Beschneidung von Neugeborenen - Körperverletzung?

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Patrik
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Re: Beschneidung von Neugeborenen - Körperverletzung?

Beitragvon Patrik » Do 26. Jul 2012, 08:31

Danke, buzzi!

Im Deuteronomium scheint die Beschneidung ja ne Art „Brandmal“ zu sein. Sogar Sklaven (?, „erkauftes Gesinde“) soll so so markiert werden. Wenn man böse ist, lässt sich sogar eine Aufforderung lesen, alle Unbeschnittenen zu töten. Aber für Juden existiert ja ohnehin mindestens eine Alternative zur Beschneidung.

Im Islam kenne ich so eine Alternative (noch) nicht, allerdings scheinen mir unbeschnittene Moslems auf einer Stufe mit unrasierten Moslems zu stehen – und letztere gibt es definitiv. Zudem steht zumindest an dieser Stelle auch nichts davon, dass die Beschneidung möglichst früh passieren muss. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass es tatsächlich „nur Tradition“ ist, die vermutlich auf das Deuteronomium zurück geht.

Unterm Strich bin ich zu der Ansicht gelangt, dass mit der Beschneidung gewartet werden sollte, bis das Kind sich selber rasieren kann.
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buzzti
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Re: Beschneidung von Neugeborenen - Körperverletzung?

Beitragvon buzzti » Fr 27. Jul 2012, 16:37



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buzzti
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Re: Beschneidung von Neugeborenen - Körperverletzung?

Beitragvon buzzti » Mi 14. Nov 2012, 16:04

http://www.welt.de/politik/ausland/arti ... ieren.html

Mediziner will Vaginal-Beschneidung legalisieren

"In westlichen Ländern gilt die Beschneidung von Frauen als archaisch und grausam. Ein namhafter ägyptischer Gynäkologe hingegen fordert, die Praxis weltweit zu erlauben."

"Sofern die Beschneidungen durch erfahrenes Personal und unter Betäubung vorgenommen würden, seien Nachteile nicht erwiesen, so Kandeel. "

Das kommt mir doch bekannt vor...

"Die Schmerzen und Schwierigkeiten, die aus einer weiblichen Genitalbeschneidung resultieren, förderten Stärke und die Identität der Frauen und machten sie "stark" und "begehrenswert"." :?

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TheRealBlack
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Re: Beschneidung von Neugeborenen - Körperverletzung?

Beitragvon TheRealBlack » Mi 14. Nov 2012, 20:18

Die Organisation warnte bereits vor Wochen in einer Stellungnahme zum Gesetzesentwurf der Bundesregierung zur männlichen Beschneidung: Die Legalisierung männlicher Beschneidung könne zu Forderungen nach einer Legalisierung weiblicher Genitalverstümmelung auf Grundlage des Gleichheitsgrundsatzes führen.

Dass war doch jeden klar oder?

Allerdings richtet sich die Kritik der Frauenrechtsorganisation gegen die Straffreiheit bei der Durchführung einer Beschneidung bei männlichen Kindern, nicht bei männlichen Erwachsenen: "Die körperliche Unversehrtheit bei einwilligungsunfähigen Kindern muss geschützt werden. Erwachsene Männer sollen aber weiterhin das Recht haben, eine Beschneidung durchführen zu lassen. Die weibliche Genitalverstümmelung stellt allerdings eine Verletzung der Menschenrechte da. So sollen nicht nur Mädchen, sondern auch einwilligungsfähige Frauen weiterhin nicht das Recht besitzen, sich beschneiden zu lassen", sagt Gruber.

aha...
Happy Coding.

Shelby88
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Re: Beschneidung von Neugeborenen - Körperverletzung?

Beitragvon Shelby88 » Mi 26. Jun 2013, 01:05

Bin selber nach der Geburt beschnitten worden. Ich persönlich finds nicht schlinmm, da ich sehr religiös aufgewachsen bin, aber um ehrlich zu sein würd ungern sehen wie mein eigener Sohn beschnitten wird :?

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Re: Beschneidung von Neugeborenen - Körperverletzung?

Beitragvon dunge0nl1ght » Fr 28. Feb 2014, 23:21

Körperverletzung ? Definitiv.
Deshalb müsste die einzuschlagende Richtung klar sein:
Es ist eine Regelung zu finden, die Beschneidungen von Minderjährigen gegen Null bringt.

Das Problem ist bloß:
Das ist nicht die einfache Methode; das ist nicht das simple Verbot - das würde nämlich
nur Beschneidungstourismus nach sich ziehen. Dann wäre zwar auf Papier und formal
alles tutti, aber eben nicht in der Praxis, womit dann also gar nix gewonnen ist.

Besser wäre wohl eine Regelung, die mittelfristig durch Aufklärung auf eine De-Kultivierung
von Beschneidung in unserer Gesellschaft hinwirkt. Kurz und knackig gesagt:
Paar X will ihr Kind beschneiden ? Dann MUSS es einen Aufklärungstermin zur kulturellen
Verortung und Alternativen zur Beschneidung wahrnehmen und zusätzlich einen weiteren
Aufklärungstermin zu den medizinischen Folgen.
Des Weiteren hat ärztliche Betäubung sowieso Pflicht zu sein, u.s.w. - also grundsätzlich
ist es hier also notwendig, eine Lösung zu entwickeln, die praktisch maximal Beschneidung
kultiviert, entschärft und zugleich Beschneidungstourismus möglichst wenig aufkommen lässt;
das ist 'ne Gradwanderung... und ich finde es bedauerlich, dass die Diskussion zu diesem
Thema quer durch alle Bänke durch sich nicht in diese Richtung entwickelt, den optimalen
Weg in jene Richtung auszuloten...


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