Blasphemie als Kriterium bei der USK?

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Blasphemie als Kriterium bei der USK?

Beitragvon gordon-creAtive.com » Sa 11. Feb 2012, 20:21

Folgender Tweet macht mich etwas stutzig:
Turns out Isaac is the 1st and only game to ever get its rating raise to 16 because of "Blasphemy" it actually had a 12+ 1st..

Quelle: Edmund McMillen, Entwickler des Spiels.
Wikipedia hat geschrieben:Auf jeder Ebene gibt es einen Raum mit einem „Mini-Boss“, der jeweils eine der 7 Todsünden darstellt.

Ich kann das in dem Tweet behauptete nicht glauben. Hat da jemand schon Hintergrundinfos gefunden?

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Re: Blasphemie als Kriterium bei der USK?

Beitragvon Patrik » Sa 11. Feb 2012, 21:40

Hab ich auch schon gehört. Mich würde ja das Bewertungsprotokoll interessieren – aber das gibt es ja nicht zu sehen.
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Re: Blasphemie als Kriterium bei der USK?

Beitragvon gordon-creAtive.com » Mo 13. Feb 2012, 17:21

Ich glaube, ich schreibe heute Abend einen Eintrag für unseren Blog:
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Update: Wie wär's mit dem Titel: "Religionsfreiheit ist jugendgefährdend". :D

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Re: Blasphemie als Kriterium bei der USK?

Beitragvon Dekar » Di 14. Feb 2012, 12:38

Religoese Selbstbestimmung war nach deutschen Gerichten ab 14 Jahren soviel ich mich erinnere. Da bis 16 zu warten nur weil das Weltbild erschuettert werden koennte, ist schon ein bissel komisch.

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Re: Blasphemie als Kriterium bei der USK?

Beitragvon gordon-creAtive.com » Di 14. Feb 2012, 14:03

Den Blogeintrag habe ich übrigens gestrichen, da Patrik meinte, er wäre zu religionskritisch. Ich konnte dieses Argument leider nicht entkräften. :D

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Re: Blasphemie als Kriterium bei der USK?

Beitragvon Patrik » Di 14. Feb 2012, 17:32

Es gibt in Deutschland leider nur die Stufen 12 und 16. Da man erst mit 14 religionsmündig wird, ist die 16-er Freigabe da konsistent. Allerdings müsste man dann auch erwarten dürfen, dass die USK vor (pro-) religiösen Spielen „warnt“. Sonst kommt es später dazu, dass das Kind streng atheistischer Eltern gegen ihren Willen Hindu wird. Interessant wäre auch, welche Freigabe z.B. Mohammed-Karikaturen von der USK bekommen würden.

Insgesamt erscheint mir die Begründung immer noch etwas weltfremd, aber zumindest halbwegs nachvollziehbar. Ein Kommentar sollte da nicht über die Strenge schlagen. (Und das tun viele Atheisten leider, wenn sie ein entsprechendes Reizwort hören. Oft kommt es mir so vor, als würden Atheisten stärker missionieren wollen als die Anhänger jeder anderen Religion.)
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Re: Blasphemie als Kriterium bei der USK?

Beitragvon gordon-creAtive.com » Di 14. Feb 2012, 19:19

Um das etwas zu relativeren: Ich bin eigentlich gar nicht religionskritisch. Ich bin zwar Atheist, sehe aber Religionsfreiheit als wichtiges Grundrecht an. Abneigung habe ich dagegen gegen die Institution der Kirche, ganz besonders die katholische (ich weiß selbst nicht, warum). Und diese Begründung roch (meiner Meinung nach) etwas nach "kirchlicher Vertreter im Gremium hat was gegen Kritik an die Kirche/Religion in Videospiel". Inzwischen sehe ich das auch ein wenig neutraler. Prinzipiell finde ich aber die Frage, wie die USK mit "religiösen Inhalten" umgeht und umgehen sollte, sehr interessant.

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Re: Blasphemie als Kriterium bei der USK?

Beitragvon TheRealBlack » Do 16. Feb 2012, 19:20

Hörte ich religionskritisch?

http://newspresso.gulli.com/2380-kathol ... 16-02-2012

"Katholische Kirche darf als "Kinderficker-Sekte" bezeichnet werden"
Happy Coding.

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Re: Blasphemie als Kriterium bei der USK?

Beitragvon magg0t » Fr 17. Feb 2012, 00:55

ich hab das ja auf Twitter schon geschrieben:
Sind religiös erzogene Kinder denn nicht schon beeinträchtigt?
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Re: Blasphemie als Kriterium bei der USK?

Beitragvon Pyri » Sa 25. Feb 2012, 19:01

Auch Homosexualität kann ein solches Kriterium sein - siehe FSK: http://www.queer.de/detail.php?article_id=15476
Dagegen wurde mittlerweile auch erfolgreich eingesprochen
Bei "The Binding of Isaac" gibt es darüber hinaus aber wohl noch (zu?)viel Blut und Fäkalien zu sehen.

Alles was zu einer "Desorientierung" bei Kindern und/oder Jugendlichen führen können sollte wird in Hinblick auf Jugendbeeinträchtigung oder gar Jugendgefährdung dabei als relevant angesehen werden.
Das wäre auch der Punkt welchen ich am Schärfsten kritisieren würde - beim Jugendschutz so: was ist eine "Orientierung" und was eine "Desorientierung". Wie sollen sich Menschen "orientieren", etc.

In Österreich gibt es in Zusammenhang mit Religionskritik übrigens einen ähnlichen Paragrafen mit "Würde" wie in Deutschland "Gewaltdarstellung" mit "Menschenwürde": "Herabwürdigung religiöser Lehren" §188 StGB

Ein deutscher Spielfilm ist hierzulande bei mir in Österreich darüber so auch verboten worden: http://de.wikipedia.org/wiki/Das_Gespen ... 6sterreich

In einem anderen Fall, eigentlich nur dem zweiten hierzulande je verbotenen Film, wurde so ein Verbot auf europäischer Ebene hingegen als Eingriff in die Kunstfreiheit gesehen: http://de.wikipedia.org/wiki/Liebeskonzil
Das wäre vielleicht auch ein Wink in Richtung hiesiger Petition: ich denke die Zensur-Verhältnisse in Deutschland werden sich nur mit viel Geld und Einsatz von Jurisprudenz ändern können. Ohne die Industrie oder zumindest einer kulturellen Größe wie im Falle des Otto-Preminger-Institut wird es nicht gehen. Solange sich etwa auch die Berlinale-Organisation nicht darin stört, dass bei Massenkultur mit "Russia 88" ein Film der erst vor zwei Jahren bei ihnen im Programm lief heute von der FSK taxifrei wegen einer geplanten Video-Veröffentlichung für "naziverherrlichend" erklärt wird, sehe ich da aber eher schwarz.
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