medienmissbrauch

Falschdarstellungen und Vorurteile
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Patrik
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Dr. Pfeifer referiert über Medienmissbrauch

Beitrag von Patrik » So 22. Aug 2010, 17:27

Dr. Pfeifer wird in einigen Wochen an der Schule meines kleinen Bruders über Medienmissbrauch referieren. Ich war so frei, mich dort als Gast anzumelden. Falls jemand schon jetzt Vorschläge für Nachfragen hat (die Thematik ist klar, es geht um Sucht, Gewalt und nachlassende schulische Leistung), würde ich die gerne haben. Außerdem würde ich mich gern mit einer Auswahl an Studienergebnissen präparieren.

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Modgamers
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Re: Dr. Pfeifer referiert über Medienmissbrauch

Beitrag von Modgamers » So 22. Aug 2010, 17:46

Naja, da er wohl auch hier seine Forderung "WoW ab 18" an den Mann zu bringen versucht, kannst du ja mal fragen, wie er das mit dem Verhältnismäßigkeitsprinzip in Einklang bringen will. Sprich: Laut dem derzeitigen Forschungsstand werden etwa 1% der Spieler "süchtig" . Zum "Schutz" dieser 1% soll das Spiel auch für die restlichen 99% "verboten", also erst ab 18, erhältlich sein. Wo bleibt da also die Verhältnismäßigkeit? Das wäre für mich so die einzige Frage, die mich interessieren würde.

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Re: Dr. Pfeifer referiert über Medienmissbrauch

Beitrag von gordon-creAtive.com » Mo 23. Aug 2010, 09:25

Ich denke mal es geht um das hier:
Medienmissbrauch und seine Auswirkungen auf Lernverhalten, Jugendkriminalität und Gewaltbereitschaft
Prof. Dr. Christian Pfeiffer erläutert den Zusammenhang zwischen übermäßigem Medienkonsum und nachlassender schulischer Leistungsfähigkeit, fehlender sozialer Kompetenzen und der Bereitschaft Probleme des täglichen Lebens mit Gewalt zu lösen. Die in den letzten Jahren auffallenden verstärkten Leistungsdefizite der Jungen gegenüber den Mädchen stehen in direkter Verbindung mit dem vermehrten Medienmissbrauch durch die
männlichen Schüler. Wer seine sozialen Kontakte ausschließlich im Internet in „Sozialen Netzwerken“ pflegt und seine Erfolgserlebnisse bei „Ballerspielen“ und nicht auf dem „Fußballplatz“ findet, hat häufig Schwierigkeiten sich im richtigen Leben zu bewähren. Der Referent will sensibilisieren und Lösungswege aufzeigen.
Der Vollstaendigkeit halber.

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Re: Dr. Pfeifer referiert über Medienmissbrauch

Beitrag von Dekar » Mo 23. Aug 2010, 10:49

Hört sich nach einem sehr gemütlichen Abend an. Ich würde vorschlagen die entsprechenden Gutachten dabei zu haben, so dass man direkt zu belegbaren Grundlagen kommt. ich gehe davon aus, dass es wieder sehr belehrend wird ohne wirkliche Grundlagen.

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Re: Dr. Pfeifer referiert über Medienmissbrauch

Beitrag von Pyri » Mo 23. Aug 2010, 21:00

@WOW ab 18
Ich denke man sollte ihn auf einen Paradigmenwechsel diesbezüglich aufmerksam machen.
Weil bislang werden Videospiele und alle anderen Medien auch nach ihren Inhalten beurteilt, nicht jedoch nach ihren potentiellen Auswirkungen.
Was wäre das auch für eine Schieflage gegenüber Filmen, etc.
Dazu habe ich letzte Nacht auch ein bemerkenswertes Bonmot von Michael Pachter gehört: bevor er seine Frau küsste meinte er in seiner vorletzten Sendung "PachAttack" für etwas das in Deutschland bekanntlich etwa Spitzer fordert, nämlich steuerliche (Sonder-)Abgaben für Videospiele, dass Videospiele eben keine "Sündenprodukte" wie Alkohol oder Zigaretten seien. Zumindest in den USA gäbe es für solche Steuern "not a chance in hell" - ähnlich sehe ich das auch bei den Altersklassifizierungen wegen der Suchtproblematik. Soll heißen: wo ist das Gift in den Spielen und was kann keine psychischen Abhängigkeiten verursachen? Jugendverbot für alles?

Das mag Pfeiffer hingegen, durchaus auch in Zusammenhang mit seiner Predigt gegen "Killerspiele" welche ich bereits in meiner Dissertation verarbeiten konnte, anders sehen: das heißt als "Sündenprodukte" wie Zigaretten und Alkohol eben. Und dabei stellt sich für mich schon die Frage, wie verantwortungsvoll es sein kann den Ausdruck anderer Menschen so mit Giften zusammenzubringen - auch anhand dessen, wenn MMOs nicht mehr nach ihren Inhalten beurteilt werden sollten altersmäßig
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Re: Dr. Pfeifer referiert über Medienmissbrauch

Beitrag von buzzti » Mo 23. Aug 2010, 21:33

gordon-creAtive.com hat geschrieben:Ich denke mal es geht um das hier:
Wer seine sozialen Kontakte ausschließlich im Internet in „Sozialen Netzwerken“ pflegt und seine Erfolgserlebnisse bei „Ballerspielen“ und nicht auf dem „Fußballplatz“ findet, hat häufig Schwierigkeiten sich im richtigen Leben zu bewähren. Der Referent will sensibilisieren und Lösungswege aufzeigen.
Man könnte zum Beispiel kritisch diese Normvorstellungen hinterfragen, nach denen ein "gesunder" Junge gefälligst Fußball zu spielen hat. Außerdem das Verständnis, wonach Spiele schlicht als "Erfolgserlebnis"-Generator angesehen werden.

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Re: Dr. Pfeifer referiert über Medienmissbrauch

Beitrag von Milch » Di 24. Aug 2010, 12:27

ich habe afaik noch einige studien in pdf auf dem rechner, die ich mir mal für Spiele(nd) verstehen angelesen habe. ich sichte mal. wann ist denn der termin für den abend?
Es wär alles nicht so schwer, wenn der Papst katholisch wär.

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Re: Dr. Pfeifer referiert über Medienmissbrauch

Beitrag von Patrik » Di 24. Aug 2010, 12:35

Der Termin ist am 9. September. Es wird allerdings schwierig, vorher mehrere Tage durchgängig Studien zu pauken, daher habe ich meine persönliche Deadline für Vorbereitungen auf eine Woche vorher gelegt.

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Re: Dr. Pfeifer referiert über Medienmissbrauch

Beitrag von Modgamers » Di 24. Aug 2010, 17:39

buzzti hat geschrieben:
gordon-creAtive.com hat geschrieben:Ich denke mal es geht um das hier:
Wer seine sozialen Kontakte ausschließlich im Internet in „Sozialen Netzwerken“ pflegt und seine Erfolgserlebnisse bei „Ballerspielen“ und nicht auf dem „Fußballplatz“ findet, hat häufig Schwierigkeiten sich im richtigen Leben zu bewähren. Der Referent will sensibilisieren und Lösungswege aufzeigen.
Man könnte zum Beispiel kritisch diese Normvorstellungen hinterfragen, nach denen ein "gesunder" Junge gefälligst Fußball zu spielen hat. Außerdem das Verständnis, wonach Spiele schlicht als "Erfolgserlebnis"-Generator angesehen werden.
Stimmt, das hat was von Biedermeier bzw. einer ziemlich elitären Haltung, insb. wenn Herr Spitzer davon redet, dass die kinder der Reichen ja noch "Reit- oder Musikunterricht" zum Zeitvertreib hätten, die Kinder der Armen aber vor der "Spielkonsole versauern". Das hab ich noch vergessen, jedoch wird er hierauf wohl nur unzufriedenstellend antworten. Allerdings könnte man sowas als Denkanstoß in der Schule bei den Lehrern verwenden. Letztendlich ist Pfeiffer ja auch nur ein weiterer Kulturpessimist, der in alten Mustern denkt (und sich durch seine eigene Forschung bestätigt sieht).

Somit könnte man am Ende eine Diskussionsrunde darauf aufbauend machen: "In was für einer Welt leben wir - In was für einer Welt wollen wir leben."

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Re: Dr. Pfeifer referiert über Medienmissbrauch

Beitrag von Modgamers » Di 24. Aug 2010, 18:20

Ein weiterer Punkt: Das alle Fußball spielen sollen, ist wohl auch etwas verkürzt, dennoch stellt er hiermit ja eine Lösung für "alle" zur Verfügung. Diese richtet sich jedoch an der "Norm" aus. Was macht man also mit Leuten, welche nicht der "Norm" entsprechen?

Pyri etwa leidet ja an der Glasknochenkrankheit. Hierbei ist ein Fußballspiel für den Betroffenen hochgradig gefährlich, wenn nicht gar lebensgefährlich. Weniger dramatische Fälle sind Personen mit sehr heller Haut, welche sehr leicht einen Sonnenbrand bekommen. Die kann man auch nicht tagelang draußen Fußballspielen lassen.

Körperliche Betätigung im Freien kann also nicht das Allheilmittel sein, zumal sie in Pfeiffers Vorschlag den Jugendlichen von Oben auf oktroyiert wird und es gibt eben auch solche, die einfach keine Lust auf Sport haben. Letztendlich müsste man solch ein Schulangebot also eher interessen- als ideologieorientiert aufbauen.

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