20 Jahre USK

Rey Alp
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20 Jahre USK

Beitragvon Rey Alp » Fr 6. Jun 2014, 15:06

In Bearbeitung

edit:

Vorläufige Fassung.

USK: Aufbruch in eine neue Welt

Die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle hat Donnerstag nicht nur ihr 20 Jähriges Bestehen gefeiert, sondern sich auch Gedanken über ihre Zukunft gemacht. Obwohl Spielegegner nicht geladen waren, fielen die Podien durchaus selbstkritisch aus: Die aktuelle Novellierung des JMStV stelle den Versuch da, den gesetzlichen Jugendmedienschutz von 2003 der Realität von 2006 anzupassen - der eigenen Bescheidenheit geschuldet wurde diese Zielsetzung als "erster Schritt" verteidigt.

USK, OLJB, KJM, WTF?

Zunächst ist es jedoch bereits eine Überraschung gewesen, wer hier was feiert, da die Einladungen an dieser Stelle nicht ganz eindeutig ausgefallen sind. So wird beispielsweise angegeben, dass "bis zum heutigen Tag [...] die USK in über 37.000 Verfahren die bekannten Alterskennzeichen vergeben" habe, obwohl hierfür seit 2003 nicht die USK, sondern die ständigen Vertreter der OLJB zuständig sind. Diese Formulierung dürfte dem Umstand geschuldet sein, dass die Beteiligten - auch wenn Vertreter der USK an der Vergabe nicht beteiligt sind - diese auch als "Ihre" Kennzeichnung verstehen. Schließlich ist das "USK-Verfahren", an dessen Ende eine (Nicht-) Kennzeichnung durch die OLJB steht, ein gemeinsames Projekt von Industrie und Politik. So stellt sich auch die Feier nicht nur als eine der USK, sondern die der fruchtbaren Zusammenarbeit der USK mit Ihren Partnern dar.

Kampf um die Zukunft

So einig, wie über die erfolgreiche Arbeit der USK in der Vergangenheit, waren sich die Redner auch über die Herausforderungen der Zukunft. Angesichts der heute schon absehbaren Entwicklungen herrscht Konsens darüber, dass der Vertrieb von Videospielen auf Datenträgern an Bedeutung verlieren wird. Die USK möchte dieses Schicksal "Ihres" Mediums nicht teilen und daher zukünftig auch verstärkt im Bereich der online angebotenen Videospiele - dem der Telemedien - tätig werden. Hierfür gibt es eine bereite Rückendeckung seitens der Politik. Mit Hinweis auf den Koalitionsvertrag führte Staatssekretärin Marks für das Bundesfamilienministerium aus, dass für Telemedien ein Bedarf an "Erfahrungen, Ressourcen und Sachverstand" der USK bestehe. Es sei erwünscht, dass sie ihre Kompetenzen auch in diesem Bereich weiter einbringe. In diesem Zusammenhang ist die bei der Novelle des JMStV vorgesehene Regelung zu sehen, wonach es Anbietern von Telemedien zukünftig möglich sein soll, auch ausschließlich online vertriebene Inhalte der USK zu Prüfung vorzulegen. Dieses Vorhaben wird von der FSM in einer Stellungnahme kritisiert, da die Kompetenzen der für den Offlinebereich zuständigen Institutionen einseitig in den Onlinebereich erweitert wird: Die Neuregelung führe "zu einer Schieflage bei den Kompetenzen – ganz zu schweigen von der Frage, ob diese Systemvermischung formaljuristisch möglich ist".

IARC

Bereits jetzt agiert die USK mit der Beteiligung an der International Age Rating Coalition (IARC) im rechtsfreien Raum, wobei Felix Falk (Geschäftsführer der USK) sich wünscht, dass die Politik Regelungen für die gesetzliche Anerkennung des bei der Veranstaltung erstmals öffentlich vorgestellten Projektes schafft. Hintergrund ist eine Kooperation der weltweit für die Einstufung von Medien zuständigen Institutionen. Beteiligt sind somit u.a. die amerikanische ESRB, die europäische PEGI und die brasilianische ClassInd. Seit Anfang des Jahres läuft zur Erprobung der IARC ein Pilotprojekt im Marketplace von Firefox, in dessen Rahmen bereits mehrere Hundert Angebote eingestuft wurden. Das besondere hierbei ist, dass keine starren Altersfreigaben vergeben werden, sondern die angezeigten Kennzeichnungen Ergebnis eines Algorithmus sind: Auf Basis eines von den Entwicklern ausgefüllten Fragebogens werden unter anderem USK- und PEGI-Kennzeichnungen generiert, die - infolge kultureller Unterschiede bei der Bewertung von Aspekten wie Gewaltdarstellung, Glückspiel und Drogen - durchaus unterschiedlich ausfallen können. Die USK bleibt dennoch "Herr des Verfahrens", da sie die Möglichkeit hat nach Hinweisen oder Stichproben die Kennzeichnungen anzupassen. Microsoft, Sony und Nintendo haben sich bereit erklärt, IARC bei ihren Angeboten zu brücksichtigen, bei Plattformen wie Facebook sei man zuversichtlich, die Verantwortlichen ebenfalls überzeugen zu können - so Falk. Auch Kritiker, die automatisierten Verfahren gegenüber bisher recht reserviert waren, können sich ein solches Verfahren offenbar vorstellen. So teilte Siegfried Schneider (KJM) mit, dass selbst Pfeiffer das Projekt abgesegnet habe. Darüber, was mit Angeboten geschehen soll, die nach deutschen Recht auch nicht "ab 18" gekennzeichnet werden könnten, wurde leider nichts mitgeteilt.

Das für Sie unzuständige Ministerium

Tatsächtlich zeigt sich auch an anderer Stelle, dass sich die Verantwortlichen einer Absurdität des deutschen Jugendschutzes offenbar nicht bewusst sind: Da jugendgefährdenden Videospielen - anders als entwicklungsbeeinträchtigenden - auch die Kennzeichung "ab 18" verwehrt bleibt und solche ohne regelmäßig nicht veröffentlicht werden, sind auch Volljährige vom deutschen Jugendschutz betroffen. Dies gilt auch dann, wenn wegen des Jugendschutzes das Angebot eigener Entwicklungen (Modifikationen, Independent Spiele, etc.) durch das Erfordernis (faktisch) kostenpflichtiger Prüfungen erschwert, oder deren Inanspruchnahme nur nach der Überwindung von Zugangsschranken möglich ist. Volljährige Gamer tauchen bei den Plänen der Verantwortlichen jedoch nicht auf - weder als Betroffene, noch als Partner. So wirbt Marks für eine gemeinsame Novellierung von JuSchG und JMStV - meint damit aber bloß die Einbeziehung der Industrie - und sieht allein die Interessen von Kindern und Jugendlichen betroffen an. Auch die Wahrnehmung der gesellschaftlichen Aufgabe des Jugendschutzes wird - wie ein Blick in den Beirat der USK zeigt - als Angelegenheit von Politik, Industrie und Religionsgemeinschaften verstanden. Eine Partizipation der Spieler ist nicht vorgesehen. Unfreiwillig bringt Marks die Lage mit der Aussage auf den Punkt, dass es den meisten der Anwesenden um den Schutz von Jugendlichen gehe. Diese stellen jedoch eine Minderheit der vom Jugendschutz betroffenen Personen dar - das durchschnittliche Alter der deutschen Gamer beträgt ca. 35 Jahre. An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass nicht nur der Jugendschutz, sondern auch die Informationsfreiheit der Rezipienten in der Verfassung verankert ist.

The Next Level

Darüber, wie ein zukunftstauglicher Jugendmedienschutz in Deutschland aussehen könnte, gab es verschiedene Auffassungen: Während Marks in ihrer Rede nahe legte, sich von der unverständlichen Differenzierung zwischen Offline- und Onlinebereich zu verabschieden, möchte sich Regina Käseberg (Familienministerium Rheinland-Pfalz) von den historisch gewachsenen Strukturen nicht vorschnell verabschieden, sondern zunächst die Schnittstellen optimieren. Gleiches gilt für Dr. Maximillian Schenk (BIU), der selbst eine völlige Neukonzipierung nur unter Berücksichtigung der derzeitigen Kompetenzen von Bund- und Ländern vornehmen möchte - diese zu Ändern erscheint offenbar nicht vorstellbar. Allgegenwärtig war somit der Begriff der "Konvergenz", die zwischen Einstufungen im Online- und Offlinebereich hergestellt werden soll. Während schon nach dem bisherigen JMStV auch im Onlinebereich nach dem JuSchG vergebene Kennzeichnungen zu berücksichtigen sind, fehlt im JuSchG bisher eine entsprechende Regelung für die Fortgeltung von Einstufungen nach dem JMStV für den Offlinebereich. Eine entsprechende Regelung könnte nun im Rahmen der Novelle des JuSchG berücksichtigt werden.

Kultur als Verkehr

Der unterhaltsamste Moment des Abends war die Diskussion mit Dorothee Bär, die sich in der neuen Regierung für die digitale Infrastruktur verantwortlich zeichnet. Ebenso souverän, wie sie die unpassende Frage des Moderators - welche Person sie sich vorstellt zu erschießen, wenn sie in einem Ego-Shooter fraggt (Antwort "niemanden") - beantwortete, gelang es ihr die Frage nach der Perspektive des Deutschen Computerspielpreises nicht zu beantworten. Allein mit der Erklärung, weshalb die Abgabe des Deutschen Computerspielpreises an das Verkehrsministerium kein katastrophaler Vorgang sei, vermochte sie Olaf Zimmermann vom Deutschen Kulturrat nicht zu überzeugen. Zimmermann konstatierte, dass die Abgabe "kulturpolitisch ein Rückschritt" sei und ließ sich auch nicht von dem Versuch Bärs irritieren, eine kulturelle Kompetenz des Verkehrsministeriums daraus abzuleiten, dass dieses mit Projekten zur Verkehrserziehung Berührungspunkte zur Pädagogik aufweise. Zu Beginn trug Bär noch mit der Bemerkung zur allgemeinen Erheitung bei, dass sie froh sei, sich an diesem Abend nicht mit der Realisierung der PKw-Maut befassen zu müssen: Mittlerweile könnte ihr die Herleitung der kulturellen Kompetenz des Verkehrsministeriums als die ambitioniertere Aufgabe erscheinen.

Anlässlich der Jubiläums bietet die USK unter 20jahre.usk.de eine Festschrift und ein Quiz an. Weiter wird es am 13.06.2014 anlässlich eines Tages der offenen Tür unter anderem möglich sein, einen Blick in das Archiv der USK zu werfen - eines der größten Videospielarchive weltweit.

    Zu 20jahre.usk.de


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Re: 20 Jahre USK

Beitragvon Patrik » Fr 6. Jun 2014, 21:42

Hier stimmt was mit der Grammatik nicht:
Dies gilt auch dann, wenn wegen des Jugendschutzes das Angebot eigener Entwicklungen (Modifikationen, Independent Spiele, etc.) durch das Erfordernis (faktisch) kostenpflichtiger Prüfungen erschwert, oder deren Inanspruchnahme nur nach der Überwindung von Zugangsschranken möglich ist.


Der folgende Satz ist so zumindest etwas übersichtlicher, es besteht aber noch Luft nach oben:
Während es ihr gelang bei der Antwort auf die unpassende Frage des Moderators, welche Person sie sich vorstellt zu erschießen, wenn sie in einem Ego-Shooter fraggt, souverän zu wirken (Antwort: "niemanden"), gelang es ihr dies auf die Frage nach der Perspektive des Deutschen Computerspielpreises nicht.
„What we became convinced of, is that Linux really is the future of gaming“ – Gabe Newell (Valve)

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Re: 20 Jahre USK

Beitragvon Rey Alp » Sa 7. Jun 2014, 10:09

Ok. Ich meine der erste Satz ist grammatikalisch korrekt (das "ist" am Ende des ersten Halbsatzes kann wegen des "ist" am Satzende weggelassen werden), doch zur besseren Verständlichkeit sollte man ihn wohl kürzen. Beim Part mit Bär ist noch Luft nach oben, doch ich empfinde auch deine Formulierung noch nicht wirklich als Verbesserung (meine gefällt mir besser^^). Auch den Absatz mit der USK am Anfang sollte man vielleicht stilistisch besser weglassen:

edit:

Zum Bär-Part: Ich wollte da auch was anderes ausdrücken, als das, was du jetzt schreibst: Es gibt für mich 3 Fragen: Unpassende mit Fraggen, die mit der Zukunft des DCP und die Frage, warum das Verkehrsministerium eine Kompetenz für Kultur hat. Imho hat Frau Bär die erste soverän beantwortet und die zweite souverän nicht beantwortet. Also auch obwohl sie sie nicht beantwortet hat, war dies noch souverän. Sie hatte über alle möglichen anderen Aspekte gesprochen, nur nicht über den Kern der Frage - also sich einfach elegant herausgeredet bzw. um die Frage herum gesprochen. Nur die dritte Frage war - auch wenn sie bemüht war - nicht mehr ganz so soverän: Die Gründe habe ich ja dargestellt.

USK: Aufbruch in eine neue Welt

Die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle hat Donnerstag nicht nur ihr 20 Jähriges Bestehen gefeiert, sondern sich auch Gedanken über ihre Zukunft gemacht. Obwohl Spielegegner nicht geladen waren, fielen die Podien durchaus selbstkritisch aus: Die aktuelle Novellierung des JMStV stelle den Versuch da, den gesetzlichen Jugendmedienschutz von 2003 der Realität von 2006 anzupassen - der eigenen Bescheidenheit geschuldet wurde diese Zielsetzung als "erster Schritt" verteidigt.

Kampf um die Zukunft

So einig, wie über die erfolgreiche Arbeit der USK in der Vergangenheit, waren sich die Redner auch über die Herausforderungen der Zukunft. Angesichts der heute schon absehbaren Entwicklungen herrscht Konsens darüber, dass der Vertrieb von Videospielen auf Datenträgern an Bedeutung verlieren wird. Die USK möchte dieses Schicksal "Ihres" Mediums nicht teilen und daher zukünftig auch verstärkt im Bereich der online angebotenen Videospiele - dem der Telemedien - tätig werden. Hierfür gibt es eine bereite Rückendeckung seitens der Politik. Mit Hinweis auf den Koalitionsvertrag führte Staatssekretärin Marks für das Bundesfamilienministerium aus, dass für Telemedien ein Bedarf an "Erfahrungen, Ressourcen und Sachverstand" der USK bestehe. Es sei erwünscht, dass sie ihre Kompetenzen auch in diesem Bereich weiter einbringe. In diesem Zusammenhang ist die bei der Novelle des JMStV vorgesehene Regelung zu sehen, wonach es Anbietern von Telemedien zukünftig möglich sein soll, auch ausschließlich online vertriebene Inhalte der USK zu Prüfung vorzulegen. Dieses Vorhaben wird von der FSM in einer Stellungnahme kritisiert, da die Kompetenzen der für den Offlinebereich zuständigen Institutionen einseitig in den Onlinebereich erweitert wird: Die Neuregelung führe "zu einer Schieflage bei den Kompetenzen – ganz zu schweigen von der Frage, ob diese Systemvermischung formaljuristisch möglich ist".

IARC

Bereits jetzt agiert die USK mit der Beteiligung an der International Age Rating Coalition (IARC) im rechtsfreien Raum, wobei Felix Falk (Geschäftsführer der USK) sich wünscht, dass die Politik Regelungen für die gesetzliche Anerkennung des bei der Veranstaltung erstmals öffentlich vorgestellten Projektes schafft. Hintergrund ist eine Kooperation der weltweit für die Einstufung von Medien zuständigen Institutionen. Beteiligt sind somit u.a. die amerikanische ESRB, die europäische PEGI und die brasilianische ClassInd. Seit Anfang des Jahres läuft zur Erprobung der IARC ein Pilotprojekt im Marketplace von Firefox, in dessen Rahmen bereits mehrere Hundert Angebote eingestuft wurden. Das besondere hierbei ist, dass keine starren Altersfreigaben vergeben werden, sondern die angezeigten Kennzeichnungen Ergebnis eines Algorithmus sind: Auf Basis eines von den Entwicklern ausgefüllten Fragebogens werden unter anderem USK- und PEGI-Kennzeichnungen generiert, die - infolge kultureller Unterschiede bei der Bewertung von Aspekten wie Gewaltdarstellung, Glückspiel und Drogen - durchaus unterschiedlich ausfallen können. Die USK bleibt dennoch "Herr des Verfahrens", da sie die Möglichkeit hat nach Hinweisen oder Stichproben die Kennzeichnungen anzupassen. Microsoft, Sony und Nintendo haben sich bereit erklärt, IARC bei ihren Angeboten zu brücksichtigen, bei Plattformen wie Facebook sei man zuversichtlich, die Verantwortlichen ebenfalls überzeugen zu können - so Falk. Auch Kritiker, die automatisierten Verfahren gegenüber bisher recht reserviert waren, können sich ein solches Verfahren offenbar vorstellen. So teilte Siegfried Schneider (KJM) mit, dass selbst Pfeiffer das Projekt abgesegnet habe. Darüber, was mit Angeboten geschehen soll, die nach deutschen Recht auch nicht "ab 18" gekennzeichnet werden könnten, wurde leider nichts mitgeteilt.

Das für Sie unzuständige Ministerium

Tatsächtlich zeigt sich auch an anderer Stelle, dass sich die Verantwortlichen einer Absurdität des deutschen Jugendschutzes offenbar nicht bewusst sind: Da jugendgefährdenden Videospielen - anders als entwicklungsbeeinträchtigenden - auch die Kennzeichung "ab 18" verwehrt bleibt und solche ohne regelmäßig nicht veröffentlicht werden, sind auch Volljährige vom deutschen Jugendschutz betroffen. Dies gilt auch dann, wenn wegen des Jugendschutzes das Angebot eigener Entwicklungen erschwert, oder die Inanspruchnahme von Angeboten nur nach der Überwindung von Zugangsschranken möglich ist. Volljährige Gamer tauchen bei den Plänen der Verantwortlichen jedoch nicht auf - weder als Betroffene, noch als Partner. So wirbt Marks für eine gemeinsame Novellierung von JuSchG und JMStV - meint damit aber bloß die Einbeziehung der Industrie - und sieht allein die Interessen von Kindern und Jugendlichen betroffen an. Auch die Wahrnehmung der gesellschaftlichen Aufgabe des Jugendschutzes wird - wie ein Blick in den Beirat der USK zeigt - als Angelegenheit von Politik, Industrie und Religionsgemeinschaften verstanden. Eine Partizipation der Spieler ist nicht vorgesehen. Unfreiwillig bringt Marks die Lage mit der Aussage auf den Punkt, dass es den meisten der Anwesenden um den Schutz von Jugendlichen gehe. Diese stellen jedoch eine Minderheit der vom Jugendschutz betroffenen Personen dar - das durchschnittliche Alter der deutschen Gamer beträgt ca. 35 Jahre. An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass nicht nur der Jugendschutz, sondern auch die Informationsfreiheit der Rezipienten Verfassungsrang hat.

The Next Level

Darüber, wie ein zukunftstauglicher Jugendmedienschutz in Deutschland aussehen könnte, gab es verschiedene Auffassungen: Während Marks in ihrer Rede nahe legte, sich von der unverständlichen Differenzierung zwischen Offline- und Onlinebereich zu verabschieden, möchte sich Regina Käseberg (Familienministerium Rheinland-Pfalz) von den historisch gewachsenen Strukturen nicht vorschnell verabschieden, sondern zunächst die Schnittstellen optimieren. Gleiches gilt für Dr. Maximillian Schenk (BIU), der selbst eine völlige Neukonzipierung nur unter Berücksichtigung der derzeitigen Kompetenzen von Bund- und Ländern vornehmen möchte - diese zu Ändern erscheint offenbar nicht vorstellbar. Allgegenwärtig war somit der Begriff der "Konvergenz", die zwischen Einstufungen im Online- und Offlinebereich hergestellt werden soll. Während schon nach dem bisherigen JMStV auch im Onlinebereich nach dem JuSchG vergebene Kennzeichnungen zu berücksichtigen sind, fehlt im JuSchG bisher eine entsprechende Regelung für die Fortgeltung von Einstufungen nach dem JMStV für den Offlinebereich. Eine entsprechende Regelung könnte nun im Rahmen der Novelle des JuSchG berücksichtigt werden.

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Der unterhaltsamste Moment des Abends war die Diskussion mit Dorothee Bär, die sich in der neuen Regierung für die digitale Infrastruktur verantwortlich zeichnet. Ebenso souverän, wie sie die unpassende Frage des Moderators - welche Person sie sich vorstellt zu erschießen, wenn sie in einem Ego-Shooter fraggt (Antwort "niemanden") - beantwortete, gelang es ihr eine Antwort auf die Frage nach der Perspektive des Deutschen Computerspielpreises zu vermeiden. Allein bei der Erklärung, weshalb die Abgabe des Deutschen Computerspielpreises an das Verkehrsministerium kein katastrophaler Vorgang sei, vermochte sie Olaf Zimmermann vom Deutschen Kulturrat nicht zu überzeugen. Zimmermann konstatierte, dass die Abgabe "kulturpolitisch ein Rückschritt" sei und ließ sich auch nicht von dem Versuch Bärs irritieren, eine kulturelle Kompetenz des Verkehrsministeriums daraus abzuleiten, dass dieses mit Projekten zur Verkehrserziehung Berührungspunkte zur Pädagogik aufweise. Zu Beginn trug Bär noch mit der Bemerkung zur allgemeinen Erheitung bei, dass sie froh sei, sich an diesem Abend nicht mit der Realisierung der PKw-Maut befassen zu müssen: Mittlerweile könnte ihr die Herleitung der kulturellen Kompetenz des Verkehrsministeriums als die ambitioniertere Aufgabe erscheinen.

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Re: 20 Jahre USK

Beitragvon Patrik » So 8. Jun 2014, 10:34

Zumindest in meinen klingt der Text jetzt flüssig. Auch, was du mit den souveränen (Nicht-) Antworten meinst, wird jetzt klar.
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Re: 20 Jahre USK

Beitragvon Rey Alp » So 8. Jun 2014, 12:53

Jut. Veroeffentlichst du den beitrag dann? Ich setze mich jetzt in den bus und duerfte gegen 19 uhr in bremen sein.

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Re: 20 Jahre USK

Beitragvon Patrik » So 8. Jun 2014, 14:20

Habs für dich veröffentlicht. Hoffe, es ist recht so.
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Re: 20 Jahre USK

Beitragvon Rey Alp » So 8. Jun 2014, 15:16

So ist auch ok. Ich war Aber davon ausgegangen dass es beim vdvc erscheint und ich haette es dann bei stigma verlinkt.


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