Neufassung JMStV

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marcymarc
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Re: Neufassung JMStV

Beitragvon marcymarc » So 18. Mai 2014, 15:56

Patrik hat geschrieben:
marcymarc hat geschrieben:Frage 1:
Um die JSP nicht zum "Autopiloten" für elterliche Aufsicht verkommen zu lassen, was sie u.U. nicht zu leisten imstande sind, bietet sich an, den Erziehungsberechtigten die lokale Bearbeitung der Black-/Whitelisten mit Eltern-PIN zu ermöglichen, sodass auch eine feinere Abstimmung erfolgen kann - immerhin sollten die Eltern das geistige Alter des Kindes oder Jugendlichen am besten einschätzen können.

Zumndest nach lokalen Whitelists wurde explizit gefragt. Habe die Antwort man etwas ergänzt.


Great!

Patrik hat geschrieben:
marcymarc hat geschrieben:Bei dem Prinzip der Whitelist-JSP scheint eine grundsätzliche Sperrung von ausländischen Inhalten für Kinder und Jugendliche nicht zweckmäßig. Daher sollte die Blacklistregelung vorgezogen werden, mit der Möglichkeit, dass besorgte Eltern Seiten direkt über das JSP melden können.

Das entspricht dem aktuellen System mit den Alterslabels auf Trägermedien. Gerade für das Internet ist das zwar nicht (mehr) passend, doch eine kleine Whitelist, die Eltern geradezu zwingt, nach zu justieren, könnte immerhin eine Verbesserung mit sich bringen.

Ich halte es nach wie vor wenig realistisch, dass sich viele Eltern so detailliert mit der Problematik auseinandersetzen (weder bei Black- noch Whitelists). Eine Whitelist hätte den Nachteil, dass die Kinder dauernd die Eltern nerven würden, einzelne Seiten doch freizuschalten, bis diese das gesamte JSP deinstallieren, um ihre Ruhe zu bekommen. Bei einer Blacklist würden die Kinder evtl. auf ungeblockte Angebote treffen, die Wahrscheinlichkeit dessen wird jedoch erheblich reduziert. Sollte doch ein neues ungetaggtes Angebot auftauchen, reicht eine elterliche Partei, die das ganze meldet, sodass es auf das Filterabonnement aufgeschlagen wird. Die Folge wäre ein deutlich niedrigeres Nerv-Potential durch die Sprösslinge und eine höhere Akzeptanz für JSP. Letztendlich kann man sich nur in mehr oder weniger hohen Schutzgraden dem Thema nähern, ein vollumfassender Schutz kann nie garantiert werden.


Patrik hat geschrieben:
marcymarc hat geschrieben:Video on Demand Angebote werden in Frage 1 nicht explizit erwähnt, stellen jedoch eine Besonderheit dar: sie sind qua Angebot nicht an Sendezeiten gebunden, bieten aber ohne eine lokal eingestellte PIN keinen Schutz für Kinder und Jugendliche. Eltern könnten bei der Einrichtung von Sperren überfordert sein, es bietet sich an, hier eine geschlossene Benutzergruppe zu etablieren ohne die bestimmte Angebote technisch nicht ausgestrahlt werden können.

Aktuell gibt es Video on Demand mit Sendezeiten (z.B. ARD Mediathek) und womöglich auch solche mit Alterskennzeichen.


Nicht alle bieten so etwas. Ich bin immer mehr der Meinung, dass Mischplatformen (kommendes Netflix, Steam, Sky, etc.) mit unterschiedlichen Altersfreigaben letztendlich nur über geschlossene Benutzergruppen und lokal getaggtes oder kategorisiertes Material zu regeln sind. Daher stellt dies für die on-demand Angebote die einzig sinnige Maßnahme der drei möglichen dar. Die großen Player können sich ID-Systeme leisten, viele ausländische und private Angebote werden dies nicht können. Daher ja die Anmerkung zu Frage 4...


Patrik hat geschrieben:
marcymarc hat geschrieben:Frage 2:
In den Einstufungsentscheidungsprozess für Medien sollten auch Vertreter der Verbraucherverbände mit einbezogen werden (VDVC, Vertretung der Rundfunkbeitragszahler ("Wir sind Funk e.V), etc.), da sonst eine genügende Vertretung der Verbraucher als Teilnehmer in der Gesellschaft nicht gewährleistet ist.

Das ist ein interessanter Ansatz. Bis morgen habe ich aber sicherlich nicht nur annähernd eine Vorstellung davon, was das für Auswirkungen hätte.


Wir können es trotzdem erstmal erwähnen (fordern) - es wird höchstwahrscheinlich eh nie umgesetzt, da das Zensursystem nicht als System von Bürgern für Bürger als Erziehungshilfe gedacht war, sondern politsch motiviert ist.

Patrik hat geschrieben:
marcymarc hat geschrieben:Frage 4:
zu geschlossenen Benutzergruppen: denkbar wäre ein openID-System nach Authorisierung mit nPA und eID Server bei einer staatlichen Behörde. Zwar funktioniert das Authentifizierungssystem mit nPA mehr schlecht als recht in der Praxis (Anmeldung bei Elster geht bei mir schon länger nicht), in Zukunft sollte das System jedoch eine bessere technisch besser Ausbaustufe erreichen.

Hier gilt das gleiche wie zur letzten Frage.

Das Problem hier ist nur, dass gerade ein lukrativer Markt geschaffen wurde, den sie bestimmt nicht aufweichen wollen würden. Für einen Anbieter wie Valve wäre so ein Service aber durchaus lukrativ - die Userbase hätten sie. openID für eID

Patrik hat geschrieben:
marcymarc hat geschrieben:Frage 5:
Wir sollten darauf hinweisen, dass es bei wahrscheinlichen Abmahnungen durchaus dazu führen kann, dass Deutsche fortan ihre Seiten nur noch im Ausland hosten werden, um dann vielleicht nicht über JSP aufrufbar zu sein, aber zumindest nicht in die Haftung genommen werden zu können (siehe schnittberichte.com).

Das ist leider der Status quo. Ich befürchte, dass es entweder niemanden interessiert oder – schlimmer – als „positiver Nebeneffekt“ angesehen wird, dass solcher „Schund“ aus Deutschland vertrieben wird.

Ja, leider. Über kurz oder lang wird die Forderung nach einem "deutschen" oder "europäischen" Internet aus der Politik sowieso lauter werden.

Patrik hat geschrieben:
marcymarc hat geschrieben:Allgemein:
Soll bei Internetangeboten auch dauerhaft optisch auf die Altersfreigabe hingewiesen werden oder ist zu Beginn der Sendezeit (Freischalten der Seite auf Server) das Abspielen einer akustischen Warnung ausreichend?

Das ist mMn eher was für einen satirischen Verriss des JMStV als für diese Konsultation.

Das hatten wir bei TS ja schon gesagt. Ich hatte dies nur aufgenommen, weil es nicht im Wiki stand. Vielleicht für eine Blog-Meldung zum Thema?


Übrigens: EA hat sich jetzt auch geäußert zur Neufassung.

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Re: Neufassung JMStV

Beitragvon Patrik » So 18. Mai 2014, 17:58

Mit dem Text, wie er jetzt im Wiki steht, wäre ich so weit zufrieden. Die übrigen Punkte (Black vs. Whitelist, staatliches eID-System) halte ich für zu tiefgreifend, um sie jetzt einzubringen – zumal ich sie wie gesagt noch nicht du Ende gedacht habe.

Ich wäre dafür, den aktuellen Stand offiziell einzubringen – und die übrigen Punkte im Blog anzusprechen und ausgiebiger zu diskutieren.

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Re: Neufassung JMStV

Beitragvon Rey Alp » So 18. Mai 2014, 18:00

Aber erst nachdem mindestens 3 Leute nach Rechtschreibfehlerns gesucht haben.

Edit. Die nr. Der vorgeschlagenen neufaasung sind ok?

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Re: Neufassung JMStV

Beitragvon Patrik » So 18. Mai 2014, 21:05

Auch wenn ich deine Frage nicht verstehe: Ich stelle unsere Antwort um 22:30 online.

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Re: Neufassung JMStV

Beitragvon Rey Alp » So 18. Mai 2014, 21:25

Ich habe eine neue Formulierung für die Ordnungswidrigkeiten vorgeschlagen, bei der ich - vom Gedanken her - das Verschulden bei allen Tatbeständen auf Vorsatz beschränken wollte, die mit dem Kennzeichnung bzw. unzutreffenden Kennzeichnung/Bewertung von Angeboten im Zusammenhang stehen.

... kommt in den Fällen von Abs. 1 Nr. 4, 9, 13 und 17 eine Geldbuße nur bei vorsätzlichem Handeln in Betracht.


Die Nr. sind neben der Neufassung (17) auch weitere, bei der ich meinte, dass das passt. Wir haben das nicht diskutiert weshalb ich meinte, dass ihr euch mal anschauen könntet, inwieweit das eurer Meinung nach bei den weiteren Nummern (4, 9 und 13) sinnvoll ist bzw. ob weitere Nr. ergänzt werden sollten.

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Re: Neufassung JMStV

Beitragvon Patrik » So 18. Mai 2014, 22:25

Hatte ich schon gesehen. Suche gerade noch Rechtschreibfehler und dann geht es raus.

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Re: Neufassung JMStV

Beitragvon Patrik » Mo 19. Mai 2014, 18:19

Der weitere Fahrplan ist unter ideen-jugendmedienschutz.de veröffentlicht worden:
Am 19. Mai 2014 um 18 Uhr endete die erste Beteiligungsphase der Online-Konsultation zur Novellierung des Staatsvertrags zum Jugendmedienschutz. Fast zwei Monate lang konnte das Diskussionspapier zur Änderung des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags kommentiert werden. Außerdem wurden Antworten zu Fragen über den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag gesammelt. Insgesamt gingen auf dieser Plattform 469 Kommentare und 125 Bewertungen ein. Vielen Dank an alle, die sich hier konstruktiv und kritisch geäußert haben!

Die Beiträge der Onlinekonsultation werden jetzt länderübergreifend ausgewertet und in einem Eckpunktepapier zusammengefasst. Ab 16. Juni 2014 kann über diese Ergebnisse erneut vier Wochen lang auf dieser Plattform diskutiert werden. Abschließend wird ein Staatsvertragsentwurf verfasst, zu dem eine Anhörung stattfindet. Ziel ist es, Ende 2014 einen Staatsvertragsentwurf vorliegen zu haben.

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Re: Neufassung JMStV

Beitragvon Rey Alp » Mo 19. Mai 2014, 18:44

Vielen Dank - gibt es irgendwo (villeicht im Wiki als pdf) noch das, was vom VDVC rausgegangen ist?

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Re: Neufassung JMStV

Beitragvon Patrik » Mo 19. Mai 2014, 18:55

Die Antworten auf die Fragen entsprechen (fast) genau dem, was im Wiki steht. Einzig die direkten Nennungen der FSM habe ich gelöscht – weil die BITCOM das gleiche sagt. Das „Allgemeine“ habe ich zu dem entsprechendem Diskussionspunkt hinzugefügt. (Um ehrlich zu sein, bin ich überrascht, dass die Antworten versteckt wurden…)

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Re: Neufassung JMStV

Beitragvon marcymarc » Do 22. Mai 2014, 20:20

Ich bin nicht sonderlich überrascht.... Simulierte Bürgerbeteiligung und so....


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