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Gebrauchtspiel-Sperre (Next-Gen-Konsolen)

Gebrauchtspiel-Sperre (Next-Gen-Konsolen)

Beitragvon gordon-creAtive.com » Mo 30. Apr 2012, 14:03

Viele Gamer begegnen inzwischen auch der immer wieder aufflackernden Killerspiel-Diskussion mit spöttischer Gelassenheit – es gibt andere, wichtigere Themen zu diskutieren. Das Urheberrecht zum Beispiel. Denn die Kopierschutzmaßnahmen der Industrie sind ein steter Quell des Ärgernisses: Die Spieler fühlen sich schikaniert, kriminalisiert und um den Spielspaß betrogen.

http://www.zeit.de/digital/games/2012-04/games-kopierschutz-vertrauen
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Re: Zeit Online: Aus dem Spiel verbannt

Beitragvon Patrik » Mo 30. Apr 2012, 14:28

Der Artikel ist an sich sehr schön. Allerdings fehlt mir der Aspekt, dass ja bereits das heutige DRM gebrauchte Spiele unbenutzbar macht.
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Re: Gebrauchtspiel-Sperre (Next-Gen-Konsolen)

Beitragvon Patrik » Do 3. Mai 2012, 10:25

Mittlerweile werden Gebrauchtspiele und Urheberrechtsverletzungen fast in einem Atemzug genannt:

But in theory you could see it the other way, because a lot of companies making games today are struggling based on second-hand sales. (…) "There could be awesome single player-only games, which you can't really do these days because people just pirate them, which is sad."

http://www.computerandvideogames.com/34 ... eneral-RSS

Hier sollte man aber auch bedenken, dass es auf dem PC AAA-Titel fast nur noch mit DRM und Verkaufssperre gibt und dass Konsolen trotzdem (oder gerade deswegen) immer beliebter werden.
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Re: Gebrauchtspiel-Sperre (Next-Gen-Konsolen)

Beitragvon Pyri » Do 3. Mai 2012, 19:14

Patrik hat geschrieben:Hier sollte man aber auch bedenken, dass es auf dem PC AAA-Titel fast nur noch mit DRM und Verkaufssperre gibt und dass Konsolen trotzdem (oder gerade deswegen) immer beliebter werden.


Woher diese Informationen? Meinst Du, dass in Deutschland allein Konsolen aufholen weil sie dort eine international verhältnismäßig geringe Bedeutung bislang hatten?
Ich hab eher den Eindruck, dass die Industrie als solches jetzt schon seit längerem stagniert und vielleicht sogar der PC-Markt wieder ein wenig Boden gut gemacht hat - nachdem sich die DRM-Systeme in letzter Zeit harmonisiert/etabliert haben.
Auch wegen der Tablets.
Nach und nach kommen fast alle Konsolenspiele wo die First Parties nicht besonders stark drauf schauen auch auf Steam zum Beispiel raus. Über Microsoft erst in diesen Tagen sogar "Toy Soldiers", von "Alan Wake" gabs vor einiger Zeit auch eine PC-Version, sogar mit DRM-freier Option wenn ich mich richtig erinnere.

Im Übrigen glaube ich nicht, dass irgendwer diese Drohungen Gebrauchtspiele auf der nächsten Konsolengeneration schon unbrauchbar zu machen tatsächlich wahr machen wird.
Ich finanziere meine Videospiele vornehmlich über den Gebrauchthandel, aber wüsste auch gar nicht wo ich gebrauchte PC-Spiele (DRM hin oder her) so los werden könnte: GameStop kauft gleich überhaupt keine PC-Spiele an glaub ich, und auch beim Handel meines Vertrauens sind sie praktisch nichts wert.
Warum das so ist würde ich nicht unbedingt auf das DRM der letzten Jahre beziehen. So lange gibts das ja auch noch gar nicht und das war dort schon immer so. Das Problem beim Gebrauchtmarkt und dem PC liegt glaub ich vor allem an einer Lagerung dieses Marktes: ich denke gebrauchte PC-Spiele findet man schon länger vor allem eher nur auf Flohmärkten, wobei das Problem auch schon uralt sein kann und etwa in früheren PC-Verpackungen zu suchen. Bis in das Jahr 2000 gab es Computerspiele fast ausschließlich in platzaufwendigen Kartonschachteln wie den in Europa seinerzeit normiert gewesenen "Euroboxen", US-Schachteln waren noch größer.
Es kann auch daran liegen, dass passionierte PC-Spieler ihre Games nicht so gern weggeben wie Konsoleros, weil ihre Verpackungen mitunter auch individueller sind - immer noch.
Als ich vor zehn Jahren umgezogen bin hab ich die PC-Verpackungen aus meiner Teenager-Zeit mal etwa fast alle weggeworfen: der Müll war gigantisch.
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Re: Gebrauchtspiel-Sperre (Next-Gen-Konsolen)

Beitragvon Patrik » Fr 4. Mai 2012, 08:15

Pyri hat geschrieben:Meinst Du, dass in Deutschland allein Konsolen aufholen weil sie dort eine international verhältnismäßig geringe Bedeutung bislang hatten?

Es ging mir eher um die Beliebtheit bei Entwicklern von AAA-Titeln: Während es vor einigen Jahren noch relativ viele PC-exklusive Spiele gab, bildet Diablo 3 jetzt gefühlt DIE Ausnahme. Dass sich nun Entwickler und Publisher eben dieser Titel über Gebrauchtkäufe (bei Konsolen!) beschweren, ist demnach nicht ganz einleuchtend.
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Re: Gebrauchtspiel-Sperre (Next-Gen-Konsolen)

Beitragvon Pyri » Mo 21. Mai 2012, 14:52

Michael Pachter von der Wedbush-Versicherung hat hier am Samstag imo eindrucksvoll vorgerechnet, dass mit nur 5% Einbußen aus den Gebraucht-Verkäufen zu kalkulieren wäre: http://www.gametrailers.com/video/why-a ... ack/730185
InvestorInnen würden solchen Medienberichten leider völlig unkritisch gegenüberstehen und allem glauben schenken was ihnen so gesagt wird: Pachter sprach schon früher von Jahrzehnten welche eine Transition von der Produkt- hin zur Dienstleitungsindustrie im Videospielbereich in Anspruch nehmen wird, also wenn dann ist so eine Gebrauchtspiel-Sperre auf Konsolen noch absolute Zukunftsmusik.
Er glaubt bekanntlich auch nicht, dass es überhaupt noch viele Konsolen-Generationen geben wird, auf denen diese relevant sein würde, soll heißen: dem Cloud Computing (und dazugehörigen Set-Top-Boxen) gehört die ferne Zukunft und Videospiele werden dann eher so rezipiert werden wie Filme heutzutage in den USA über Netflix.
Oder wie ich es über Pay-TV wie Sky Go hier in Österreich auch jetzt schon tue ^^

Ich gehe ja weiterhin davon aus, dass der PC-Bereich - über den hier aus meiner Sicht so einzig gesprochen werden kann - nur 10% des Marktes (bei AAA) international mehr ausmacht, aber dabei auch nicht vergessen werden sollte, dass gerade dieser Markt wohl die technische Vorreiterrolle auch in Hinblick auf die Cloud eben zukommt: wenn ich heute "Diablo III" auf meinem Macbook (mit OS X!) im Garten spiele, zu einem Speicherpunkt gelange, und dann im Haus auf meinem Windows-PC genau von dem Punkt aus weiterspielen kann, sogar in einer anderen Sprache, ohne auch nur irgend etwas daran verändern zu brauchen, dann schnuppere ich für mich so frische Zukunftsluft.
Die DRM-Situation am PC hängt zwar - aus meiner Sicht zweifelsohne - vor allem mit der relativ einfachen (Geschichte der) Piraterie auf dieser Plattform zusammen, aber bei diesen 5%, Pachter nennt noch andere, könnte man durchaus auch mal in Frage stellen ob es überhaupt so stimmt was die Industrie behauptet und angeblich wegen der Piraterie alles verliert. Also selbst ich habe da seit Samstag so meine Zweifel und tendiere immer mehr zu (natürlich nur politisch jetzt!) piratischen Positionen in Sachen UrheberInnenrecht.

Problematischer finde ich eher den Installationszwang, den ich am Mac/PC, aber auch der PS3 mittlerweile leider sehr oft*, habe: ich bin ja noch so alt, dass ich mich daran erinnern kann wie Videospiele ohne Installationszwang ausgekommen sind. In den 90ern am PC hab ich mich daran dann zwar auch schon gewöhnt, aber in den letzten Jahren - nachdem ich diesen einen Windows-Ordner da entdeckt habe -, kommt das für mich nach Möglichkeit eben (wieder) nicht mehr in Frage.
Und so um 1990 - da spricht jetzt der Historiker in mir - als dieser Zwang eingeführt wurde gab es keine Kampagnen wie heutzutage gegen DRM: warum nicht? Wegen der Kommunikationsbasen (kein Internet, weniger "Whiner" und mehr "Complainer" wie Pachter sagt)?

* So würde ich mich etwa für eine Kampagne einsetzen die keinen Installationszwang auf der 720 fordert, aber da wäre ich hier wohl (auch) allein...
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