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[wichtig] Artikelvorschläge

Falschdarstellungen und Vorurteile

Re: Artikelvorschläge

Beitragvon Patrik » Fr 11. Mai 2012, 19:02

Ich hab mal was zum „Game Over“-Artikel aus der FAZ geschrieben. Der Entwurf befindet sich im Stigma-Wordpress, ist allerdings etwas anders als die üblichen Artikel. Vielleicht mag ja mal wer Feedback geben, ehe ich veröffentliche. (Heute kamen ja schon zwei Artikel, da will ich nicht direkt nen dritten dazu stellen.)
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Re: Artikelvorschläge

Beitragvon Rey Alp » Fr 11. Mai 2012, 20:12

Finde ich ok, wobei ich lage nicht genau wusste worauf du hinaus willst. Die "Pointe" am Schluss ist dann aber doch ganz nett. Aufgefallen: "scheuen" soll woll "schauen" heißen. Und am besten den more-tag einfügen "<!-- more mehr [...]-->"

Die Überschrift könnte auch noch etwas prägnanter ausfallen. Vielleicht etwas wie "Abstinenz statt Kompetenz". Offenbar hat man ja auch beim Fernsehen einen ähnlichen Weg eingeschlagen.
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Re: Artikelvorschläge

Beitragvon Rey Alp » So 20. Mai 2012, 10:36

Vorschlag, Kritik?

"World of Warcraft ist ein First Person Shooter"

(via vanion, Sächsische Zeitung) Für die Sächsische Zeitung hat sich Ralf Günther mit den Gefahren gewaltdarstellender Videospiele auseinandersetzen wollen, wobei ihm jedoch einige Fehler unterlaufen sind. Unter dem Titel "In der Welt der Schatten" bezieht er sich auf die Tat Breiviks, wobei er - wie es Journalisten in letzter Zeit öfter passiert - unglücklicherweise das kunterbunte Onlinerollenspiel "World of Warcraft" als Prototpy eines Gewaltspiels nennt. Bei der Beschreibung wird schnell klar, dass der Autor über ein anderes "World of Warcraft" spricht, als es in der Realität vorhanden ist. Das des Autors ist nämlich in der Gegenwart angesiedelt:

    "World ofWarcraft ist ein First Person Shooter [...]. Der schwer bewaffnete Spieler-Kämpfer geht durch computersimulierte Städte (Hamburg, Berlin, London). [...] Man drückt auf eine Taste oder einen Knopf am Joystick, und der Feind - auf dem Alex, am Jungfernstieg - wird von einer Handgranate zerfetzt. Blutspritzer landen auf dem Sichtfeld des Spielers. Erschieß alle, oder du wirst selbst erschossen, lautet die Mission. Im Internet gibt es Walkthroughs ("Durchläufe"), man kann einem Spieler bei seinem "Kriegszug" folgen. Es entstehen überaus drastische, brutale Bilderzählungen, wahre Gemetzel. [...] Töten wird in den "Shooter Games" zu einem rein technischen Vorgang. Knopf drücken - bam - Nächster. Breivik sagte aus, er habe anhand dieses Computerspiels "trainiert". Das Training bestand für ihn darin, Emotionen auszuschalten."

Hierzu ein paar Anmerkungen:

- "World of Warcraft" ist kein Ego-Shooter sondern ein Rollenspiel bzw. genaugenommen ein MMORPG. Die Welt ist nicht realitätsnah, sondern stellt eine mittelalterliche Fantasywelt mit Drachen, Zwergen und doofen Elfen dar. So ist es auch nicht verwunderlich, dass der Spieler in der Spielwelt reale Orte wie "Hamburg, Berlin, London" nicht wiederfinden wird. Gekämpft wird auch weniger mit Handgranaten, sondern mit Schwertern, Magie und Bogen.

- Der Autor beschreibt tatsächlich nicht "World of Warcraft", sondern den Ego-Shooter "Modern Warfare 3", was sich an den beschriebenen Schauplätzen ablesen lässt. Die Städte "Hamburg, Berlin, London" sind dort nämlich enthalten. Einiges stimmt aber auch hier nicht: Normalerweise wird ein solches Spiel nicht mit einem Joystick gespielt und durch Handgranaten wird virtuell niemand "zerfetzt" [Stimmt doch, oder?].

- Es wird aber noch komplizierter: Auch wenn der Autor "World of Warcraft" als "Modern Warfare 3" beschrieben hat meinte er eigentlich nicht diesen Teil der Serie, sondern den Vorgänger "Modern Warfare 2". Breivik soll sich nach dem Autor mit der Software ja auf die Anschläge vorbereitet haben, die am 22.07.2011 stattfanden. Veröffentlicht wurde "Modern Warfare 3" aber erst am 08.11.2011 - alsomehr als drei Monate nach der Tat. So wird der Autor wohl den 2. Teil gemeint haben, den Breivik auch nach eigenen Angaben genutzt haben möchte.

- Die Angabe, dass Breivik mit "World of Warcraft" bzw. "Modern Warfare (2)" zumindest "trainiert" habe "Emotionen auszuschalten" ist so ebenfalls nicht richtig. Hinsichtlich "World of Warcraft" kann sogar auf einen früheren Artikel der "Sächsischen Zeitung" verwiesen werden. Dort zitiert man Breivik hinsichtlich "World of Warcraft"mit diesen Worten: "Das war aber reine Unterhaltung, ein Hobby, und hatte nichts mit dem 22. Juli zu tun.". Bei "Modern Warfare" muss dagegen differenziert werden: Breivik gibt hier zwar an das Spiel als Vorbereitung genutzt zu haben. Jedoch habe er nicht trainiert "Emotionen auszuschalten", sondern das Spiel genutzt um die Flucht vor der Polizei zu üben (N24).

Die Redaktion freut sich indessen über das umfangreiche Feedback der Gamer - man weiß ja: Getroffene Hunde bellen:

    "Der Text „In der Welt der Schatten“ erschien in einer Rubrik, die ganz bewusst versucht, mit kontroversen Aussagen Diskussionen über Themen aus Kultur und Gesellschaft anzuregen. Das ist offenbar geschehen, und das ist gut so."

Rey

    (Dank an Dante.)

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Re: Artikelvorschläge

Beitragvon Rey Alp » So 20. Mai 2012, 10:39

Ich wäre im Übrigen froh, wenn Dante noch den Rest des Artikel + Bild bekommen könnte und der Artikel ggf. ergänzt werden könnte. Am 17 Uhr bin ich heute weg, wenn er sich danach meldet, könnte vielleicht ein anderer den Artikel anpassen und veröffentlichen.
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Re: [wichtig] Artikelvorschläge

Beitragvon buzzti » Do 2. Aug 2012, 12:58

- Platzhalter -

Hm, langsam sammelt sich genug Material über Spitzer (siehe aktueller Presse-Post). Werde mich die Tage an einen Artikel wagen. Input gerne willkommen.
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Re: [wichtig] Artikelvorschläge

Beitragvon Rey Alp » Do 2. Aug 2012, 16:23

Gibt es da wirklich viel neues? Afaik ist das meiste ja in Zusammenhang mit seinem "neuen" Buch.
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Re: [wichtig] Artikelvorschläge

Beitragvon buzzti » Do 2. Aug 2012, 21:23

Ja, eigentlich nicht viel neues... Aber es ist ne Weile her seit meinem letzten Post. Trotz Aurora finde ich nichts wirklich Relevantes ausser dem üblichen Hintergrundrauschen...
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Re: [wichtig] Artikelvorschläge

Beitragvon Rey Alp » Fr 3. Aug 2012, 00:12

Jo - es kommt leider manchmal recht gehäuft was und dann lange Zeit nichts mehr.

Wobei im Hintergrundrauschen Spitzer wirklich gerade sehr stark vertreten ist. da gabs jetzt auch schon bei krawall einen Artikel:
- http://www.krawall.de/web/Krawall.de/special/id,62712/

Den Artikel finde ich - ähnlich wie auch Otto mit Halo - auch ganz nett. ich habe jetzt noch nicht geschaut, was das für ein Portal ist. Aber das zeigt, dass sich die Lage mittlerweile etwas normalisiert:
- http://www.acht9.de/2012/08/zocken-fuer ... undschaft/
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Re: [wichtig] Artikelvorschläge

Beitragvon Patrik » Fr 3. Aug 2012, 17:30

Neue Vorurteile würde ich bei Spitzer nicht erwarten, nur neue Einblicke in die bestehenden. Wie Pyri in den Links zur Presse schon sagt: Es scheint immer mehr so, als er würde vieles, was man für eine Metapher halten könnte, tatsächlich wörtlich meinen.
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Re: [wichtig] Artikelvorschläge

Beitragvon Pyri » Fr 3. Aug 2012, 18:42

Rey Alp hat geschrieben:... da gabs jetzt auch schon bei krawall einen Artikel:
- http://www.krawall.de/web/Krawall.de/special/id,62712/


Ein schöner Artikel von denen es viel mehr geben sollte. Nur stimme ich beim Pfeiffer doch nicht so ganz zu: ja ich halte ihn auch für noch relativ moderat, aber sein Interesse an Videospielen als zumindest Teilproblem ist bei seinen Schilderungen über die Jahre doch konstant in etwa gleich hoch geblieben.
Das hört man auch jedes Mal bei Berichten über seine diversen Vorträge heraus, die immer wieder in den Presse-Threads vorkamen - vor allem über Kreiszeitungen aus der deutschen Provinz durch die er tourte. Fast wie ein Schlagersänger - verkürzt oder überspitzt sind die nicht unbedingt. Das kann man auch teilweise im O-Ton hören
Bei Spitzer sind es nur größere Geschichten, wie diese aktuelle Buchveröffentlichung: um bei meinem Bild zu bleiben - Spitzer ist Udo Jürgens wo Pfeiffer Roland Kaiser ist. Und hierzulande in Österreich gibt es aktuell etwa die Debatte ob Sport "dumm" mache, ausgehend von der Meinung eines olympischen Schwimmers. Besser gleich ob Menschen die im Sport gut sind blöder wären. Ob Medien oder Sport: das Thema "Dummheit" interessiert. Einer meiner ehemaligen Professoren hat das heute in meiner Hauszeitung sehr gut kommentiert - leider publiziert die das nie online.
Pfeiffer wird gegenüber Spitzer auch den Nachteil haben, dass er kein so imposanter Gehirnexperte ist, mit trockenen Statistiken nicht so gut dienen kann wie mit Eindrücken vom Hirn. Ein Hirn hat jeder lebende Mensch, also werden auch viele glauben dass es sie betrifft, und einem Arzt glaubt man noch viel eher als einem anderen Professor der es auch noch so gut mit einem meint -

Nachtrag: dieser ehemalige Lehrer von mir ist übrigens der Autor von "Verbrechermenschen" http://de.wikipedia.org/wiki/Verbrechermenschen Falls sich jemand mal vertiefen möchte - der Text ist sicher nicht unwesentlich wenn es um Körper- und Menschenbilder geht die auch beim Thema "Mediengewalt" und deren negativen Auswirkungen mit hinein eine Rolle spielen, vor allem dann wenn VideospielerInnen bereits als TäterInnen imaginiert werden und wie Veränderungen im Gehirn diesbezüglich gemessen.
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