Rey Alp hat geschrieben:Also allgemein ein Artikel über abgedroschene (und falsche) Schlagwörter würde imho zu stigma passen.
Sorry, aber am aller ehesten würde ich vorher ja noch eine Diskussion darüber vorschlagen, was in dieser Debatte (über Videospiele) überhaupt "falsch" und "richtig" sein kann.
Oder anders ausgedrückt: was soll denn leicht an den Schlagwörtern die buzzti oben in seiner Bingo-Chart hatte auch "falsch" (gewesen) sein?
Ich denke "falsch" können nur ganz wenige Dinge dabei sein: so kann es etwa falsch sein, dass in CS Schulmädchen mit Baseballschläger auftraten, wo es vielleicht weder Schulmädchen noch Baseballschläger gibt, oder dass in WOW Europa vor dem Islam verteidigt wird, wo es darin weder Europa noch den Islam gibt - aber das wird doch gegebenenfalls auch korrigiert, von den "KritikerInnen" die sich womöglich mal so geäußert haben - das ist doch kein Problem. Da wurde etwas verwechselt!
Dem "Stigma Videospiele" zu begegnen wäre aus meiner Sicht vor allem eines: die Verwechslung in Frage stellen. Zu sagen: nein, auch in "Modern Warfare 3" wird Europa nicht vor dem Islam verteidigt. Auch ein "Modern Warfare" vermeidet eindeutige FeindInnenbilder im Islam eher, AraberInnen sind darin keineswegs immer die HauptschurkInnen. Zu sagen: sorry, aber ich kann das nicht beurteilen - ich habs nicht gespielt - kann ich da auch nicht gelten lassen: einigermaßen neutral gehaltene Zusammenfassungen von Plots, der in den Spielen dargestellten Gruppen, sind überall im Netz zu finden. Wenn die Medienressentiments eben nicht geteilt werden (würden). Darüber hinaus könnte man auch fragen: wieso sollen Videospiele, nach 9/11, keinen arabischen Terrorismus thematisieren dürfen? Was soll gegen die US-Armee schon gehabt werden? Die Navy/Marines sind keine verbrecherischen Organisationen - im Unterschied zu einer den Holocaust leugnenden Hamas, mit einiger Begründung.
Die allermeisten Vorwürfe werden hingegen nicht als "falsch" überführbar sein - sind moralische Werturteile - und das ist eben das Problem, das was das "Stigma" doch ausmacht: schön tun hilft da halt auch nicht. Splatter, Gore und das (US-)Militär spielen in Games nunmal eine nicht zu unterschätzende Rolle - wie auch immer das nun aufgefasst wird: zu sagen "aber eigentlich geht es um Taktik/Strategie und das Splatter stört (mich persönlich) eher" hilft einfach nicht. Dann kann am Ende einem Gamer auch immer wieder nur entgegnet werden: "dann spiel halt Schach, das lassen wir Euch als Kriegsspiel ja noch" und das - wie ich aus meiner eigenen Verwandtschaft weiß - selbst Kleinkindern schon beigebracht wird.
Nur: ich kann kein Schach, dafür L4D - ein bisschen. Und das mag ich auch lieber verteidigen -