von Rey Alp » Mo 9. Mai 2011, 00:01
@Gordon
Also Aufmerksamkeit bekommt du damit sicher. Nur ich glaube nicht, dass es "uns" unbedingt hilft. Ich kann und will natürlich nicht für den VDVC sprechen, aber ich bevorzuge eine andere Taktik: Taktisches Warten oder auch Campen^^.
1. Ich denke wir können uns alle einig darüber sein, dass man das "Problem" größtenteils aussitzen könnte. Jüngere Erwachsene und auch viele 30er spielen bzw. stellen die Mehrheit. Ich finde es immer wieder ermutigend, wenn ich feststelle, dass viele, die mit mir Rechtswissenschaft studiert haben, diverse Shooter zocken. Selbst ein aus Ungarn stammender Kumpel hat dort damals Wolfenstein 3D gezockt.
2. Des Weiteren gibt es doch positive Entwicklungen in der Presse: Spiele wie Red Dead Redemption oder GTA 4 finden sich auch in den Feuilletons von etablierten Zeitungen wieder - mit positiven Rezensionen. Lindemann (Welt) hatte mir vor einiger Zeit geschrieben, dass von vielen Journalisten schräge diese Spielekiller ohnehin nicht mehr ernst genommen werden.
3. U.a. der deutsche Computerspielpreis zeigt (wenn auch nur in Ansätzen), dass es für Verbote keine Mehrheiten mehr in der Politik gibt. Angesichts diverser zockender Politiker auch keine Überrasschung mehr. Darüber hinaus ist man sogar dazu bereit Spiele zu fördern und diese als Kultur anzuerkennen.
Fazit: Ich denke daher, dass man gesamtgesellschaftlich sowie in Politik und Presse für Gamer und Games positive Entwicklungen ausmachen kann. Für stigma denke ich, dass es hier am angebrachtesten ist diese zu stützen. Also nach wie vor über "schlechten" Journalismus über Spiele (Nachweislich erfundene Verschwörungstheorien etc.) oder Kuriositäten (Tempelritter) zu berichten. Oft werden die Themen von anderen Seiten aufgegriffen und erreichen so auch ein breites Publikum. In die Richtung würde ich als die Entwicklung stützende Aktionen z.B. auch die Vorträge des VDVC sehen.
Was man für solch eine Unterstützung des Prozesses braucht ist u.a. Sachlichkeit, Objektivität und Seriösität. Auch wenn bei der Petition sich auch etwas Aktionsmus dabei ist und es darum geht ein Zeichen zu setzen, finde ich doch, dass es noch als sachlich anzusehen ist. Deine Museumsaktion etc. fände ich dagegen etwas "kindisch" oder "pubertär". Dass soll nicht abwertend gemeint sein, sondern nur zum Ausdruck bringen, dass ich damit (leider?) nicht viel anfangen kann und darin eine Gefährdung für ein aufklärerisches Engagement sehe.
Ein Punkt, den man mit "Sillhalten" sicherlich nicht abschaffen könne wird, ist wohl die Zensur, denen auch Filme, Bücher und Musik ausgesetzt sind. Hier, wo ja auch du ansetzt, wären Aktionen vielleicht sinnvoll. Ich würde aber z.B. eher mal versuchen bei Saturn eine Dreherlaubnis zu bekommen und dort Kunden, die sich bei den Videospielen rumtreiben fragen, ob sie wissen, was da alles geschnitten ist. Das ist zwar etwas sehr "brav", würde einem langfristig aber vielleicht weiterbringen.