Patrik hat geschrieben:hecterspecter hat geschrieben:Merkwürdig, warum eigentlich nicht auch die älteren Semester. Konsumieren die keine Pornos, oder sind sie immun? Was steckt dahinter *grübel*

Bei älteren Menschen steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie schon eine echte Frau gesehen haben und dass sie somit Pornos als fiktional erkennen. Ebenfalls steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie schon einmal eine Waffe in der Hand hatten wodurch sich analoges ergibt.
Persönlich bin ich eh dazu übergegangen, mich mit Studien nur ernsthaft auseinanderzusetzen, wenn die Datenbasis oder zumindest die Methode verfügbar ist. Ne „Studie“ aus drei Extremfällen ist nicht unabhängig reproduzierbar und somit in meinen Augen nichts wert.
Ich habe nur selten in meinem Leben, falls überhaupt, je einen so konzentriert versammelten Unsinn gelesen, wobei ich sowieso schon immer den Eindruck hatte, dass hier sobald etwas darauf zu sprechen kommt bei "Pornografie" für gewöhnlich von etwas wie Spielfilmen scheinbar ausgegangen wird.
In verquerer Weise praktisch auch so wie bei Games - dass man doch bitte zwischen Videospiel-Gewalt und realer Gewalt unterscheiden möge.
Warum - um alles in der Welt?
Sorry, aber das ist völlig in Frage zu stellen - gerade das wird es bei diesen Vorwürfen kaum sein, sondern es werden praktisch immer eher Dokumentationen gemeint sein, keine irgendwelchen fiktiven Geschichten: gerade bei Internet-Pornografie werden so keine besonderen fiktionalen Aufbauten gemeint sein, irgendwelche Fantasien, sondern wenn dann ein, zwei oder mehrere Menschen die sexuelle Handlungen vor einer Kamera durchführen oder ihre Körper in bestimmter Weise (eben pornografisch) darstellen.
Informationen die über den sexuellen Gehalt hinaus teilweise eher medizinischen als fiktionalen Charakter haben - Informationen die bei der heutigen Verbreitung von Digitalkameras sehr viele Menschen liefern können. Und zwar, wenn sie wollen (!), direkt aus ihren Alltagen heraus. Und gerade das wird dabei auch das sein was als so unanständig empfunden wird - viel Geld wird da für die meisten auch kaum eine Rolle spielen.
Harte (das heißt llegale) Pornografie ist dann gegeben, wenn diese nonkonsensuale Handlungen oder nicht-konsensfähige Wesen wie Tiere oder Minderjährige entsprechend zeigt. Oder wenn bestimmte Grenzen überschritten werden - wie Sex der zu besonders schweren Körperverletzungen führt. Und die meiste Ablehnung von "Pornografie" erfolgt - abgesehen von Jugendschutz - formal über Vorwürfen von entweder Gewalt (gerade bei Szenen die BDSM-Handlungen integriert haben) oder Entwürdigung von Menschen, besonders von (darüber angeblich "objektifizierten", das heißt verdingten, entmenschlichten) Frauen - also etwa ein misogyner Sexismus. "Pornografie" ist so immer objektivierte Sexualität, das heißt Sexualität die über ein Objektiv einer Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird: dabei spielt auch der Vorwurf des Voyeurismus eine Rolle. Voyeurismus nicht so verstanden, dass Verborgenes zugänglich gemacht wird, sondern dass etwas das aus der Sicht der PornografiekritikerInnen besser verborgen bleiben sollte unerlaubter Weise entblößt, zur Schau gestellt wird. Um Figuren geht es bei diesen Vorwürfen praktisch nie, sondern immer um reale Menschen!
Eher um Pornografie als Normalität, das heißt dass etwa Pornografie-"KonsumentInnen" nach ihrem "Konsum" glauben würden - ähnlich wie es Games bei Konfliktlösungen mit Gewalt vorgehalten wird - dass sie immer und überall Sex haben könnten. Ausgangspunkt dessen ist, anders als bei der Gewalt in Games, aber halt kaum eine Fiktion, sondern realer Sex.
Um virtuelle Darstellungen wie Zeichentrickfilme wird es grundsätzlich kaum gehen - die haben erfahrungsgemäß schon von sich aus eher das Diktum des Perversen, auch weil sie für gewöhnlich mit Minderjährigen zusammengedacht werden.
Und ob da jetzt ein, zwei, drei, hundert, tausend oder zehntausend Leute untersucht werden: ein vor einer Kamera so verübtes Gewaltverbrechen wird so halt schon zuviel sein - das ist doch hoffentlich (!!) auch hier ganz selbstverständlich...